Entwicklung im Jugendalter

Übung aus Pädagogischer Psychologie

LV-Leiter: Werner Stangl

Jugendliche und Berufsfindung

Christa Maria Hable & Ulrike Wakolbinger


Inhaltsverzeichnis

1. Lernziele

2.Vorberufliche Bildung und Berufsfindung

2.1. Bedeutende Tatsachen bei der Berufsfindung

2.2. Gemeinsamkeiten zwischen Schule und Berufswelt

2.3. Das Vermitteln berufsübergreifender Kenntnisse, Fähigkeiten, und Einstellungen

2.4. Die Förderung der Berufsfindung

2.5. Träger der Bildungs- und Berufsberatung in Österreich

2.6. Das österreichische Bildungssystem

3. Bedeutung des Berufes in der Jugend

3.1. Die Pädagogische Bedeutung

3.2. Der Status der Jugend im Beruf

4. Soziale Schichtung und Freizeit

4.1. Berufstätigkeit und soziale Schichtung

4.2. Der berufstätige Jugendliche in der Freizeit

5. Das Qualifizierungsproblem

5.1. Die Lage der Jugendlichen

5.2. Die wirtschaftliche Lage

6. Probleme in der Berufs- und Weiterbildung für

Jugendliche

6.1. weibliche Jugendliche

6.2. Jugendliche ohne Berufsausbildung

6.3. lernbeeinträchtigte Schüler

6.4. Behinderte Jugendliche

6.5. arbeitslose Jugendliche

6. 5. 1. Die Marienthaler Studie - eine grundlegende Studie über Arbeislosigkeit

6. 5. 2. Jugendarbeitslosigkeit heute

6. 6. Ausländische Jugendliche

6. 7. straffällig gewordene Jugendliche

7. Die wichtigsten Veranstalter der beruflichen

Weiterbildung in Österreich

8. Resumee

9. Zusammenfassung des Interviews

10. Prüfungsfragen

11. Interviews

11. 1. Interviewthemen

11. 2. Interviewpartner

11. 3. Fragen + Antworten

12. Glossar

13. Literaturverzeichnis


1. Lernziele

- Die Teilnehmer dieser Übung sollen erkennen wie schwer und wichtig die Berufsfindung für die Jugendlichen ist.
- Die Teilnehmer dieser Übung sollen sich Gedanken zu ihrer eigenen Berufsfindung machen.
- Die Teilnehmer dieser Übung sollen die Einflüsse, die auf einen Jugendlichen in dieser Zeit einwirken bewerten können.
- Die Teilnehmer dieser Übung sollen die Probleme in der Berufs- und Weiterbildung erkennen und eventuell Lösungen dazu finden.
- Die Teilnehmer dieser Übung sollen die Bedeutung des Berufes im Gegensatz zur Freizeitbewerten können.
- Die Teilnehmer dieser Übung sollen wissen was das Qualifizierungsproblem bedeutet.
- Die Teilnehmer dieser Übung sollen erkennen welche Bedeutung dieser Lebensabschnittdes Jugendlichen für den Rest seines Lebens hat.
- Die Teilnehmer dieser Übung sollen erkennen wie wichtig die richtige und umfassende Information über das Berufsbildungssystem ist.


2. Vorberufliche Bildung und Berufsfindung

2.1. Bedeutende Tatsachen bei der Berufsfindung

- Der Informationsstand der Jugendlichen und Eltern ist meist völlig unzureichend. Ursachen

dafür sind die Trennung von Wohnung und Arbeitsplatz und die Veränderung der Berufswelt.

- Die Eltern sind der wichtigste Einflußfaktor, denn sie entscheiden schon sehr früh in welche

Richtung der Weg ihres Kindes gehen sollte.

- Besonders wichtig ist auch inwieweit die Eltern ihre Kinder unterstützen. Kinder ohne

Unterstützung können oft weit mehr als die Lehrer ahnen.

- Bildungsweg und Berufsentscheidungen werden oft durch das kulturelle Millieu des

Elternhauses geprägt. Übertriebener Ehrgeiz der Eltern kann sich aber sehr negativ auf die

Kinder auswirken, da sie oft resignieren oder rebilieren.

- Eine nach bloßer Neigung von Jugendlichen getroffenen Entscheidung kann wegen ihrer

Irrationalität oft schnell zu Enttäuschungen führen. Jugendliche neigen sehr zu einer angenehmen

Arbeitsbedingung, einer sauberen Arbeit, mäßigen körperlichen Einsatz und einem möglichst

uneingeschränktem Privatleben.

- Ohne ausreichende Information von Dritten über seine Eignung zu einem Beruf wird es der

Jugendliche kaum schaffen den richtigen Beruf zu finden. Diese Aufgabe sollte eine professionelle

Berufsberatung übernehmen. Bei dieser Beratung soll primär darauf geachtet werden, die

erkannbaren Stärken und die deutlichen Nichtstärken festzustellen.

- Regionale Voraussetzungen sind in der Praxis oft die Wichtigsten.

Wie kommt der Jugendliche zur Arbeit und wieder nach Hause?

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 64 ff.)




2.2. Gemeinsamkeiten zwischen Schule und Berufswelt

Laut Dörschel gibt es einige Gemeinsamkeiten zwischen Schule und Berufswelt

* Schulweg bzw. Weg zur Arbeitsstätte

* Anwesenheitspflicht

* Zusammenleben mit sympatischen und unsympathischen Menschen

* Empfindung für individuellen Auf- und Abstieg

* Arbeiten durch Eigen- oder Fremdauftrag

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 67)

2.3. Das Vermitteln berufsübergreifender Kenntnisse,

Fähigkeiten und Einstellungen

Der berufliche Lebensweg wird haufptsächlich vom Niveau der Kenntnisse und Fähigkeiten der Schulabgänger bestimmt. Natürlich bekommen Schüler mit guten Noten in der Regel bessere Jobs bzw. Schüler mit guten Noten besuchen eine weiterführende Schule oder entschließen sich für eine duale Berufsausbeldung.

Bei hohen Arbeitskräfteüberschuß kommt es zu einem Verdränungseffekt. Realschüler vor Hauptschüler usw.

Wichtig ist, daß die Eignung des Schülers in die Wahl des Schultyps einfließt.

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 68)

2.4. Die Förderung der Berufsfindung

Früher wurden die Jugendlichen nur in allgemeinbildenden Schulen unterrichtet und am Ende dieser Schulzeit waren sie wenig bis gar nicht auf das Berufsleben vorbereitet. An diesem Zeitpunkt angelangt, mußte der Jugendliche sich für einen bestimmten Berufstyp entscheiden, obwohl er wahrscheinlich noch gar nicht reif dazu war.

Heute hingegen gibt es verschiedene Schultypen, die Schüler eine breitgefächerte Basis geben sollten, um im Berufsleben bestehen zu können. So können frühpubertäre Neigungen später einfacher korrigiert werden.

Hauptsächlich werden Jugendliche in allgemeinen Schulen durch Betriebserkundungen und Betriebspraktika an die Praxis herangeführt. Der Übergang von der allgemeinbildenden Schule zur Berufsausbildung ist für die Jugendlichen besonders wichtig.

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 71 ff.)

2. 5. Träger der Bildungs- und Berufsberatung in

Österreich

- Bundesministerium für Unterricht und Kunst

- Bundesministerium für Arbeit und Soziales

- Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

- Kammern für Arbeiter und Angestellte

- Österreichischer Gewerkschaftsbund

- Kammer der gewerblichen Wirtschaft und die Industriellenvereinigung

- Einrichtungen der Erwachsenenbildung (Wifi, Bfi,..)

- Österreichische Hochschülerschaft

- Vereine zur Förderung nicht - traditioneller Berufsentscheidung von Frauen und Mädchen

(vgl. CEDEFOP 1991, S. 77 f.)

2. 6. Das Österreichische Bildungssystem

* Allgemeinbildende höhere Schulen

- Gymnasium

- Realgymnasium

- Wirtschaftskundliches Realgymnasium

* nach den 4 Jahren Hauptschule oder Unterstufe der AHS können die

Schüler folgende Schultypen besuchen:

- Polytechnischer Lehrgang

- Berufsbildende mittlere Schule

- Berufsbildende höhere Schule

- Bildungsanstalt für Erzieher

- Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik

- Oberstufenrealgymnasium

* Die Lehre (das duale System)

Die Lehre besteht aus einer Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Dieses System geht bis in das gewerbliche Zunftwesen im Mittelalter zurück. Leider gibt es sehr oft zwischen der Lehre im Betrieb und in der Berufsschule diskrepanzen. Die Berufsschule kann leider Lernmängel im Betrieb nicht beseitigen.

(vgl. CEDEFOP 1991, S. 33 ff)

3. Die Bedeutung des Berufes in der Jugend

3.1. Die pädagogische Bedeutung

Die pädagogische Bedeutung des Verhältnisses von Jugend und Beruf gegibt sich aus der Möglichkeit, der Wirklichkeit und der Notwendigkeit des menschlichen Lernesn.

Definition von Lernen nach Haseloff / Jorswieck:

"Lernen ist diejenige intervienierende Variable, die relativ überdauernd Neuanpassung des Menschen an jeweilige Existenzbedingungen erklärbar macht."

Das Lernvermögen wird durch soziokulturelle, physische Faktoren (Umwelt) und physische Faktoren beeinflußt. Lernen ist die Voraussetzung um Überleben zu können.

(vgl. Heid / Reckmann 1979, S. 95 ff.)

3.2. Der Status der Jugend im Beruf

Es handelt sich bei der Jugend um ein kulturelles Phänomen, das von folgenden Faktoren bestimmt wird:

# Entwicklungsstand der Produktivkräfte

# Klassen und Schichtzugehörigkeit

# Konjunkturentwicklungen

# arbeitsmarktpolitische Konstellationen

Die Jugendphase ist trotz der Einflüsse der Umweltfaktoren, Lerngelegenheiten und der Unterschiede je nach dem sozialem Status für die weiteren Lehr-Lern-Erfolge des Jugendlichen grundlegend.

(vgl. Heid / Reckmann 1979, S. 101 ff.)



4. Soziale Schichtung und Freizeit

4.1. Berufstätigkeit und soziale Schichtung

Der Jugendliche ist je nach Qualifikation seiner Ausbildung mehr oder weniger kompetent einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Aufgrund ihres Qualifikationsniveaus sind Jugendliche meist nur für bestimmte Positionen oder Tätigkeiten einsetzbar.

Einflußgrößen zur Verbesserung der sozialen Situation

Jugendliche mit viel Selbstvertrauen zeigen deutlich größere Anstrengungen zur Verbesserung der eigenen Lage als Jugendliche mit wenig Selbstvertrauen.

Außerdem steuern sie meistens höheren beruflichen Zielen entgegen.

Das bedeutet: Jugendliche mit niedrigem Bildungsniveau besitzen meist eine mangelnde Veränderungsbereitschaft und fehlendes Selbstvertrauen. Dies führt oft zu einer benachteiligten beruflichen Situation.

(vgl. Heid / Reckmann 1979, S. 125 ff.)

4. 2. Der berufstätige Jugendliche in der Freizeit

Für die Jugendlichen ist die Freizeit besonders wichtig. Auch hier kann man sagen, daß besser ausgebildete Jugendliche die Freizeit aktiver nutzen als weniger gebildete Jugendliche.

Man kann 6 Freizeittypen unterscheiden:

* Der berufsbezogene Freizeittyp:

Zielstrebige meist männliche Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit mit beruflicher Weiterbildung

beschäftigen.

* Der hobbyorientierte Freizeittyp:

Die Hobbys werden entweder im Verein (sozialer Kontakt ist wichtig) oder alleine (die Tätigkeit

ist wichtiger) ausgeübt.

* Der vielseitige Freizeittyp:

Hauptsächlich weibliche Vertreter, die ihre Freizeit aktiv gestalten und denen sozialer Kontakt

wichtig ist.

* Der erlebnisorientierte Freizeittyp:

Dies sind meist junge Männer, die noch bei ihren Eltern leben und kurzfristig geplante Aktivitäten

lieben.

* Der familienorientierte Freizeittyp:

Dies sind junge Pärchen, die eine gemeinsame Wohnung besitzen und denen die Beziehung

Rückhalt und Sicherheit gibt.

* Der regenerationsbezogene Freizeittyp:

Regeneration und Erholung stehen im Vordergrund. Der Jugendliche hat kaum außerberufliche Ziele. Es werden lediglich leicht erreichbare Freizeitangebote angenommen.

(vgl. Heid / Reckmann 1979, S. 133 ff.)

5. Das Qualifizierungsproblem

Die Zuordung von qualifizierten Leuten erfolgt über die Mechanik des Marktgeschehens.

Dies bedeutet einen Zwang sich weiterzubilden oder sich anzupassen, um eine Chance am Arbeitsmarkt zu bekommen.

Besonders wichtig für die Qualifizierung des Jugendlichen sind 2 Faktoren:

die Lage des Jugendlichen und die wirtschaftliche Lage.

5. 1. Die Lage des Jugendlichen

Besonders wichtig für den Jugendlichen sind folgende Kanalisationsfaktoren:

* Niveau schulischer Bildung bzw. Schulerfolg des Jugendlichen

* Geschlichtszugehörigkeit

* Regionale Gelegenheitsstruktur

* gesellschaftliche Schicht des Jugendlichen und seiner Eltern

* Abhängigkeit des Jugendlichen von seinen Eltern

* Status des Berufes den der Jugendliche wählen will

* Einfluß der Eltern auf den Jugendlichen

* Einfluß von Freunden auf den Jugendlichen

(vgl. Heid / Reckmann 1979, S. 110 ff.)

5. 2. Die wirtschaftliche Lage

Bei einer guten wirtschaftlichen Lage kann der Jugendliche eher seinen Neigungen nachgehen und einen guten Lehr- oder Arbeitsplatz finden. Auch hat der Jugendliche in guten Zeiten leichtere Aufstiegsmöglichkeiten. In solchen Zeiten ist auch für schlechtere Schüler möglich eine gute Ausbildung zu bekommen.

In Zeiten mit einer schlechten wirtschaftlichen Lage hingegen muß der Jugendliche meistens froh sein wenn er irgendetwas bekommt, da er meist noch keinen Praxis nachweisen kann.

Besonders betroffen sind Jugendliche die in Orten mit schlechten Verkehrsverbindungen wohnen.

Sie müssen froh sein wenn sie in ihrem Ort einen Ausbildungsplatz bekommen können.

(vgl. Heid / Reckmann 1979, S. 110 ff.)

6. Probleme in der Berufs- und Weiterbildung für Jugendliche

Folgende Gruppen von Jugendlichen sind besonders betroffen:

- weibliche Jugendliche

- Jugendliche ohne Berufsausbildung

- lernbeeinträchtigte Jugendliche

- behinderte Jugendliche

- arbeitslose Jugendliche

- ausländische Jugendliche

- straffällig gewordene Jugendliche

6. 1. weibliche Jugendliche

Weibliche Jugendliche haben oft besondere Schwierigkeiten in der Berufsausbildung, da sie sich neben dem Erlernen ihres Berufes mit den Aufgaben und Pflichten einer Frau in der modernen Gesellschaft vertraut machen müssen.

Gründe für die geringe Teilnahme an bzw. Initiative für eine Beraufsausbildung sind häufig in der Erziehung zu finden, einerseits die geschlechtsspezifische Erziehung in der Familie und andererseits die an Ehe, Haushalt und Familie orientierte Lebensplanung, die teilweise schon von Kleinkind auf vermittelt wird.

Einige Frauen bevorzugen eine sogenannte Kurzausbildung, jedoch bleiben technische Berufsmöglichkeiten nahezu unbeachtet, da viele weibliche Jugendliche ein geringes Selbstvertrauen aufweisen udn sich somit keine Verantwortungsübernahme in diesem Bereich zutrauen. Außerdem ist für viele die körperliche Belastung ein weiteres Kriterium gegen eine technische Ausbildung.

Ein weiteres Problem in der Berufsausbildung besteht in der Familienplanung.

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 116 ff.)

6. 2. Jugendliche ohne Berufsausbildung

Hier kann man unterscheiden in:

* Ausbildungsverzichter - kein Anstreben einer Berufsausbildung

* Ausbildungsabbrecher - Abbruch der Schulausbildung aufgrund persönlicher, gesundheitsbedingten

Gründen, .....

* Ausbildungsversager - Schüler und Lehrlinge, die die Abschlußprüfung nicht bestanden haben

Probleme:

- wenig Chancen zur optimalen Entfaltung

- Schwierigkeiten mit neuen Anforderungen im Beruf - wenig Flexibilität

- geringe Möglichkeiten der Weiterbildung

- geringes Einkommen - niedriger Lebensstandard

- hohe Anfälligkeit für Arbeitslosigkeit

- Vorurteile gegenüber ungelernten Personen - sinkendes Selbstvertrauen der ungelernten Personen

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 120 ff.)

6. 3. lernbeeinträchtigte Schüler

Bei dieser Gruppe von Jugenlichen handelt es sich um lernschwache Schüler, die eine Zwischenstellung zwischen Lernstörung und Lernbehinderung einnehmen.

Das Hauptproblem der schwachen Leistungen liegt in den sprachlichen Schwierigkeiten.

Die Ausbildner sollten bei den Ausbildungslehrgängen für lernbeeinträchtigte Schüler den Schüler als "vollen" Menschen ansehen und ihm helfen, dessen Selbstbewußtsein zu stärken, denn je besser das Verhältnis zwischen Ausbildner / Lehrer und Schüler ist, desto größer sind die Chancen, dem Jugendlichen zu helfen und zu motivieren.

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S.124 ff.)

6. 4. Behinderte Jugendliche

Da die Mitwirkung im sozialen Leben durch körperliche oder geistige Beeinträchtigungen erschwert ist, benötigen behinderte Jugendliche eine spezielle pädagogische Betreuung.

Die begrenzte Lern- und Leistungsmotivation besteht vor allem:

- in mangelnden Lern- und Leistungsmotivation

- im Durchhaltevermögen

- in teilweise fehlender Intelligenz und Kommunkationsfähigkeit

- in psychomotorischen Leistungsschwächen

Maßnahmen zur Behandlung und Förderung behinderter Jugendlicher wären:

- ein früheitiges Beginnen der Behandlungen und Therapien im medizinischen und psychologischen /

pädagoischen Bereich

- eine Stärkung und Förderung der vorhandenen Fähigkeiten

- eine der Behinderung angepaßte Berufsausbildung

- Förderung der Lernmotivation

- spezielle Förderungslehrgänge und außerberiebliche Berufsausbildung mit Spezialausbildern

6. 5. arbeitslose Jugendliche

6. 5. 1. Die Marienthaler Studie - eine grundlegende Studie über

Arbeitslosigkeit

Den Ort Marienthal gibt es wirklich. Es ist ein kleines Fabriksdorf an der Fischer-Dagnitz im Steinfeld in Niederösterreich. Hier wurde von Jahoda / Lazarsfeld / Zeisel um 1930 eine Studie über die Arbeitslosigkeit durchgeführt.

Vor 1930 ging es den Marienthalern sehr gut, die Flachspinnerei, Druckerei, Weberei und Bleiche von Hermann Todesko bot allen Personen Arbeit. Doch mit Ende 1929 wurde diese Fabrik geschlossen und der ganze Ort konnte behandelt werden, als wenn alle Personen arbeitslos wären, da die wenigen die noch Arbeit hatten, aus nicht mehr verdienten, als die die Arbeislosenunterstützung erhielten.

(vgl. Jahoda, Lazarsfeld 1960, S. 11 ff.)

Aufgrung dieser Studie wurde eine Einteilung der arbeitslosen Familien getroffen. Für die Jugendliche hatte es sehr große Auswirkungen in welche der Familien sie aufwuchsen.

Die ungebrochenen Familien versuchen mit allen Mitteln den Haushalt, die Pflege der Kinder, das subjektive Wohlbefinden, die Aktivität, die Plöne und Hoffnungen für die Zukunft und die Lebenslust aufrecht zu erhalten. Besonders wichtig sind auch die immer wiederkehrenden Versuche der Arbeitsbeschaffung.

Die resignierten Familien versuchten den Haushalt, die Pflege der Kinder und ein relativer Gefühl des Wohlbefindens aufrecht zu erhalten. Sie haben aber keine Pläne, keine Beziehung und keine Hoffnung für die Zukunft. Außerdem versuchen sie alle Bedürfnisse die über die Haushaltsführung hinausgehen einzuschränken.

Die verzweifelten Familien versuchen auch noch den Haushalt und die Pflege der Kinder in Ordnung zu halten. Im Vergleich zu den vorigen Typen sind sie aber verzweifelt, depressiv und hoffnungslos. Diese Gefühle sind auf die vergebliche Suche nach Arbeit und der häufig wiederkehrende Vergleich mit der besseren Vergangenheit zurückzuführen.

Die apatische Familie unterscheidet sich grundlegend von den anderen Typen. Sie gibt den geordnenten Hausstand auf und läßt den Dingen freien Lauf, ohne den Versuch zu machen etwas vor dem Verfall zu retten. Es gibt vie Streit in der Familie, betteln und stehlen sind oft Begleiterscheinungen. Es herrscht völlige Planlosigkeit und das Unterstützungsgeld wird schon in den ersten Tagen verbraucht.

(vgl. Jahoda, Lazarsfeld 1960, S. 54 ff.)

6. 5. 2. Jugendarbeitslosigkeit heute

Wie man aus dem Artikel der OÖ Rundschau vom 9. Oktober 1997 erkennt ist das Problem der Jugendarbeitslosigkeit auf mehrere Gründe zurückzuführen:

* geburtenreiche Jahrgänge

* weniger Ausbildner

* spätere Pensionierung der

Erwachsenen

* Unnötige Spezialisierung der Lehrberufe

* zu lange Erstausbildung

Auch hochqualifizierte Jugendliche können nach ihrer Ausbildung arbeitslos sein. Dies erkennt man aus der Statistik "Von der UNI in die Arbeitslose" aus dem Trend 5/97.


6. 6. Ausländische Jugendliche

Da durch eine angemessenen Berufsausbildung von ausländischen Jugendlichen die soziale Integration leichter fällt, ist es wichtig, Betriebsleiter und Politiker durch Fachzeitschriften, Diskussionsrunden, usw. zu überzeugen, daß die Beschäftigung von Gastarbeitern auch von wirtschaftspolitischen Interesse ist, und daß somit auch Ausländer ein Recht auf eine angemessene Bildung und Berufsausübung haben.

Methoden zur Verbesserung der Behandlung von ausländischen Jugendlichen liegen in ausbildungbegleitenden Hilfen für sprachliche Probleme und im "Umdenken" vieler Betriebsleiter, denn man möchte versuchen, das Selbstvertrauen der jungen Leute zu stärken, und Berufsbildungswege einzuleiten, um somit weitere qualifizierte und selbstbewußte Arbeiter zu bekommen.

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 136 ff.)

6. 7. straffällig gewordene Jugendliche

Mit straffällig gewordenen Jugendlichen bezeichnet man jene Gruppe, die durch kriminelles und sozial auffälliges Verhalten von der Allgemeinheit isoliert werden.

Gründe darfür sind:

+ Geldmangel als Folge von unzureichender Arbeit

+ Streitigkeiten in der Familie

+ Lernschwierigkeiten bzw. fehlendes Interesse

+ Persönlichkeitsschwächen wie Ungeduld, innere Unruhe und allgemeine Verhaltensstörungen

Vorkehrungen zur Unterstützung von straffälligen Jugendlichen sind:

+ Ersteingliederungsmaßnahmen nach einer Haft

+ Eingliederung in das Beschäftigungssystem

+ Einzel- oder Gruppentherapie zur Stärkung der Persönlichkeit

+ Kurse bzw. Ausbildungsmöglichkeiten bereits in den Strafanstalten

+ Anfängliche Fürsorge durch Bezugspersonen bei Haftentlassung

+ Therapien zur Motivationsförderung anstatt Arbeitszwang

+ Lernen von Strategien zur Krisenbewältigung

(vgl. Schmiel / Sommer 1992, S. 140 ff.)

7. Die wichtigsten Veranstalter der

beruflichen Weiterbildung in Österreich

"Eigener Betrieb 22.4%

Herstellerfirma / Kundenschulung 7.1%

Anderer Betrieb 4.1%

Wirtschaftsförderungsinstitute 18.5%

Berufsförderungsinstitute 6.6%

Ländliches Fortbildungsinstitut 2.1%

Kammern / Gewerkschaften 5.9%

Öffentliche Stellen / Schulen 11.0%

Volkshochschulen 4.0%

Fernlehrinstitute 4.0%

Sonstige 13.0%

Unbekannt 4.9%"

(CEDEFOP 1991, S. 103)

8. Resumee

Was fordert der Arbeitsmarkt von den Jugendlichen ?

Stellungnahmen im Trend 5/97 Seite 134

Dr. Peter Gusmits: Neumann-Management-Beratung

Alle jammern über die langen Studienzeiten, aber in anderen Ländern orientiert man sich am Besten, bei uns an den Schlechtesten und sagt dann: Na, so langsam wie andere bin ich ja eh noch nicht, und wundert sich mit 28 ohne Berufserfahrung hinter einem 25jährigen mit bereits zweijähriger Praxis zurückstehen zu müssen.

Dr. Peter Truzla: Henkel Austria

Fachlich sind sie alle fit, aber bei den Persönlichkeitsmerkmalen hapert es, was natürlich auf Massenunis auch gar nicht vermittelt werden kann, da schauen wir eben, ob sich jemand seine persönlichen Sklills antrainiert hat, sei es im sportlichen Bereich, wo er Verantwortung übernommen hat, oder durch andere außeruniversitäre Aktivitäten. Wichtig ist, daß ein Entwicklungspotential vorhanden ist, Team Player zu sien und außerdem logisch-analytisch zu denken. Ein Verständnis für die Zielgruppe muß da sein, und das sind bie uns im Waschmittelbereich eben Hausfrauen.

Dr. Eva Schlader: Personal- und Managementberatung Dr. Pendl & Piswanger

Die Praxisferne ist der Grund, warum die Wirtschaft manchmal nicht so glücklich ist mit den Hochschulabsolventen. Da sind die Fachhochschulen ein sehr guter Weg als Ausbildungsquelle der Zukunft. Erstens, wiel sie eine große Nähe zur Wirtschaft aufweisen und sich ganz speziellen Ausbildungsprogrammen widmen. Außerdem muß als Trend der Zukunft eindeutig jedwede Art des Verkauf und der persönlichen Dienstleistungen gewertet werden.

Jean-Francois Jenewein: Managementconsulting

Eine gute Ausbildung ist wichtig, aber der gesunde Hausverstand ersetzt jede Bildung, und wenn er fehlt, nützt das ganze Wissen nichts. Vom Schulsystem ist gefordert, innovative und kreative Menschen und nicht Befehlsempfänger heranzuzüchten. Diesen Auftrag nehmen Schulen und Unis bis jetzt noch nicht richtig wahr."

10. Prüfungsfragen

1. Welche Probleme können bei der Berufsfindung für den Jugendlichen

auftreten?

2. Welche Institutionen können dem Jugendlichen Hilfe anbieten?

3. Welche Gemeinsamkeiten können zwischen Schule und Beruf

auftreten?

4. Welche Bedeutung hat die Freizeit für den berufstätigen Jugendlichen?

5. Wie beurteilen Sie das Qualifizierungsproblem?

6. Welche Meinung haben Sie zu den Stellungnahmen aus dem Trend?

  1. Interviews:

 

11.1. Themen unserer 10 Interviews:

 

_ Konkreter Berufswunsch

_ Einflüsse auf die Berufswahl - Berufsinformation

_ Allgemeine Einstellung zum Beruf/Arbeit

_ Jugendarbeitslosigkeit

Wir stellten unsere Fragen so, daß sie für alle Personen gerecht waren und sie vorwiegend nicht mit Ja/Nein zu beantworten waren, dadurch konnten wir, unserer Meinung nach, mehr in Erfahrung bringen.

11.2. Interviewpartner:

 

Wir haben unsere Interviewpartner alle aus unserem Bekanntenkreis ausgewählt, da es uns für wichtig erschien, relevante und wirklichkeitsgetreue Antworten zu erhalten.

Christian: 14,5 Jahre: 1. Klasse HTL-Leonding

Judith: 13,5 Jahre: 4. Klasse HS (letztes Schuljahr)

Martin: 14,5 Jahre: 4. Klasse HS

Ursula: 15,5 Jahre: 2. Klasse Kindergarten-Schule

Daniel: 17,5 Jahre: 4. Klasse HTL-Leonding

Andreas: 17 Jahre: Zweites Lehrjahr; Einzelhandelskaufmann

Manuela: 17 Jahre: Drittes Lehrjahr; Bürokauffrau

Werner: 16 Jahre: 3. Klasse HLLBA-Wieselburg

Karl: 15 Jahre: 2. Klasse HBLA-Wels, Abteilung Maschinenbau

Gabi: 13 Jahre: 4. Klasse HS

11.3. Interviewfragen mit diversen Antworten:

Konkreter Berufswunsch:

1. Wie lautet Dein Berufswunsch und seit wann weißt Du es?

Christian: irgend etwas mit Elektronik, 4. Klasse HS erstes Halbjahr

Judith: Kosmetikerin oder Sekretärin, 3. Klasse HS

Martin: Elektrischer Installateur, Ende 3. Klasse HS, jedoch noch keine Lehrstelle gefunden

Ursula: Kindergärtnerin, Mitte 4. Klasse HS

Daniel: Keine AHNUNG, was ich nach der Schule beginnen werde,

Andreas: Einzelhandelskaufmann, 4. Klasse HS

Manuela: Bürokauffrau, Hauswirtschaftsschule/Kirchschlag

Werner: Landwirt, 4. Klasse HS

Karl: vielleicht Maschinenbauer, weiß es nur zirka, auf jeden Fall das Derzeitige macht Spaß

Gabi: möchte die HAK besuchen, jedoch welchen Job ich danach beginnen möchte, weiß ich noch nicht., Anfang 4. Klasse HS

 

2. Haben sich Deine Vorstellungen über Deine berufliche Zukunft schon hin & wieder geändert?

Christian: eigentlich nicht, nur wählte ich zwischen der Fachrichtung EDV und Elektonik

Judith: Für mich kommt sowieso nur eine Lehre in Frage, da ich genug vom "Lernen in der Schule habe"

Martin: Nein, da ich seit dem "Hausbaun" meiner Eltern weiß, daß nur dieser Beruf für mich in Frage kommt.

Ursula: Nein, wollte schon immer einen Beruf, der mit Kindern zu tun erlernen

Daniel: Ja schon, nämlich Tischler in der VS

Andreas: Ja, zuerst wollte ich Bürokaufmann werden und als Kind Mechaniker

Manuela: Ja, da ich zuerst Floristin werden wollte, aber keine Lehrstelle bekommen habe

Werner: Nein

Karl: Ja, den ich habe lange nicht gewußt, was ich werden will

Gabi: Ja, sie haben schon öfters gewechselt

 

Einflüsse auf die Berufswahl - Berufsinformation:

3. Wirst(Bist) Du in irgendeiner Weise von jemanden oder etwas in Deiner Berufsentscheidung beeinflußt (worden)? (Eltern, Freunde, Berufsberatung, Lage des Wohnorts)

Alle 10 Interviewpartner waren der Meinung von niemanden beeinflußt zu werden, weder direkt von den Eltern, Freunden noch von der Berufsberatung. Alle diese Faktoren hatten nur beratende und informative Funktion.

4. Gibt (Gab) es in Deiner Schule eine Berufsberatung: Wie läuft sie ab? Wie oft findet sie statt? Wer hält sie ab?

Sechs der Befragten ginge/gehen zur selben Schule (HS Oberneukirchen). In dieser Schule gibt es eine Berufsberatung, die in der 4. Klasse wöchentlich je eine Stunde abgehalten wird. Es ist ein Freigegenstand, welcher aber in der Regel von jedem Schüler besucht wird. Betreut werden sie von einer Lehrerin der Schule, die sehr neutral, im Bezug Schule versus Beruf, eingestellt ist. Im Zuge des Unterrichts werden Schulen und verschiedene Lehrberufe vorgestellt und teilweise auch besucht. (Auf jeden Fall alle Betriebe im Ort, die Lehrlinge ausbilden).

Auch Werner, Karl und Gabi gingen/gehen zur selben HS, wobei in Sattledt bereits in der 3. Klasse die Berufsberatung, eine Stunde pro Woche, abgehalten wird. Es werden verschiedene Berufe vorgestellt, Referate über den eigenen Berufswunsch abgehalten und diverse Berufsinformationsmessen besucht.

 

Allgemeine Einstellung zum Beruf/Arbeit:

5. Glaubst Du, daß eine Berufschancengleichheit zwischen Männern und Frauen besteht?

Wir bekamen von allen Befragten die selbe Antwort und die lautete, daß noch immer keine Chancengleichheit bestünde und das Frauen nach wie vor in den meisten Berufen benachteiligt würden und daß ihnen in der Praxis weniger Berufe zur Auswahl zur Verfügung stehen.

6. Was ist für Dich wichtiger, Karriere oder Familienleben?

Auf diese Frage wurde größenteils, mit Familienleben ist wichtiger, geantwortet. Wobei Andreas sicherlich zu Hause bleiben würde, wenn seine Frau bessere Berufschancen und ein höheres Gehalt hätte, als er selbst. Drei der Befragten fanden beides für wichtig.

Arbeitslosigkeit - speziell Jugendarbeitslosigkeit:

7. Redest Du mit Freunden, Eltern oder in der Schule über Arbeitslosigkeit?

Nur vier konnten hier mit JA antworten.

8. Schränkt das Problem der Arbeitslosigkeit Deinen persönlichen Entscheidungsfreiraum bei der Berufswahl ein?

Christian: Für mich muß ein Beruf auch Zukunft haben und nicht nur Traumberuf sein.

Judith: Nicht direkt, obwohl ich dann eher einen anderen Beruf ergreifen würde.

Martin: Nein sicherlich nicht, den würde ich in dieser Sparte nach der Lehrlingsausbildung keine Arbeit bekommen, würde ich etwas anderes machen.

Werner: Nein, das ist mir egal, weil wenn jemand "gut" ist, bekommt er irgendwann eine Arbeit

Karl: Es ist entscheidend, wie "gefährlich" die Arbeitslosigkeit ist.

Gabi: Wenn man einen Beruf erlernt, wo man später keine Arbeit bekommt, hat es keinen Sinn diesen zu erlernen.

Die übrigen Vier schränkt dieses Problem in keiner Weise ein.

9. Welche Maßnahmen zur Vermeidung/Verminderung der Arbeitslosigkeit kennst Du?

Nur eine Person konnte uns die Institutionen WIFI und Arbeitsamt nennen, jedoch auch keine konkreten Maßnahmen.

10. Wieviel von 10 Jugendlichen sind derzeit ohne Arbeit und welche Gründe sprechen Deiner Meinung dafür?

Durchschnitt 2 Jugendliche, wobei einheitlich die Tendenz zu erkennen war, daß diese Jugendlichen meistens selber Schuld sind, warum sie arbeitslos sind.

Gründe waren z. B. will vielleicht nicht arbeiten oder sucht sich keine Lehrstelle oder nimmt keine Lehrstelle an oder stellt sich im Betrieb so "Tolpatschig" und widerwillig an, daß er gekündigt wird,...

Kurze Interpretation der Antworten:

Beim Vergleich der Interviewpartner fiel uns deutlich auf, daß die Jugendlichen sich bereits am Anfang der 4. Klasse HS entscheiden müssen, welchen beruflichen Weg sie wählen möchten. Da erstens, die Berufsberatung in der Schule danach ausgerichtet wird. Z. B. werden im ersten Halbjahr der 4. Klasse, vorallem diejenigen Personen betreut, die eine weiterführende Schule besuchen wollen. (Vorstellung der verschiedenen Schultypen, Schnupperstunden in gewünschten Schulen...). Dies ist sicherlich auf die Anmeldefristen der Schulen zurückzuführen. Im zweiten Halbjahr wird Konkretes über Berufe mit Lehre erzählt, wobei wir die Vorbereitung für die "richtige Bewerbung" für sehr wichtig erachteten und natürlich auch die Möglichkeit der Schnupperlehre im Polytechnischen Lehrgang oder anderen Übergangsschulen, wie z.B. die Hauswirtschaftsschule/Landwirtschaftsschule in Kirchschlag.

Für den größtenteil, der befragten Jugendlichen, schien Arbeitslosigkeit kein Thema zu sein, da sie noch keinen Bezug dazu haben und somit für sie keinen Gesprächsstoff darstellt.

12. Glossar

Duales System

Es stellt ein Ausbildungssystem dar, in dem betrieblich-praktische und schulisch-theoretische Ausbildung synchron ablaufen.

Der theoretische Lehrstoff kann durch unmittelbare praktische Anschaulichkeit beruflicher Arbeit erklärt, begründet und vertieft werden.

(vgl. Kock / Ott 1976, S. 94)

Lernbehinderung

Unvermögen oder eingeschränktes Vermögen, bestimmte Bewegungsformen oder kognitive Leistungen zu erwerben und auszuführen.

(vgl. Brunner / Zeltner 1980, S. 133)

Lernstörung

Definiert man als "Erwartungsabweichungen" oder als "normabweichende Fehl- oder Minderleitstungen", als partielles oder totales Versagen bei schulischen Lernanforderungen.

(vgl. Köck / Ott 1976, S. 258)

Psychomotorik

Sie befaßt sich mit willkürlich und unwillkürlich gesteuerten Bewegungsabläufen, wobei zu beachten ist, daß zunächst bewußt gesteuerte Abläufe zu automatisch ablaufenden Handlungen werden können. Die Steuerung dieser automatischen Prozesse kann aber jederzeit wieder vollbewußt erfolgen.

(vgl. Brunner / Zeltner 1980, S. 172)

soziale Schicht

Die Zugehörigkeit hängt vom sozioökonomischen Status, den ausgeübten sozialen Positionen, dem damit verbundenen Prestige, den Bildungschancen und Leistungsnachweisen, der Ausstattung mit Machtbefugnissen und dem Menschenbild des herrschenden Gesellschaftssystems ab.

Man kann sie in Ober-, Mittel- und Unterschicht einteilen.

(vgl. Köck / Ott 1976, S. 345)

13. Literaturverzeichnis

Brunner, R./Zeltner, W. (1980). Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik. München. Reinhardt.

Das berufliche Bildungswesen in der Republik Österreich. Vorlagebericht an das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP). (1991).Wien.

Heid, H./Reckmann, H. (1979). Der berufstätige Jugendliche. In: Handbuch der Berufs- und Wirtschaftspädagogik, BD. 1. Hrsg. v. U. Müllges. Düsseldorf.

Jahoda, M./Lazarasfeld, P./Zeisel, H. (1960). Die Arbeitslosen von Marienthal:

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©opyright Christa Maria Hable & Ulrike Wakolbinger & Werner Stangl, Linz 1997.
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