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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html (YY-MM-DD)
dar. Damit soll den userInnen die Nachprüfbareit der Originalquellen ermöglicht werden, die im internet aufgrund der Dynamik des Entstehens und Vergehens von pages selten möglich ist. Das Original findet sich unter der jeweils angegebenen WWW-Adresse; eventuell vorhandene lokale links wurden entfernt. (WS)
© TU Berlin, ZRZ, Bearbeiter: F. Ziemann (f.ziemann@tu-berlin.de) - 02.12.98
Seit Jahren kursieren Warnungen vor (angeblichen) Viren, die sich per E-Mail verbreiten sollen. Diese "Warnungen" werden meist von gutgläubigen Usern verbreitet, die diese per E-Mail von ihresgleichen erhalten haben. Sie zeigen dabei oft sogar ein Engagement, das man sich sonst nur wünschen könnte, im Glauben, sie täten den Adressaten einen Gefallen, in dem sie sie vor gefährlichen Viren warnen. Die Empfänger werden aufgefordert, E-Mails, die im Betreff (subject) einen der weiter unten genannten Begriffe enthalten, nicht zu lesen sondern sofort zu löschen. Andernfalls würde ein Virus furchtbare Dinge mit dem Rechner des Empfängers anrichten.
... daß alle diese Warnungen keinen ernstzunehmenden
Hintergrund haben (was die Gefährlichkeit der vermeintlichen
Viren angeht). Es handelt sich wohl mehr um ein soziologisches
Phänomen. Es gibt die E-Mails, vor denen gewarnt wird, meist gar
nicht. Diese Warnungen werden Hoaxes genannt (engl.
hoax, lat. hocus: Ulk, Schabernack). Vielmehr stellen diese
"Warnungen" die eigentlichen Viren dar, denn sie richten erheblichen
Schaden an, in dem sie Menschen verunsichern und Arbeitszeit binden
(z.B. auch meine gerade). Außerdem belasten sie durch ihre
nicht geringe Zahl das Internet durch nutzlosen Datenverkehr
(zugegeben, da gibt es noch mehr Dinge, auf die das zutrifft).
Generell werden nie echte Virus-Warnungen auf diese Weise in
die weite Welt geschickt!
Sehr wohl können aber Viren in Dateianhängen (Attachments)
von E-Mails enthalten sein.
Zu den wirtschaftlichen Schäden durch Hoaxes lesen Sie bitte auch den Vortrag von Howard Fuhs auf der Virus.Ger-Con im September 1998.
Die Zahl der Hoaxes ist nicht gering, die meisten sind letztlich nur Nachahmungen ("copycats") des ersten dokumentierten Hoax "GoodTimes". Folgende sind erwiesenermaßen Hoaxes (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
A little girl needs help4 |
A.I.D.S.1 | AOL4FREE1 | Baby New Year | Bill
Gates4 | Bloat MPEG Virus |
Bud[weiser] Frogs Screensaver
(BUDDYLST.ZIP)6 | Deeyenda |
Elvira | GET MORE MONEY Virus
Warnung5 | Ghost | GoodTimes
| Irina | Join the Crew | Make Money Fast4 | Mirabilis ICQ
virus | NaughtyRobot | New virus debug device | Nike4 |
(no subject)3 | Open: Very Cool | Penpal Greetings |
PKZIP3001 | Red Alert |
Returned or undeliverable
mail2 | TimeBomb |
Win a
holiday | ...
Farblich hervorgehobene Hoaxes sind
derzeit verstärkt im Umlauf.
1 Einige Hoaxes basieren auf (ehemals) realen Gefahren, haben aber ein Eigenleben entwickelt und ihre Ursache um einiges überlebt. 2 Das ist i.d.R. eine ganz normale Fehler-Nachricht von einem E-Mail-Server 3 Das heißt nur, daß der Absender kein Betreff (subject) angegeben hat. 4 Das ist ein Kettenbrief, kein Hoax, hat aber ähnliche Wirkung. 5 Warnt vor einem Virus, das aber "nur" ein Kettenbrief ist. Dieser Hoax ist z.Z. in Deutschland sehr verbreitet. Der Hoax ist nur eine Kopie von Win a Holiday. 6 der echte Screensaver hat einen anderen Dateinamen und kann mit einem Virus infiziert sein (wie jede andere Datei auch)!
Eine vollständige Liste kann hier leider nicht wiedergegeben werden. Sie wäre ziemlich lang. Es stellt sich zudem die Frage, welche dieser Hoaxes wirklich in Deutschland kursieren, diese kann jedoch nicht abschliessend beantwortet werden. Wenn Sie eine verdächtige E-Mail erhalten, die hier nicht aufgeführt ist, schauen Sie erstmal bei Barn Owl rein.
Keine der genannten Firmen hat tatsächlich jemals Warnungen dieser Art publiziert. Es werden generell nie echte Virus- Warnungen auf diese Weise in die weite Welt geschickt, das sind alles Hoaxes!
Und eines noch: Viren können sehr wohl per E-Mail verbreitet
werden. Sie können nämlich im Anhang (Attachment) als Teil
eines ausführbaren Programms verschickt werden. Hier sei auch
auf Macro-Viren hingewiesen (spez. MS Word ab v6.0, *.doc; aber auch
andere).
Es gibt nur einen wirksamen Schutz gegen Hoaxes: Information!
Also, informieren Sie sich, lesen Sie weiter.
Eine gute Frage. Vielleicht, weil Sie glauben, der Inhalt dieser
Seiten sei von Antivirus-Experten zusammengestellt worden. Das trifft
zumindest für die meisten der angegebenen Quellen zu, für
mich nehme ich das nicht in Anspruch. Es haben aber auch Leute, die
wirklich etwas von Viren verstehen, ihren Senf dazugegeben.
Also: Schauen Sie unter Weitere Informationen nach,
dort finden Sie seriöse Quellen, aus denen auch ich meine
Informationen zu diesem Thema beziehe. Sie sind leider fast alle auf
englisch, wie so vieles im Internet.
Trojanische Pferde (Trojan Horses, Trojaner) nennt man Viren, die getarnt als normales Programm in den Rechner eindringen. Dies betrifft (im Prinzip) sowohl Makro-Viren als auch ganz normale Bootsektor- oder Datei-Viren. Sie gelangen auf die Festplatte, in dem Anwender Dateien auf ihre Festplatte kopieren, die sie für harmlose Programm- oder Daten-Dateien halten. Diese können auch als E-Mail-Anhang auf den Rechner gelangen. PKZIP300 war ursprünglich auch ein Trojanisches Pferd, ehe später ein Hoax daraus gemacht wurde.
Jüngste Beispiele:
Soweit nichts ungewöhnliches -- das besondere an Win.RedTeam
ist jedoch, daß es sich des E-Mail-Programms EUDORA bedienen
soll, um sich per E-Mail weiterzuverbreiten.
Dieses Virus ist bislang noch nicht in freier Wildbahn gesichtet
worden.
ShareFun.B: Dies ist ein "normales" Macro-Virus ohne
E-Mail-Funktion. Es kann Dateien im Hauptverzeichnis von
Windows-Rechnern löschen. Es wird hier nur wegen der
Namensähnlichkeit erwähnt, um Klarheit zu schaffen. Mehr
dazu bei NAI/McAfee
(engl.).
Wenn sowas unter Virus-Programmierern Mode wird, finden sich mit
Sicherheit bald auch Varianten, die sich anderer E-Mail-Programme
bedienen werden. MS Exchange/Outlook dürfte einer der
heißesten Kandidaten dafür sein, denn es ist über ein
dokumentiertes API (Application Programming Interface - Schnittstelle
für Anwendungsprogramme) steuerbar. In diesem Zusammenhang sei
ausdrücklich vor Outlook 98 gewarnt: Es führt
VisualBasic-Scripts/-Makros automatisch aus!
Es muß also davor gewarnt werden, Programme, die als Anhang
(Attachment) einer E-Mail auf die Festplatte gelangen, ohne
Prüfung auszuführen.
Das gilt auch für das Öffnen von Winword-, Excel-, Access-
und PowerPoint-Dateien mit ebendiesen Programmen. Verwenden Sie
dafür besser WordPad (bis WinWord 6/7 -- in Win95 und NT
enthalten) oder spezielle Viewer, die Sie kostenlos von
Microsoft erhalten können. Aber Achtung -- auch diese
Programme schützen Sie nicht 100%ig vor Viren oder gar
Trojanischen Pferden.
Verwenden Sie stets aktuellste Versionen von Antivirus-Software,
bevor Sie eine angehängte Datei öffnen!
Auch Kettenbriefe zählen zu den Hoaxes (engl. für Jux, Scherz), denn auch hier existiert kein realer Hintergrund, der eine Weiterleitung an andere rechtfertigen könnte.
Hier werden die Empfänger aufgefordert, einen bestimmten
Betrag an den Absender zu zahlen. Sie sollen dafür Informationen
bekommen, wie sie das selbst auch mit anderen machen können.
Durch die lawinenartige Verbreitung soll man in ein paar Tagen
hunderte oder gar tausende von Dollar verdienen und dann immer
weiter. Dass das nicht funktionieren kann, wird schnell klar, wenn
man sich mal vor Augen hält, welche Teilnehmerzahlen
erforderlich werden, wenn man als zehnter in einer solchen Kette noch
was verdienen soll.
Angenommen, man verschickt in jeder Ebene 10 Mails, deren
Empfänger auch wieder 10 Mails verschicken und so fort
(Blindgänger also nicht mitgerechnet), dann ergibt das in Ebene
10 bereits 1010 (10.000.000.000 also 10 Milliarden) Mails!
Es wird aber derzeit von nur ca. 60 - 100 Mio Internet-Nutzern
ausgegangen (diese Zahl mag je nach Quelle variieren, die
Größenordnung ist entscheidend). Die einzigen, die evtl.
profitieren, sitzen in den ersten 3 - 5 Ebenen. Da diese Aktionen
schon ein paar Jahre laufen, können Sie kaum erwarten, zu diesen
zu gehören (Sie erfahren das aber ohnehin nicht).
Lesen Sie zu diesem Thema bitte auch die Analyse von Prof. Dr. Dieter
Röß (Uni Würzburg).
Ganz abgesehen davon: Diese profitorientierten Kettenbriefsysteme
sind in Deutschland verboten! Also Finger weg! (s. Pressebericht
der Kieler Nachrichten)
Bill Gates schenkt jedem $1000,- oder eine Windows98-CD, Nike
verschenkt Sportartikel, Disney World zahlt jedem $5000,- oder eine
Alles-Inklusive-Reise nach Disney World und so weiter und so
weiter...
Mit ein bißchen gesundem Menschenverstand merkt man gleich,
daß das Quatsch ist. Aber, da wird ja gesagt (z.B.), Microsoft
habe ein System entwickelt, das jede weitergeleitete Mail
registrieren könne, das würde man gerade testen und als
Belohnung für's Mitmachen ... s.o. Das ist natürlich nicht
richtig, ein solches System existiert nicht.
Da sitzt in Florida (oder New York, England, Australien, ...) ein
kleines Kind, das bald an Krebs (oder einer anderen Krankheit)
sterben wird und sein letzter Wunsch ist es, daß dieser
Kettenbrief um die Welt gehen möge (oder es mögen ihm/ihr
alle schreiben). Nun macht mal alle schön mit, es ist doch
für einen guten Zweck, außerdem bekommt die jeweilige
Klinik (oder wer auch immer) von irgendeiner Stiftung (oder
sonstwoher) soundsoviel Dollar (oder Cents) für jede
Weiterleitung.
Wieder stellt sich die Frage, wer die Mails eigentlich zählt,
wenn sie nicht alle an eine bestimmte Adresse geschickt werden. Wer
da an wen Geld zahlt, ist auch nicht immer gesagt und ob das dann
auch passiert, weiß man ohnehin nicht. Schließlich
könnte ja auch ein Spammer der Urheber der Mail sein, der auf
diese Arbeit und Kosten sparende Weise viele gültige
E-Mail-Adressen frei Haus bekommt und sie nach Erstverwertung
für viel Geld weiterverkaufen kann (ja, solche Menschen gibt es
wirklich!).
Auch die vor einigen Jahren durch die Presse gegangene
Postkarten-Aktion für ein todkrankes Kind in England war
übrigens eine Fälschung, dieses Kind existierte gar nicht
(Fotos von Kindern lassen sich ja überall finden, das beweist
gar nichts).
Es gibt mit Sicherheit viele tausend kranke Kinder überall
auf der Welt, viele von ihnen zum Sterben verurteilt, und einige
fänden es vielleicht sogar toll, viele E-Mails zu bekommen. Mit
Sicherheit wissen die aber nichts von diesen Aktionen und werden es
auch nie erfahren, geschweige denn, daß jemals ein Pfennig
für ihre Behandlung dadurch aufgebracht würde.
Lesen Sie hierzu auch die Stellungnahme der American
Cancer Society (engl.).
Fazit: Finger weg von Kettenbriefen. Soweit sie nicht
ohnehin in Deutschland illegal sind, handelt es sich doch bestenfalls
um schlechte Scherze, die man nicht unterstützen sollte.
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