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Schule und Internet

-Lernen mit dem Internet-

Tina Deutschmann, Daisy Fehrmann, Matthias Flügge, Arne Seeger - Technische Universität Berlin


Inhalt

Einführung
Eigenschaften des Internets als Lernmedium
Vergleich Lehrer - Internet
Formen des Lernens im Internet
Beurteilung von Lernangeboten im Internet
Lernangebote selbst gestalten
Lernen mit dem Internet ?

Links und weitere Quellen
Kontakt


Einführung

Der Seminarbeitrag Lernen mit dem Internet entstand während des WS 1998/99 im Rahmen des interdisziplinären Seminars Schule und Internet an der TU Berlin. Die Seminarteilnehmer waren jeweils zur Hälfte StudentInnen der Pädagogik und der Informatik.

Die Möglichkeiten und Erfahrungen, die im Folgenden angesprochen werden, beziehen sich durch den Kontext Schule speziell auf Schüler, lassen sich aber zu großen Teilen auch auf andere Zielgruppen übertragen.

Wenn in diesem Beitrag von Internet gesprochen wird, so verstehen wir darunter generell den Einsatz von Internet-Technologie, d.h., auch ein Intranet (internes Netz einer Schule, basierend auf Internet-Technologie resp. TCP/IP als Netzwerkprotokoll) kann für den Einsatz von Lernangeboten genutzt werden. Intranets bieten dieselben technischen Möglichkeiten wie das Internet. Einschränkungen ergeben sich lediglich, falls kein Übergang vom internen Netz in die weite Welt des Internet möglich ist. In diesem Fall können natürlich keine externen Online-Lernangebote wahrgenommen werden; desweiteren sind die Kommunikationsmöglichkeiten sehr eingeschränkt (Austausch von Emails mit Schülern anderer Schulen, etc.).

Eine Zielsetzung der Autoren war es, Eigenschaften des Internets für die Nutzung als Lernmedium herauszuarbeiten und zu bewerten. Insbesondere wird dabei auf spezielle Eigenschaften eingegangen, die sich z.B. bei einer Abgrenzung zu den Möglichkeiten mit Lernangeboten auf CD-ROM ergeben (die Möglichkeiten des Internets beschränken sich schließlich nicht nur auf das "Surfen" durch Texte mit Querverweisen; solche Dinge lassen sich auch mit CD-ROMs realisieren).

Aus den Eigenschaften ergeben sich verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung des Mediums Internet für die Gestaltung des Unterrichts. Diese Möglichkeiten werden bewertet und den Möglichkeiten des herkömmlichen Unterrichts gegenübergestellt.

Welche vorhandenen Arten von Lernangeboten für Schüler vorhanden sind bzw. von Lehrern angeboten werden können und wie diese genutzt werden können, wird im Abschnitt Formen des Lernens im Internet vorgestellt. Existierende Online-Lernangebote finden sich im Abschnitt Links und weitere Quellen.

Die konkreten Angebote entsprechen jedoch häufig sowohl quantitativ als auch qualitativ nicht den gewünschten Anforderungen und sind evtl. pädagogisch schlecht aufbereitet oder nicht für die gewünschte Zielgruppe (Schulstufe / Altersklasse) erstellt worden. Letzteres dürfte besonders häufig der Fall sein, da die Zahl der überhaupt vorhandenen Lernangebote eher klein ausfällt.

Hoffentlich nicht nur als "letzter Ausweg" (aus der Misere der wenigen Lernangebote) besteht natürlich die Möglichkeit, derartige Lernangebote selbst zu gestalten. Eine komplette Einführung kann natürlich an dieser Stelle nicht erfolgen, jedoch möchten wir verschiedene Methoden vorstellen, wie sich Lernangebote erstellen lassen (darunter auch sehr einfache Möglichkeiten !) sowie Verweise auf weitere Informationen.


Eigenschaften des Internets als Lernmedium

Die Eigenschaften des Internets als Lernmedium ergeben sich teilweise aus den Besonderheiten eines elektronischen Computernetzwerks. Rechner dienen heutzutage dazu, Dokumente zu erstellen und zu präsentieren, können Ton- und Bilddokumente abspielen sowie in einem Netzwerk sämtliche dieser Dokumente und Daten untereinander austauschen.

Für das Internet aufbereitetes Material hat daher idealerweise die folgenden Eigenschaften (Computer haben die dumme Eigenschaften manchmal auszufallen - aber Lehrer sind ja auch von Zeit zu Zeit krank ...):

Nimmt man die oben angeführten Punkte etwas genauer unter die Lupe und betrachtet sie im Vergleich zu anderen Medien, so lassen sich folgende Aussagen treffen:

Online-Lernangebote werden im Internet auf sogenannten Webservern abgelegt. Dies sind spezielle Rechner, von denen Informationen rund um die Uhr und von jedem Ort aus abgerufen werden können. Die Informationen sind daher immer präsent und können auch mehrfach abgerufen werden. Der Lernende ist im Gegensatz zum Unterricht nicht an bestimmte Uhrzeiten gebunden, sondern kann sich zu einer beliebigen Zeit mit dem Stoff auseinandersetzen. Möchte er bestimmmten Stoff  nochmals bearbeiten, kann er dies so lange und so oft tun, bis er auch die letzten Details verstanden worden sind.

Die abgerufenen Informationen sind immer aktuell (sofern das Angebot entsprechend gepflegt wird), Fehler lassen sich einfach korrigieren und dynamische Daten (z.B. Wetterdaten) können automatisch mittels Datenbanken eingepflegt werden. Derartige Möglichkeiten sind bei anderen Medien, wie Büchern und CD-Roms, völlig undenkbar.

Da es sich um elektronische, vernetzte Dokumente handelt (Hypertext-Dokumente) sind Verweise sofort verfügbar. Innerhalb der Dokumente kann mit Hilfe des Browsers schnell und einfach nach Begriffen gesucht werden. Diese Eigenschaften machen sich auch die Suchmaschinen zu Nutze, mit deren Hilfe weitere Dokumente zu bestimmten Suchbegriffen gefunden werden können.

Mit Hilfe der Links lassen sich Navigationsstrukturen in die Lernangebote einflechten. Die Navigationsstruktur sollte der Lernstruktur entsprechen, die einem Lernangebot zugrunde liegt. Diese kann linear oder nicht-linear sein. Unter einer nicht-linearen Lernstruktur verstehen wir dabei, daß der Lernende einen hohen Freiheitsgrad hat, um sich durch das Lernprogramm zu bewegen. Ihm wird nicht vorgegeben, eine Seite nach der anderen zu bearbeiten, sondern er kann die Seiten, Kapitel oder Themenbereiche seinen Wünschen und Fähigkeiten entsprechend wählen. Dem Entwurf von Navigationsstrukturen sind keine Grenzen gesetzt - "Alles ist möglich". Ein Vorteil ist, daß lineare und nicht-lineare Strukturen sehr gut parallel innerhalb eines Angebots existieren können. So etwas mag zwar teilweise auch bei Büchern der Fall sein (Sachbücher werden häufig nicht-linear gelesen: zunächst wählt man das Kapitel, anschließend versucht man, die interessanten Abschnitte anhand der Überschriften herauszufinden und liest dann nur diese Abschnitte), jedoch ist eine Flexibilität und Vielfalt wie bei elektronischen Medien nicht gegeben, zumal alle Verweise manuell verfolgt müssen.

Besonders interessant sind die Kommunikationsmöglichkeiten (asynchrone und synchrone), die das Internet bietet. Genannt seien hier neben Email und News insbesondere Webboards und Chatrooms, die immer mehr Verbreitung finden. Kein anderes Lernmedium bietet die Möglichkeit, derart einfach zu anderen Lernenden oder Menschen mit gleichen Interessen in Kontakt zu treten. Informationen können ausgetauscht und Diskussionen geführt werden; jeder kann seine Meinung  kundtun. Gerade durch die vielfach beschworene Anonymität des Internet kann dies leichter fallen, da die Hemmschwelle herabgesetzt ist.


Vergleich Lehrer - Internet

Die untenstehenden Tabellen sollen die Stärken und Schwächen des Lehrers im traditionellen Unterricht, sowie die Stärken und Schwächen von Online-Lernangeboten aufzeigen. Stellt man beide Tabellen gegenüber, so sind beim Lehrer dessen Möglichkeiten zur didaktischen Reduktion, binnendifferenziertem Vorgehen und individueller Hilfestellung als größte Vorteile zu nennen. Die Online-Lernangebote hingegen zeigen ihre Stärke im Bereich Multimedia (verschiedene Medien sind integrierter Bestandteil und stehen somit quasi permanent zur Verfügung) - ebenso die erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten unter den Lernenden.

Vor- und Nachteile des Lehrers bzgl. der Unterrichtsgestaltung

Vorteile und Möglichkeiten des Lehrers bezüglich der Unterrichtgestaltung

Nachteile des Lehrers bezüglich der Unterrichtsgestaltung bzw. dem Unterrichtsablauf

Flexibilität bzgl. 

Tempo

Stoff

Reihenfolge

Vertiefung (didaktische Reduktion)

Stoff, Reihenfolge und Tiefe nur vom Lehrer bestimmt 
=> Schüler müssen sich anpassen

individuelle Hilfestellung

evtl. Vorurteile gegenüber Schülern/Klassen

binnendifferenziertes Vorgehen

evtl. Verschlossenheit gegenüber Neuem

außerschulische Lernorte 

kann Leistungsdruck aufbauen

Medienwahl: 

schüleroreintiert

vielfältig

 

Lernzielkontrolle

 

Leistungsbewertung nach unterschiedlichen Maßstäben

 

sozialer Kontakt 

Lehrer - Schüler

Schüler - Schüler

 

verschiedene Unterrichtformen und -methoden

 

Schülerdiskussion

 

Vor- und Nachteile bei der Gestaltung von Lernangeboten mit dem Internet

Vorteile und Möglichkeiten bei der Gestaltung von Lernangeboten mit dem Internet

Nachteile bei der Gestaltung von Lernangeboten mit dem Internet

Flexibilität des Schülers bzgl. 

Tempo

Zeitpunkt

Stofftiefe

Reihenfolge

keine individuelle Hilfestellung bzw. keine spontanen Antworten auf Fragen

einfache und schnelle Aktualisierung der Lernangebote

nicht alle Sinneskanäle ansprechend

Integration verschiedener Medien

nur eingeschränkte Lernzielkontrolle und Leistungsbewertung

schnelles Auffinden weitergehender Informationen

kein persönlicher Kontakt

Schüler muß aktiv interagieren

Gruppenarbeit nur eingeschränkt möglich

beliebig oft wiederholbar

Fixierung auf Bildschirm und raumgebunden

Schüler machen ihre Ergebnisse anderen Schülern zugänglich

kaum didaktische Reduktion möglich

Diskussionen (in Newsgroups oder Diskussionsboards) sind permanent und nachlesbar

Technik verdrängt evtl. Inhalt 

bei der Gestaltung von Lernangeboten

beim Lernen


Formen des Lernens im Internet

Lernformen im Internet sind sowohl selbstentdeckendes, als auch durch den Lehrer angeleitetes Lernen. Dabei kann das Internet für den gesamten Lernprozeß als Medium genutzt werden. Dies umfaßt sowohl den Informationsprozeß, als auch sämtliche Kommunikationsprozesse. Kommunikationsmöglichkeiten sollten unbedingt integraler Bestandteil des Angebots sein, da  Lernangebote, Betreuer und andere Lernende i.d.R. geografisch distanziert sind. Dies bezieht sich vor allem auf die Kommunikation der Lernenden untereinander, die so Fragen und Ideen austauschen und diskutieren können.

Die nachstehenden Punkte sind konkrete Lernformen, mit denen der Lernende während des Lernprozesses im Internet in Berührung kommt:

Eigenständige Recherche mit Hilfe von Suchdiensten

Eines der wichtigsten Hilfsmittel im Internet sind die sogenannten Suchmaschinen und Kataloge. Sie sind aber genaugenommen lediglich Hilfsmittel für den Lernenden bei der Suche nach Informationen oder Lernmaterialien. Sie helfen insbesondere beim Auffinden spezieller Informationen in der Masse der Dokumente und sonstigen Angebote im Netz. Der Suchmaschine werden Suchbegriffe oder Schlagwörter vorgegeben. Sie liefert daraufhin Verweise auf Dokumente, in denen diese Begriffe vorkommen. Kataloge sind hierarchisch nach Themengebieten sortiert. Die Zuordnung eines Dokuments in eine thematische Kategorie wird von einer (menschlichen) Redaktion vorgenommen. Die Suche in einem Katalog führt deshalb in der Regel zu qualitativ besseren Ergebnissen.

Suchdienste eignen sich sehr gut zur Recherche nach Informationen zu einem bestimmten Thema. Welche Informationen gefunden werden ist rein vom Lernenden durch die Wahl der Suchbegriffe/Kategorien abhängig.

Verwendung von Online-Lernmaterialien

Von der "Beratungsstelle für neue Technologien" des Landesinstituts für Schule und Weiterbildung wurde 1995 eine Kategorisierung von Unterrichtssoftware unter den Aspekten Inhalt, Zielsetzung, methodisches Vorgehen, Anwendungsbereich und Einsatzform vorgenommen.

Von den Kategorien des LfSW für Unterrichtssoftware übernehmen wir die folgenden, um eine Einteilung von Online-Lernmaterialien vorzunehmen:

Übungs- und Lernprogramme

Ziel der Übungs- und Lernprogramme (z.B. Vokabel-, Rechtschreibtrainer, etc.) ist es, Kenntnisse und Fertigkeiten zu trainieren oder neue Inhalte zu vermitteln. Sie werden in Fortstzung des programmierten Unterrichts der 60er Jahre entwickelt. Der Ablauf der Programme ist fest vorgegeben, kann aber verzweigt sein. Er basiert auf der behavioristischen Lerntheorie.

Intelligente tutorielle Systeme

Intelligente tutorielle Systeme werden als Expertensysteme für Lernen entwickelt und sollen einige Nachteile des programmierten Unterrichts aufheben. Sie bestehen aus einer lernfähigen Wissensbasis mit Fakten- und Regelwissen, sowie einem lernfähigen Tutor- und Lernermodell. Das Tutormodell entscheidet, auf Grund der Eingabe des Lerners, über den Lernweg, die Methode des Lernens und die Art der Präsentation des zu lernenden Stoffes. Das Lernermodell erlaubt lernerbezogene Hilfen und Rückmeldungen durch Abspeicherung der Lernwege und "Fehler" des Lernenden. Derartige Systeme existieren bislang kaum.

Simulationsprogramme und Experimentierumgebungen

Simulationsprogramme sind Modelle der Wirklichkeit (für dynamische und stochastische Prozesse, z.B. radioaktiver Verfall, Verbrennungsmotor) oder auch fiktive Mikrowelten ("Spiele") mit einer begrenzten Anzahl von abgebildeten Parametern. Es existieren überwiegend Simulationen für den naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich.

In Experimentierumgebungen sind z.B. naturwissenschaftliche Versuche, Bedienung von Maschinen u.a. abgebildet. Es ist auf diese Art möglich, Meßwerte zu erfassen oder auch die Steuerung eines Fahrzeugs oder Flugzeugs zu simulieren. Alle diese Programme enthalten nicht veränderbare modellhafte Annahmen und werden durch unterschiedliche Wertebelegungen der Eingangsparameter "gefahren".

Themenbezogene Datenbanken

Themenbezogene Datenbanken sind Sammlungen umfangreicher Informationen rund um ein Thema. Mit Eingabe- und Suchmasken, die im Browser dargestellt werden, ist es möglich, auf die Datenbestände zuzugreifen, in ihnen zu suchen oder sie weiter zu verarbeiten. Themenbezogene Datenbanken ermöglichen es, mehr und mehr aktuellere Informationen in den Lernprozeß einzubeziehen und selbständig, nach eigenen Kriterien mit dem zugrundliegenden Datenbestand zu arbeiten, sowie durch verschiedene Verknüpfungen der Daten zu neuen Informationen zu gelangen.

Präsentation der Lernergebnisse im Internet

Die Präsentation der eigenen ausgearbeiteten Lernergebnisse im Internet ist für den Lernenden zunächst ein zusätzlicher Anreiz sich möglichst intensiv mit dem Stoff auseinanderzusetzen. Er bekommt neben der Übung zur Erstellung guter Ausarbeitungen Feedback von interessierten Personen, die seinen Beitrag lesen. Durch Emails können sich Dialoge und eine weitergehende Diskussion entwickeln (siehe nächster Abschnitt).

Austausch von Fragen und Erfahrungen mit anderen Lernenden

Neben den schriftlichen Informationen und den integrierten Multimediadaten, die im WWW und den dort vorhandenen Lernangeboten abrufbar sind, stellen die Kommunikationsmittel Mail, Mailinglisten, News, Chat und Webboard die wirklich neuen Möglichkeiten für Lernangebote dar.

Mail ist eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit zum persönlichen Gedankenaustausch zwischen zwei Lernenden und für Rückfragen bei den Betreuern sehr gut geeignet. Mailinglisten bieten dieselben Möglichkeiten, jedoch werden die Mails an eine (kleine) Gruppe von Empfängern gesandt, die sich mit einer speziellen Thematik beschäftigen.

News und Webboards entsprechen einer Art "Schwarzes Brett". Die Emfänger sind keine geschlossene Gruppe, sondern jeder Interessierte kann in einer Newsgroup oder einem Webboard die Artikel lesen und darauf antworten. Zur besseren Lesbarkeit der Artikel werden diese nach ihren Subjects (Betreff) zu sogenannten Threads (Fäden) zusammengefaßt.

Im Chat können die Teilnehmer in Echtzeit miteinander "sprechen" (tippen). Alle "Zuhörer" sind im Gegensatz zum Webboard gleichzeitig anwesend. Die ausgetauschten Informationen sind zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr nachlesbar.

Die Kommunikationskanäle schaffen, neben sozialen Kontakten, ein Umfeld, in dem sich der Lernende durch Dialog und Diskussion  gedanklich intensiv mit dem Lernstoff auseinandersetzt. Insbesondere kann er sich mit Fragen und Problemen befassen, die im Lernmaterial gar nicht oder nur kurz angerissen worden sind und die Erfahrungen mit anderen Lernenden teilen.

Der Erfahrungsaustausch ist für den Lernenden von größtem Wert. Deshalb sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß eine bessere Integration von Kommunikationsaspekten in Online-Lernangebote unbedingt wünschenswert ist.


Beurteilung von Lernangeboten im Internet

Insbesondere in der Form von Hypertext-Tutorials und multimedialen, interaktiven Lernprogrammen findet sich eine Vielzahl von bereits ausgearbeiteten Lernangeboten im WWW.

Wie kann die Qualität solcher Angebote beurteilt werden?
Welche Kriterien gilt es bei der Auswahl bzw. der Gestaltung von Internet-Lernangeboten zu beachten?

Eine klare Einteilung in "gute" und "schlechte" Angebote ist natürlich kaum möglich, da deren Beurteilung stark von den Gewohnheiten und Vorlieben der beurteilenden Person abhängt. Dennoch sollen hier einige Hinweise gegeben werden, welche Kriterien über Erfolg/Mißerfolg bzw. die Akzeptanz eines Lernangebots entscheiden können.
Drei grundlegende Aspekte sollten bei der Gestaltung eines Internet-Lernangebots Berücksichtigung finden:
 

Natürlich spielen diese Punkte auch bei traditionellen Lernangeboten eine fundamentale Rolle; jedoch sind gerade bei den schon zuvor beleuchteten Eigenschaften die das Internet als Medium mit sich bringt (Hypertextfähigkeit, Einbettung unterschiedlicher Medien) zusätzliche Faktoren bezüglich Design und Strukturierung beachtenswert.

Design

Das WWW und seine zugrundeliegenden Standards bieten eine Fülle von Möglichkeiten, auf das Design der gestalteten Seiten Einfluß zu nehmen. Die durch die Seitenbeschreibungssprache HTML (die sich mittlerwiele zu einer Seiten-Design-Sprache gewandelt hat) zur Verfügung gestellten Optionen sind derart vielfältig geworden, daß es schon spezialisierter Web-Designer bedarf, um diese effektiv auszunutzen. Eingebettete Programmiersprachen wie Java oder JavaScript tun ihr übriges dazu. Unabhängig von all diesen Gestaltungsmöglichkeiten sollten die den Lernangeboten zugrundeliegenden Web-Seiten jedoch

sein.

Die gute Ladbarkeit der Seiten ist ein Punkt, der heute leider immer weniger Berücksichtigung findet. Das Internet liefert von seiner Grundstruktur her zwar eine hohe Ausfallsicherheit, jedoch keine garantierten Bandbreiten bzw. Datenübertragungsraten. So kann das Laden von Web-Seiten, die mit vielen graphischen Elementen, sowie komplexen Audio- und Video-Dateien arbeiten unzumutbar lange dauern, was sich auf den Lernenden kaum motivationsfördernd auswirken dürfte. Ein Lösungsansatz könnte z.B. sein, größere Multi-Media Dokumente nicht direkt sondern nur als Verweise in die Dokumente einzubetten. In einem Intranet, also z.B. einem schulinternen Netz das mit Internet-Technologie (Browser etc.) arbeitet, bestehen diese Beschränkungen natürlich nicht.

Ebenso wichtig wie die Ladbarkeit ist eine gute Lesbarkeit des Angebots. Eine zu kleine Schrift, viele blinkende Elemente sowie eine ungeeignete Farbwahl (wie z.B. blau auf schwarz) können diesem Ziel entgegenwirken. Im WWW sind zahlreiche Ratgeber und Style Guides erhältlich, die sich diesem Problem widmen und Tips geben, wie ergonomische Seiten gestaltet werden können. Auch die Verwendung von Graphiken anstelle von einfacher Schrift wirken der Grundintention entgegen, nur die Struktur der Seiten festzulegen und dem Leser die Layout-Auswahl (Schriftgröße,...) zu überlassen. Grundsätzlich kann man sagen, daß nicht alles was graphisch machbar ist auch realisiert werden sollte. Mit diesem Punkt eng in Zusammenhang steht natürlich auch der Hinweis, die Web-Seiten graphisch nicht zu überladen.

Dem entgegen steht auf den ersten Blick die Anforderung, die Seiten nicht langweilig zu gestalten. Gerade bei Lernangeboten kann die Motivation, sich mit dem Stoff zu beschäftigen durch Anreicherung mit Illustrationen in Form von Bildern und kleinen Animationen, Tondokumenten und der Altersgruppe entprechenden, graphischen Symbolen geschehen.
Lernende, die sich das Dokument lieber ausdrucken und "offline" lesen möchten, sollten ebenfalls Berücksichtigung finden (gute Druckbarkeit) .So könnte das Lernangebot z.B. zusätzlich in einem zusammenhängenden Dokument zur Verfügung gestellt werden, das komplett an den Drucker geschickt werden kann. Das "Durchsurfen" und einzelne Drucken aller Dokumentteile ist zeitaufwendig und unkomfortabel.

Struktur

Die Hypertextfähigkeit des dem WWW zugrundeliegenden Dokumentformats HTML eröffnet vielfältige Möglichkeiten Online-Angebote zu strukturieren. Markierte Stellen (Wörter, Graphiken) in Dokumentteilen, sogenannte Links,  können (sollten) auf inhaltlich verwandte Teile des gleichen oder eines anderen Dokuments verweisen. Dabei ist es i.d.R. dem Lernenden freigestellt, ob er sich linear oder nicht-linear durch das Lernangebot bewegt. Um dem Lernenden die Navigation zu erleichtern und nicht zu einem "Irrgartenlauf" werden zu lassen, sollten Navigationshilfen, wie Buttons, Menüs und Orientierungshinweise (Wo befinde ich mich gerade?) eingebunden werden.

Natürlich nutzen solche Hilfen nichts, wenn nicht die gesamte Navigationsstruktur der Web-Seiten gut durchdacht und stimmig ist. Zahlreiche Grundstrukturen, wie die Sequenz, ein Gitternetz oder ein Spinnennetz stehen zur Verfügung.
Die gebräuchlichtste Form Informationen im WWW anzuordnen ist die Hierarchie.Dabei gibt es

Natürlich hängt es jeweils von dem konkreten Lernangebot ab, welche Navigationsstruktur am geeignetsten ist. Wichtig ist es nur, diese im Vorfeld des eigentlichen Designs herauszuarbeiten und tatsächlich umzusetzen. Eine Hilfe dabei könnte z.B. die "Trockenübung" sein, die einzelnen Seiten (Lektionen) als Papierzettel darzustellen und mit Wollfäden als symbolische Links zu verknüpfen.
Auf diese Weise wird man auch sehr schnell der Anforderung gerecht werden, daß die Dokumentstruktur in etwa der inhaltlichen Struktur entsprechen sollte. So macht es z.B. wenig Sinn bei einem aus Lektionen bestehenden Lernangebot und einer sequentiellen Navigationsstruktur erst durch andere Lektionen browsen zu müssen, bevor man die erste Lektion erreicht.

Auch Hilfestellungen sollten in diesem Zusammenhang beachtet werden. Ein "Hilfe"- oder "?"-Button könnte einen Text anzeigen, der die Grundfunktionen des Angebots erklärt und Hilfestellung zu deren Nutzung gibt. Wichtig ist dabei die Kontextsensitivität: Die Hilfestellung sollte speziell der betrachteten Seite angepasst werden. Nur so können Unklarheiten vermieden und der Benutzer zur Inanspruchnahme der Hilfe motiviert werden.

Inhalt

Bei allen Erwägungen zu Struktur und Design dürfen natürlich die inhaltlichen Aspekte nicht unberücksichtigt bleiben. Der Schritt vom gewöhnlichen Online- zum Lernangebot erfordert die Einbeziehung didaktischer Konzepte.

Die nachfolgend beschriebenen didaktischen Merkmale sind dem Buch - "Zeitgemäßer Biologieunterricht" von L.Staeck, Cornelsen Verlag, Berlin 1995 - entlehnt:

Bei der Gestaltung eines Lernangebots muß hinterfragt werden, ob der Benutzer über ein gewisses Vorwissen bzgl. des Sachverhaltes oder der Technik (Internet) verfügen muß. Trifft das zu, so sollte dies kenntlich gemacht werden, um möglichen Frustrationen seitens des Lernenden vorzubeugen.

Ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung von Lernprogrammen ist der Anwendungsbezug. Die thematischen Fragestellungen müssen die Lebensbedürfnisse, Interessen und Probleme des Lernenden zentral berücksichtigen. Die Zielgruppe sollte angeregt werden, selbst aktiv zu sein.

Bei der didaktischen Reduktion werden komplexe fachliche Sachverhalte vereinfacht, aufbereitet und strukturiert unter Berücksichtigung begründeter Zielsetzungen, der jeweiligen lerngruppenspezifischen Voraussetzungen und der situativen Bedingungen. Der Sinn der didaktischen Reduktion besteht darin, komplizierte Sachverhalte auf die wesentlichen Zusammenhänge zu beschränken und zu vereinfachen, so daß falsche Vorstellungen vermieden werden. Eine Möglichkeit hierzu wäre die inhaltliche Ausschnittsbildung eines komplexen wissenschaftlichen Sachverhaltes.

Neben der inhaltlichen didaktischen Reduktion ist die strukturelle didaktische Reduktion von großer Bedeutung. Das jeweilige  Lernangebot sollte dem Alter des Lernenden angepaßt sein. Hierbei kommt es zur Vereinfachung des Umfangs und der Komplexität wissenschaftlicher Strukturen. Wichtige Verfahren sind u.a. die Systembildung, das Weglassen von Einzelheiten und die sprachliche Anpassung an das Niveau der Zielgruppe.

Ein weiteres zu berücksichtigendes Kriterium  die Ganzheitlichkeit. Ein "Lernprogramm" sollte nicht nur zur kognitiven Wissensvermittlung beitragen, sondern darüber hinaus auch Gefühle und Empfindungen wecken und das praktische Arbeiten organisieren. Es sollte alle drei Persönlichkeitsdimensionen berücksichtigen. Ferner ist es sinnvoll, ein Lernangebot für fächerübergreifende Unterrichtssequenzen zu gestalten, um somit die Vernetzung von bestimmten Prozessen kenntlich zu machen.

Bei der Berücksichtigung der genannten Punkte sollte die Schülerorientiertheit nicht vernachlässigt werden. Ausgewählte Lerninhalte, die mit Hilfe von lern- und motivationspsychologischen Erkenntnissen ermittelt werden sollen, sollten den Bedürfnissen der Schüler entsprechen. Ferner sollte die Möglichkeit zur Selbstkontrolle geboten sein (z.B. durch ein Online-Quiz), denn ein Erfolgserlebnis wirkt sich positiv auf die Lernmotivation jedes einzelnen Schülers aus.


Lernangebote selbst gestalten

Im WWW existiert bereits eine Anzahl von ausgearbeiteten Lernangeboten. Dennoch kann es vorkommen, daß man zu einem bestimmten Thema einfach nicht fündig wird - zu diesem speziellen Thema noch kein Lernangebot exisitert.
Des weiteren besteht die Möglichkeit, daß zu dem ausgewählten Stoff zwar bereits ein komplettes Lernangebot vorliegt, dieses jedoch nicht den Vorstellungen des Suchenden entspricht. Viele Angebote weisen bei den zuvor untersuchten Beurteilungskriterien (Design, Struktur, Inhalt) Unzulänglichkeiten auf, die derjenige, der es einsetzen möchte, nicht in Kauf nehmen will.
In solchen Fällen bleibt immernoch die Möglichkeit selbst aktiv zu werden und Web-Seiten entsprechend den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Leider existiert noch immer das Vorurteil, das solche Aktionen nur eingefleischten Hackern und Computer-Spezialisten vorbehalten sind. Zugegebenermaßen ist die Sprache, mit der WWW-Seiten beschrieben werden (HTML - HyperText Markup Language) recht kryptisch und gewöhnungsbedürftig. Es gibt jedoch auch für den Durchschnitts-User Möglichkeiten und Hilfsmittel, die ihn bei der Erstellung von Lernangeboten für das Internet unterstützen. Solche Hilfsprogramme kann man grob in

unterscheiden. Welches Hilfsmittel wann zum Einsatz kommt, hängt davon ab welche Art von Lernangebot man gestalten möchte:

Einfache Lernangebote (einfache Interaktivität)

Möchte der Autor eines Lernangebots "lediglich" die Hypertext- und Multimedia-Fähigkeiten der Internet-Technologie ausnutzen, so kann das Ziel verfolgt werden, ein einfaches Hypertext-Tutorial zu erstellen. Ein solches Tutorial kann aus mehreren Abschnitten bestehen, die der Lernende sequentiell oder nicht-linear "durchbrowst". Die Interaktivität des Benutzers beschränkt sich dabei auf das Selektieren von Links und eventuell auf die eigene Auswahl des Lernweges. Solche Hypertext-Tutorials können für die einfache, "schnörkellose" Vermittlung von Inhalten sehr sinnvoll sein. Lexika können auf diese Weise zum Beispiel vielfach effektiver als in gedruckter Form verwendet werden.HTML bietet grundsätzlich alle Möglichkeiten, um solche Tutorials zu realisieren.

Ein HTML-Editor ist ein Programm, das einen bei der Erstellung von HTML-Seiten unterstützt. Dabei arbeiten HTML-Editoren ähnlich wie gewöhnliche Textverarbeitungsprogramme. Für das Auszeichnen von Textstellen mit bestimmten Farben oder Schriftgrößen muß man nicht den zugehörigen HTML-Tag (~Befehl) kennen, sondern benutzt einfache Menüs oder Buttons. Auch das Einfügen von Links oder komplexen Tabellen wird so zum Kinderspiel. Der HTML-Editor wandelt den eingegeben und bearbeiteten Text vollständig in das HTML-Format um.

Aktuelle HTML-Editoren, können dabei zum Teil noch wesentlich mehr. Sie unterstützen einen beim Entwurf einer Navigationsstruktur, Vermeiden das Vorkommen von "toten Links" (Links, die auf ein nicht-existentes Dokument verweisen) und Übernehmen das Veröffentlichen (Publishing) der Web-Seiten im WWW.
Populäre Beispiele für solche HTML-Editoren sind z.B.

Komplexe Lernangebote (komplexe Interaktivität)

In manchen Fällen ist es wünschenswert, über das Maß "einfacher Interaktivität" hinauszugehen und Lernangebote zu erstellen, die

und ähnliches ermöglichen.

Aufgaben dieser Art können nicht mit einer einfachen Seitenbeschreibungssprache wie HTML gelöst werden, da es sich hierbei um Lernprogramme, für deren Erstellung eine Programmiersprache nötig ist, handelt. Für die Verwendung in WWW-Dokumenten haben sich vor allem die Programmiersprachen Java und JavaScript durchgesetzt, da diese von allen gängigen Web-Browsern unabhängig vom zugrundeliegenden Betriebssystem verstanden und interpretiert werden können. Allerdings erfordert die Programmierung in diesen Sprachen einen hohen Einarbeitungsaufwand und ist ohne ein relativ hohes Maß an Grundwissen kaum möglich.

Autorensysteme hingegen bieten eine einfachere Möglichkeit, um komplexe, interaktive Lernsequenzen zu erstellen. Sie zeichnen sich (ähnlich wie HTML-Editoren) vor allem durch das Vorhandensein einer visuellen Entwicklungsumgebung aus.Mit dieser können "intelligente" Seiten gestaltet werden, in denen mithilfe von Fallunterscheidungen und Verzweigungen dynamisch auf bestimmte Ereignisse (wie z.B. das Eingeben einer falschen Antwort) reagiert werden kann. So können durch einfaches "Drag and Drop", der Auswahl bestimmter Menüfunktionen und dem Ausfüllen schon vorgegebner Interkationsschablonen sehr komplexe, professionelle Programme erstellt werden, die dem Lernenden ein relativ hohes Maß an Interaktivität präsentieren.
Wie jedoch sind auf diese Art erstellte Programme mit dem Internet in Verbindung zu bringen ?

Für viele Autorensysteme existieren sogenannte Plug-ins. Das sind kleine Programme, die Web-Browser (wie den Netscape Navigator, Microsoft Internet Explorer oder das Programm mit dem dieses Seite gerade betrachtet wird) dazu befähigen, die mit dem Autorensystemen erstellten Programme auszuführen. So wird es also theoretisch jedem Web-Surfer ermöglicht die erstellten Lernangebote zu nutzen.

Bekannte Vertreter der Gattung Autorensysteme sind z.B.



Lernen mit dem Internet ?

Insbesondere die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der Gestaltung von Lernangeboten mit dem Internet mit denen des Lehrers bei der Unterrichtsgestaltung zeigt, daß sich keine allgemeingültige "Entweder-Oder"-Aussage treffen läßt und die Entscheidung, ob ein bestimmter Stoff mithilfe des Internets vermittelt werden soll, von eben diesem und der Zielgruppe abhängt.

Trotzdem kann das Fazit gezogen werden, daß das Internet tatsächlich ein geeignetes Lernmedium darstellen kann. Die Eigenschaften des Internets unterscheiden sich erheblich von denen traditioneller Lernmedien, was vielfältige Möglichkeiten aber auch Risiken mit sich bringt.

Durch die Hypertext-Struktur sind Dokumente, die in dem Kontext des aktuellen Dokuments interessant sind, sofort verfügbar und können eingesehen werden. Auf diese Art und Weise kann der Lernende die Lerntiefe und die Reihenfolge der mit einem Thema assoziierten Informationen selbst bestimmen. Auch die (idealerweise) ständige Aktualität der eingesehenen Informationen hebt sich von den Charakteristiken traditioneller Lehrmittel (Buch,Film,...) ab. Diese Eigenschaften sowie der mögliche Einsatz von multiplen Medien (wie Bild- und Tondokumente) können zu einer Verbesserung der Vermittlung von Informationen und somit zu einem höheren Lerneffekt beitragen.

Durch die betrachteten Formen des Lernens mit dem Internet wird neben dem Informationsaspekt jedoch auch der Kommunikationsaspekt deutlich. Lernende können mithilfe von Diskussionsforen, Newsgroups und Mail Erfahrungen und Probleme mit anderen Lernenden austauschen. Diese Verknüpfung von Information und Kommunikationen ist es, die das Internet als Lernmedium ausmacht (und sich von Medien wie der CD-ROM abheben läßt). Leider berücksichtigen die meisten schon existenten Lernangebote den wichtigen Kommunikationsaspekt kaum oder gar nicht. Bei der Gestaltung von eigenen Lernangeboten soll also hiermit dazu ermuntert werden, diesen Punkt als integralen Bestandteil des Angebots mitaufzunehmen.

Des weiteren wurde herausgearbeitet, daß bei der Gestaltung bzw. Beurteilung von Lernangeboten im Internet neben den möglichen technischen Spielereien die didaktische Aufbereitung des Inhalts nicht zu kurz kommen darf, wenn die Bezeichnung Lernangebot gerechtfertigt sein soll. Grundsätzlich kann ein Lernangebot aus den drei Blickwinkeln Design, Struktur und Inhalt untersucht werden.

Ist man mit den im Internet vorhandenen Lernmitteln inbezug auf Vollständigkeit oder Art unzufrieden, so bleibt immernoch die  Möglichkeit selbst Hand anzulegen. Auch die Globalität des Internets und das damit einhergehende große Publikum kann Anreiz zur Gestaltung eigener Lernangebote sein. Für einfache Online-Tutorials stehen HTML-Editoren als Hilfmittel bereit. Komplexe, interaktive Lernprogramme können mit Autorensystemen erstellt werden.

    Los gehts!


Links und weitere Quellen

Online-Lernen mit dem Internet (ohne vermittelnden Lehrer)

Das Informationsangebot im WorldWideWeb ist sehr reichhaltig. Speziell aufbereitete Lernangebote für Schüler hingegen sind nur sehr schwer auszumachen. Insbesondere liefern Anfragen an die "Standard"-Suchmaschinen nur recht unbefriedigende  Ergebnisse, da die gefundenen Links meistens nicht den gewünschten Anforderungen entsprechen.

Abhilfe schaffen spezielle thematisch sortierte Sammlungen, wie sie z.B. auf dem Deutschen Bildungsserver (DBS) existieren. Die Ressourcen sind hier fachlich-inhaltlich differenziert sortiert.

Bei der Suche nach Online-Lernangeboten und Hilfsmitteln sind auf dem DBS insbesondere die folgenden Kategorien als Einstiegspunkte geeignet:
 

Kurs/Onlinekurs/Virtuelles Seminar

Illustration/Veranschaulichung

Lehr-Lernmittel/Aufgabensammlung

Nachschlagewerk

Neben der Kategorie läßt sich die Auswahl auf eine bestimmte Schulstufe einschränken.

Alle in Frage kommenden Angebote werden dann aufgelistet und sind außerdem sehr genau beschrieben (Kurzbeschreibung, Schlagwörter, Schulstufe, Fach/Fachgebiet, Quelle, Sprache, etc.)

Für eigene Lernangebote, die anderen zugänglich gemacht werden sollen, gibt es die Möglichkeit, diese kostenlos beim DSB registrieren zu lassen.

Beispiele für Online-Lernangebote

Die folgenden Beispiele sind als Lernangebote im weiteren Sinne zu verstehen, d.h. es sind Links auf Angebote, die den Lernenden in verschieden Stadien des Lernprozesses unterstützen können (z.B. gibt es Online-Tests ohne vorhergehende Lernlektionen, diese können dem Lernenden aber zur Überprüfung seines Wissensstandes dienen).

Einige Lernangebote zielen  nicht auf die Zielgruppe Schüler ab (z.B. The Interactive Patient), da aber die Möglichkeiten aufgezeigt werden sollen, die im Online-Lernbereich vorhanden sind, wurden diese in die Link-Liste mit aufgenommen (aus selbigem Grund wurden auch die zahlreichen englischsprachigen Links mit aufgenommen).

Für eine zielgruppengerechte und thematisch passende Auswahl empfehlen wir eine Suche in der Datenbank des Deutschen Bildungsservers !

Deutschsprachige Lernangebote

 Interaktive Selbstlernkurse (Biologie) - Hans-Dieter Mallig:
Assimilation: Eine Einführung in die Fotosynthese

Blut und Blutkreislauf

Klassische Genetik

Stammbaumanalyse

Karyogramme

Molekulargenetik: Ein Einstieg über Avery und Griffith

Bakteriengenetik: Ein Einstieg

Evolution der Pferde

Evolution

Skelett

Verdauungsorgane

Würfel und Quader - M.Pareigat
Ernährung - Claudia Regler
Virtuelles Praktikum Technische Chemie - ITC Institut für Technische Chemie

Englischsprachige Lernangebote

Climate - WeatherEye
Learn Spanish - Spanish Learning Resources
Ask Dr. Math - The Math Forum
The Interactive Frog Dissection - Curry School Of Education
The Interactive Patient - Marshall University School of Medicine
The Mensa Workout - Mensa International Ltd.
PenMOO - University Of Pennsylvania
Pyramids - NOVA Online
Asthma Tutorial - Children's Medical Center, University of Virginia

SLN Resources:

Autorensysteme und HTML-Editoren

Web Marquee Wizard

Web Page Creator

Wide Designer

Zix2

Microsoft Frontpage

Asymetrix Toolbook

Hypercard

Browser-Plugins

Neuron (für Toolbook)
Roadster (für Supercard)


Kontakt

Matthias Flügge 

matthi@cs.tu-berlin.de

FB 13 - Informatik 

Arne Seeger 

sega@cs.tu-berlin.de

FB 13 - Informatik 

Tina Deutschmann 

tdeutsch@cs.tu-berlin.de

FB 2 - Pädagogik 

Daisy Fehrmann 

fehrmand@cs.tu-berlin.de

FB 2 - Pädagogik 

 

 

 

Marco Rademacher (Dozent) 

rademac@cs.tu-berlin.de

FB 13 - Informatik 



Technische Universität Berlin, Februar 1999