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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
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Internet an den Schulen: Ernüchterung kehrt ein 

«Schulen ans Netz» lautete vor einem halben Jahr die Devise. Im ganzen Land herrschte Aufbruchstimmung und Begeisterung für das Internet. Der Höhepunkt war erreicht, als Microsoft-Chef Bill Gates den Schulen Software für das Internet stiftete und der Bund gleich 2500 alte Computer dazu spendete. 

(sda) Ein halbes Jahr später hat sich Ernüchterung breit gemacht. Die von Bill Gates bei einem Besuch in der Schweiz gespendeten 5000 Betriebssysteme nützen den oft mit Apple-Rechnern ausgestatteten Schulen wenig. Die Altrechner aus der Bundesverwaltung sind bisher nicht gesichtet worden. «Die haben wahrscheinlich erst hinterher gemerkt, dass sie nicht nur verschenkt, sondern auch noch abgebaut und geputzt werden müssen», meint Christina von Waldkirch, Vorsteherin des Amtes für Bildungsforschung in der Berner Erziehungsdirektion. 

Als der Zürcher Erziehungsdirektor ernst machen wollte mit dem Internet in der Volksschule, brandete ihm gar kalte Ablehnung entgegen. Buschor betonte während der Debatte im Kantonsrat zwar, der Computer sei nicht Schulfach, sondern werde spielerisch als Hilfsmittel eingesetzt. Gleichwohl verwiesen einige Kantonsräte darauf, dass das «Gemüthafte» beim Unterrichten von Siebenjährigen im Vordergrund stehen sollte und warnten vor einer «Überfütterung» der Kinder. 

Mangelndes Interesse der Lehrer 

Nach wie vor sträuben sich viele Lehrer dagegen, das Internet in den Unterricht zu integrieren. Ein Hauptproblem orten die kantonalen Verantwortlichen beim mangelnden Interesse der Lehrer - und bei der Furcht der Lehrpersonen, von ihren Schülern überflügelt zu werden. 

Wissenschaftler der Salzburger Fachhochschule für Telekommunikation und Multimedia haben im Rahmen einer Studie die Reaktionen von Schülern und Lehrern auf Computer und Internet untersucht. Das Resultat: Die Schüler kamen im Durchschnitt mit den Geräten besser zurecht als die Lehrer. Mit den gewitzten Schülern gingen die Lehrer sehr unterschiedlich um. Einige setzten die Könner in der Klasse als Tutoren ein - andere verweigerten ihnen den Computer, weil sie befürchteten, die Kontrolle zu verlieren. 

Mangelnde Infrastruktur 

Auch 1998 verfügen viele Schweizer Schulhäuser über nur sehr mangelhafte Computerausstattung. «Wenn der schnellste Computer im Schulhaus ein 386er Rechner ist, nicht über ein Modem verfügt und im Lehrerzimmer steht, dann können Sie das Internet im Unterricht glatt vergessen», klagt ein Ostschweizer Lehrer. Die Investitionsfreude der zuständigen Behörden hält sich offenbar in Grenzen. 

Ganz im Gegensatz etwa zu Deutschland: Im Januar haben der deutsche Bildungsminister Jürgen Rüttgers und die Telekom beschlossen, die Initiative «Schulen ans Netz» mit weiteren 100 Millionen Mark zu unterstützen. Das Geld soll ab 1999 dafür eingesetzt werden, dass alle 44 000 Schulen in Deutschland ans Internet angeschlossen werden. 

Mangelnde Ausbildung 

Mit einer guten Ausstattung ist es nicht getan. Im Kanton Obwalden sorgt gerade die gute Vernetzung der Schulen für Probleme: Jedes Oberstufenschulhaus verfügt über einen superschnellen Anschluss ans Internet, die Computer in den Arbeitsräumen stehen bereit. Nur sind die Lehrkräfte ratlos. Weil sie nicht über die nötige Ausbildung verfügen, können sie (im Gegensatz zu ihren Schülern) die Infrastruktur nicht nutzen. 

Die Schüler scheren sich nicht um die Probleme ihrer Lehrer. Sie surfen munter drauflos im weltweiten Datennetz, holen sich die Informationen für Schularbeiten aus dem Internet statt aus der Bibliothek und kommunizieren in Umgangsenglisch mit Gleichgesinnten. Ein Ausdruck der Aufgeschlossenheit sind die vielen Schülerzeitungen, die bereits im Netz aufgeschaltet sind. 

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