Einleitung und Fragestellung

Zur Einstimmung zwei Verlautbarungen


Wien (27. Oktober 97/22:34)

Unterrichtsministerium jetzt online! Schon 1000 Österreichische Schulen im Netz

Seit Montag ist das Unterrichtsministerium unter der Adresse http://www.bmuvie.gv.at im Internet erreichbar. Aus Anlaß der Präsentation des Schulwettbewerbs "Europa macht Schule" stellte Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer die neue Homepage des BMUK vor, die als Plattform und Wegweiser für Schüler und Lehrer dienen solle, nicht aber als Mitteilungsfriedhof für Erlässe, so Gehrer im O-Ton. Die Schüler könnten sich im Internet Wissen holen, sie müßten dieses Wissen aber auch kritisch hinterfragen. Laut Gehrer sind bereits 1.000 der 6.600 österreichischen Schulen im Netz.

Vizekanzler Außenminister Wolfgang Schüssel betonte bei der Vorstellung der Homepage, daß BILDUNG der wichtigste Standortvorteil Österreichs und Europas sei. Die Bundesregierung werde daher gerade in diesem Bereich große Anstrengungen unternehmen. Allein in den nächsten zwei bis drei Jahren würden insgesamt 12 Milliarden Schilling für Maßnahmen im Bildungsbereich ausgegeben, darunter v.a. für Schulaus- und neubauten. "Wir müssen die besten sein, wir wollen die europa- und weltweit beste Bildung bieten", erklärte Schüssel, der sich im Anschluß gemeinsam mit Gehrer einem einstündigen Chat mit Schülern stellte.

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Wem helfen Jubelmeldungen?

Die Meldung, die ich meine - der Originaltext steht am Ende dieser Nachricht - lautet "1000 der 6000 Schulen im Netz". Es stimmt, dass etwa 1000 Schulen entweder ueber eine E-Mail-Adresse oder ueber eine Homepage verfuegen. Stand 15.10. (ca.): 978 Schulen E-Mail oder WWW, davon 535 nur E-Mail, 54 nur WWW, 388 E-Mail und WWW. Was aber heisst, sie seien "im Netz"?

Das Gros der 978 Schulen haben eine E-Mail-Adresse oder eine Webseite bei einem Provider, meist netway. Permanente Verbindungen mit eigenen Domains sind selten, es sind einige Dutzend, sicher keine Hundert, sie beschraenken sich auf die HTLs und auf einen Teil der AHS. Auch wenn es einer Schule gelingt, ihr LAN mit einer temporaeren Waehlverbindung ins Internet zu bringen, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, dass man sich nach einer Standleitungsloesung umschaut, die wahrscheinlich auch weniger kostet.

Die Meldungen mit den Schluesselwoertern "Internet", "CDs im Unterricht", "Autonomie", "Investitionen fuer die Bildung"... erwecken bei der Bevoelkerung den Eindruck, dass die Schulen den "Multimedialen Lern- und Arbeitsplatz" fuer die Jugend bereithalten. Etwas mehr Realitaetsnaehe waere angebracht.

In diesen Meldungen wird auch von Geldern berichtet, die man fuer Bildungsaufgaben verwenden will. Ob diese Gelder auch die Schulen erreichen, steht auf einem anderen Blatt. Ob die Schulen aus technologischen Gruenden auf eine Aufstockung des Budgets hoffen duerfen? Ob innovative Schule ihre Innovationsfreude auch unterstuetzt bekommen? Derzeit nicht! Das Geld fliesst in Grossprojekte und die "autonomen" Schulen sind gut beraten, dabei mitzutun, denn fuer andere Ideen gibt es kein Geld. So kann man die Schulen an der kurzen Leine halten und die "Autonomie" pressewirksam vermarkten, wie auch heute die "1000 Schulen im Netz".

Solange eine Herzeige-Schule mit 3000 Schuelern mit einer 128 kBit/s-Leitung "im Internet" ist, und es dank nachfolgender Engstellen zu 300 bps-Uebertragungen (und beliebig darunter) kommt - und das ist noch Gold, wie berichtet wird - , sollten wir den Jubelmeldungen mit Skepsis begegnen.

LEHRERFORUM@ccc.or.at


Die Ausgangslage

Im Artikel der PCNews "Informatik & EDV im österreichischen Schulwesen" (Ohne Autor 1997) wurde im April 1997 folgende Ausgangslage konstatiert:

Seit der Verankerung der Informatik im allgemeinbildenden Schulbereich Mitte der 80er Jahre hat die Computerrevolution schon längst das private, öffentliche und gesellschaftliche Leben durchdrungen. Die Verbreitungsgeschwindigkeit des Personal Computers ist eng mit der Entwicklung der Softwaretechnik und einer Verbesserung der Benutzerschnittstellen verbunden. Der stattfindende Paradigmenwechsel in der Informatik vollzieht sich im Übergang vom individuellen Arbeitsplatzrechner (auch in den Bildungsinstitutionen) zum vernetzten multimedialen PC. Die grundlegenden Innovationstendenzen der Informationsgesellschaft sind Digitalisierung, Miniaturisierung und Integration. Dabei sorgt Multimedia durch die Integration mit anderen Techniken wie insbesondere Telekommunikation auf digitaler Basis für einen neuen Schub von Entwicklungen und Anwendungen, seien es digitale Speichermedien wie die CD-ROM oder multimediale Trends zur globalen Vernetzung. Das österreichische Schulwesen ist jedenfalls aufgefordert, die neuen Technologien der Information und Kommunikation in die Aus-, Fort- und Weiterbildung zu integrieren, wie dies in den nachfolgenden Leitsätzen gefordert wird.
  1. Die neuen Technologien dringen unaufhaltsam in nahezu alle Arbeits- und Lebensbereiche vor. Besonders Multimedia und Telekommunikation sind zu Bestimmungsfaktoren für die Informationsgesellschaft geworden, in der infolge des raschen technologischen Wandels zusehends neue berufliche Qualifikationen erforderlich werden.
  2. Angesichts einer kaum mehr überschaubaren Wissensexplosion wird lebensbegleitendes Lernen zu einem unabdingbaren Muß für alle Formen der Aus- und Weiterbildung in der Informationsgesellschaft. Der Zugang zu telematisch vermittelten Bildungsangeboten für alle sollte vom staatlichen Bildungswesen als vorrangige Aufgabe gesehen werden.
  3. Neben der Bereitstellung von Wissen resp. der erforderlichen Zugänge dazu, ist eine entsprechende Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz, d.h. ein Mindestmaß an Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit den neuen Technologien, erforderlich.
  4. Elektronische Kommunikation über Datennetze ermöglicht im Bildungsbereich neue Organisationsformen des Unterrichts sowie neue Lehr- und Lernmethoden und umfaßt einen Teil der neuen edukativen Infrastruktur unter Einsatz der neuen Medien.
  5. Der Einsatz der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien im schulischen Unterricht soll herkömmliche Unterrichtsformen nicht ersetzen, sondern effizienzsteigernde Alternativen bieten.
  6. Innovative Technologien der Information und Kommunikation sind zur Erreichung eines qualitativ hohen Bildungsanspruches integrativ in alle Formen der Aus- und Weiterbildung einzubinden, um die Effizienz von Lehren und Lernen zu erhöhen.
  7. Die Qualität des Unterrichts wird nicht von vornherein durch die Bereitstellung von Multimediasystemen und Netzanschlüssen in Schulen und Bildungsinstitutionen verbessert, sondern dazu bedarf es qualitativ hochwertiger Lernsoftware und geeigneter didaktischer Konzepte für den Unterricht.
  8. Die Einbeziehung neuer Medien sollte in alle Schularten bzw.- stufen erfolgen und möglichst früh beginnen, da Kinder weitaus weniger Berührungsängste mit den neuen Technologien haben und sich dadurch rechtzeitig die geforderten Qualifikationen für das spätere Berufsleben verfestigen können.
  9. Wichtig für die Anwendung neuer Technologien im Unterricht und deren Akzeptanz ist die Aus- und Weiterbildung der Lehrer. Neben einer umfassenden Ausbildung für die Handhabung der neuen Medien ist besonders der Anwendungsaspekt bzw. der didaktische Einsatz/Nutzen herauszuarbeiten.
  10. Da sich durchaus ein Teil der Instruktionsfunktion als wichtige Aufgabe der Lehrer mit multimedialen und telekommunikativen Hilfsmitteln rationalisieren läßt, werden zukünftig andere Qualifikationen (Erziehen, Beraten, Betreuen) neben dem nach wie vor notwendigen Unterrichten an Bedeutung gewinnen.
  11. Neue interaktive Medien im Unterricht verändern die traditionelle Rolle des Lehrers, das Berufsprofil des traditionellen Wissensvermittlers wandelt sich zum Lern-Moderator und Coach.
  12. Die Integration neuer Technologien in den Unterricht schafft neue Lernumgebungen (Tele-Learning im weitesten Sinne), die das Lernen effizient, anforderungsgerecht und ubiquitär (ortsunabhängig) machen. Die neuen medialen Möglichkeiten eröffnen die Chance, neue Inhalte lernbar zu machen oder bekannte Inhalte auf eine lerngerechte Weise zu präsentieren.
  13. Die Informations- und Kommunkationstechnologien bieten die Möglichkeiten zu größerer Orientierung an den Interessen und Fähigkeiten der Lernenden, das assoziative Verfolgen von Bezügen unter Ausnutzung neuer Lernsysteme (Hypertexte, Hypermedia) wirkt motivierend und verhilft zu neuen Einsichten.
  14. Es ist wichtig, schon Schüler auf den verantwortlichen Umgang mit den neuen Technologien vorzubereiten (Medienmündigkeit), um mögliche negative Folgen wie bspw. beim unkontrollierten Fernsehkonsum, hintanzuhalten.
  15. Wenn ubiquitäres Lernen mittels telematischer Dienste und Netze ermöglicht werden soll, müssen als Basis dafür auch die notwendigen technischen Komponenten vorhanden sein. Das Bildungswesen kann die Herausforderungen, die durch die neuen Medien entstehen, allerdings nicht alleine bewältigen, es bedarf der Unterstützung der Wirtschaft, Politik und Elternschaft.

Nun wird derzeit in Österreich im Rahmen von ministeriellen, bundeslandspezifischen aber auch von privaten Providern (z.B. Netway) geförderten Aktionen versucht, den Schulen Zugang zu den Möglichkeiten der weltweiten Vernetzung durch das internet zu verschaffen. Solche Aktionen sind beispielsweise das Austrian School Network - ASN, Black*Board oder der education highway Oberösterreich. Bis vor kurzer Zeit waren solche Zugänge noch weitgehend das Resultat von Initiativen einzelner Schulen und sogar einzelner Personen. Die Spuren lassen sich auch heute recht gut an einigen "bunten" URLs bzw e-mail-accounts erkennen, die nun mehr oder weniger einheitlichen Adressen Platz machen müssen.

In anderen Ländern

Nun soll auf breiter Basis der Anschluß an etwa in der BRD (z.B. Offene Deutsche Schulnetz - ODS, Das Deutsche Schulnetz, Projekt PLUTO, WINShuttle, Schulen an das Netz) schon seit längerer Zeit laufende Projekte gefunden werden. Auch in der Schweiz sind im Rahmen des "Schulnetz Schweiz" einschlägige Bemühungen zu beobachten. Dort ist vor kurzem im Auftrag des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit und der Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungdirektoren die Initiative "Lernen ohne Grenzen" ins Leben gerufen worden, die das Ziel hat, "allen Schülern und Schülerinnen der ganzen Schweiz den Umgang mit den Informations- und Kommunikationstechnologien zu ermöglichen" (vgl. Abplanalp 1997). Dazu Francis Moret, der Leiter der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB) am 12. September 1997 in einem Interview in Bern:

Diese Offensive ist noch sehr jung, sie existiert erst seit Juni 1997. D.h. bis jetzt ist noch nicht viel erreicht, die erste grosse Aktion startet in diesen Tagen mit den ersten "Netd@ys97", aber eines der mittel- und langfristigen Ziele ist es, bis zur Expo 2001 mit weiteren solchen "Netd@ys" eine grosse Zahl der Schulen ans Internet anzuschliessen. Für dieses Jahr haben wir mit den "Netd@ys97" zwei Ziele: (1) die Information und Sensibilisierung von Lehrerschaft, Eltern, Politikern und Medien und (2) etwa weiteren 100 Schulen den Zugang zum Internet zu verschaffen. In der Schweiz ist die ganze Situation bezüglich der bereits angeschlossenen Schulen sehr heterogen, d.h. je nach Kanton und Schulstufe gibt es Schulen, die auch im internationalen Vergleich an der Spitze liegen und andere, die noch keinen Anschluss haben. Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen, aber ich schätze, dass etwa 200 bis 300 Schulen in der Schweiz ihre eigene Homepage produzieren, demzufolge insgesamt etwa 1000 Schulen Internetzugang haben, d.h. von insgesamt 6000 Schulen rund ein Sechstel. Eines unserer Ziele ist es, die anderen Schulen auch ans Netz zu bringen (Abplanalp 1997).

Wie Bartos (1997) in einem Überblick über die Entwicklung in anderen Länder berichtet, steht in New York im Mittel fünf Schülern ein Multimedia-Arbeitsplatz zur Verfügung. "In Portugal ist geplant, daß bis zum Jahr 2000 in jeder Klasse ein Multimediasystem verfügbar ist. Britische Studien zeigen aber, dass 70% der Lehrer den PC nicht in ihren Unterricht integrieren, also weder auf mögliche Anwendungen (und Risiken) ausreichend hinweisen, noch ihn aktiv verwenden. Der grundsätzliche Wille ist zwar meist vorhanden, aber es scheitert zum Teil an der nicht ausreichenden Anzahl der zur Verfügung stehenden Geräte und an der mangelnden Einschulung der Lehrer. Dadurch haben manche Lehrer auch Angst vor einer eventuellen Überlegenheit der Schüler in den neuen Technologien. Der PC wird oft noch eher als "Add-on" denn als Werkzeug gesehen. Untersuchungen in Amerika zeigen, dass die Motivation und die Freude der Schüler am Unterricht mit steigender Intensität des PC-Einsatzes steigt. Der Computer übernimmt „mechanische" Tätigkeiten, sodass für die Kreativität mehr Zeit bleibt. Die dafür nötige Software ist zu 90% bereits an den Schulen vorhanden, sie wird jedoch oft unangemessen oder auch gar nicht genutzt. Mädchen haben wohl größere Anfangsschwierigkeiten mit dem PC, weil sie selten die Übungsmöglichkeiten der Burschen zu Hause besitzen, jedoch in weiterer Folge sind sie (unter sonst gleichen Voraussetzungen) geschickter im Umgang mit diesem Medium."

Die aktuellen Offensiven in Österreich folgen also einem Trend, der in den USA seinen Ausgang genommen hat. Dort sind laut einer Aussendung des pressetext.austria 18 Prozent der Schulen als "High-Tech-Schulen" zu qualifizieren. "Das ist das Ergebnis einer Datenerhebung an 55.000 oeffentlichen Schulen, die jetzt im Magazins Education Week veroeffentlicht wurden. Voraussetzung fuer eine derartige Einstufung waren das Vorhandensein eines Internet-Zugangs, das Bestehen eines Computer-Netzwerksystems sowie ein ueber dem nationalen Durchschnitt liegendes Verhaeltnis zwischen der Anzahl der Schueler und der Anzahl von Rechnern und CD-ROM-Laufwerken. (...) Die Studie schliesst jedoch mit der Feststellung, dass nur wenige Informationen darueber zu Verfuegung stuenden, auf welche Weise Computer und andere Technologien von den Schuelern genutzt werden. Darueber hinaus ist unklar, ob und wie der Einsatz moderner Technologien die Leistungen der Schueler tatsaechlich beeinflusst."

Wie Oppenheimer (1997) berichtet, kommt generell nur wenigen Studien zur unterrichtlichen Effizienz des Computereinsatzes wissenschaftliche Seriosität zu. Er schreibt: "Unfortunately, many of these studies are more anecdotal than conclusive. Some, including a giant, oft-cited meta-analysis of 254 studies, lack the necessary scientific controls to make solid conclusions possible. The circumstances are artificial and not easily repeated, results aren't statistically reliable, or, most frequently, the studies did not control for other influences, such as differences between teaching methods. This last factor is critical, because computerized learning inevitably forces teachers to adjust their style -- only sometimes for the better. Some studies were industry-funded, and thus tended to publicize mostly positive findings. "The research is set up in a way to find benefits that aren't really there," Edward Miller, a former editor of the Harvard Education Letter, says. "Most knowledgeable people agree that most of the research isn't valid. It's so flawed it shouldn't even be called research. Essentially, it's just worthless." Once the faulty studies are weeded out, Miller says, the ones that remain "are inconclusive" -- that is, they show no significant change in either direction. Even Esther Dyson admits the studies are undependable. "I don't think those studies amount to much either way," she says. "In this area there is little proof."

Man sollte meinen, daß in den USA paradiesische Zustände in Bezug auf das internet in Schulen herrscht, allerdings gibt es dort große regionale Unterschiede. In einem Bericht des Spiegel berichtet Schön (1997) von einem Projekt des US-Staates New York "New York Wired", das den öffentlichen Schulen internet-Zugang verschaffen soll. "Aber die Realisierung vor allem in New York City läuft nur langsam an. "Die Stadt hat Probleme, genug Geld aufzutreiben und die Industrie mit an den Tisch zu bekommen", sagt Cullen. Ihre Schule ist auf die staatliche Unterstützung nicht angewiesen, weil direkt über ihrem Computerzentrum die City University von New York sitzt, "und die ziehen uns die Strippen schlichtweg durch die Decke". Dadurch hat die La Guardia Middle College High School über 100 Internetanschlüsse und jeder Schüler hat mit eigenem Paßwort Zugang zu den Geräten. "Anfangs hatten wir Probleme mit dem Papierverbrauch, weil sich die Kids dauernd irgendwelche Song-Texte oder Artikel über Leonardo DiCaprio ausgedruckt haben", sagt Kathy Goldstein, die Computerwissenschaften studiert hat und eigens für diese Aufgabe angestellt worden ist. Zweimal sei es auch vorgekommen, daß sich Kinder pornographische Bilder aus dem Internet heruntergeladen haben. Doch Goldstein hält nichts von Zensur. In die Computer wurde die Filtersoftware "Cyber Snoop" eingebaut, die zurückverfolgen kann, wer welche Webseiten aufgerufen hat, um die Kindern notfalls rückwirkend zu bestrafen - mit Internetverbot zum Beispiel. Auch Chatrooms sind tabu. Darüber hinaus setzt Goldstein auf eine offene Informationspolitik, die die Eltern aufklärt, daß man im World Wide Web mit unerfreulichen Inhalten konfrontiert werden kann. Jeder Schüler in La Guardia bekommt eine Einführung, wie man mit dem Computer umgeht. Wer mehr wissen will, kann in Kursen weiter lernen. Daß die meisten Kinder schon längst wissen, wie man mit Maus und Tastatur umgeht, kann Cullen nicht bestätigen: "Vielleicht ein Viertel der Schüler kann überhaupt ordentlich tippen, wenn sie damit anfangen". Die Fähigkeiten der Schüler hängen oft davon ab, ob sich die Eltern privat einen Computer kaufen. 58 Prozent aller US-Haushalte mit Kindern haben laut der "New York Times" inzwischen einen Computer zu Hause stehen. Doch der Unterschied zwischen arm und reich ist signifikant: Denn 68 Prozent aller Haushalte, die einen Computer besitzen, haben ein Jahreseinkommen von über 75.000 Dollar (rund 126.000 Mark). In den Familien, die weniger als 20.000 Dollar (34.000 Mark) verdienen, sind es nur noch 19 Prozent. Eine Rolle spielt außerdem, ob die Kinder in einem Bundesstaat groß werden, dessen Infrastruktur von der Informationsindustrie dominiert wird oder nicht. In Kalifornien, wo bereits ein Viertel der Bevölkerung in der Computerbranche beschäftigt ist, bringen Eltern ihren Sprößlingen den Umgang mit neuen Technologien selbst bei. Viele andere Staaten der USA sind noch auf einem holprigen Weg ins 21. Jahrhundert. Im Jahr 2000, so versprach US-Präsident Bill Clinton, sollen alle Schulen im Lande mit Internetanschluß versehen sein. Zwei Milliarden Dollar (3,4 Mrd. Mark) will die US-Regierung dafür zur Verfügung stellen. Die Chancen, diesen Plan einzuhalten, stehen gut: Nach einer Studie des Erziehungs-Magazins "Education Week" haben 85 Prozent der 85.900 öffentlichen Schulen inzwischen Internetzugang. Knapp ein Drittel davon hat eine Vollzeitkraft, die sich um das Computerzentrum und die Fortbildung von Schülern und Lehrern kümmert. 60 Prozent der Lehrer haben eine Schulung am Computer mitgemacht. Die Probleme liegen oft darin, daß vor allem in Schulen mit hohem Armutsanteil nicht genug Potential vorhanden ist, um die Kinder tatsächlich weiterzubilden. Oft liegt es in den Händen des Informatik-Lehrers, sich um ausrangiertes Equipment der Industrie zu kümmern, und das Problem der Wartung bleibt dann immer noch ungelöst. Die 42jährige Angela, Lehrerin an einer Grundschule in New Jersey, klagt, sie habe lediglich fünf Bildschirme in ihrem Klassenzimmer und die reichen unmöglich aus, um alle 25 Kinder anständig zu trainieren. "Ich muß in Schichten Stoff durchnehmen, und wenn die letzten fünf Kinder durch sind, kann ich mich meistens nicht mehr erinnern, was die ersten fünf geleistet haben." Unumstritten ist lediglich die Faszination, die so ein Gerät auf die Kids ausübt. "Der Computer ist ein wunderbarer Babysitter", sagt Angela. Weil es nicht ausreicht, die Schulen einfach nur an das Internet anzuschließen, hat das Institut für Lerntechnologien an der New Yorker Columbia Universität mehrere Programme auf die Beine gestellt, die rund 30.000 Schülern - oft Latinos und Schwarzen - aus ärmeren New Yorker Gegenden wie der South Bronx oder Harlem zu Gute kommen. Sie bereiten die öffentlichen Schulen auf Kurse für Kinder jeden Alters vor, vom Kindergarten bis zur Universität. Im Klartext heißt das, daß sie sich um die technische Ausrüstung und Wartung kümmern, die Ausbildung der Lehrer, die Integration der Computer in den Lehrplan und die Verknüpfung der Schulen untereinander. Das größte Problem war bisher logistischer Art. "Bisher", so sagt Projektmanager Joshua Reibel, "mußten wir 60 Prozent unserer Zeit damit verbringen, den Schulen technische Hilfe zu leisten, und nur 40 Prozent blieben für inhaltliche Gestaltung übrig". Das soll sich allerdings in den nächsten Jahren ändern. Ein grundlegender Aspekt wird sich nach Ansicht von Projektleiter Frank Moretti jedoch nicht ändern, nämlich daß "Erziehung beim Fiskus noch nie eine Priorität hatte".

Generell kann man sowohl in den USA als auch in Europa beobachten, daß ein Defizit hinsichtlich qualitativer Daten zur Einführung des internet in den Unterricht vorliegt. In der vorliegenden hypertextorientierten Arbeit wird der Versuch unternommen, eine aktuelle Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an österreichischen Schulen durchzuführen. Die Rückmeldung in Form dieser Arbeit erfolgt in themenadäquater Weise somit über jenes Medium, mit dessen Hilfe und über das die Untersuchung durchgeführt wurde. So wurden für die Erhebung die kommunikativen Möglichkeiten des internet genutzt, indem die Datenerhebung bzw. Befragung der einzelnen Bildungseinrichtungen via e-mail erfolgte.

Diese Arbeit scheint insofern sinnvoll und wichtig, als das internet in der öffentlichen Diskussion unseres Bildungswesen immer häufiger als das Medium der Zukunft apostrophiert wird, das Lösungen für die meisten unterrichtlichen Probleme unserer Schulen bereitzuhalten scheint. Es gibt kaum eine Rede eines Politikers - besonders nicht aus dem Bildungsbereich - der nicht auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den neuen Informationstechnologien hinweist. Abplanalp (1997) schriebt dazu: "Internet, Hypermedia und Virtual Classroom sind Schlagworte, die in letzter Zeit häufig im Zusammenhang mit unserem Ausbildungssystem gefallen sind. Dabei gibt es am einen Ende der Skala technikzentrierte Befürworter, die den Einsatz des Internets in der Ausbildung zum Selbstzweck erheben (z.B. Frei, 1997) und am anderen Ende defensive, fortschrittskritische Traditionalisten, die die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verteufeln (z.B. Postman, 1995). Während die einen der Schule vorwerfen, sie verschlafe die technologische Entwicklung und stecke insgesamt in einer Modernitätskrise, betonen die anderen nur die Gefahren, die sie im Zusammenhang mit dem Internet sehen. Wie so häufig bei stark polarisierenden Themen finden sich in der Mitte nur wenige eindeutige Positionen."

So sagte etwa die zuständige Ministerin anläßlich der Eröffnung des Forum Alpach in Bezug auf neue Medien und Technologien:

Der Umgang mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ist Grundvoraussetzung dafür, in der Arbeitswelt der Zukunft bestehen zu können. Die Aufbereitung von Daten zu Informationen und die Nutzung dieser Informationen zur Problemlösung ist die vierte Kulturtechnik, die jeder Mensch in Zukunft beherrschen muss. Die Lehrenden müssen in kürzester Zeit entsprechend kompetent gemacht werden, um die neuen Medien technologisch zu beherrschen und sowohl didaktisch wie auch methodisch anzuwenden. Die Schulbibliotheken sollen zu Medien- und Lernzentren weiterentwickelt werden. Österreich kann sich europaweit mit der technischen Ausstattung seiner Schulen sehr wohl sehen lassen; wir liegen an der Spitze. Jede dritte Schule publiziert eigene Informationen (Schulprofil etc.) im Internet (Gehrer 1997).

Zwar zeigt sich in dieser wie in anderen öffentlichen Wortmeldungen auch die allgemein verbreitete Unkenntnis über das internet bzw. das Auseinanderklaffen von optativer und rauher Wirklichkeit, allerdings kann vermutet werden, daß auch dergestalt herbeigeredete Revolutionen und Paradigmenwechsel letztlich doch in absehbarer Zeit stattfinden werden.

Zwar ist dem oben angeführten Argument für den internet-Einsatz in der Schule als Vorbereitung auf die heutigen und zukünftigen Anforderungen der Informationsgesellschaft generell zuzustimmen, denn es ist zweifellos eine wichtige Aufgabe der Schule, die heranwachsende Generation auch zur Berufsfähigkeit zu führen. "Im Kern stellt diese Haltung aber nur eine defensive pädagogische Reaktion auf die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien dar und muß daher als unzureichend beurteilt werden. Vielmehr ist diese passive Haltung in ein offensives, pro-aktives Suchen nach neuen pädagogischen Nutzungsformen dieser Technologien weiterzuführen. Dabei ist v.a. an die Potentiale eines Lernens mit Hypermedia und an die neuen Möglichkeiten aufgrund der Vernetzung zu denken" (Abplanalp 1997).

Dazu wieder der schon zitierte Francis Moret, der Leiter der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB):

Es ist interessant, dass fast alle Politiker in ihren Reden dem Thema "Schulen ans Internet" gegenüber sehr positiv eingestellt sind. Es braucht aber insbesondere bei den Politikern etwas mehr Unternehmergeist, man sollte in die Zukunft unseres Landes investieren. Die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte in diesem Gebiet ist das wichtigste was jetzt unternommen werden sollte. Dies ist aber ein politischer Entscheid, der viel kostet, und deshalb in der jetzigen Konjunktur- und Budgetlage etwas Mut braucht. Anders sieht es aus bei der Privatwirtschaft, die ein starkes Interesse hat, dass hier etwas passiert, d.h. sie ist viel aktiver. (...)
Die rohstoffarme Schweiz sollte sich diese einmalige Chance nicht entgehen lassen und sollte nicht nur reagieren, sondern agieren. Bezüglich der bereits vorhandenen Infrastruktur in den Schulen stehen wir in der Schweiz auch im internationalen Vergleich gut da, d.h. im Reagieren auf technologische Entwicklungen sind wir nicht schlecht. Wir sollten jedoch auch zum Agieren übergehen, d.h. von der pädagogischen Seite her die Anforderungen definieren und entsprechende Konzepte entwickeln. Das ist auch eine wirtschaftliche Chance für die Schweiz, denn wir sollten lernen, in einem globalen Markt nicht nur unsere Industrieprodukte zu verkaufen, sondern auch unsere Bildungsprodukte.
(Abplanalp 1997).

Bisherige Versuche, neue Technologien auf breiter Basis im Unterricht zu nutzen, sind in den meisten Fällen ohnehin eher wenig erfolgreich verlaufen, besonders wenn man die anfänglich in diese Medien gesetzten Erwartungen mit der tatsächlichen Entwicklung vergleicht. Außerdem finden sich in der öffentlichen Diskussion kaum fundierte Kenntnisse zum Umgang mit dem Medium. Das gilt in hohem Maße für die aktuellen (1998) internet-Diskussionen. "Viele Äußerungen zum Lernen mit dem Internet haben anekdotischen, spekulativen oder programmatischen Charakter" (Döring 1997).

Schon in den frühen 80ern etwa wurde das Lernen am Computer propagiert, doch haben weder das Computer-Based Learning mit Lehrprogrammen noch das multimediale oder hypermediale Lernen mithilfe von CD ROMs bisher eine allzugroße Bedeutung erlangt. Nun geht es also um eine weitere Lernform am Computer: das "Lernen und Lehren im Netz (virtuelles Lernen, Online Learning). Von "globalen Klassenzimmern", "virtuellen Seminaren", "Tele-Vorlesungen" und "Tele-Labors" ist die Rede".

Aber auch bescheidenere - wenn nicht naive - Vorstellungen sind zu hören, wie etwa die Erwartungen einer deutschen Realschule an die Vernetzung:

Die Lehrer könnten sich interessante Zusatzinformationen und Anregungen für ihren Unterricht aus dem Internet beschaffen. (..) Die einzelnen Schulklassen könnten mit anderen Schulen in Deutschland, aber auch im Ausland Kontakte aufnehmen. Zum Beispiel könnten wir in den jeweiligen Fremdsprachen mit unseren Partnerschulen im Ausland kommunizieren. Es würde den Kontakt zu den Austauschpartnern erhalten, eventuell einen zweiten gegenseitigen Besuch ermöglichen und die Freundschaft zwischen den deutschen und ausländischen Schulen festigen. Jedenfalls würden die meisten Schüler sich eher für eine Kontakterhaltung am Computer per Internet begeistern lassen, als für den "veralteten" Briefwechsel.
Auch im direkten Schulunterricht wäre ein Internet von großem Nutzen. Zum Beispiel könnten wir im Kunstunterricht den Louvre in Paris besichtigen. Die meisten der dort ausgestellten Kunstwerke sind im Internet erfaßt. Die Gemälde mit eventuellen Erklärungen, ebenfalls aus dem Computer, oder vom jeweiligen Kunstlehrer würden sicherlich mehr Interesse bei den Schülern erregen, als bisherige einzelne Bücher, die möglichst fließend durch die Klasse gegeben werden müssen.
Mit Hilfe des Internetanschlusses wäre es den Schülern möglich, sich direkt in das aktuelle Geschehen des Bundestages einzuklicken, um die neuesten, zum Thema passenden Informationen zu beziehen. Ebenfalls würde der Internetanschluß eine Erleichterung bieten, andere Politikverhältnisse, zum Beispiel die in Amerika, zu erläutern. Die Schüler könnten sich in das Weiße Haus einklicken und dort neue Informationen und Erfahrungen beziehen und sammeln und darüber in der Klasse diskutieren und Fragen stellen.
(
Der vollständige Text).

Schon jetzt gibt es im Hinblick auf das internet kritische Stimmen: "Euphorischen Einschätzungen der didaktischen Nutzbarkeit von Computernetzwerken (schnelles, leichtes, flexibles, selbständiges, angenehmes Lernen etc.) stehen ernüchternde Erfahrungen mit hohen Abbrecherquoten, Kommunikationsarmut, Überlastung und Frustration durch technische Probleme gegenüber (z.B. Müller-Schöll, 1996; Nistor & Mandl, 1995). Neben ungünstigen organisatorisch-institutionellen Rahmenbedingungen sind es Unsicherheiten hinsichtlich des didaktischen Konzepts, die dem Erfolg internet-basierten Unterrichts entgegenstehen" (Döring 1997).

Im Rahmen einer älteren internationalen Studie "Computers in Education" (COMPED) wurde 1989/90 und 1992 die Praxis der schulischen Computeranwendung in mehr als 20 Staaten vergleichend untersucht. Ein Ergebnis war, daß die SchülerInnen fast ausnahmslos das schulische Angebot von Computerunterricht befürworten, möglichst viel über Computer erfahren wollen. Im internationalen Vergleich lagen die österreichischen Schüler/innen damit etwa im Durchschnitt der Teilnehmerstaaten. Die Unterstützung bei der Nutzung des Mediums durch ihre Eltern wird als nicht besonders positiv empfunden: 36% positiven Urteilen standen 64% negative Beurteilungen gegenüber. Buben scheinen dabei von den Eltern im Schnitt noch besser unterstützt zu werden als Mädchen. Beinahe komplementär dazu das Wissen und Können der LehrerInnen. Nur ein sehr geringer Prozentsatz aller derzeit im Dienst stehenden österreichischen Lehrer hat eine systematische Grundausbildung im Bereich der Informationstechnologie erhalten: "... mehr als 90% des Wissens der Lehrer über Computer stammt daher aus der Fortbildung am Pädagogischen Institut oder an der eigenen Schule, dem Selbststudium oder aus privat finanzierten Kursen. Rund 9% der Lehrer an HS/AHS haben bis 1992 eine formale Qualifikation (Zusatz-Lehramt) für das Fach Informatik erworben, rund 70% des Informatikunterrichts wurde zum Zeitpunkt der Untersuchung von geprüften Informatiklehrern erteilt. Im Schnitt verfügte jede HS/AHS in Österreich über zwei geprüfte Informatiklehrer (wobei 81% von ihnen männlich waren)." Zwar mögen diese Zahlen heute leicht überholt sein, aber sie zeigen deutlich, auf welchen Boden technologische Neuerungen wie das internet an österreichischen Schulen fallen. Vergleiche mit biblischen Gleichnissen sind durchaus angebracht.

Diese erste Bestandsaufnahme will nun weniger die technischen Aspekte der Vernetzung unserer Schulen beleuchten, denn das bloße Vorhandensein einer Technologie ist noch lange kein Garant für deren (adäquate) Nutzung. Wie etwa einem Erfahrungsbericht aus der "Frühzeit" der Netzanbindung von Schulen in eindrucksvoller Weise zu entnehmen ist, sind es weniger technologische als psychologische Barrieren, die überwunden werden müssen (Currlin 1995). Auch die persönlichen Erfahrungen des Autors mit dem Medium bzw. mit der Akzeptanz in seinem Umfeld (Stangl 1996) lassen es wünschenswert erscheinen, den "Pionieren" dieses Mediums an unseren Schulen dadurch Hilfestellung zu geben, indem Ihre Arbeit dokumentiert und gewürdigt wird. Bei dieser "Bestandsaufnahme" geht es daher nicht um die Erhebung der technischen Ausstattungen und der damit verbundenen Probleme, vielmehr wird vorwiegend den pädagogischen, psychologischen und didaktischen Aspekten der Nutzung des Mediums nachgegangen. Es sollen somit jene Bereiche aufgefunden werden, in denen die derzeitigen Nutzer des internet an unseren Schulen Hilfestellung benötigen.

Wie der Autor dieser Arbeit im Umfeld der Untersuchung erfahren hat, laufen bereits seit längerer Zeit Untersuchungen, einen empirischen Überblick über den Einsatz der internet im Unterricht an Österreichs Schulen zu erhalten. Einige der befragten Schulen wiesen bei der Beantwortung meiner Anfragen explizit darauf hin, daß "das Ministerium dasselbe von uns wissen will" oder daß auch die Institution XY genau dieselben Fragen gestellt habe. Allerdings sind m.E. alle diese Untersuchungen von ihrer Anlage her kaum imstande, mit dem Entwicklungstempo, das üblicherweise in der Entwicklung der Informationstechnologie herrscht, Schritt halten zu können. Vermutlich sind die zahlenmäßigen Ergebnisse dieser Studien beim Vorliegen der Publikation schon lange überholt. Der neueste Stand (30. Januar 1998) der propagierten Vernetzung von Österreichs Schulen ist wohl eher als Absichtserklärung oder gar als Danaergeschenk einzustufen. Oder weniger bildungsbeflissen als Micky-Maus-Lösung?

Hier - wie im gesamten Schulbereich - scheint es zum gegenwärtigen Zeitpunkt imho auch gar nicht notwendig, gleich mit Kanonen wie ISO9000, ISO9000ff, EFQM, 2Q, TQMS, TQM, Quality Management, Qualitätszirkel etc. auf die erst zart verwurzelten Pflänzchen zu schießen, um ja kein Unkraut wuchern zu lassen. Unter dem Deckmantel einer doch unbedingt notwendigen Evaluation wird bei uns gebremst, während anderswo agiert wird. Das internet ist ein Medium, das sich schnell entwickelt, internet-Angebote verändern sich laufend und werden ständig korrigiert. Dies führt zu einem Entwicklungstempo, das die Schulen und auch andere Bildungseinrichtungen bisher nicht kannten. Es bleibt daher keine Zeit für jahrelange Versuchsbetriebe. "Learning by doing" und "Trial and Error" sind angesagt (vgl. Frei 1997).


Hinweis

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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html


©opyright p@psych Linz 1998.
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