Ergebnisse zur Frage:
"Welche Funktionen werden genützt?"


Die heute gebräuchliche und einheitliche Bezeichnung internet verbirgt die Tatsache, daß dieser Name einen Oberbegriff für eine Vielzahl von Möglichkeiten des Informationsaustausches darstellt. Das internet ist der Zusammenschluß von vielen lokalen, nationalen und internationalen Computer-Netzen, die bloß alle dasselbe Protokoll (TCP/IP) verwenden und jeweils lokal über domains verwaltet werden. Durch dieses gemeinsame Übertragungsprotokoll sind die vermittelten Daten unabhängig von der jeweiligen Hard- und Software.

Die ersten verfügbaren Dienste waren recht einfach: "Telnet" für den Zugriff auf Programme auf anderen Computern, "FTP" (File Transfer Protocol) für die Übertragung von Dateien auf andere Computer, "Electronic Mail" und "Usenet News" für den Austausch von Informationen. Erst Ende der 80er-Jahre wurden zwei Arten von Informations-Systemen entwickelt, die einen gegenüber diesen alten Services wesentlich bequemeren Zugriff auf weltweit verstreute Informationen ermöglichen: "Gopher" und das "World Wide Web" (WWW).

Die Zusammenfassung unter dem Begriff internet kommt vermutlich auch deshalb zustande, weil moderne webbrowser in der Lage sind, die meisten der genannten Dienste innerhalb eines Programmes anzubieten bzw. in Ihren Funktionen vereinigen. Populär wurde das WWW nämlich erst durch die browser mit einer graphischen Benutzer-Oberfläche. Damit steht das World Wide Web plötzlich mit seinen modischen bunten Bildern und einfachen Maus-Klicks für jeden PC-Benutzer offen, und WWW-server mit mehr oder weniger interessanten Informationen sowie webbrowser mit mehr oder weniger guten Eigenschaften sprießen wie die sprichwörtlichen Schwammerln überall aus dem nahrhaften Boden der Informations-Gesellschaft (vgl. Partl 1996).

Im Zusammenhang mit dem Thema internet in der Schule sind heute vor allem von Bedeutung:

An den befragten Schulen werden überwiegend das WWW und die e-mail-Funktion genützt. Es lassen sich keine genauen Zahlenangaben machen, da die Antworten in der vorliegenden Untersuchung nicht vollständig quantitativ auswertbar waren. Projekte, in denen der Kontakt im Vordergrund steht, nützen natürlich vor allem die Postfunktion, während Projekte, in denen es eher um das Kennenlernen der internet-Möglichkeiten geht, die WWW-Nutzung den Unterricht dominiert.

An einigen wenigen Schulen werden auch noch die "Vorgänger" des heutigen WWW wie FTP-Transfer, Gopher oder Veronica genutzt.

Da an vielen Schulen überhaupt erst der Umgang mit der Technologie (hard- und softwaremäßig) erlernt und geübt werden muß, dominieren in dieser ersten Phase eher lokale Anwendungen wie Textverarbeitung und Rechenprogramme, während integrierte Internetdienste nur sporadisch genutzt werden.Dazu ein Lehrer:

"Ich betrachte die momentane Phase als die Zeit des Vertrautwerdens mit dem Internet für Schüler und Lehrer. In dieser Phase ist ein wesentliches Ziel das Kennenlernen der Programme. (...). Dieses Ziel kann auch anhand von Internetseiten wie RTL,... erreicht werden. In den kommenden Phasen werden wir darauf zu achten haben, daß die Leute, die wirkliche Informationen suchen nicht durch die "Internet-Spieler" behindert werden".

Oft werden die internet-Zugänge in Verbindung mit lokalen Programmen, die auf den installierten Rechnern laufen, verwendet: "Zur Zeit wird nur die Homepage, hauptsächlich für Informatik und Latein von mir ausgebaut und im Lateinunterricht werden von mir erstellte Programme (Partizipialkonstruktionen, Gerundium und Gerundiv...), in denen die Grammatik Satz fuer Satz erarbeitet und geübt werden kann, genützt".

An einigen Schulen werden schulspezifische intranets entwickelt, ausgebaut und genutzt, da letztlich auch diese geschlossenen Systeme auf denselben Technologien wie das internet beruhen. Vermutlich können solche Entwicklungen bereits als Reaktion auf die äußerst unzulänglichen Möglichkeiten der Außenkontakte (Leitungsprobleme, Kostenfrage) gesehen werden.

Ein anderer Lehrer ermöglicht seinen Gastschülern, e-mails an Bekannte bzw. Eltern ins Ausland zu schicken.

LehrerInnen selber nützen das internet vorwiegend zur Informationsbeschaffung für die Unterrichtsvorbereitung, aber immer häufiger werden auch die Kommunikationskanäle des internet genutzt, wobei hier Angebote wie z.B. blackboard diese Möglichkeiten forcieren (siehe dazu den Abschnitt über mailinglists).

Schüler werden von manchen Lehrer zusätzlich zur Arbeit mit dem internet ermuntert. Dazu schreibt ein Lehrer: "Im Rahmen des Physik-Laborunterrichts verwende ich das Internet als Motivationsmittel (die besten Laborprotokolle werden im Internet veröffentlicht), 2 meiner Schüler, die in diesem Jahr an einer Fachbereichsarbeit schreiben, nutzen das Internet für Literaturrecherchen (BIBOPAC)".

Es wird auch moniert, daß die vorgesetzten Dienststellen zwar von der Notwendigkeit der Nutzung des internet an den Schulen reden, selber aber noch weitgehend die traditionellen Informationskanäle verwenden, vor allem in Bereichen, in denen das internet aufgrund der ständigen Aktualisierbarkeit allen anderen Medien überlegen ist:. So schreibt ein Lehrer: "Bürokratische Post (vom LSR, BMUK usw) sollte über email oder gar nicht verschickt werden. (Z. B. aufwendig gestaltete Broschüre über Videobeamer vom BMuK - viele Seiten (hohe Kopier- u. Papierkosten- Preise nicht mehr aktuell - sinnvoller: Excel-Tabelle als Anbindung an eine e-mail)".

An dieser Stelle soll die Polytechniche Schule Wien, Roda Roda Gasse 3, als ein positives "Gegen"beispiel hervorgehoben werden, das die kommunikativen Funktionen des internet schon heute dazu nutzt, um Anmeldungen für das nächste Schuljahr entgegenzunehmen (WWW: http://www.blackboard.at/schulen/polyroda/anm9899a.htm).


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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html


©opyright p@psych Linz 1998.
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