Allgemeine Kurzinformationen:

Internationalisierung und neue Technologien
Schulautonomie
Finanzielle Selbständigkeit der Schulen

Innere Schulreform - Lehrplanentwicklung
Lehrlingsausbildung
Polytechnische Schule
Integration
Verhinderung von Schulversagen
Mädchenförderung
Durchlässigkeit im Bildungssystem

 

Ausführliche Darstellungen einzelner Bereiche:

Neuer Lehrplan AHS
Schulbuch
Politische Bildung
Erwachsenenbildung
Pädagogische Akademien
Lehrerfortbildung
Maßnahmen für Schüler mit nicht deutscher Muttersprache




Internationalisierung und neue Technologien:

Das Unterrichtsministerium fördert die leichtere Anerkennung von absolvierten Schulzeiten im Ausland und erleichtert die Verwendung von lebenden Fremdsprachen als Arbeitssprache. Es setzt Initiativen zur Weiterentwicklung einer neuen Lernkultur und plant deren stufenweise Implementierung in die Lehrpläne der Sekundarstufe. Im Rahmen der Reform der Lehrpläne für die berufsbildenden höheren Schulen und für die Berufsschulen ist auf eine Verstärkung internationaler Zugänge geachtet worden, dieser Ansatz wird zielstrebig weiterverfolgt.
Der Einsatz neuer Technologien im Schulwesen wird in mehreren Schritten verwirklicht, wobei das Schwergewicht bei der Erprobung des pädagogisch sinnvollen Einsatzes neuer Medien (Internet, CD-ROMs) liegt. Diese Aktivitäten werden durch den Ausbau der Schulvernetzung und die Ausstattung der Schulen mit geeigneter Hardware unterstützt. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der globalen Informationsgesellschaft auf das Bildungssystem praktisch und reflexiv beobachtet und Strategien zu entsprechenden Reformen in den Schulen entwickelt.

 

Schulautonomie:

Mit den Kompetenzverlagerungen im Bereich der Schulzeit, der Schulveranstaltungen und der Lehrplangestaltung wird ein hohes Ausmaß an struktureller Eigenständigkeit der Schule erreicht, die durch eine verbesserte Schulung der Leitungsqualitäten und durch neue Formen verantwortlicher Entscheidungsfindung begleitet werden muss.

 

Finanzielle Selbständigkeit der Schulen:

Zusätzlich zur Schulautonomie ist durch die Novelle zum Schulorganisationsgesetz BGBl.-Nr. 330/1996 ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur finanziellen Selbständigkeit der Schulen gelungen. Weitere Schritte zu einer Teilrechtsfähigkeit der Schulen werden folgen. Parallel dazu sind zahlreiche Verfahrensvereinfachungen und die Übertragung personeller Entscheidungskompetenzen in Vorbereitung.

 

Innere Schulreform - Lehrplanentwicklung:

Mit der Vorlage der Zielsetzungen der Lehrplanentwicklung '99 und mit dem Start eines umfassenden Versuchsprojektes an 80 Modellschulen in ganz Österreich ist die Neugestaltung der Lehrpläne mit Blick auf die Definition verbindlicher Kernbereiche in ein konkretes Stadium getreten. In diesen Lehrplanentwicklungen wird vor allem auch den Schlüsselqualifikationen und der Berufsorientierung vermehrtes Augenmerk gewidmet werden. Aus der grundlegenden Neukonzeption der Unterrichtsgestaltung im Lehrerteam sind Anregungen für die Entwicklung vernetzter Denkprozesse und projektbezogener Arbeit zu erwarten.
Neuer Lehrplan AHS

 

Lehrlingsausbildung:

Ausgehend von den erleichterten Anrechnungsbestimmungen des "Schulpaketes" beginnen mit dem Schuljahr 1997/98 die Verankerung einer Berufsreifeprüfung sowie die Weiterführung der begonnenen Generalreform der Berufsschullehrpläne (neue technische Entwicklungen, sprachliche Vertiefung, generelle Modernisierung). In zukunftsweisenden Berufsfeldern werden neue attraktive Lehrberufe geschaffen, die High-Tech-Berufe werden ins Regelwesen übernommen. Weitere neue Berufe sind im Bereich EDV, Gesundheit und Umwelt konzipiert.

 

Polytechnische Schule:

Mit dem im Herbst 1996 vorgelegten "Schulpaket" wurde eine grundlegende Reform des Polytechnischen Lehrganges eingeleitet, die dessen Akzeptanz erhöhen und zu einer besseren Kooperation mit dem berufsbildenden Schulwesen führen wird. Die Anrechnung von Ausbildungsteilen der Polytechnischen Schule in weiterführenden Schulen wurde auf der Basis von Lehrplanvergleichung wesentlich erleichtert, die Situierung dieser Schulart als eigenständige Schule wurde verankert.
Die Zahl der aus weiterführenden Schulen rückgestellten Schülerinnen und Schüler wurde verringert und ein System spezifischer Fördermaßnahmen für leistungsschwache Schülerinnen und Schüler entworfen. Durch die Verankerung einer regionalen Kooperation mit den anderen Partnern des Bildungssystems und durch die Möglichkeit zu einem übergreifenden Lehrereinsatz sowie durch Lehrplaninnovationen wird ein Impuls zur höheren Akzeptanz der Polytechnischen Schule gesetzt werden.

 

Integration:

Die Integration geistig behinderter Schülerinnen und Schüler auch in der Sekundarstufe I wurde beschlossen und wird nach ihrer Implementierung im Regelschulwesen ab dem Schuljahr 1997/98 regelmäßig evaluiert werden. Die Ausbildung zusätzlicher Lehrkräfte läuft bereits.

 

Verhinderung von Schulversagen:

Im Frühjahr 1997 wurde das Frühwarnsystems zur weitgehenden Vermeidung von Schulversagen eingeführt. Vorwiegendes Ziel dieser Bestimmung ist es, einer bevorstehenden negativen Beurteilung eines Pflichtgegenstandes möglichst frühzeitig entgegenzuwirken. Bereits dann, wenn sich bis zum ersten Semester oder Anfang des zweiten Semesters eine mögliche negative Beurteilung abzeichnet, müssen vom Lehrer bzw. von der Lehrerin aus Gespräche mit dem Schüler/der Schülerin und mit den Eltern geführt werden. Es geht darum, Defizite festzustellen, die Sachgebiete, die nachzulernen sind, aufzuzeigen und Hilfestellungen für das Aufholen des Defizits zu geben. Die Zahl der "Fünfer" konnte bereits deutlich gesenkt werden.

 

Mädchenförderung:

Zur Erweiterung des Lebens- und Berufsspektrums von Mädchen und Burschen hat das Unterrichtsministerium einen Aktionsplan mit Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen erarbeitet. Die Schulen werden aufgerufen, Aktivitäten in diesem Sinne durchzuführen.

99 Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung im Bereich der Schule und Erwachsenenbildung

 

Durchlässigkeit im Bildungssystem:

Künftig erlaubt ein abgeschlossenes Studium an der Pädagogischen Akademie den Einstieg in den zweiten Studienabschnitt eines facheinschlägigen Lehramtsstudiums an der Universität. Um bestehende Unterschiede, vor allem in der wissenschaftlich-theoretischen Ausrichtung des Universitätsstudiums auszugleichen, können die Universitäten bis zu 30% der Stunden des ersten Abschnittes als Ergänzungsprüfungen vorschreiben. Die Entscheidung darüber fällen die Studienkommissionen an den Universitäten. Auch für den zweiten Studienabschnitt können fallweise einzelne Lehrveranstaltungen angerechnet werden.
Diese Änderung ist ein wichtiger weiterer Schritt in der Anerkennung von vorhandenem Wissen und bringt gleichzeitig eine Verkürzung der Ausbildungszeiten. Österreich wird damit seiner Verantwortung im Umgang mit der Lebenszeit junger Menschen und mit den Ressourcen im Bildungswesen noch besser gerecht.