Werner Stangls Lehrtext.Sammlung
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Definition von Bowes/Hilgard ('83):
... die Veränderung im Verhalten oder im Verhaltenspotential eines Organismus in einer bestimmten Situation, die auf wiederholte Erfahrungen des Organismus in dieser Situation zurückgeht...
Lernen ist ein wertneutraler Begriff. Es geht um die Kennzeichnung von Änderungen menschlicher Verhaltensdispositionen, die durch Verarbeitung von Erfahrungen erklärt werden können.
Der Versuch, die Kenntnisse über Lernen, d.h. über Lernbedingungen und Lernergebnissen sowie deren Zusammenhänge zu systematisieren, führt zu Lerntheorien. (Skowronek '91)
Es gibt zwei große Bereiche der Lerntheorien:
a) Die psychologische Richtung, die sich auf das direkt wahrnehmbare Verhalten eines Organismus konzentriert, wird "Behaviorismus"genannt. Die am bekanntesten behavioristischten Lerntheorien sind Iwan P. Pawlows klassische Konditionierungstheorie und Burrhus F. Skinners Arbeiten zum operanten Konditionieren; beide sehen den Organismus als eine Art "Reiz-Reaktions-Verknüpfungscomputer" (Thorndike/Guthri/Hull/Estes...).
b) Diejenigen, die im direkt wahrnehmbaren
Verhalten einen Hinweis darauf sehen, was im Gedächtnis eines
Menschen vor sich geht, werden kognitive Psychologen genannt. Zu den
kognitiven Lerntheorien gehören etwa die
Gestalttheorie im ersten Drittel unseres Jahrhunderts, Edward C.
Tolmanns Zeichenlernen oder neuere Theorien zur
Informationsverarbeitung durch das menschliche Gehirn, die sowohl
soziale Lernprozesse (Albert Bandura) als
auch aktive Handlungsprozesse (Jean Piaget, Hans Abli)
einschließen.
"Lernen meint Strukturierung durch Vernunft und Einsicht oder aktive Aneignung der Umwelt." (Herbert Gudjohns, Pädagogisches Grundwissen).
Inhalt
1. Pawlow: klassisches Konditionieren
Literatur:
- Bower. G.H./ Hilgard, E.R.: Theorien des Lernens, Bd.1: Stuttgart '83/ Bd.2 Stuttgart '84
- Edelmann, W: Lernpsychologie. Weinheim '86
- Bauer, M., Verhaltensmodifikation durch Modellernen, Kohlhammer 1979, S. 16/17
- Freudenreich, D., Rollenspiele, Rollenspiellernen für Kinder und Erzieher, Hannover 1996, S. 54/55
- Gudjons, H., Pädagogisches Grundwissen, Kinkhardt 1995, S. 216/217