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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html (YY-MM-DD)

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Unterrichtsprojekte mit e-mail

Handreichung zum Vorhaben "Hamburger Schulen ans Netz"

Amt für Schule, 1997
Referat S 13/12

 

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung

Version 2 v. 20.02.97 Ulrich Jordan

Autoren der HTML-Fassung:
Maja Bilet, Arezu Gholami, Christian Lüdke, Tran Nguyen, Maik Röthlinger, Remi Sokol, Mark P. Stein, Eric Appiah,
Ulrich Jordan

HTML-Fassung © Arbeitskreis Arktis

Hannes Beecken
Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer

hannes_beecken@magicvillage.de

Ulrich Jordan
Erich-Kästner-Gesamtschule

u.jordan@umwelt.ecolink.org

Renate Kratsch
Helene-Lange-Gymnasium

rk1003@hlg.hh.schule.de

Ingrid Krause
Albrecht-Thaer-Gymnasium

100272.1454@compuserve.com

Inhaltsverzeichnis

 

Aufbruch zu neuen Formen des Lernens

Anfang 1990 wurden wir eingeladen, uns am International Arctic Project (IAP), initiiert von Will Steger, zu beteiligen und von 1991 bis 1995 Projekte zu erproben, die dem Grundsatz "act locally - think globally" folgten. Alle Projekte beinhalteten Kommunikation unter Schülern in verschiedenen Ländern zum Thema "Arktis". Wegen der großen Entfernungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer voneinander war e-mail als Kommunikationsmittel unabdingbar. Wir waren von der Idee sehr angetan, denn es gab Hilfe in vielen verschiedenen Bereichen, die wir allein nicht auf einmal hätten bewältigen können: Wir mußten Projekte nicht erfinden, sondern konnten einsteigen und mitmachen, und es gab bereits ein funktionierendes Kommunikationsnetz, wir mußten uns lediglich das Medium e-mail aneignen.

Nach Abschluß der letzten Expedition und dem offiziellen Ende des IAP war für uns die Sache jedoch nicht beendet.

Der Anreiz, weitere Projekte mit e-mail durchzuführen, liegt in den Möglichkeiten des Mediums begründet, langfristig nutzbare Strukturen zwischen Schulen zu etablieren, um interkulturelles Lernen zu ermöglichen.

Fax- und e-mail-Anschlüsse sind heute in weitaus mehr Schulen vorhanden als zu Beginn des IAP 1991, die Voraussetzungen also ausgesprochen günstig, zumal noch mehr Schülerinnen und Schüler Interesse am und Erfahrung mit dem Computer in den Unterricht einbringen als vor 5 Jahren. Da ITG für die Sek I mit Beginn des Schuljahrs 96/97 verbindlich eingeführt ist, bietet sich hier ein äußerst attraktives Betätigungs-und Aufgabenfeld. Auch für den Sprachunterricht bieten e-mail Projekte nicht zu ersetzende Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, ihre fremdsprachlichen Kenntnisse in realen Kommunikationssituationen und in einem geschützten Rahmen anzuwenden. Dies gilt sowohl für den Mittelstufenunterricht als auch für den Primarbereich, in dem in Hamburg zur Zeit Englisch als 1. Fremdsprache eingeführt wird.

Wir betrachten e-mail nicht als Selbstzweck, vielmehr stehen im Zentrum unseres Interesses Projekte mit Umweltausrichtung, die interkul-turelles Lernen ermöglichen; hierfür ist e-mail ein geeignetes Mittel zum genannten Zweck.

Natürlich kann es sinnvoll und reizvoll sein, für ein e-mail Projekt erforderliche Informationen aus dem Internet zu holen. Dieses in Struktur und Leistung zu beschreiben ist nicht Aufgabe dieser Handreichung, sondern hier stehen exemplarische e-mail Projekte im Mittelpunkt.

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1

Didaktische Begrüdunng von e-mail Projekten

 

Viele Schulen unterhalten Briefpartnerschaften im In-und Ausland, die, anfänglich enthusiastisch begonnen, schließlich im Privaten versickern. E-mail ist ein geeignetes Medium, um diese originäre Kommunikation, z.B. in der entsprechenden Fremdsprache, wieder in den Unterricht zurückzuholen. Schon auf der Ebene der Brieffreundschaft bestehen viele Vorteile:

 
  -    Anwenden von fremdsprachlichen Kenntnissen in realem
  Verwendungszusammenhang
  -    interkulturelles Lernen
  -    Geschwindigkeit des Datenaustausches
  -    unmittelbare Editierbarkeit der ausgetauschten Texte
  bzw. Daten
  -    Unmittelbarkeit der Kommunikation
  -    Lehrer in der Ratgeberrolle
  -    Kleingruppenarbeit der Schülerinnen und
  Schüler am Computer. 
  

Diese Auflistung macht deutlich, daß insbesondere e-mail-Projekte mit einer Partnerschule im Ausland Erfolg versprechen.

Die inhärenten Vorzüge des Mediums kommen jedoch erst dann nachhaltig zum Tragen, wenn eine entsprechende Aufgabenstellung dies ermöglicht. Es hat sich gezeigt, daß die Geschwindigkeit, zu der das Medium fähig ist, sich selten positiv niedergeschlagen hat, weil schnell nach Verklingen der ersten Euphorie die Restriktionen der Organisation des normalen Schulalltags deutlich machen. Wesentlich besser eignet sich der Projektunterricht.

Damit das Projekt, das mit e-mail abläuft, den Aufwand lohnt und e-mail erfordert, sollte als Bedingung erfüllt sein, daß ein gemeinsames Projekt zeitgleich an beiden Schulen abläuft. Wenn diese voneinander entfernten Schulen

  -    ein gemeinsames untereinander abgesprochenes Projekt
  -    gleichzeitig
  -    am geeignetsten im ökologischen/gesellschaftswissenschaftlichen Bereich
  -    gemeinsam planen
  -    Daten selbst erheben, vergleichen, nachprüfen,  auswerten
  -    sie der öffentlichkeit darstellen,
  
 

ist die Nutzung des Mediums e-mail unverzichtbar und damit gerechtfertigt. Bei Vergleich und Interpretation der Daten werden sich zusätzliche Probleme ergeben, die aus den unterschiedlichen kulturellen Kontexten erwachsen. Daher folgt zusätzlich zu Anforderungen in Umgang mit dem Computer, Fremdsprache, speziellen Erfordernissen des jeweiligen Schulfachs die Notwendigkeit, Zusammenhänge fremder Kultur zu verstehen und in die Interpretation einzubeziehen.

 

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2

Technische Voraussetzungen und praktische Hinweise

2.1 Grundvoraussetzungen

In den meisten Schulen sind heute die Voraussetzungen für die Verwendung von Electronic Mail (e-mail) tatsächlich schon vorhanden oder mit geringem Aufwand zu schaffen. Erfahrungsgemäß sind die organisatorischen Hindernisse in den Schulen häufig schwerer zu überwinden als die technischen. Grundsätzlich gilt, daß jemand, der ein e-mail Projekt durchführen will, auch selbst mit diesem Medium arbeiten sollte. Hier werden nur die wichtigsten Voraussetzungen beschrieben (technische Details und Informationen zu den übertragungskosten finden sich im Anhang S.36. Um e-mail in der Schule betreiben zu können, sind von der technischen Seite her vor allem drei Voraussetzungen wichtig:

1) Es muß ein Telefonanschluß (Steckdose) mit Zugang zum Ortsnetz oder ein ISDN-Anschluß zur Verfügung stehen.

2) Es muß ein geeignetes Modem oder eine ISDN-Karte im PC vorhanden sein

3) Es muß ein Rechner (PC, möglichst ein 386er oder höher/Mac) mit einem sogenannten Terminalprogramm bereitstehen.

Diese drei miteinander verbundenen Geräte sind eine hinreichende Grundausstattung für jeden e-mail Betrieb.

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2.2

Zugang zu Mailboxen und zum Internet

Sofern ein sogenannter Provider, meist eine lokale Firma oder eine Mailbox, einen Internet-Zugang zur Verfügung stellt, hat man mit dieser Grundausstattung und einer entsprechenden Software sogar einen interaktiven Internet-Zugang inklusive e-mail zum Ortstarif. Mit der dafür eingesetzten Software kann man dann nicht nur Post (e-mail), sondern auch Programme, Bilder und Video- und Tonsequenzen verschicken und man arbeitet mit der komfortablen graphischen Oberfläche dieser Programme.

Die Initiative «SCHULEN ANS NETZ» hat durch ihre jüngsten Aktivitäten den Schulen in der Bundesrepublik den Weg ins Internet erleichtert. In Hamburg gibt es daher zur Zeit (10/96) gleich drei sehr günstige Möglichkeiten.

Mit dem Vorhaben Hamburger Schulen ans Netz" erhalten alle Hamburger Schulen, die dieses wünschen, einen Telefon- oder einen ISDN-Anschluß, die erforderliche Hardware (Modem oder ISDN-Karte), einen kostenlosen Internetzugang sowie einen Gebührenzuschuß und einen Zuschuß zur Ergänzung der Hard- und Software. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch ein umfangreiches Fortbildungsangebot des IfL.

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3

Projektthemen und -partner

3.1

Geeignete Themen für e-mail-Projekte

Prinzipiell ist jedes Thema geeignet, das im Lehrplan der jeweiligen Schule vorkommt, das sich unmittelbar aus dem Unterricht oder aus einem schulübergreifenden Projektthema ergibt.

Die in den Richtlinien des Amtes für Schule zur ITG auf der Sek.I genannten Vorschläge bieten sich ebenfalls an (siehe S. 12ff). Besonders geeignet sind solche Themen, die räumliche oder gesellschaftliche Bezüge und Strukturen deutlich werden lassen, z.B.: Autonutzung, Wohnen, Flyway (Zugvögel), Journey North (Wanderung verschiedener Tierarten), Müll, Wetter, Luft- und Wasseruntersuchungen,Verkehrsregeln und der Umgang mit Verstößen dagegen, ein Lebensstandard-Projekt.

E-mail Projekte lassen sich nach folgenden Strukturen unterscheiden:

  • Projekte mit zeitgleicher Datenerhebung die zeitgleich verabredet und durchgeführt werden und die auf selbst erhobenen Daten beruhen (Autonutzung, Wohnen)
  • Projekte im Schulverbund bei denen, eingebunden in ein Netz von Partnerschulen, Schülerinnen und Schüler Teilbeobachtungen erheben, die in eine Gesamtdarstellung münden (Journey North, Flyway Concepts)
  • Projekte zwischen Partnerschulen Kommunikation zwischen Austauschschulen, die alle bereits persönliche Kontakte halten und organisatorische Absprachen über e-mail treffen. Dies ist häufig eine Vorform für inhaltliche Projekte. (Austausch des Kaifu mit Salt Lake City, siehe HH macht Schule: Sonderheft Gymnasiale Oberstufe gestalten, Herbst 1995 )

Schon die Einigung mit der Partnerschule auf eine dieser Strukturen, auf ein geeignetes Projektthema und einen entsprechenden Zeitrahmen ist ein wichtiger Anlaß für e-mail-Kommunikation.

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3.2

Themen- und Partnersuche

Eine ergiebige Quelle für Projektpartner ist die sogenannte St.Olafs-Liste (USA), mit deren Hilfe man Angebote aus der ganzen Welt bekommt und auf der man auch selber Anfragen veröffentlichen kann. Für Lehrer in Hamburg, die sich auf die Suche nach e-mail-Partnern begeben möchten, gibt es den Hamburger Schul-Web-Server. Dies ist ein bisher nur für Lehrer zugängliches Forum, in dem man sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen aus Hamburg über e-mail austauschen kann.
Campus 2000 ist eine pädagogische Mailbox mit Sitz in Großbritannien. Auch andere große Online-Dienste, wie z.B. CompuServe, America Online (AOL), T-Online, bieten Diskussionsforen an, die sich mit verschiedensten Themen und Interessensgebieten befassen. Die Foren der Rubrik EDUCATION sind hinsichtlich der Diskussionsteilnehmerinnen und teilnehmer und der Themen sehr ergiebig und hilfreich. Hier besteht häufig Gelegenheit, mit Kolleginnen und Kollegen in den USA, Großbritannien, Frankreich usw. ins Gespräch und zu produktiver Zusammenarbeit zu kommen.

über das Internet sind viele sogenannte Schwarze Bretter (bulletin boards) erreichbar, die speziell für Schulen und Lehrerinnen und Lehrer eingerichtet wurden. Siehe Anhang 2.

Man kann auf diesen Brettern Projektthemen veröffentlichen, um Partnerschulen zu finden oder sich einer Schule und ihren Projektvorschlägen anschließen. Solche Bretter sind hervorragend dafür geeignet, um in kurzer Zeit viele Adressaten weltweit zu erreichen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Kolleginnen und Kollegen der eigenen Schule um Hilfe zu bitten, die auf Austauschreise gehen. Man kann sie beispielsweise beauftragen, Kolleginnen und Kollegen an der Partnerschule direkt anzusprechen oder darum zu bitten, bei der Suche nach bereitwilligen und geeigneten e-mail Partnern zu helfen. Es erscheint uns wichtig, die Absicht, solch ein e-mail Projekt durchführen zu wollen, möglichst schnell und weit zu verbreiten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer positiven Resonanz.

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4

Ressourcen an der eigenen Schule nutzen

 

Einige typische Widerstände:

a) Projektarbeit kollidiert häufig mit dem Rollenverständnis von Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern. Fachlehrerinnen und Fachlehrer lassen sich schwer für Projektarbeit gewinnen, weil sie, häufig zu Recht, um das Erreichen ihrer Fachlernziele fürchten, und sie sich außerhalb ihres Faches für inkompetent halten. Schülerinnen und Schüler fürchten für sie undurchsichtige Bewertungen und Benotungen, sie fühlen sich überfordert durch eine veränderte Unterrichtsform und das Aufgeben eingeübter Rollenschemata. Zu solchen Befürchtungen kommen häufig die bekannten Standardeinwände von Kolleginnen und Kollegen, denen der Einsatz oder die Verwendung von Computern im Unterricht grundsätzlich widerstrebt, z.B. Modeerscheinung, Computerfreaks, zu hoher Arbeits- und Zeitaufwand, Technik lenkt ab usw. Wir haben jedoch die folgenden Erfahrungen gesammelt:

  • die Arbeit am Bildschirm erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit mit dem Ergebnis, daß schneller gelernt und besser behalten wird;
  • Texte, die uns per e-mail erreichen, sind authentisch und haben Aufforderungscharakter und motivieren, das begünstigt Lernfortschritte;
  • große Datenmengen sind am Computer viel einfacher zu bearbeiten und die Schülerinnen und Schüler begrüßen die attraktiven Gestaltungsmöglichkeiten (vgl. Kap. Evaluation);
  • Schülerinnen und Schüler arbeiten gern am Computer.

schulinterne Organisation

b) Die übernahme der laufenden e-mail Kosten ist aus mehreren Quellen möglich. Sowohl Fächeretats, Mittel des Schulvereins und Sondermittel können herangezogen werden. Hierzu ist in der Regel ein Konferenzbeschluß nötig.

Die Nutzung der Computerräume muß genau geplant und abgestimmt werden, da erfahrungsgemäß nur wenige zusätzliche Stunden im Plan bereitgestellt werden können.

Die für Projektunterricht sehr vorteilhafte Möglichkeit von Stundenblockungen muß frühzeitig in die Wege geleitet werden.

Die notwendigen Vorabstimmungen für fächerübergreifenden Projektunterricht müssen auch an dieser Stelle berücksichtigt werden.

Unterstützer gewinnen:

c) Auf der organisatorischen Ebene stehen der Durchführung von e-mail Projekten die bekannten Hemmnisse entgegen, wie z.B.

45-Minuten-Takt, Stundenpläne, Fachraumbelegungen, Klausuren-Pläne etc. Deshalb empfehlen wir, schon in der Planungsphase auf solche Schwierigkeiten einzugehen:

  1. Schülerinnen und Schüler müssen von Anfang an informiert und in die Planung mit einbezogen werden. Sie bilden Arbeitsgruppen, erstellen Arbeitspläne, erarbeiten Bewertungskriterien und sichern deren überprüfbarkeit.
  2. Schülerinnen und Schüler müssen rechtzeitig eine Einführung in Textverarbeitung erhalten. Bei Anfängern ist der Zeitfaktor für den Umgang mit Tastatur und Maus nicht zu unterschtützen.
  3. Die Unterstützung der Eltern und des Schulvereins ist von großer Bedeutung und sollte frühzeitig gewonnen werden.
  4. Die Schulleitung und die Schulkonferenz müssen frühzeitig informiert und um Unterstützung gebeten werden. Mit der Schulleitung ist auch die übernahme der anfallenden Kosten zu klären, die in der Regel geringer ausfallen, als häufig befürchtet. (vgl. Anhang 3)
  5. Die Hilfe und dauerhafte Unterstützung der Informatiklehrerinnen und -lehrer ist bei einem e-mail-Projekt unverzichtbar.

Man sollte versuchen, mindestens eine Fachkollegin oder einen Fachkollegen an der eigenen Schule zu begeistern und zu motivieren. Ein solches Gerüst gibt allen Beteiligten Sicherheit und Hilfe bei der Detailplanung und der Durchführung der Einzelschritte, sichert pädagogisch sinnvolles Arbeiten und schöpft den Rahmen der Lehrpläne aus. Ziel eines solches e-mail-Projektes sollte es sein, Kolleginnen und Kollegen und Schülerinnen und Schülern den Zugriff auf das Kommunikationsmittel e-mail zu ermöglichen, zu erleichtern und auf Dauer zu gestatten. E-mail-Projekte müssen integraler Bestandteil der Schulwirklichkeit werden, denn diese Arbeitsweise erzwingt einen ganzheitlichen Ansatz von Lernen.

Projektwochen, Projekttage oder gesamtschulische Projektvorhaben eignen sich als Einstieg für e-mail Projekte, weil sie es ermöglichen, mit einer interessierten Lerngruppe für einige Zeit ohne äußere Zwänge zu arbeiten. Allerdings wird sich daraus ergeben, daß aus dem zeitlich befristeten Projekt länger dauernde Kommunikation entsteht, die langfristiges projektartiges Arbeiten erfordert. Wenn ein solches von Einzelereignissen losgelöstes Projekt Kontinuität gewinnt, dann besteht die Chance, daß weitere Lerngruppen mit Anschlußvorhaben in die Projektarbeit einsteht.

 

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5

Struktur eines e-mail-Projekts

Aus den eigenen Bedürfnissen und Erfordernissen sollte, wie bei jedem anderen Projektunterricht auch, eine passende Struktur des e-mail Projektunterrichts erwachsen. Dabei haben sich folgende Strukturmerkmale nach unseren Erfahrungen bewährt:

  1. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten im Rahmen ihres Fach-oder Projektunterrichts zu einer Fragestellung, die nahelegt, Erkundigungen bei einer Partnerschule einzuholen.
  2. Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer vereinbaren das Projekt über e-mail: Dauer, Zeitrahmen,Themen und Inhalte, Methoden, Abschlußcommunique. Kommunikations-Timing.
  3. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler stellen sich über e-mail, Fax, Briefpost vor (Fotos, evtl. vorhandenes Video, Schülerzeitung)
  4. Die Schülerinnen und Schüler tauschen sich über folgendes aus:
    • Untersuchungsinteresse
    • gemeinsames methodisches Vorgehen
    • Erstellung eines identischen Erfassungsbogens in einem festzulegenden Zeitraum, Einigung auf identische Parameter
    • Erwartungen hinsichtlich der Ergebnisse: begründete Hypothesen, zu erwartende Ergebnisse formulieren und austauschen
    • Vorschläge zu ihrer Auswertung und Nutzung
  5. Zeitgleiche Durchführung der Untersuchung
  6. Austausch aller Rohdaten (Persönliches aus Gründen des Datenschutzes verschlüsselt)
  7. voneinander unabhängige Interpretation der fremden Rohdaten Fremdsicht - Eigensicht der Ergebnisse, (fremde Daten werden interpretiert)
  8. Austausch der Interpretationen, Hypothesen und Entwicklung von Fragen, um auffällige Unterschiede erklären zu können
  9. Gemeinsame Interpretation und Aufbereitung der Ergebnisse; d.h. Einigung auf ein gemeinsames Abschlußcommunique
  10. Absprache über eine identische, zeitgleiche Darstellung der Ergebnisse an den beteiligten Schulen. Zu klären sind u.a.:
    • darzustellende Inhalte
    • Methoden der Darstellung (z.B. Video, Dia, Overheadfolien, Bilder, Diagramme etc.)
    • Einführungsveranstaltung
    • Ausstellung
    • Medienarbeit (Schulöffentlichkeit/Presse)
    • Dokumentation und Vergleich des Medienechos in beiden Städten
  11. Präsentation in den beteiligten Schulen
  12. Rückblick, Schlußfolgerung, Ausblick:
    • eventueller Handlungsbedarf, z.B. hinsichtlich öffentlichkeitsarbeit, Vorschlägen im politischen Raum, eventuelle Verhaltensänderungen im privaten Bereich
    • Verabredung neuer gemeinsamer Projekte

Schlußfolgerung:

Ein Einsatz elektronischer Medien ist nur dann sinnvoll und begründet, wenn ihre spezifischen Leistungen auch angemessen genutzt werden. Dies ist der Fall, wenn ein Unterrichtsvorhaben so ausgelegt ist, daß

  • viele Kommunikationspartner
  • große Datenmengen
  • in einem engen begrenzten Zeitraum miteinander austauschen müssen, um
  • ein gemeinsames Projekt verwirklichen zu können.
 

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Quelle: http://lbs.hh.schule.de/handreic/h1.html