Ergebnisse zur Frage:
"Welchen praktischen Beitrag könnten Sie anderen KollegInnen zur Verfügung stellen?"


Auch in anderen Abschnitten dieser Arbeit werden konkrete Beispiele für Angebote vorgestellt, etwa im Abschnitt über die generellen Möglichkeiten. Hier sollen exemplarisch nur einige jener schon vorhandenen charakteristischen Angebote aufgelistet werden, die im Zusammenhang mit der hier gestellten Frage genannt wurden. Insbesondere sollen für interessierte LehrerInnen einige konkrete internet-Adressen genannt werden, die vielleicht zu einer künftigen Kooperation führen könnten.

Häufig wurden auf diese Frage auch bloß die bisher vorhandenen WWW-Seiten und vorhandene Kontakte genannt, aber auch die Hilfestellung bei der Gestaltung und Einrichtung eigener homepages (etwa von Martin Toffel von der SCHULE IM PARK, WWW: http://www.t0.or.at/~kids) wird angeboten.

An vielen Schulen bieten neben Lehrern auch SchülerInnen Informationen an, wobei die eigenen homepages vieler Schulen meist aufgrund der Initiative einer Lehrerin/eines Lehrers und in Zusammenarbeit mit kleinen Schülergruppen - oft im Rahmen eines Wahlfaches - zustandekommen. Als Beispiel dieser Lehrerbericht:

Da ich mit Ausnahme des Informatikunterrichts (ich unterrichte auch M,Ph) das Internet noch nicht gezielt einsetze, betrifft dies nur den Wahlpflichtgegenstand INF. Hier hat sich der Projektunterricht als geeignete Form erwiesen. z.B.: Entwicklung der SchulHomePage: Einteilung der Schüler in Gruppen mit verteilten Aufgaben, wobei die Einzelprodukte zu einem funktionsfähigen Ganzen zusammengesetzt werden. (Hohe Motivation bei den Schülern).

Besonders wertvoll scheinen mir kooperative Angebote von LehrerInnen, die bereit sind, ihr oft mühsam erworbenes know how zur Verfügung zu stellen und auch andern bei der Bewältigung der Anfangsschwierigkeiten zu helfen: Stellvertretend etwa das von Viktor Trautwein von der HS St. Anna, Steyr:

an hand von einigen beispielen zeigen, wie ich persönlich die nutzung von
internet in meinen unterricht eingebaut habe.
aufzeigen, wie ich mit minimalen mitteln mein schulnetz aufgebaut habe
ich betrachte momentan die informationen aus dem internet als das "gewürz"
zum normalen unterricht. (mehr kann es bei uns zur zeit aus kostengründen
noch nicht sein.) ich möchte aber internet als verfügbares
informationsmedium an möglichst vielen stellen in der schule zur verfügung
haben. dann werden für mich offene lernformen hochaktuell.
internetnutzung ist für meine unterrichtsvorbereitungen zu hause sehr
wichtig geworden.
meine "auftragsarbeiten" an schüler stützen sich fast immer auf recherchen
meinerseits.

Ein ausgezeichnetes Beispiel, wie konkrete Aufgaben zur Arbeit mit dem internet aussehen können, sind die Seiten von Krope (1997): Sie listet Aufgaben sowohl zum Erwerb der Informationskompetenz als auch zur Nutzung für die Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsnutzung auf (z.B. zum Datenschutzgesetz, zur ftp-suche, zu Börsenkursen, Finanzmärkten etc.) in Zusammenhang mit links-Vorschlägen bzw. Hinweisen, wie diese Aufgaben gelöst werden können.

Manche Lehrer setzen die Informationstechnologie internet gezielt ein, um den Anreiz des Neuen für ihren Unterricht zu nutzen und stellen somit indirekt wertvolles Material bereit:

Im Rahmen des Physik-Laborunterrichts verwende ich das Internet als Motivationsmittel (die besten Laborprotokolle werden im Internet veröffentlicht) 2 meiner Schüler, die in diesem Jahr an einer Fachbereichsarbeit schreiben, nutzen das Internet für Literaturrecherchen (BIBOPAC). Wir werden voraussichtlich mit Ende dieses Kalenderjahres einen Zwischenbericht darüber fertigstellen; bei diesem Projekt wurde das Internet häufig eingesetzt.

Josef Lucyshyn vom Bundesgymnasium Tamsweg bietet nicht nur fachspezifische Informationen an, die während eines EU-Projekts (Stadt im Mittelalter) an seiner Schule gewonnen wurden, sondern auch ein Referat über "Lernen in der vernetzten Informationsgesellschaft", das er im Rahmen der "Netdays Europe 1997" als Fortbildungsveranstaltung für PflichtschuldirektorInnen gehalten hat. Damit werden die gerade in der Einführungsphase des Mediums so wichtigen Basiserfahrungen weitergegeben, Vorurteile und falsche Erwartungen ausgeräumt.

Auf der homepage des BRG Wr. Neustadt (http://www.brg-wrn.ac.at) finden sich zahlreiche Informationsangebote und auch ein konkretes Angebot zur Zusammenarbeit:

Initiativen von LehrerInnen in Richtung echten pädagogischen Austausches sind im net noch dünn gesät. So findet man unter http://www.htl.fh-sbg.ac.at/a_netze/AGTK/Std-Bild/index.htm den äußerst verdienstvollen Versuch, Stundenbilder von LehrerInnen zu sammeln, allerdings fehlen Beiträge anderer zu diesem Projekt. Diese Initiative ist ein gutes Beispiel dafür, daß derzeit nur solche Projekte im net gelingen, hinter denen eine oder wenige Personen stehen und diese auch allein durchziehen ;-).

Derzeit finden sich im internet oft weit verstreute Unterrichtsbausteine, die vermutlich in ihrer Gesamtheit - d.h. sinnvoll gesammelt und strukturiert - wertvolles Unterrichtsmaterial darstellen könnten. Allerdings bedarf es eines hohen Aufwandes, link-Listen nicht bloß zusammenzustellen sondern vor allem ständig zu aktualisieren. Vermutlich wird der Beruf des Informationsmanagers und -brokers zu den wichtigen des nächsten Jahrtausends zählen (s.u.).

CD-ROM - Infoheft - Internet-Testzugang

Nicht direkt über das internet nutzbar und wohl verbunden mit kommerziellen Interessen ist ein in der Reihe "Netzwerkst@tt Schule" (http://www.newmedia.at) entwickeltes internet-Starterkit für Pädagogen. Dieser beinhaltet eine CD-ROM mit 10 Stunden Testaccount, Software für den Netzzugang, ein 80seitiges Begleitheft sowie eine umfassende Einführung in die pädagogische Nutzung des internet mit Beispielen und Hintergrundinformationen. Es geht vorrangig um die Onlinepraxis in Schule und Unterricht. Die CD-ROM ist als internet"- Dokument (WWW) aufbereitet und kann mit der beigepackten Software gelesen werden - auch ohne internet-Anschluß. Allerdings führen viele Beschreibungen und Adressenverweise direkt ins Netz.

"In sieben strukturierten Rechercheschienen mit knapp 30 ausgewählten und kommentierten Primäradressen sowie einigen Hundert weiterführenden Internetseiten werden die Benutzer mit redaktionellen Angeboten vertraut gemacht. Die zehn Fachbereiche mit etwa 100 sorgfältig ausgewählten und beschriebenen Pädagogikangeboten sowie einigen Tausend weiterführenden Links bieten vor allem Lehrern allgemeinbildender Fächer einen Einstieg in die Netzarbeit an. (...) Das Infoheft bietet auf 80 Seiten Praxisbeispiele zur Arbeit mit dem Internet im Unterricht sowie Wege zur Integration des Netzes in den Schulalltag. Im net sind die Informationen unter der URL http://www.bboard.blackbox.or.at/nws/ verfügbar".

Johann Weilharter von der BHAK/BHAS Tamsweg (http://www.asn-sbg.ac.at/schulen/hak-twg) möchte einen Bildungsserver zum Thema "Neue Medien" aufbauen und auch die Fächer Informatik und Mathematik besonders berücksichtigen.

Das von der EU geförderte Comeniusprojekt unterstützt die europaweite Kooperation und Kommunikation von Schulen bzw. Schulklassen. Ein gemeinsames Arbeiten und der Austausch von pädagogischen, didaktischen und kulturellen Inhalten soll durch diese Aktion ermöglicht und bewirkt werden. Ziele dieser Initiative sind unter anderem:

Kontaktstelle ist das Büro für europäische Bildungskooperation (Office for European Educational Cooperation); Schreyvogelgasse 2/Mezzanin, A-1010 Wien, Tel.: (+43) 1 / 534 08-38; Fax.: (+43) 1 / 534 08-50.

Als erstes Beispiel sei ein konkretes Projekt der Wiener "Schule im Park" erwähnt: "In unserer Schule läuft das Projekt "Ritter, Wikinger und Renaissancefürsten" seit September 1996 mit reger Anteilnahme von Schülern, Lehrern und Eltern. Die ersten Schritte betrafen ein Einander-Vorstellen, Informationen und Fragen Übermitteln sowie einen Austausch von Bildern, Fotos, Zeichnungen, Prospekten und Arbeitsmaterialien. Das Ergebnis dieses Austausches ist bereits seit längerem im Stiegenaufgang unserer Schule zu bewundern. Im Herbst 1996 war es uns möglich, mit der finanziellen Unterstützung des Comeniusbüros, der Nationalagentur und mit eigenen Reserven zwei internettaugliche Computer zu organisieren, mit deren Hilfe das Arbeiten an projektbezogenen Inhalten wesentlich effizienter, moderner und lustbetonter möglich wurde. Diese Homepage ist nur ein kleiner Teil unseres Computereinsatzes in der Schule. Die nächsten Schritte sind die genaue Beschäftigung mit unserem Thema (Exkursionen, Projektwochen, Lehrertreffen), Kennenlernen des Internets und das Verfassen eigener Berichte, Geschichte und Informationen von Schülern am Computer. " Projektpartner sind eine italienische und eine schwedische Schule.

Ein weiteres Projekt ist das vom burgenländischen Gymnasium Oberpullendorf organisierte Projekt "Umweltprobleme im städtischen Bereich - ein Vergleich zwischen Groß- und Kleinstädten." Hier haben sich eine spanische und eine irländische Schule zusammengeschlossen. Laut Schulhomepage untersuchten "Schüler und Lehrer in den drei Städten Wasser, Luft, Verkehrsbelastungen, Abfallentsorgung u.v.m. Diese Projekte sind fachübergreifend und sollen durch Einbezug außerschulischer Lernorte eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Sachgegenstand bringen, sowie die Schüleraktivitäten gezielt in eine Richtung lenken. Desgleichen sind die Projekte eine Alternative zum lehrplangebundenen und oft lehrerzentrierten Klassenunterricht.

Auch an diesen Projekten läßt sich erkennen, daß eine erfolgreiche Durchführung meist vom Einsatz weniger Beteiligter abhängt und nicht so sehr von technologischen Voraussetzungen.

Linklisten

Ein von Lehrern häufig geäußerter Wunsch ist der nach geordneten link-Listen. Hier gibt es bereits zahlreiche Angebote, die allerdings hinsichtlich Breite und Tiefe sehr stark variieren. In der Regel läßt sich deutlich erkennen, daß es sich um Einzelinitiativen von Lehrern handelt, die dann in "ihrem" Fächern sehr gut organisierte Quellendatenbanken anbieten.

Ein Beispiel etwa ist die sehr gute Liste schulbezogener Adressen am Wiener BRG 22 (http://www.brg22.ac.at/liste/schul/schul.html). Hier finden sich interessante Adressen für alle Fächer, wobei besonders der Lateinblock heraussticht.

Generell gilt, daß auch hier eine Zusammenarbeit wünschenswert wäre, denn es ist vermutlich wenig sinnvoll, wenn verteilt über das Bundesgebiet sich mehrere Fachkollegen an der selben Aufgabe versuchen, ohne ihre Zusammenstellungen zu koordinieren bzw. vielleicht sinnvoll zu kumulieren.

Der Autor dieser Arbeit etwa führte zwei Jahre lang eine Liste österreichischer Schulen im internet, wobei es daneben zahlreiche gleichlautende Initiativen gab, wobei vermutlich die eigene Liste aufgrund der investierten Arbeitszeit die vollständigste und aktuellste war. Mit der jetzt einsetzenden Verbreiterung der net-Basis an Österreichs Schulen wird diese Liste notgedrungen eingestellt, da zu viele Änderungen bzw. Neueinträge durchzuführen waren, die die Kapazität des Autors überstiegen. Diese Aufgabe, eine vollständige Liste zu führen, sollte und wird in Zukunft die Aufgabe des BMUK sein, wobei ich das als positives Beispiel sehe, die Anstrengungen im Zusammenhang mit dem internet zu konzentrieren und zu konzertieren. Ich fände es sinnvoll, wenn alle webmaster, die bisher solche Listen geführt haben, ihre bisherige Liste durch einen link zum Ministerium ersetzen und die freigewordene Kapazität an anderer Stelle einsetzen, etwa beim Aufbau einer link-Liste zu einem spezifischen Thema. Aber auch hier sei angemerkt, daß darüber vermittels einer entsprechenden mailinglist nach ähnlichen Aktivitäten geforscht wird.

Koordinative außerschulische Angebote

Nicht nur aus den Schulen gibt es Angebote, einen unterstützenden Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung liefern, auch im Rahmen von Projekten (ministeriell, universitär, privat) werden Ressourcen angeboten, die wie das Beispiel KOKOSNUSS (der Name steht für das Motto: "Kommunikation und Kooperation Schaffen für neue Unternehmungen in Sachen Schulkultur") nicht unbedingt kommerziell orientiert sein müssen (Betreiber: Abteilung "Schule und gesellschaftliches Lernen" des IFF, das ÖKSÖ im BMUkA, BRG Schloss Wagrain in Vöcklabruck, OÖ; http://www.kokos.ac.at/kokos/infohtm/wasist.htm):

Besonders das von den Betreibern genannte Argument, "... damit nicht an jeder Schule vor Ort das Rad neu erfunden werden muss!" scheint im Zeichen eines ökonomischen Umgangs mit schmalen materialen und geistigen Ressourcen angebracht. Aber auch der "für alle Interessierten frei zugängliche Datenschatz" sollte für manche Autoren Ermutigung sein, zumindest einen Teil des vorhandenen know how über das internet bereitzustellen.

Ein bescheidener Versuch in dieser Richtung ist auch die hier in dieser Arbeit vorgestellte Zusammenschau bisheriger schulischer Aktivitäten, die letztlich auch unter dem Motto "Giving Science Away" steht.

Ein weiteres außerschulisches Angebot gibt es auch an der Universität Wien, wo auf der "SunSITE Austria at the University of Vienna" (http://sunsite.univie.ac.at/) Arbeitsmaterialien, Software, linklists für den Fachbereich Mathematik etc. angeboten werden.

Für den Bereich der Übungsfirmen der Handelsakademien wird eine online-Version der Zeitung für Übungsfirmen angeboten (http://www.wipaed.uni-linz.ac.at/iluistra/Iluistra.htm). Diese wird von einer Arbeitsgruppe der Abteilung Wirtschaftspädagogik der Universität Linz angeboten.

Kreative Angebote

Leider gibt es derzeit nur sehr wenige interdisziplinäre kreative Projekte von Schulen wie etwa das Projekt KUNST IST EIN LEBENSMITTEL! der HLW Marienberg und dem BG Gallus Bregenz (WWW: http://www2.vol.at/Schulprojekt/GALLUS/modmoral.htm), in dem das Leben und die Kunst in Wien um 1900 in einem HTML-Projekt. Die folgende Zusammenstellung der Abschnittstitel kann zeigen, wie weit gefächert hier an ein Thema herangegangen wurde:

Liebe und Leidenschaft in der Lyrik und
Malerei
Baum als Motiv einer gestalterischen/künstlerischen Arbeit
Leben und Tod
Schieles Gefängnisaufenthalt / Bregenzreise
Mode und Moral in Wien um 1900
Biografisches zu Klimt und Schiele

Aber auch im deutschsprachigen Ausland sind solche Projekte eher selten, wie an anderer Stelle ausgeführt wird.


Hinweis

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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html


©opyright p@psych Linz 1998.
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