Ergebnisse zu den Fragen:
"Welche Daten bzw. Informationen werden im WWW gesucht?"
"Welche Fragen bestehen bezüglich der Nutzung des internet im Unterricht?"


Im Abschnitt über die Unterrichtsformen bei der Nutzung des internet werden zahlreiche Beispiele von möglichen gesuchten Daten und Informationen angeführt, aber auch im Abschnitt über die denkbaren Beiträge einzelner Schulen für das internet finden sich inhaltliche Spezifizierungen. Hier sollen zusammenfassend nur einige zusätzlich genannte Aspekte hervorgehoben werden.

Generell wird das Medium als mögliche ergänzende Informationsquelle neben traditionellen Medien (Schulbuch, Film, Video, Lexika) betrachtet, wobei von einigen Befragten die zusätzliche Möglichkeit der Interaktion mit den Autoren dieser Quellen als wesentlich hervorgehoben wird. Auch der Autor dieser Studie konnte in diesem Zusammenhang zahlreiche positive Erfahrungen sammeln, seit er auch für LehrerInnen und SchülerInnen pädagogisch relevante Fragen auf der homepage des Institutes (http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/) behandelt.

Ebenfalls betont wird die Aktualität der im internet verfügbaren Informationen, die es in einigen Fachbereichen wie Geographie, Gegenwartsgeschichte, Physik, Informatik oder auch Sprachunterricht anderen Medien überlegen macht. Dieses Informationsangebot wird dabei sowohl im Hinblick auf die LehrerInnen- als auch die SchülerInnenarbeit hervorgehoben.

In berufsbildenden höheren Schulen finden sich zahlreiche Wünsche nach fachspezifischen Informationen, wobei hier die Differenzierung zwischen genuin schulischen und "normal" kommerziellen Verwertungen verschwimmen dürfte.

Generell betrachtet herrscht aber bei den befragten Schulen ein guter Informationsstand hinsichtlich der inhaltlichen Möglichkeiten, die das internet für die Unterrichtsgestaltung bietet. Daher gibt es insgesamt nur wenig konkrete Fragen, die sich auf die prinzipielle Nutzung des Mediums als Informationsquelle beziehen. Das rührt natürlich auch daher, daß die BeantworterInnen des Fragebogens in den meisten Fällen internet-SpezialistInnen waren. Der Informationsstand an den Schulen selber wird von einigen Befragten allerdings eher skeptisch beurteilt, wobei hier vor allem das Desinteresse der KollegInnenschaft für das Informationsdefizit verantwortlich gemacht wird.

An der Spitze der Fragen stehen organisatorische und finanzielle:

wer übernimmt in anderen schulen die entstehenden kosten?
wer macht die netzwerkbetreuung?
wer übernimmt notwendige finanzielle aufwendungen?....

Konkrete Fragen zur Unterrichtsgestaltung wurden zwar relativ selten geäußert, was sicherlich darauf zurückzuführen ist, daß die meisten Antworten von EDV- bzw. Informatikspezialisten kamen, für die eher technische Probleme im Vordergrund stehen als pädagogische, jedoch werden allgemeine Hilfestellungen für den methodisch-didaktischen Einsatz dieses Mediums gewünscht. Wie ein Schulleiter wohl zurecht schreibt: "mir scheint zwar die technische Implantation des INTERNET in Österreich (wie auch in der Schweiz zur Zeit) rasch voranzugehen, die Reflexion darüber wird (noch) nicht in ausreichendem Maße geführt...".

Spezifische fachdidaktisch-methodische Hinweise werden von zahlreichen LehrerInnen gewünscht, wobei es in den meisten Fällen darum geht, möglichst schnell und möglichst effizient an Informationen für ihr Fach heranzukommen. Konkret werden Fragen nach einem effizienten Umgang mit der Informationsfülle im net gestellt, die von manchen eher als hinderlich erlebt wird.

Einige konkrete Wünsche richten sich daher nach einer Unterstützung beim Umgang mit der Informationsfülle im internet: "Ich persönlich würde sofort dafür sein, wenn eine Art Lesezirkelbetrieb von einer Stelle aus betrieben wird, die die Schulen mit aktuellen Themen bzw. Links versieht und Informationsaustausch über Schulthemen ermöglicht: was sollen wir für die Zukunft lernen".

Neben Fragen nach dem Umgang mit Suchmaschinen sind bereits konkrete Projekte in Planung, etwa ein Rating-Experiment, das als Ziel die didaktische Bewertung von internet-Beiträgen durch LehrerInnen hat. Immer wieder wird der Wunsch nach didaktisch gut aufbereiteten Stoffsammlungen für einzelne Fächer geäußert, die allerdings in einigen speziellen Fächern auch für deutschsprachige Quellen zwar vorliegen aber noch wenig genutzt werden.

Aber auch allgemeinpädagogisches Material wird gewünscht, etwa zur Unterrichtsplanung und -evaluation. Das bestätigt die zahlreichen Rückmeldungen, die der Autor im Zusammenhang mit dem von ihm betreuten server in den letzten Jahren erhalten hat. Hier werden vor allem jene Arbeitsblätter nachgefragt, die sich mit der Unterrichtsgestaltung beschäftigen. Einige der Befragten nannten konkret die äußerst mangelhafte pädagogische Ausbildung während ihres Studiums, da besonders im Hinblick auf den Medieneinsatz im Unterricht die bestehenden Ausbildungslücken offenbar und bewußt werden.

Immer wieder äußerten LehrerInnen Wünsche nach Fort- und Weiterbildung, wobei neben dem Erwerb technischen Wissens auch der Erwerb der notwendigen sozialen Kompetenzen als notwendig angesehen wird.

Konsequenterweise zeigten viele Antworten die Kommunikationsbedürfnisse der LehrerInnen auf, wobei hier auch der (soziale) Vergleich eine Rolle spielen mag:

welche erfahrungen haben andere kollegen mit der internetnutzung in der hs?
welche erfahrungen gibt es vor allem andere kolleginnen und kollegen in
diese arbeit mit einzubeziehen?

Fazit: Hard- und software vs socialware

Wenn man ein Fazit aus den Antworten ableiten müßte, dann jenes, daß derzeit wohl nicht so sehr hard- und software sondern socialware gefragt sind. Besonders jene Schulen, die aufgrund ihrer fachlichen Orientierung nicht mit spezifisch technologischem internet-know-how ausgestattet sind, sollten in geeigneter Form durch Anleitung und Beratung unterstützt werden. Wobei hier der Grundsatz der Präsenz und der Kontinuität wichtig erscheint, d.h., daß jederzeit Hilfe bei praktischen Unterrichtsproblemen erreichbar sein müßte, wenn möglich vor Ort. Denn es ist sicherlich nicht ermutigend und letztlich untragbar, bei einem einfachen Systemabsturz auch nur wenige Stunden auf support warten zu müssen. Auch wenn für LehrerInnen und SchülerInnen das gemeinsame Erlebnis eines technischen Problems und dessen gemeinsame Lösung aus sozialpädagogischer Sicht wohl nicht zu den ungünstigsten Lernmöglichkeiten für das Leben zählen mag. Ausschließlich auf solche Selbsterfahrungen zu setzen ist einer staatlichen Bildungsplanung wohl abzuraten ;-)


Hinweis

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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html


©opyright p@psych Linz 1998.
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