Als Methode der Bestandsaufnahme wurde eine Befragung der Schulen via e-mail eingesetzt. Laut Statistik des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst besaßen Anfang Oktober 1997 an die 1000 Schulen eine entsprechende Adresse. Das sind etwa gleichviel wie in der doch größeren BRD (Bastian 1997) - allerdings werden diese Zahlen mancherorts angezweifelt bzw. sagen aufgrund des quantitativen Ansatzes nichts über die tatsächliche Qualität der Anbindung an das net aus (vgl. Einleitung). In der Schweiz schätzt man, daß etwa 200 bis 300 Schulen eine eigene homepage besitzen, etwa 1000 Schulen einen internet-Zugang haben (von ebenfalls insgesamt etwa 6000 Schulen). In beiden Nachbarländern sind ähnliche Bestrebungen im Gange, alle Schulen ans internet zu bringen, wobei äußerst unterschiedliche Auffassungen darüber herrschen, was man darunter zu verstehen hat.
Der Autor führte von 1996 bis Ende 1997 eine Liste österreichischer Schulen im net (Stangl 1997a), wobei nur solche Schulen aufgenommen wurden, die eine eigene homepage führten. Zum Zeitpunkt der Erhebung (Mitte Oktober 1997) waren etwas mehr als 260 Schulen vertreten, wobei diese Zahl vermutlich den Bestand knapp unterschätzt, da aktuell einige Aktionen laufen, Schulen ins internet zu bringen bzw. ihnen einen Zugang zu ermöglichen. Die Statistik des Ministeriums nennt etwa 300 Schulen.
Eine der aktuellen Aktionen ist z.B. die Zusammenführung bereits bestehender Netze im Austrian School Network. Schon die Dezemberstatistik des Ministeriums zeigte einen eklatanten Zuwachs an "internet-Schulen", wobei sich die behauptete internet-Präsenz tatsächlich als das Vorhandensein einer e-mail-Anbindung entpuppte, die nach persönlichen Erfahrungen des Autors bei der Durchführung der vorliegenden Untersuchung oft noch ungenützt war bzw. tagelang nicht funktionierte. Aber Anfangsschwierigkeiten sind bei technischen Entwicklungen wohl genuin ;-)
Trotzdem sind derartige Studien, die in bestimmten Abständen wiederholt werden sollten, wichtig, um nicht nur den aktuellen Status, sondern eben auch dessen Veränderung abzubilden. Da es sich bei der Umfrage um bereits bestehende Netzwerke im Netz handelte, war es nur konsequent, die Studie auch über das Netz, sprich per E-Mail abzuwickeln.
In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten demographischen Daten zur Untersuchung zusammengefaßt.
|
Schulen im internet |
Schulen mit homepage |
|
|
Burgenland |
44 |
17 |
|
Kärnten |
85 |
19 |
|
Niederösterreich |
248 |
30 |
|
Oberösterreich |
80 |
24 |
|
Salzburg |
51 |
25 |
|
Steiermark |
163 |
63 |
|
Tirol |
114 |
16 |
|
Vorarlberg |
60 |
26 |
|
Wien |
141 |
40 |
|
Gesamt |
986 |
260 |
Anmerkung: Die Daten der Tabelle sind insofern nicht exakt, da die Richtigkeit der Angaben der Schulen nicht in jedem Fall überprüft werden kann. Daher kommt ihnen nur informativer Charakter zu. Die nach Schultypen gegliederte Gesamtstatistik des Ministeriums für Schulen mit net-Zugang kommt auf leicht abweichende Summen. Die neueste Statistik stammt aus dem Juni 1998 und kommt auf 391 Schulen mit eigener homepage. Für die sonstigen Wachstumsraten im net ist der Zuwachs eher als durchschnittlich zu bewerten.
Die Beschränkung der Befragung auf Schulen mit eigener homepage erfolgte unter der Annahme, daß hier mehr und länger andauernde Erfahrungen im Umgang mit dem net vorliegen. Außerdem bestanden aufgrund der geführten Liste zu einigen Schulen schon über einen längeren Zeitraum Kontakte des Autors, sodaß mit einer höheren Bereitschaft zur Beantwortung gerechnet werden konnte.
In der Liste des Ministeriums werden wie schon erwähnt auch solche Schulen geführt, die nur eine e-mail-Adresse besitzen. Wie aus den seit einiger Zeit relativ einheitlichen Bezeichnungen (***@asn.netway.at, ***@borg-6.borg-graz.ac.at, ***@asn-sbg.ac.at, ***@schulen.vol.at, ***@bnet.co.at) neu hinzukommender Schulen erkenntlich ist, werden die meisten im Rahmen von bundeslandspezifischen oder auch von privaten Providern geförderten Aktionen erfaßt. Solche sind beispielsweise das
Allen Schulen auf der vom Autor geführten Liste wurden Mitte Oktober 1997 folgende Fragen zur Nutzung des internet im Unterricht übermittelt:
|
*
Schulart/Schulstufe/Gegenstaende/Stunden pro Woche |
Wie zu erwarten war, konnten einige der e-mails aufgrund geänderter oder falscher Adressen nicht zugestellt werden. Diesen insgesamt 8 Schulen wurde nach Korrektur bzw. Änderung "postwendend" dieselbe mail nochmals zugeschickt. Einige der aufgetretenen Ausfälle betrafen auch inaktive mail-server (s.u.). Hier wurde nach drei Tagen ein erneuter Zustellungsversuch unternommen.
Nach Ablauf einer Woche wurden alle Schulen, die noch nicht geantwortet hatten, mit einer Erinnerungsmail unter erneuter Anfügung der Fragen angeschrieben. Auf eine dritte Erinnerung wurde verzichtet, da dadurch die Rücklaufquote wohl nicht wesentlich erhöht worden wäre bzw. die letzten eintreffenden mails nicht allzuviele neue Informationen brachten. Nach insgesamt drei Wochen seit Beginn der Aussendungen wurde die Erhebung der Daten abgeschlossen.
Neben ökonomischen und auch inhaltlichen Gründen, die für den Einsatz dieses Befragungsmediums sprachen, zeigten auch vergleichende Untersuchungen über die Methodeneffizienz, daß eine solche Befragung mit einem wissenschaftlichen Hintergrund bei den Befragten auf ausreichende Akzeptanz stoßen müßte. Wie Batinic & Bosnjak (1997) berichten, erfreuen sich wissenschaftliche Umfragen via internet generell einer größeren Akzeptanz als etwa kommerzielle Befragungen. Entsprechend höher ist daher auch die Bereitschaft zur Teilnahme. Zu den Motiven der Probanden zählen Neugier, Hilfsbereitschaft und Interesse an den Ergebnissen.
Gerade in dieser Phase der Entwicklung des internet war davon auszugehen, daß in vielen Schulen so etwas wie Pioniergeist erwartet werden konnte. Diese Annahme wurde im Wesentlichen bestätigt, vor allem was die allgemeine Bereitschaft anging, an dieser Untersuchung überhaupt teilzunehmen. Im Vergleich zu einer früheren Untersuchung des Autors, in der eine postalische Befragung angewendet worden war, gab es generell einen höheren Prozentsatz an Reaktionen. Schließlich zeigten auch die Antworten selber, daß ein Großteil der befragten Schulen einigen Zeitaufwand auf sich nahmen, um die Fragen zu beantworten.
Neben der eigenen Neugier sowie einer allgemeinen Bereitschaft, Untersuchungen zu unterstützen, stellte vor allem auch die Aussicht auf eine Rückmeldung über die Ergebnisse der Umfrage eine bedeutsame Determinante der Teilnahmebereitschaft dar. Das wurde in einigen Antworten explizit angesprochen. Mit der vorliegenden Arbeit wird diesem Wunsch somit Rechnung getragen, wobei die LehrerInnen, die an der Untersuchung teilgenommen hatten, als erste persönlich vom Vorliegen der Ergebnisse via e-mail informiert wurden. Dieser Informationsvorsprung sollte ein kleines Dankeschön für die gezeigte Kooperationsbereitschaft bedeuten.
In der BRD wird derzeit (Frühjahr 1998) eine wesentlich umfassendere Untersuchung durchgeführt, wobei das Institut für Schulentwicklungsforschung (1998) einen 56 Fragen umfassenden Fragebogen zur Evaluation des Projekts "Schulen ans Netz" einsetzt. Hier wird mithilfe eines HTML-Formulars ein detailliertes Bild der bisherigen Erfahrungen mit dem net zu zeichnen versucht. Nach Vorliegen von Ergebnissen wird an dieser Stelle davon zu berichten sein.
In der folgenden Tabelle sind nach Bundesländern aufgeschlüsselt die absoluten und relativen Häufigkeiten der verwertbaren rückgesandten Fragebögen wiedergegeben:
|
Angeschriebene Schulen |
Rückmeldungen absolut |
Rückmeldungen relativ in % |
|
|
Burgenland |
17 |
7 |
41 |
|
Kärnten |
19 |
4 |
21 |
|
Niederösterreich |
30 |
9 |
30 |
|
Oberösterreich |
24 |
7 |
29 |
|
Salzburg |
25 |
5 |
20 |
|
Steiermark |
63 |
15 |
24 |
|
Tirol |
16 |
4 |
25 |
|
Vorarlberg |
26 |
2 |
8 |
|
Wien |
40 |
15 |
38 |
|
Gesamt/Durchschnitt |
260 |
68 |
26 |
Die durchschnittliche Rücklaufquote von 26 Prozent scheint auf den ersten Blick gering, allerdings gibt es zahlreiche Hinweise darauf, daß viele der angeschriebenen Schulen deshalb nicht antworteten, da sie das internet nicht nutzen bzw. erst in einer Aufbauphase sind. Die besonders hohe Rücklaufquote aus dem Burgenland ist dadurch zu erklären, daß man sich in diesem Bundesland zwar in einer Aufbauphase befindet aber gerade deshalb an Kontakten interessiert ist. Die geringe Rücklaufquote aus Vorarlberg ist durch technische Probleme erklärbar (s.o. und u.).
Weitere mögliche Gründe für die Ausfälle gibt es viele, von denen nur einige genannt seien:
Der erwartete Unterschied zwischen den traditionellen "internet-Bundesländern" (Achse Graz-Linz) und den newbies ist allerdings nicht erkennbar. Das hängt teilweise damit zusammen, daß im Zuge der Verbreiterung der Netzbasis zahlreiche bereits bestehende Zugänge umgerüstet werden müssen, manchmal nicht zur Freude der Schulen:
"Sie haben eine EMailadresse verwendet, die von uns vom BMUK oktroyiert wurde und nur von Zeit zu Zeit betreut wird, weshalb ich Ihre Fragen bisher nicht beantworten konnte. Ich bitte Sie, uns in Zukunft über folgende Adressen anzuschreiben: ..."
Liste aller teilnehmenden Schulen
Hinweis
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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html