Jahr der Jugend 2001

Die Bilanz

"Jahr der Jugend 2001 - Bilanz"

Junger Jahrtausendstart

Das tatsächlich erste Jahr im neuen Jahrtausend stand in Oberösterreich im Zeichen der Jugend. Die Oö. Landesregierung hatte in einem einstimmigen Beschluss 2001 zum "Jahr der Jugend" proklamiert.

Die Ziele

Diese können im wesentlichen in drei Punkten zusammengefasst werden:

  • Ermunterung der jungen Menschen, die vielfältigen Chancen im Bildungsbereich, am Arbeitsmarkt und bei der Freizeitgestaltung zu nutzen
  • Rücksichtnahme auf Jugendliche mit besonderen Schwierigkeiten
  • größeres Verständnis der Erwachsenen für die spezifische Lebenssituation und Werthaltungen der jungen Menschen

Studie bestätigt: Jugendliche sehen deutliche Verbesserungen

Im Auftrag des LandesJugendReferats hat das Market-Institut vom 23. bis 31. Oktober eine Befragung zum "Jahr der Jugend" und zur Entwicklung der Jugendfreundlichkeit durchgeführt. Mit folgenden wesentlichen Ergebnissen:

  • 54 (!) der jungen Menschen sagen, dass sich die Situation für sie in den letzten Jahren in Oberösterreich verbessert hat.
  • 48 % (Dezember 1999: 26 %!) sind mit der Lebenssituation "sehr zufrieden", weitere 47 % "zufrieden".

Jugendwohlfahrt: Aktionen

"Jung sein" in Oberösterreich bedeutet nicht für alle Jugendliche ein Leben in weitgehend geordneten Bahnen.

"Das Jahr der Jugend muss auch für jene, die sich an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt fühlen, eine Plattform bieten", erläutert Landesrat Josef Ackerl den Hintergrund für die Projekte der Abteilung Jugendwohlfahrt im "Jahr der Jugend". Die Abteilung Jugendwohlfahrt erhielt daher den Auftrag, speziell auf diese Jugendlichen zugeschnittene Projekte zu initiieren und zu koordinieren. Die Jugendwohlfahrtsprojekte sollten sozial benachteiligten und von gesellschaftlicher Ausgrenzung bedrohten Jugendlichen zugute kommen, sich an ihren Bedürfnissen orientieren und ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Wünsche und Ideen in der Öffentlichkeit zu artikulieren. An die 10.000 Jugendliche konnten mit den Projekten der Abteilung erreicht und großteils auch aktiv eingebunden werden.

Projekte der Abteilung Jugendwohlfahrt

ABSCHLUSS-PARTY am 14. Dezember 18:00 Uhr IM POSTHOF - Das Programm Bilder vom Abschlussfest

Projekte mit Sozialpädagogischen Kinder- und Jugendwohngruppen:

  • "Fremde Kulturen - auf der Suche nach Zufriedenheit" - Bilder von der Abschlußveranstaltung in Steinbach
    Kinder und Jugendliche aus dem Kinder- und Jugendwohnhaus Johannesgasse, dem Landeskinderheim Schloss Neuhaus und dem Kinderheim Steinbach des Sozialhilfeverbandes Vöcklabruck haben auf künstlerische Weise die Probleme von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft erarbeitet.
  • "aus alt mach neu" - Bilder von den Renovierungsarbeiten
    Ein halbes Jahr lang renovierten die Mädchen der sozialpädagogischen Mädchenwohngruppen STEP ein ehemaliges Einfamilienhaus am Waldrand von Baumgartenberg. Das Haus soll als Ort der Entspannung und als Freizeit-Domizil dienen. Bei diesem Projekt wurden von den Mädchen Böden verlegt, Fliesen geklopft, Türen geschliffen, Duschen eingebaut und vieles mehr.
  • Workshop Ausdruckstanz: Tanzfest - Bilder vom Workshop - Bilder von der Aufführung
    Bei einer Kooperation der Wohngruppen "Die Brücke", "Wankham" und "Steinbach" entstand mit der Unterstützung einer Tanztherapeutin eine eindrucksvolle Choreographie. 8 Monate lang haben 9 Mädchen aus den Wohngruppen gemeinsam für dieses Projekt gearbeitet.
  • Blockhausbau - Bilder vom Bau
    Die Blockhäuser entstanden als Kooperationsprojekte zwischen dem Sozialpädagogischen Jugendwohnheim Wegscheid und der Mädchenwohngruppe "Die Brücke".
  • Kulturprojekt "Soccer Court" - Bilder vom Finaltag
    Bei einem 3-tägigen Soccer Court Turnier mit rund 20 Teams standen neben Spaß und Sport auch Konfliktbewältigung und Fair play im Vordergrund. Die Teams wurden von der Landessondererziehungsschule Steyr, dem Sozialpädagogischen Zentrum Gleink, Schulen aus dem Großraum Steyr und Jugendgruppen gestellt. 
  • "Bunte Steine - kreativ arbeiten in der Natur" - Bilder von der Projektdurchführung und Bilder von der Vernissage und Ausstellung in der Galerie ART 7 - Jetzt auch in der Landeshauptstadt "Bunte Steine" im Landhauspark beim Stifterdenkmal nebst Bildern von der Einweihung
    Jugendliche des Zentrums Spattstraße arbeiteten gemeinsam mit KünstlerInnen drei Tage in der Natur. Drei der dort entstandenen Kunstwerke, 3 Totempfähle, stehen derzeit im Linzer Landhauspark.
  • Theaterprojekt "Hipp - Techno - Hopp" - Bilder von der Aufführung
    Dieses Musiktheaterprojekt wurde von Jugendlichen des Jugendwohnheims in Linz- Wegscheid erarbeitet. Es geht nicht nur um Jugendkultur, sondern auch um den Platz den Jugendliche in der Gesellschaft haben.
  • Weihnachtsmärchen
    Dieses Märchen wird ebenfalls von den Jugendlichen des Jugendwohnheimes in Linz - Wegscheid erarbeitet.

Projekte mit The House, Flüchtlingsbetreuung, Volkshilfe Oö.:

  • "EDV Center - Lernen und Gestalten" - Bilder von der Eröffnung
    Unbegleitete minderjährige Fremde, die oft keinen Anschluss in unserer Gesellschaft haben, haben durch dieses EDV Center Interessen entdeckt, Ausdrucksmöglichkeiten gefunden und mit anderen Jugendlichen Kontakt geknüpft. 
  • "Fremd sein"
    Von unbegleiteten minderjährigen Fremden wurde ein Computerspiel entwickelt bei dem es vor allem um ihre Erlebnisse mit Verfolgung, Bedrohung, Flucht, Demokratie und Fremdsein geht.

Projekte mit Streetwork Oö.:

  • "your viewture - 4 Fotoprojekte" - Bilder von der Eröffnung in Schärding
    Jugendliche aus den Bezirken Linz-Land, Freistadt, Schärding und Braunau setzten sich aktiv mit ihrer momentanen Lebenssituation auseinander. 15.000 Fotos umfasst diese "bildhafte Jugendstudie" aus der Sicht der Jugendlichen. Eine Auswahl dieser Fotos zeigt der Streetwork-Kalender 2002.
  • "radio rauschfrei"
    Jugendliche machen Radio
  • "Streetmobil - Streetworker on the road in Perg" - Bilder von der Bemalung
    Mit diesem Wohnmobil als Büro, dass überall zum Einsatz kommen kann werden die Jugendlichen an ihren Plätzen besucht.
  • "kids & künstler"
    Die Clubräume von Streetwork Schärding wurden von den Jugendlichen, die dort den Clubbetrieb nützen gemeinsam mit den Streetworkern und heimischen KünstlerInnen neu gestaltet.
  • Musikprojekt "street.kids.rhythm" - Die Aufführung
    Ein Projekt von Jugendlichen im Rahmen von Streetwork Wels.
  • "crossover" - Jugend gegen rechte Gewalt
    Für viele Jugendliche war die Vorbereitung auf dieses Konzert, bzw. die Teilnahme der Einstieg zu diesem Thema. Wenn es "in & cool" ist, gegen Rechts zu sein, kann dies der erste Anstoß sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen. 10.000,00 Schilling des Konzerterlöses wurden für Deutschkurse der Caritas für ausländische Flüchtlinge gespendet.

Weiters unterstützte die Abteilung Jugendwohlfahrt 4 Projekte des Vereines Jugend & Freizeit und das Festival for childrenís rights.

Erkenntnisse aus den Projekten:

Die Erfolgserlebnisse der Jugendlichen bei den Projekten wirkten sich nicht nur positiv auf das Selbstwertgefühl aus, sondern waren wichtige Meilensteine in der Entwicklung der Jugendlichen. Neben der Vermittlung von Spaß, Freude und von bestimmten Fertigkeiten wurde bei allen Projekten das "Miteinander" betont und dadurch auch Außenseiterpositionen abgebaut.

Durch Sport konnte über die Vernetzung zwischen sozialpädagogischen Institutionen hinaus auch eine Zusammenarbeit mit anderen Jugendvereinen erreicht werden.

So wurden z.B. Heimjugendliche aus dem Projekt Soccer-Court als Mitspieler für auswärtige Teams angefragt.

Einer der wichtigsten Aspekte der Projekte war es, den Jugendlichen eine Plattform der Artikulation zu geben. Die Ergebnisse der Projekte widerlegen eindrucksvoll das Vorurteil, dass Jugendliche nicht mehr bereit wären, sich zu engagieren.

Insbesondere Musik und Tanz können helfen, Barrieren zwischen Jugendlichen abzubauen, da sie als "gemeinsame Sprache" fungieren.

Bei den Jugendwohlfahrts-Projekten wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Jugendlichen von Beginn an eingebunden sind. So konnten die Jugendlichen alle notwendigen Schritte vom Planungsstadium bis zur Zielverwirklichung mitverfolgen, mitgestalten und das Ergebnis ihrer Bemühungen hautnah miterleben.

Auch 2002 wird ein "Jahr der Jugend"

Denn viele der Projekte werden auch im kommenden Jahr weitergeführt:

  • Blockhausbau:
    Aufgrund der positiven Ergebnisse und Erfahrungen mit diesem Projekt werden die Betreuer mit ihren Schützlingen ein weiteres Blockhaus bauen.
  • Fotoprojekte:
    Weitere Ausstellungen über den jeweiligen Bezirk hinaus sind geplant. Die durch die Projektarbeit entstandene Kooperation mit anderen Jugendorganisationen bzw. den jeweiligen Gemeinden wird im nächsten Jahr fortgeführt.
  • Tanz-Workshop:
    Aufgrund der Leistung der Mädchen und dem positiven Erfolg der Tanztherapie wird es auch 2002 wieder einen Tanz-Workshop geben.
  • Soccer-Court-Turnier:
    Der mobile Soccer-Court soll künftig auch an andere Institutionen verliehen werden. Einladungen von auswärtigen Teams und weitere Turniere sind geplant.
  • Kreativprojekt "Bunte Steine":
    Ein lokaler Abschlussevent mit der Bevölkerung ist in Planung. Einige Kunstwerke aus dem Projekt werden im örtlichen Sportpark aufgestellt.

LandesJugendReferat: Aktionen

Oö. Jugendkarte "4YOU"
Voll eingeschlagen hat die im Juni eingeführte "Oö. Jugendkarte 4YOU". Rund 19.000 sind bereits KartenbesitzerInnen, 63 % kennen das Angebot, was nach Aussage von Werbefachleuten beachtenswert ist, weil nur in wenigen Ausnahmefällen innerhalb eines halben Jahres nach Produkteinführung die 50 %-Marke der Bekanntheit überschritten wird. Besonders erfreulich ist auch, dass 15 % der Noch-Nicht-Kartenbesitzer ankündigen, die Karte "sicher bestellen" und 44 % "vielleicht bestellen" zu wollen. Im "Kernbereich" der Jugendlichen von 11 - 18 Jahren liegt das Potential sogar bei 24 % ("sicher bestellen") bzw. 50 % ("vielleicht bestellen").

Die Karte hat im Wesentlichen drei Vorteile:

  • Vergünstigungen beim Einkauf und Veranstaltungsbesuch mit über 200 Vorteilsgebern
  • Altersnachweis
  • Jugend-Information: Unter anderem erhalten die KartenbesitzerInnen regelmäßig das neue Jugendmagazin "mag4you", außerdem gibt´s eine tolle Homepage (www.4YOUcard.at)

Regionalisierung des Jugendservice
In der Vorwoche wurde die Regionalisierung des Jugendservice des Landes mit nunmehr 14 Regionalstellen und der Zentrale in Linz abgeschlossen. Damit gibt es nun für jeden Bezirk einen "OneStopShop" für Jugendliche mit Fragen von A bis Z. Durch diese räumliche Nähe wird das Jugendservice heuer erstmals die rund 10.000 Kontakte-Marke überschreiten.

EU Regionalstelle eingerichtet
Für das neue EU-Programm "Jugend" gibt es seit Mai erstmals eine eigene oö. Regionalstelle (Pfarrplatz 1, 4020 Linz, Tel. 0732/771030, E-Mail: office@4YOUgend.at). Damit soll die größtmögliche Ausnutzung dieses EU-Jugendförderprogramms, insbesondere in den Bereichen Jugendaustausch, Europäischer Freiwilligendienst und Jugendinitiativprojekte durch unser Bundesland sichergestellt werden. Mit über 3 Mio. Schilling EU-Geldern wurde heuer bereits ein Rekordwert erreicht.

Internet-Offensive
Das Internet ist ein junges und jugendliches Medium. Laut Oö. Jugendstudie vom Oktober 2001 haben 72 % der Jugendlichen von 11 bis 25 Jahren bereits Zugang zum Internet, um 21 % mehr als bei der Jugendstudie 2000.

Die wesentlichen Aktivitäten:

  • Homepagewettbewerb mit 193 TeilnehmerInnen. Die Jugendlichen hatten dabei via www auch eine virtuelle Jurystimme, fast 1000 machten davon Gebrauch.
  • Aktion "Internet(t)e Gemeinde: Das Welt-Netz wird immer mehr auch zu einem lokalen und regionalen Informations- und Kommunikationsmedium. Für Gemeinden gab es Schulungen, wie die Gemeindehomepages um jugendrelevante Informationen ergänzt und als Jugendplattform genutzt werden können.
  • Aktion Di@log: Jugendliche lehren Erwachsenen und Senioren das Internet. Dies trägt zum Generationen-Dialog und zur Steigerung des Selbstwertgefühls der Jugendlichen bei.
  • Familie und Internet: Gemeinsame Aktion zur Aufklärung über Chancen und Gefahren des Internets mit dem Familienreferat.

Behinderten-Aktionswochen
Anfang November starteten die Aktionswochen "Gemeinsam" zur Integration junger behindertet Menschen in die Kinder- und Jugendarbeit. Den Abschluss von 25 Veranstaltungen bildete am 7. Dezember das Konzert des "No problem Orchestras", das bereits vor dem Papst, der UNO-Vollversammlung und bei der Hochzeit von Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones gespielt hatte. Der Reinerlös kommt der Aktion "Licht ins Dunkel" zugute.

Informationsoffensive
Zu Beginn des Jahres galt es, in einer breiten Werbekampagne auf die Grundanliegen des Jugend-Jahres aufmerksam zu machen. Ergänzend dazu wurden u.a. folgende Öffentlichkeitsmaßnahmen gesetzt:

  • Multiplikatoren-Infoveranstaltungen: z.B. kommunaler Jugendkongreß im Landhaus, Jugendzentrumsleitertag in Kremsmünster
  • Start der LandesJugendReferats-Homepage www.landesjugendrefer.at mit bereits rund 100.000 Besuchern
  • Start der regelmäßigen Herausgabe der Jugendarbeits-Zeitschrift "4YOUsers"
  • Start der regelmäßigen Ausgabe der MedienNachrichten mit der Vorstellung der neuesten Filme, DVDs, etc.
  • Start der regelmäßigen Herausgabe der DigiNews über neueste Infos der Internetpädagogikstelle des Landes, die bis vor kurzem die einzige im deutschsprachigen Raum war
  • Broschüre "Be careful" zum Jugendschutzgesetz
  • Broschüren "First Step" zum richtig Bewerben,
  • Broschüre "Pole Position" mit Lerntipps, Nachhilfeinstitutsadressen und Lernferien, etc.

Weitere Aktionssplitter

  • Schulstartkonzert: Das am 14. September nach den Ereignissen in New York vom "11.September" kurzfristig zu einem "Fest des Friedens" wurde
  • Landeswettbewerb "Kinder- und jugendfreundlichste Gemeinde"
  • Fotowettbewerb "Junge Augenblicke"
  • Start der "Burschenarbeit" als Ergänzung zur "Mädchenarbeit" im Rahmen der geschlechtssensiblen Jugendarbeit
  • Kinderrechte: Jugendleiterseminar und Themenschwerpunkt des "Landespreis für Innovative Jugendarbeit"
  • Landespreis "Attraktivste Ferienspiele"
  • Aktion "Gemeindejugendtag", in rund 100 oö. Gemeinden durchgeführt
  • 40 neue Jugendtreffs
  • Bezirksjugendarbeit: als Bindeglied zwischen Gemeinden und Land mit Bezirksjugendgesprächen und eigenen Bezirkskonzepten in bereits 4 Bezirken
  • Oö. Spieletage: im Landeskulturzentrum Ursulinenhof mit über 10.000 Besuchern
  • Euro für Kinder: auch für diese gibtís das Taschen- und Jausengeld bald in der neuen Währung, die durch Memories, Schätzspiele, etc. spielerisch kennen gelernt werden kann.
  • Polit-Training für Mädchen: gemeinsam mit dem Frauenreferat organisiert, um Mädchen zu ermuntern, sich politisch zu engagieren
  • Jugendsilvester: Zum Jahresausklang gibtís am Linzer Hauptplatz noch ein großes Jugendfest und gemeinsam mit der Kath. Jugend wird die Aktion "Brot statt Böller" auf eine breite Basis gestellt. Der Erlös kommt der Ausbildung arbeitsloser Jugendlicher zugute.


Quelle: PRESSEINFORMATIONI: Information zur Pressekonferenz mit Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer,  Landesrat Josef Ackerl und Landesrat Dr. Walter Aichiner am 18. Dezember 2001 zum Thema "Jahr der Jugend 2001 - Bilanz"

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