Lernen &endash; Lehren &endash; Forschen für eine vernetzte Wissensgesellschaft

Aufbruch zu e-learning und Internet (Pressekonferenz, 4.4.2000)

Bei den Konferenzen der Bildungsminister und beim allgemeinen Rat in Lissabon wurden die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien als vordringliche Bildungsmaßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze und zur Sicherung der Weiterentwicklung der Wirtschaft in Europa genannt. Es wurden genaue Ziele festgelegt, welche es nun gilt, auch in Österreich umzusetzen.

Die großen Herausforderungen im Bildungsbereich sind e-learning in der Lehre sowie der selbstverständliche Umgang mit dem Internet. Für diese Legislaturperiode ist es daher vorgesehen, mit dem Einsatz einer Computermilliarde das Lernen im Netz, die Ausbildung der Lehrer, e-learning für Universitäten und Erwachsenenbildung, die Hinführung aller Bürgerinnen und Bürger zum Internet entscheidend voranzutreiben. Dadurch wird der Schlussfolgerung des allgemeinen Rates in Lissabon "EU Internet Community" bis 2005 entsprochen.
 
 

Bild: Bildungsministerin Elisabeth Gehrer bei der heutigen Pressekonferenz zum Thema: "Lernen - Lehren - Forschen für eine vernetzte Wissensgesellschaft: Aufbruch zu e-learning und Internet".

Hier finden Sie eine Aufzeichnung der Pressekonferenz. Zum Abspielen dieser benötigen Sie den Real Player.
 
 

Folgende Maßnahmen im Bildungsbereich sind notwendig:

Die technische Vernetzung wird ausgebaut, die Anbindung auf 2 bis 10 Megabit/sec. erhöht und die Computerausstattung auf hohem technischen Niveau und nach neuesten Erkenntnissen vorangetrieben (Laptop-Klassen).

Die Lehrpläne werden an die Erfordernisse der neuen Arbeitsplätze im Technologiebereich angepasst, damit jährlich etwa 20.000 Absolventen für diesen speziellen Bereich zur Verfügung stehen.

Spezialisten sollen mit Lehraufträgen für geblockte Lehrveranstaltungen an die Schulen geholt werden.

Die Ausbildung der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer an Pädagogischen Akademien und Universitäten muss Schwerpunkte im Bereich der neuen Medien beinhalten.

In der Lehrerweiterbildung werden Schwerpunkte gesetzt, damit bis 2002 die gesamte im Dienst stehende Lehrerschaft für den Umgang mit dem Internet geschult ist.

Lernen am Netz muss für Jugendliche und Erwachsene zur Selbstverständlichkeit werden.

Speziell ausgebildete Fachleute (Informatikmanager) werden die Betreuung der Anlagen in den Schulen und die schulinterne Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer übernehmen.

Eine sektionsübergreifende Steuerungsgruppe wird die Detailausarbeitung der Ziele sowie die Umsetzung und Evaluierung begleiten.

Alle Experten rechnen mit einer explosionsartigen Entwicklung des Arbeitsplatzbedarfs im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Laut IDC-Studie (International Data Corporation) werden in Österreich bis zum Jahr 2003 mindestens 85.000 neue Arbeitsplätze in diesem Technologiebereich entstehen und in Europa wird der Bedarf an neuen Arbeitskräften im Bereich des e-business bis zum Jahr 2003 rund 1,7 Millionen sein.

Es zeigt sich immer mehr, dass die Arbeit am Computer neben Rechnen, Schreiben und Lesen zur vierten Kulturtechnik wird. Dieser Entwicklung ist im Schulbereich Rechnung zu tragen, durch: 

Diese Ziele werden durch den Einsatz der Computermilliarde erreicht, welche in dieser Legislaturperiode zur Verfügung stehen wird.

Bei den Lehrplänen zur Berufsausbildung sind besonders die Berufe der neuen Technologien sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich zu berücksichtigen, wie z.B. Netzwerkplaner, Systemingenieure, Softwareentwickler, SAP-Techniker, EDV-Berater, Datenschutzexperten, Systemanalytiker, EDV-Problemmanager. Die Beratung und Betreuung von Kunden wird in allen Bereichen notwendiger denn je.

Mit Abschluss des heurigen Schuljahres gibt es 19.800 Absolventen, die über Kenntnisse verfügen, die dem Europäischen Computerführerschein entsprechen (Grundlagen, Internet, Tabellenkalkulation, Präsentation, Textverarbeitung, Betriebssysteme), ca. 8.000 davon werden spezielle Kenntnisse haben (facheinschlägige Spezialapplikationen, kommerzielle Datenverarbeitung, Computertechnik und Kommunikationstechnik,...). Bis zum Jahr 2003 werden es 21.100 Absolventen jährlich sein, mindestens 10.000 davon mit Spezialkenntnissen. Im Bereich der Universitäten wird es bis 2003 6.000 wissenschaftlich ausgebildete höchstqualifizierte Fachleute für die modernen Technologiebereiche geben.

Neben modernen Lehrplaninhalten werden zusätzliche Angebote für den Umgang mit Computer und Internet gemacht. Der Europäische Computerführerschein wird von speziell ausgebildeten Lehrern angeboten, bis Jahresende werden 4.000 Schüler diesen Computerführerschein absolviert haben. Von eigens gebildeten Firmenkompetenzzentren werden Firmenzertifikate mit großen Anteilen an e-learning angeboten. So ist es möglich, Schülern eine IKT-Ausbildung über CisCo und Microsoft anzubieten. Zur Ausweitung dieses Angebotes sind der Aufbau von zehn Landesakademien und fünfzig Standorte für Regionalakademien vorgesehen.

Für einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts mit den neuen Medien müssen die technischen Voraussetzungen sichergestellt werden. Ziel ist es daher, die Bandbreiten der Internetzugänge der Schulen zu erhöhen. Zudem müssen die Leitungskosten gesenkt werden, die derzeit vier Mal so hoch sind wie in den USA.

Mit dem Aufbau der Fachhochschulen wurden modernste Berufsausbildungsangebote im Bereich der neuen Medien geschaffen. Fachhochschul-Studiengänge wie z.B. Telekommunikation, Informationsmanagement, Netzwerktechnik und Software-Engineering sind der Garant für die beste Ausbildung der Jugend. Gerade in diesen Bereichen müssen die Fachhochschulangebote noch ausgebaut werden.

An den Universitäten müssen die neuen Technologien besonders im e-learning Bereich noch verstärkt zum Einsatz kommen. Es gibt Vorbilder in anderen Staaten, wo an virtuellen Universitäten und virtuellen Fachhochschulen Wissensinhalte unabhängig von Ort und Zeit abgerufen werden können. Zur Ausbildung von Informatikmanagern an den Schulen wird ein Lehramt Informatik eingeführt. Ausbildungsschwerpunkte dabei sind technische Informatik, angewandte Informatik und Vertrautheit mit den wichtigsten Informatikanwendungen. Ein Informatikmanager wird in der Lage sein, sämtliche Einsatzgebiete der Informationstechnologien in der Schule für Lehre, Verwaltung und Weiterbildung zu betreuen.

Die besonderen Maßnahmen, um Frauen für die Berufe in den neuen Technologien auszubilden, sind fortzusetzen, dazu gehören das Projekt FIT - Frauen in die Technik, TELMA &endash; Frauen in Telekommunikation und Informatik, Teletutorium, in dem Frauen in diese Technik hinein begleitet werden.

Im Erwachsenenbildungsbereich haben die neuen Technologien besondere Bedeutung. Durch e-learning wird Wissen von Schulen und Universitäten unabhängig von Ort und Zeit zugänglich gemacht. Die Ausbildung von 200 IKT-Bildungsberatern bis 2003 ist geplant. Ein besonderer Schwerpunkt wird im Bereich der Senioren gesetzt, es werden spezielle Internetkurse entwickelt und bis 2001 soll 1.000 Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit geboten werden, derartige Internetkurse zu absolvieren.

Der Einsatz von e-learning und Internet zum Wissenserwerb und zur Vermittlung der Lehrinhalte muss zur Selbstverständlichkeit werden.

Vorhaben des BMBWK:

Schulen

Universitäten und FHS

Erwachsenenbildung

Frauen

Dienstag, 11. April 2000


Quelle: http://www.bildungsservice.at/aktuelles/gehrer_pressekonf.htm (00-04-19)