Hier erhältst Du Informationen zu den grundlegenden Begriffen der klassischen Konditionierung.
(Für ein Veständnis der aktuellen Seite sehr nützlich!)
Hier wird die Lernkurve abgebildet und die einzelnen Phasen beschrieben.
I
L
Lernen - Lernen von Signalen
  • Beschreibung des Pawlow'schen Experiments zur klassischen Konditionierung
  • Erläuterung der verschiedenen Phasen des Konditionierungsversuches

Pawlow, sein Mitarbeiterstab und ein Versuchshund

PAWLOW entwickelte ausgeklügelte Experimentiermethoden, um eine quantitative Erfassung der klassischen Konditionierung zu ermöglichen. Das Versuchstier (meist ein Hund) wird in einen lärmgeschützten Experimentierraum gebracht und in ein Haltegeschirr eingespannt. Eine Fistel, die aus der Mundspeicheldrüse kommt, führt jeden ausgeschiedenen Tropfen Speichel nach "außen", so daß mit einer Meßanordnung die Menge der Speichelsekretion fortlaufend registriert werden kann.

Versuchsanordnung

Die Phasen des Konditionierungsversuches

  1. Eine Lampe (konditioniertes Signal CS) hinter der Beobachtungsscheibe leuchtet auf. Der Hund macht einige orientierende Bewegungen, sondert aber keinen Speichel ab.
  2. Der CS (Lampe) wird nochmals gezeigt, diesmal wird aber kurz darauf Fleischextrakt (unkonditioniertes Signal UCS) dargeboten. Der hungrige Hund schleckt an dem Pulver und scheidet einige Tropfen Speichel (unkonditionierte Reaktion UCR) aus.
  3. Die Sequenz CS - UCS - UCR wird einige Male wiederholt. Die Tatsache, daß dem konditionierten Signal (CS) immer ein unkonditioniertes Signal (UCS) und damit eine unkonditionierte Reaktion (UCR) folgt, bezeichnet PAWLOW als Bekräftigung oder Verstärkung, weil dadurch jedesmal die Bedeutung des CS verstärkt wird.
  4. Nach wenigen Bekräftigungsversuchen werden schon bei Darbietung des CS (Lampe) einige Tropfen Speichel abgesondert (konditionierte Reaktion CR), noch bevor der UCS erschienen ist. Diesen Versuchsabschnitt nennt man Lernphase, weil mit jeder erneuten Darbietung die Kopplung von CS und UCS beständiger wird und damit die Auftretenswahrscheinlichkeit einer CR steigt.
  5. Wird das unkonditionierte Signal (UCS) weggelassen, so tritt dennoch Speichelfluß auf, der allein durch die Darbietung des CS ausgelöst wird.
  6. Bei weiterer alleiniger Darbietung des CS nimmt die Stärke der konditionierten Reaktion (Speichelfluß) jedoch beständig ab. Der Organismus befindet sich in der Extinktionsphase.
  7. Bei fortlaufendem Extinktionsversuch unterbleibt schließlich jeder Speichelfluß. Damit ist die konditionierte Reaktion (CR) extinguiert (gelöscht) oder verlernt.
  8. Wird der Versuch für kurze Zeit unterbrochen (Ruhepause), so tritt allerdings bei erneuter Darbietung des CS wieder Speichelfluß auf (spontane Erholung). Dieses Phänomen wird so erklärt, daß während der Extinktionsphase die CS-CR-Verbindung nicht völlig entkoppelt, sondern nur gehemmt wird.

© Linz 1998, Jungwirth & Kaimberger