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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
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Internet und Unterricht



4 Offizielle Unterrichtsvorgaben für die Fächer Sozial- und Gemeinschaftskunde


4.1 Stellung der Rahmenrichtlinien


Die Ziele und Inhalte der Unterrichtsfächer für eine bestimmte Jahrgangsstufe und Schulform werden in den Ländern durch die Rahmenrichtlinien vorgegeben. Innerhalb dieser Vorgaben beschließt die Fachkonferenz einer Schule die genauen Lehrpläne. Der Schulleiter stellt die Kontrollinstanz dar: durch Klassenbücher beaufsichtigt er die Einhaltung der durch die RRL vorgegebenen Inhalte.

In Niedersachsen gilt für das Fach Sozialkunde, das innerhalb der Sekundarstufe I nur in den Klassen 9-10 unterrichtet wird, die 1989 veröffentlichten RRL . Die Inhalte dieses Unterrichts stellen die Basis für das Fach Gemeinschaftskunde der Sekundarstufe II dar, welches den 1994 zuletzt für diesen Bereich erschienenen RRL folgt.

Neben den Fächern Sozialkunde/Gemeinschaftskunde werden in Niedersachsen in den Jahrgangsstufen 7-10 die Fächer Geschichte, Werte/Normen und Erdkunde in unterschiedlicher Stundenverteilung erteilt. Den stundenplan- und lehrkörpertechnischen Möglichkeiten der einzelnen Schulen entsprechend wird das Fach Sozialkunde ein- oder zweistündig, das Fach Gemeinschaftskunde zwei- bis dreistündig wöchentlich erteilt.

4.2 Leitziele der Rahmenrichtlinien


Im Fach Sozialkunde der neunten und zehnten Klasse sollen die Lernenden langsam von ihren eigenen Erfahrungen und Einstellungen zu neuen Horizonten geführt werden. Durch Reflexion über andere Meinungen, Einstellungen und auch über Untersuchungen und Theorien sollen die Lernenden befähigt werden ,Handlungsmöglichkeiten zu erkunden und Handlunsalternativen abzuwägen" und damit Mündigkeit erlangen. Die Lehrkraft soll die Lernenden dabei anleiten und unterstützen, allerdings nicht bevormunden.

Aufbauend auf dieser grundlegenden Festigung der Persönlichkeit soll dann im Unterrichtsfach Gemeinschaftskunde der Oberstufe die ,Erziehung zur politischen Urteilsfähigkeit und zur Fähigkeit und Bereitschaft, aktiv an politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen" , erfolgen. ,Diese Erziehung zu mündigen und politisch aktiven Bürgerinnen und Bürgern [so die RRL,] impliziert die Erziehung zur Selbst- und Mitbestimmung und zur sozialen Verantwortung, zu Empathie und Solidarität" . Die erlangte Verantwortung sollte allerdings nicht nur innerhalb der eigenen rechtsstaatlichen Grenzen verstanden werden, sondern als ,globale Herausforderung" in ,weltweiten politischen Zusammenhänge[n]" gesehen werden.

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, sollen sich die Lernenden ,mit Handlungsformen, Chancen und Grenzen sowie neuen Möglichkeiten politischer Beteiligung auseinandersetzen, damit sie sich auf die verantwortungsbewußte Wahrnehmung und Weiterentwicklung ihrer Rechte und Pflichten als mündige Bürgerinnen und Bürger vorbereiten können" .

Die Leitziele des Sozialkundeunterrichtes umfassen daher folgende analytische und sozial-kommunikative Ziele der fachwissenschaftlichen und politischen Dimension, die sowohl durch Betrachtung des eigenen Landes als auch durch dessen Vergleich zweier unterschiedlicher Länder erreicht werden können:

Weiterhin werden auch explizit internationale Gesichtspunkte angesprochen:

Die Situation der Lernenden, ihre Erfahrungen und Eindrücke, werden in den RRL Gemeinschaftskunde als ,wesentlicher Bezugspunkt" für den Unterricht, sogar als ,Lernvoraussetzung" definiert. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen, die es erst zu bestimmen und zu artikulieren gilt, sollen sich die Lernenden mit den Lerngegeständen beschäftigen, bei deren Festsetzung sie mitwirken sollen .

Als grundlegende Orientierung für den Lernprozeß werden dafür ,Toleranz, Akzeptanz, einen reflektierten Umgang miteinander und gegenseitige Solidarität" gefordert, ein Grundsatz, der auch für das geforderte interkulturelle Lernen angewendet werden soll .

Die Schule soll so aus ihrer für die Lernenden formalen Rolle herausgeführt werden, so daß die Inhalte ,mögliche Orientierungshilfe und Unterstützung bei der Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Lebensanforderungen" werden können. In den RRL wird sogar vom Recht der Lernenden darauf gesprochen, daß ,die Schule ihnen in den entscheidenden Jahren des Erwachsenwerdens hilft, sich selbst in sozialer Verantwortung zu verwirklichen und diejenigen Fähigkeiten zu entwickeln, die in der ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Realität handlungsfähig machen" . Als ,zentrale Bestandteile solcher Handlungsfähigkeit" werden ,Kommunikationsfähigkeit, Koope- rationsfähigkeit, Urteilsfähigkeit und Verantwortungsbereit- schaft" gesehen.

Als Vorbereitung auf den weiteren Bildungsweg werden weiterhin wissenschaftspropädeutisches und methodisches Lernen gefordert, um so die Lernenden in einer ,ständig sich wandelnden Welt" zu befähigen, neue Probleme selbständig zu bewältigen.

4.3 Methodische Ziele der Rahmenrichtlinien


Um die Lernenden zu einem problembewußten Verhalten zu erziehen, wird vom Gemeinschaftskundeunterricht wie vom Sozialkundeunterricht die Heranführung an methodische Fähigkeiten gefordert, durch die die Schülerinnen und Schüler lernen sollen, ,Informationen zu gewinnen, zu verarbeiten, auszutauschen und weiterzugeben" .

In den RRL Gemeinschaftskunde sind diese methodischen Ziele folgendermaßen umrissen:



Es wird gefordert, daß die Unterrichtsmethoden ,problembewußtes Verhalten im privaten und im öffentlichen Bereich fördern, [...] aber nicht für ein bestimmtes Verhalten konditionieren" .

Der Einsatz von E-Mail-Projekten im Sozialkunde- und Gemeinschaftskundeunterricht ist daher aus mehreren Gründen ein den Rahmenrichtlinien vollkommen entsprechendes didaktisch-me- thodisches Mittel.

Durch den Projektcharakter ist die geforderte Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler gegeben:



Im Einzelnen werden in den RRL Gemeinschaftskunde mehrere Fähigkeiten gefordert, die sogar besonders gut durch E-Mail- Projekte vermittelt werden können. Zum ,Erfassen, Analysieren und Beurteilen von Realität" wird die ,Wahrnehmung von politischer, gesellschaftlicher, kultureller, ökonomischer und ökologischer Wirklichkeit" sowie deren Beschreibung und Beurteilung gefordert. Der politische Unterricht soll ,Verfahren bereitstellen, Daten und Fakten zu erheben und zu deuten, Sachverhalte [...] zu dokumentieren, Gespräche, Expertenbefragun- gen und Interviews durchzuführen, festzuhalten und auszuwerten" . Diese Forderungen waren bisher aus zeitlichen und organisatorischen Gründen kaum zu erfüllen. Duch den Einsatz von E-Mail-Projekten können Expertenbefragungen und Da- tensammlungen sowie Auswertungen von Daten zeitsparender und intensiver durchgeführt werden.

In den RRL wird darauf hingewiesen, daß ,Sachverhalte [...] fast nur noch medial vermittelt" werden. Dementsprechend sei der ,bewußte Umgang sowohl mit Printmedien als auch besonders mit elektronischen Medien zu fördern" . Dazu gehöre ,die Fähigkeit, technische und institutionelle Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und -verarbeitung zu nutzen" . Somit ist die Einübung der mit E-Mail-Projekten verbundenen Tätigkeiten explizit in den RRL gefordert.

Weiterhin ist auch die Auseinandersetzung mit Wirkung und Inhalten von Medien in den RRL verankert:

Zur Nutzung der Medien gehört die inhaltliche Auseinandersetzung der durch sie vermittelten Aussagen. [...] Dazu gehören



[...] Die Wirkung der Medien hängt auch von den Vor- aussetzungen der Adressaten ab. Demnach sind die Bedingungen eigener Wahrnehmung zu identifizieren und zu reflektieren.

Zur Informationsbeschaffung werden in den RRL ,arbeitsteilige Verfahren und interdisziplinäre Unterstützung" vorgeschlagen, da die ,wirksame Verwendung von Informationen [...] nicht nur eine Frage der Sachkompetenz und der Verfahrenssicherheit, sondern auch der Interaktionsfähigkeit" sei. Kommunikationsfähigkeit wird daher nicht nur als Grundlage des ,Erfassen[s] und Bewerten[s] von Zukunfts- und Handlungsaussagen" , sondern auch als Grundlage für Interaktion allgemein und damit für die Erfahrung von sich selbst und anderen gesehen .

,Von zentraler Bedeutung für eine politische Handlungskompetenz ist die Fähigkeit, sich sachgerecht und adressatenbezogen mitzuteilen." Hierfür werden sowohl mündliche als auch schriftliche ,aktive Verwendung der Sprache in Handlungszusammenhängen" gefordert, wobei besonders die ,schriftliche erung bewußt geübt werden" soll. Auch hier bieten sich E-Mail-Projekte an, da sie eine motivierende Abwechslung von erungen darstellen, die vorher nur gegenüber der Lehrkraft oder der Klasse gemacht wurden. Durch E-Mail bekommen Aussagen größere Bedeutung, da sie auch außerhalb des Klassenraumes gelesen und bewertet werden können. Der geforderte Realitätsbezug des Unterrichts wirkt hier ,zusätzlich" motivie- rend. Die Schülerinnen und Schüler können durch E-Mail-Projekte in ,echten Ver-wendungssituationen [...] die Wirkung ihrer Texte [...] erproben" und müssen sich nicht mit ,Lernsituationen und Planspielen" begnügen.

Auch die im Abschnitt ,Handeln und Gestalten" geforderte Bereitstellung von ,Möglichkeiten des realen Handelns" sind bei E-Mail-Projekten gegeben. Sie müssen daher nicht, wie in den RRL gefordert, ,simulativ durch Probehandeln ergänzt werden" , da durch E-Mail-Projekte außerschuliches reales Handeln im Klassenraum möglich wird.

Die RRL Gemeinschaftskunde fordern weiterhin ,die Bedeutung eines Textes, Bildes, u.a. für sich selbst herauszuarbeiten" und dabei die ,Balance zwischen Themenzentrierung und Wahrnehmung individueller Bedürfnisse" anzustreben.

Die in den RRL erwähnten Methoden schließen telekommunikative Projekte nicht ein. Sie sind ,vornehmlich auf die rationale Bewältigung von Problemen ausgerichtet, bieten aber auch die Möglichkeit emotionalen Erlebens" :

Die Lernenden müssen sich dabei auf unterschiedliche Sprachebenen und Lebenseinstellungen einlassen, sie haben sich mit Institutionen und deren Spielregeln auseinanderzusetzen, sie sind mit dem Gelingen und Scheitern von Kommunikation konfrontiert.

Diese Beschreibung von Realerkundungen trifft auf E-Mail-Projekte völlig zu.

Die RRL betonen neben dem handelnden Aspekt auch den gestalterischen. Durch gemeinsame Projekte soll Zusammen- und Gruppenarbeit gefördert werden, wobei jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer sich gemäß den eigenen Talenten entfalten soll.

Die Produktion eigener Medien betont den medienkundlichen Auftrag des politischen Unterrichts. [...] Vor allem die aktive Nutzung aufwendigerer Medien erfordert schon aus technischen Gründen Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe.

Grundsätzlich wird darauf hingewiesen, daß im günstigsten Fall ein bestimmtes Basiswissen vermittelt werden sollte, damit sich die Lernenden später weitere Kenntnisse eigenständig erarbeiten können. ,Handelnd erworbenes Wissen ist dauerhafter und gründlicher, und die Lernenden, die von einer Sache oder einem Problem wirklich `berührtï werden, werden von sich aus damit befaßt bleiben."

So soll durch einen realitätsnahen und projektorientierten Unterricht eine größere und länger anhaltende Motivation, eine kritische Haltung und eigenständige Handlungsfähigkeit der Ler- nenden geschaffen werden - Forderungen, die mit den Zielen der Telekommunikation übereinstimmen.

Weiterhin wird in den RRL Sozialkunde explizit erwähnt, daß dieser Arbeitsauftrag auch für anderer Fächer gültig ist. Daher werden fächerübergreifende Absprachen gefordert.

Die Fachkonferenz soll hierfür die notwendige Rahmenbedingungen schaffen, nämlich

schulorganisatorische Angelegenheiten, die Unterricht im Sinne von Öffnung von Schule, fächerübergreifendem Lernen, Projektkursen und projektorientiertem Lernen ermöglichen bzw. erleichtern, z.B. eine Bündelung von Unterrichtsstunden, die Arbeitsformen mit einem großen Anteil von Eigentätigkeit der Lernenden eröffnet, die Einbeziehung außerschulischer Lernorte und paralleler bzw. gemeinsamer Einsatz von Lehrerinnen und Lehrern zur Durchführung fächerübergreifenden Unterrichts oder polyvalenter Kurse.

Schülerinnen und Schüler sollen bei der Themenfindung, Planung und Durchführung von Projekten eine aktivere Rolle spielen, um sie so zu ,befähigen, Problemzusammenhänge zu ermitteln" und ihre Selbsttätigkeit zu fördern.

4.4 Inhaltliche Ziele der Rahmenrichtlinien

4.4.1.1 Sozialkunde


Der durch die RRL vorgegebene inhaltliche Rahmen für das Fach Sozialkunde umfaßt die Situationsfelder



wobei die ersten vier verbindlich vorgeschrieben sind.

Aus diesen Situationsfeldern sind neun Situationen exemplarischen Charakters ,verbindlich zu behandeln" und sollen etwa zwei Drittel der Unterrichtszeit einnehmen .



Es ergeben sich zwei Arten der inhaltlichen Einbindung von E-Mail- Projekten:



Durch die Darstellung der politischen und strukturellen Gegebenheiten in der Bundesrepublik (Situationen 2, 4, 5, 6, 7, 8) anderen Kulturkreisen gegenüber lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre eigene Situation kennen, sondern können diese auch aktiv mit anderen Möglichkeiten vergleichen. Zu den Situationen 1,2 und 3 können die Lernenden auch persönliche Erfahrungen einbringen und auf dieser Basis weitere Untersuchungen anstellen.

4.4.1.2 Gemeinschaftskunde


In den RRL Gemeinschaftskunde sind für die Stufen 11-13 Inhalte vorgesehen, ,die politisch bedeutsam für das heutige und zukünftige Leben sind" . Als solche werden die Schlüsselthemen



angesehen, denen folgende Rahmenthemen zugeordnet sind:



Die verbindliche Zuordnung wird in folgender Übersicht dargestellt:

Der thematischen Schwerpunkt wird dabei durch die verbindliche Zuordnung eines Schlüsselthemas gesetzt. Die Einbindung weiterer Schlüsselproblematiken in die einzelnen Rahmenthemen ist jedoch möglich. Zu beachten sind in der schulischen Planungpraxis auch die Verteilung der Themen auf die Vorstufe (Stufe 11) und die Kursstufe (Stufe12-13) und weitere Einschränkungen bezüglich der Wahlmöglichkeiten innerhalb der Kursstufe.

In den Erläuterungen zum Rahmenthema 1 (Arbeit und Strukturwandel) wird die ,Arbeit der Zukunft: Neue Medien und Technologien" mit den jetzigen Auswirkungen der Veränderungen der Arbeitswelt auf den Arbeitsmarkt (Arbeit und Freizeit im Wandel, Arbeitslosigkeit) explizit erwähnt. Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Neuen Technologien können hier direkt zum Thema des Unterrichts gemacht werden.

Das Rahmenthema 2 (Politik und Wirtschaft der EU) soll die Schülerinnen und Schüler ,auf ihre Rolle als Bürgerinnen und Bürger in einer sich erweiternden Europäischen Union" vor- bereiten, ein Ziel, welches identisch ist mit den Grundsätzen des ,European School Projects".

Als Schlüsselproblem dieses Rahmenthemas ist in den RRL die Umgebung ,Ökonomie und Umwelt" vorgegeben, so daß hier auch Unterrichtseinheiten des Projekts ,Science across Europe" angewendet werden können.

Um die unter den Beispielen für Unterrichtsthemen erwähnten Inhalte ,Vielfalt der Lebenskulturen in Europa" und ,Leben, Lernen und Arbeiten in Europa" in den Unterricht einzugliedern, um ,vielfältige weiterer unmittelbare Erfahrungen mit Europa einbeziehen zu können" und die ,eigene[n] Sichtweisen in Frage zu stellen und einen Perspektivenwechsel direkt zu erreichen" , ist jede Zusammenarbeit mit anderen europäischen Schulen geeignet. Hier ergibt sich Raum für Eigeninitiative, z.B. durch ein Projekt mit Interviews und Textsammlungen zum Aspekt ,Biographien und Perspektiven von Frauen, Männern, Alten und Jungen" .

Unter diesem vergleichenden Aspekt können auch die Rahmenthemen 3 , 4 und 6 (Demokratie in Deutschland, Modernisierungsprozesse in Gesellschaften, Zukunftsentwürfe: Individuum und Gesellschaft) behandelt werden. Gerade bei den beiden letzteren Themen können Gedankenaustausch und -vergleiche der Meinungen und Utopieentwürfe die Schülerinnen und Schüler zu einer offeneren und differenzierteren Betrachtungsweise der Gegebenheiten des eigenen Landes führen.

Beim Rahmenthema ,Modernisierungsprozesse" beziehen sich die RRL hauptsächlich auf die gesellschaftlichen Veränderungen durch technologische Fortentwicklung. So sind hier Kursthemen wie die ,Veränderungen im Medienbereich", ,Veränderungen im Informationssektor", im ,Bildungssystem" und deren gesellschaftliche wie auch ökologische Auswirkungen erwähnt. Hier wird auf die Eignung zur Einübung von ,Verfahren der Datenerhebung, der Beschreibung von Sachverhalten und von Veränderungsprozessen" hingewiesen.

Durch eine Kombination des Rahmenthemas mit dem vorgegebenen Schlüsselproblem ,Soziale Ungleichheiten" unter Berücksichtigung eines bildungspolitischen Blickwinkels wäre hier z.B. eine Beschäftigung mit den gegenwärtigen Bildungsmöglichkeiten und direkten Zukunftsaussichten der Schülerinnen und Schüler möglich.

Der vergleichende Aspekt kann auch als Überleitung zu Rahmenthema 5 (Internationale Politik und globale Verantwortung) benutzt werden. Unter Berücksichtigung des Schlüsselproblems ,Frieden und Gewalt" könnten hier sowohl exemplarisch regionale Konflikte als auch überregionale Themen bearbeitet werden.

Viele der im Netz vorhandenen Projektthemen können auch direkt im Sozialkundeunterricht verwendet werden. Klaus Füller spricht in diesem Zusammenhang von den ,(subjektiv bewertet) interessantesten Projekte[n] im Netz" und sieht dahinter folgendes Prinzip:

Permanente Zusammenarbeit, auch über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg, ergibt sich in diesen Fächern (Biologie, Gesellschaftskunde und Geschichte) aus den Fachinhalten auf sehr viel natürlichere Weise.

Voraussetzung für die Integrierung von E-Mail-Projekten in den Unterricht ist aber Teilnahme und Nutzung von überregionalen Netzstrukturen, da nur so oben genannte kulturelle und sprachliche Grenzen überschritten werden können. Daher wird im folgenden zunächst die bestehende Struktur deutscher Schulvernetzung dargestellt, um Möglichkeiten der Verwirklichung der in den Rahmenrichtlinien genannten Ziele aufzuzeigen. Die Umsetzung dieser Ziele soll dann anhand der Situation an Göttinger Schulen überprüft werden.


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