Copyrightvorbehalt

Die Seite, die Sie soeben lesen, enthält nicht das Original der Arbeit, sondern stellt einen mirror/download zu Dokumentationszwecken im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung

Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html (YY-MM-DD)

dar. Damit soll den userInnen die Nachprüfbareit der Originalquellen ermöglicht werden, die im internet aufgrund der Dynamik des Entstehens und Vergehens von pages selten möglich ist. Das Original findet sich unter der jeweils angegebenen WWW-Adresse; eventuell vorhandene lokale links wurden entfernt. (WS)


Reiter's Pages

Informatik1

Informatik2

Informatik3

Informatik4

Informatik5

Informatik6

Informatik7

5. Der Computer in der Schule

5.1 Systematik der Unterrichtssoftware

Tutorien als Nachhilfe. Vertiefung von Fertigkeiten. PC simuliert die Wirklichkeit. Chancen für Innovationen und virtuelle Welten.

Der Bereich der Unterrichtssoftware kann in zwei große Gruppen eingeteilt werden: Lern- und Ausbildungsprogramme und Softwaretools.

Lernprogramme

Unter Lernprogrammen versteht man im allgemeinen fertige interaktive "Wissensträger" zur Erreichung bestimmter Lernziele und Lerninhalte.

  • Typische Vertreter dieser Gattung sind die sogenannten Tutorien (Tutorials). Diese werden als Lernprogramme definiert, die Übungsbestandteile enthalten können, grundsätzlich aber dem Neulernen eines genau umschriebenen Stoffes dienen und die üblicherweise in Einzelarbeit ablaufen. Tutorien vermitteln Informationen und imitieren den Lehrer-Schüler-Dialog.
  • Reine Übungsprogramme (Drill und Practise, Entrainement) geben der Schülerin bzw. dem Schüler Gelegenheit, einen grundsätzlich bereits verstandenen Lerninhalt zu üben und zu vertiefen. Übungs- und Testprogramme unterstützen auch das Einüben von Fertigkeiten. Beispiele dafür sind etwa Vokabeltrainer, Programme zum Einlernen von Rechtschreibregeln, der Grundrechnungsarten, etc.
  • Simulationsprogramme nutzen den Computer als Ersatz für ein Werkzeug oder einen Apparat und ermöglichen damit Veranschaulichungen, die aus Sicherheits- bzw. Kostengründen unter normalen Umständen nicht oder erschwert durchgeführt werden können. Die dahinterstehende Unterrichtsmethode besagt, daß Kenntnisse über ein System durch Erlebnisse vermittelt werden. In einem Simulationsprogramm wird der Realitätsbereich durch eine begrenzte Anzahl von Parametern repräsentiert, um dessen wesentliche Struktur- und Funktionsmerkmale darzustellen.
  • Neben den "strengen" Simulationen gibt es auch erweiterte, frei zu gestaltende Programme, bei denen dem Benutzer Grundelemente und Funktionstypen für die Modellbildung in einem Realitätsbereich angeboten werden. Während im Simulationsprogramm die Modell-struktur vorgegeben ist, muß sie im Modellbildungssystem erst entwickelt werden.
  • Eine weitere Spielart der Simulationsprogramme sind die Mikro-welten, wobei bei diesen Programmen die Grenzen eines bestimmten Realitätsinhaltes durchbrochen werden. Im Idealfall handelt es sich um didaktische Kunstwelten, die dem Lernenden gestaltende Einflußmöglichkeiten einräumen. Es wird das hypothetische Durch-spielen von Konsequenzen alternativer Handlungen ermöglicht. Weiters tragen solche Programme zur Förderung des Denkens in typischen Wechselwirkungen bei. Ebenso zweckmäßig erscheint dieser Programmtyp zur Abbildung von ökonomischen und ökologischen Zusammenhängen.
  • "Intelligente" tutorielle oder wissensbasierte Systeme bilden eine Sonderform in der Gruppe der Lernprogramme und stellen im Sinne einer innovatorischen Entwicklung die höchste Stufe von Unterrichts-software dar. Der Unterrichtsstoff wird in ein Programmsystem, das Wissen über ein spezielles Gebiet speichert, aus dem Wissen Schlußfolgerungen zieht und zu konkreten Problemen des Gebietes Lösungen anbietet, eingebettet. Ein solches Programmsystem (Expertensystem) für den Unterricht sollte nicht nur in der Lage sein, Hinweise und Hilfen zu geben, sondern auch fertige Lösungen der Schülerin bzw. des Schülers bewerten zu können. Es muß Lösungs-schritte analysieren und aus der Art der Fehler auf das Mißverständnis des Lernenden schließen können.

Expertensysteme als höchste Anforderung. Standardpakete und Autoren- sowie Expertensysteme.

Softwaretools

Als zweite große Gruppe sind die sogenannten Softwaretools zu nennen. Dabei handelt es sich um weitgehend inhaltsfreie Werkzeugprogramme, die vor allem für den Einsatz im kommerziellen Bereich sowie für die innerbetriebliche Aus- und Weiterbildung (Computer Based Training) entwickelt wurden.

Vier typische Vertreter dieser Gattung, welche Einfluß auf Gestaltung des Unterrichts haben bzw. in der Zukunft haben könnten, sollen im folgenden kurz charakterisiert werden:

  • Die kommerziellen integrierten Softwarepakete (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank, Kommunikation, etc.) sind heute als eine Standardausrüstung für jeden Personalcomputer anzusehen und können daher als Hilfsmittel für Schüler/innen und Lehrer/innen eine Veränderung des Unterrichts im gesamten Fächerkanon bewirken. Für den aktuellen EDV-/Informatikunterricht bedeuten diese Softwarepakete sowohl Lerninhalt als auch didaktisches Lehrmittel.
  • Autorensysteme sind Rahmenprogramme für die Erstellung von Lernprogrammen. Ihr Ziel ist es, zwischen Flexibilität in der Gestaltung und Produktivität einen optimalen Kompromiß zu erzielen. Grundsätzlich kann jeder, der mit dem Autorensystem vertraut ist, sein eigenes didaktisches Konzept am Computer verwirklichen. Dafür stellt das System in der Regel einen Text-, einen Graphikeditor, vorgefertigte Bildschirmformate für Informationen, Anweisungen, Rückmeldungen sowie Text- und Fehlerkorrektur-routinen zur Verfügung.
  • Obwohl oftmals keine Kenntnisse von Programmiersprachen mehr notwendig sind, erfordern auch Autorensysteme eine gründliche und oft zeitaufwendige Einarbeitung, um die Fähigkeiten der Systeme gezielt ausschöpfen zu können. Diese Einarbeitungszeit könnte eventuell durch die Gestaltungsmöglichkeiten von Lernsequenzen allein über eine graphische Benutzeroberfläche wesentlich verkürzt werden.
  • Storyboards sind Programme, die Präsentationen und anschauliche Darstellungen von Sachverhalten am Bildschirm unterstützen. Sie dienen der Gestaltung von Bildschirminhalten hinsichtlich Farbgebung und Animation.
  • Desk Top Publishing - Programme zur computerunterstützten Gestaltung und Herstellung von Unterlagen, Broschüren (zum Beispiel Schülerzeitungen) scheinen geeignet, sowohl den Unterricht als auch den Schulalltag hinsichtlich Effizienz und Kreativität zu beeinflussen.

Eine Mischform zwischen reinem Werkzeug und inhaltsbezogener Informationsverarbeitung stellen die folgenden zwei Beispiele dar:

Themenbezogene Datenbanken sind ein spezifisches Werkzeug, welches traditionelle Nachschlagewerke ergänzen bzw. ersetzen kann. Diese Datenbanken bestehen zumeist aus vorgegebenen themenbezogenen Datenbeständen und Werkzeugen, mit denen diese Datenbestände bearbeitet werden können. Durch ein zunehmendes Angebot auf diesem Sektor - angeboten werden u.a. Enzyklopädien, Wörterbücher, juridische Datenbanken, Bibliothekskataloge - erscheint auch eine Einbeziehung dieser Art der elektronischen Informationsgewinnung in den Unterricht und den Schulbetrieb sinnvoll. Als technisches Speichermedium für diese Datenbanken hat sich in den letzten Jahren vor allem die CD-ROM (Compact Disk - Read Only Memory) etabliert.

Die eigene Lay-Out-Anstalt. Spezifische Datenbanken. Multimedia und Hypermedia schaffen neue Wissensstrukturen. Autorensysteme sind kaum verfügbar.

Die Begriffe Hypercard, Hypertext, Hypermedia beziehen sich auf Hypermedia-Arbeitsumgebungen, in welchen einen multimedialen, vernetzten, themenbezogenen Datenbestand (bestehend aus verschiedenen Dokumenten vom Typ Text, Grafik, Bild- und Tonfolge) mittels verschiedener Werkzeuge integriert werden. Die Dokumente sind dabei untereinander nach Sinn- und Sachzusammenhängen verknüpft. Die Bedeutung der dadurch entstehenden Netzstruktur nennt man Hypertext. Da die Multimedia-Dokumente sich in diesem Hypertext befinden, spricht man auch von Hypermedia. Die Werkzeuge unterstützen das Suchen und Finden, Lesen und Schreiben, Rechnen, Kalkulieren, Zeichnen, Modellieren und Simulieren und machen so aus einer Hypermedia-Datenbank eine hypermediale Arbeitsumgebung.

Anmerkungen zu den Softwaretools

Während die integrierten Softwarepakete Einzug auch in den österreichischen Schulalltag gehalten haben, fand eine ähnliche Entwicklung für Autorensprachen bzw. Autorensysteme nicht statt. Obwohl Autorensprachen und Autorensysteme in den letzten Jahren in großer Zahl entwickelt wurden, scheint hiebei die "Einsatzschwelle" für einen "nicht nur an der EDV" Interessierten relativ hoch zu sein. Darüber hinaus ist der Ankauf derartiger SW-Werkzeuge im Regelfall mit hohen Kosten verbunden.

Etwas anders stellt sich die Situation bei den themenbezogenen Datenbanken dar. Obwohl die aktuelle Verbreitung im Schulbereich nur in Ansätzen vorhanden ist, eröffnet sich für diese Möglichkeit, aktuellere und umfassendere Informationen in den Unterricht einzubeziehen, selbständig mit dem angebotenen Datenmaterial zu arbeiten und durch die Verknüpfung der Daten neue Erkenntnisse zu gewinnen, ein weites Feld auf dem Bildungssektor. Der Einsatz solcher Datenbanken auf breitester Basis könnte mit relativ wenig finanziellen Aufwendungen sichergestellt werden und in den österreichischen Schulen den Unterricht anregender und informativer gestalten.

Der Bereich der Hypermedia-Informations- und Ausbildungssysteme stellt eine Innovation für den Bildungsbereich dar, dem zukünftig großes Augenmerk geschenkt werden wird. Obwohl die wissenschaftliche Diskussion, was Hypertext und Hypermedia eigentlich pädagogisch-didaktisch bedeutet, keineswegs als abgeschlossen bezeichnet werden kann, könnte diese Zugriffsmethode auf Informationen aus riesigen Datenbeständen (offline und online) und die dadurch entstehende Arbeitsumgebung am Computer entscheidende lernpsychologische Auswirkungen haben. So erwarten einige Experten einen Paradigmen-wechsel vom Behaviorismus zur Kognitionspsychologie, wobei dabei neue Formen des entdeckenden und konstruierenden (=selbst-gesteuerten) Lernens ermöglicht werden.

5.2 Qualitätsstandards für Software im Unterricht

Datenbanken als Informationschance. Hypermedia als neue Bildungstechnologien.

Der hohe Stellenwert, den die Frage nach geeigneter Software für den Unterricht einnimmt, darf nicht dazu führen, die derzeit auf den Markt angebotene Quantität an Produkten bereits für Qualität zu halten. Gerade auf dem Marktsektor "Unterrichtssoftware" wurden und werden zahlreiche Programme - neuerdings auf CD-Rom - angeboten, die kaum eine Investition lohnen.

Als Orientierungshilfe werden folgende Qualitätsstandards genannt:

  • Programmtechnischer Standard
  • Interaktiver Standard
  • Ökonomischer Standard
  • Bildungspolitischer Standard
  • Fachdidaktik
  • Innovationsgehalt
  • Qualität der Begleitdokumentation

Für den programmtechnischen Standard sind beispielsweise folgende Faktoren relevant:

Der Programmablauf

Vernünftige Eingrenzung des Zeitbedarfs für das Programm; rascher Zugriff auf eine bestimmte Stelle im Programm durch einen Suchbaum; Möglichkeit des Zurückblätterns bei mehrseitigen Aktionen; Überspringen von Programmteilen soll möglich sein; der momentane Standpunkt im Programm sollte immer erkennbar sein; Gewährleistung des Bedienungskomforts durch schnellen Datenzugriff; vernüftige Eingrenzung von Randbedingungen für eine Auswertung oder Simulation; Abbruchmöglichkeit des Programmes bzw. Anhalten des Programms mit Möglichkeit zur Wiederaufnahme.

Die Benutzeroberfläche

Die Steuerung sollte über Pull-Down-Menüs mit und ohne Maus-steuerung möglich sein, wobei wichtige Funktionen auch über Funktionstasten erreichbar sein sollten. Bei der Gestaltung der Bild-schirmmasken wäre darauf zu achten, daß inhaltliche Informationen, Aufforderungen zur Aktion und Antworten bzw. Eingaben sich deutlich voneinander unterscheiden. Auch sollten geringfügige Änderungen des Bildschirmaufbaus deutlich erkennbar sein.

Bei den erforderlichen Eingaben wäre darauf zu achten, daß diese bereits am Bildschirm und nicht erst in der Hilfe erkennbar sind. Eben-so sollten Hilfen zur Eingrenzung von Eingabewerten im Zuge der Ein-gabe aufrufbar sein. Unterstützende Hilfen bei falschen Eingaben von Antworten auf Kontrollfragen in einem Lernprogramm müssen angeboten werden.

Flexibilität ist notwendig. Benutzerfreundlichkeit als Notwendigkeit.

Der interaktive Standard eines Unterrichtsprogramms

  • Das Ausmaß an Eingriffsmöglichkeiten durch Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler (zum Beispiel Lern-geschwindigkeit, Schwierigkeitsstufen, veränderbare Parameter und Funktionstypen).
  • Der Umfang der aktivitätsfördernden Rückmeldungen (zum Beispiel Fehleranalysen, Statistik, variables Antwortverhalten).
  • Toleranz und Dynamik in Programmausführung sowie Programm-gestaltung (zum Beispiel flexible Einsetzbarkeit, Zielorientiertheit).

Der ökonomische Standard

  • Aufwand-Effekt-Relation: Bei einfachen Lernzielen sollte das Programm auch einfach zu bedienen und zu benutzen sein.
  • Die variablen Lernzeiten: Der Auszubildende muß gemäß seiner Fähigkeit die Möglichkeit haben, schneller oder langsamer als der Durchschnitt eine Lerneinheit zu absolvieren.
  • Grundsätzlich ist unter diesem Punkt auch immer die Frage zu stellen, ob für das konkrete Beispiel nicht ein anderes Medium zweckmäßiger ist.

Der bildungspolitische Standard mit soziokultureller Repräsentanz

  • Berücksichtigung des sprachlichen, gesellschaftlichen und ethnischen Hintergrunds
  • Kooperation: Das verwendete Programm sollte auf eine Kooperation verschiedener Benutzer angelegt sein und diese unterstützen.
  • Politische Bildung (zum Beispiel Friedenserziehung, multikulturelle Merkmale)
  • Manipulationsfreiheit (d.h. frei von unmerklicher, gezielter Beeinflussung)

Die Fachdidaktik

  • Ziel, Inhalt und Methode: Die Informationseinheiten, Übungen und Aufgaben sollten abwechslungsreich gestaltet sein (Multiple-Choice-Fragen, spielerische Elemente, offene Fragen, Grafiken, etc.)
  • Integration in den Unterrichtsverlauf
  • Hinsichtlich des Innovationsgehaltes sollte untersucht werden, ob ein Programm über bisher Verfügbares hinausgeht:
  • Inwieweit ermöglicht das Programm Lehrformen bzw. Lernerfahrungen, die neu sind und ohne Computer nicht oder nur schwer verwirklicht werden können?
  • Welche Impulse und Anregungen bietet das Programm für weitere Aktivitäten?

Die Dokumentation

  • Programmbeschreibung
  • Übereinstimmung der beschriebenen Funktionen mit dem tatsächlichen Verhalten des Programmes
  • Methodisch-didaktischer Kommentar bezüglich Einsetzbarkeit
  • Für die Dokumentation sollten auch die Möglichkeiten berücksichtigt werden, wichtige Daten und Anleitungen über die momentane Präsentation hinaus auf den Bildschirm verfügbar zu machen.

Da die Bedeutung von computerunterstützten Lernprogrammen (auch CBT = Computer Based Training genannt) zunimmt und auch zahlreiche Verlage interaktive Lernprogramme anbieten, wurde von einer vom BMUK eingerichteten Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Standards ein CBT- Ratgeber für interessierte Lehrerinnen und Lehrer erstellt, der bei Abt. V/15 im BMUK angefordert werden kann.

5.3 Informations- und kommunikations-technische Unterstützung für Schule und Ausbildung

Der Personalcomputer und seine Verknüpfung mit immer neuen Technologiebereichen - gerade darin liegen die wichtigen Einsatzmöglichkeiten des Computers in der Wirtschaft. Aus diesem Grund muß auch der Schul- und Ausbildungsbereich auf diesen Entwicklungssektor ein wesentliches Augenmerk richten.

Informatik muß sich ständig anpassen. Multimedia ist die Zukunft. Multimedia ist PC-Standard.

In zusehends kürzer werdenden Abständen sind somit in der Schule neue Themen und Methoden für den computerbezogenen Unterricht gefragt. Denn die Schule muß mit der Zeit gehen und Schulbehörden und Bildungspolitiker müssen auf die sich ständig verändernden Vermittlungsmodalitäten des "notwendigen Allgemeinwissens" noch schneller als bisher üblich reagieren.

5.3.1 Multimedia

Unter Multimedia versteht man die Integration der Medien PC, TV, Audio und Video auf digitaler Basis, also die harmonische Symbiose audieller, visueller und datenverarbeitender Systeme zum Zweck der schnellen und einfachen Be- und Verarbeitung sowie Präsentation von Ton, Bild und Video. Aus verschiedenen Ansätzen meist herstellerspezifischer Systeme haben sich in den letzten Jahren eine Vielzahl von Standards und Normen entwickelt, die Zugriffsverfahren, Dateiformate und Anschlüsse definieren und somit eine Integration verschiedener Produkte zu einem Multimedia-System sicherstellen sollen.

Der Begriff Multimedia-PC (MPC) taucht in der einschlägigen Literatur immer wieder auf. MPC steht dabei für einen Standard, der ursprünglich von dem amerikanischen Softwarehersteller Microsoft in Kooperation mit anderen Hard- und Softwareherstellern definiert wurde.

Der MPC-Standard setzte ursprünglich auf Rechner mit 286 Prozessoren, um auch bestehenden Anwendern die Möglichkeit der Nutzung von Multimedia zu bieten, mittlerweile liegt die Minimalanforderung für einen MPC bei einem 486-Prozessor. Hardwareseitige Minimalanforderungen sind weiters 8MB RAM, eine zumindest 250 MB große Festplatte und ein 3,5"-Diskettenlaufwerk. Weitere Grundanforderungen sind eine MF-Tastatur, ein analoger IBM-kompatibler Joystickanschluß, ein MIDI-Interface sowie eine parallele und eine serielle Schnittstelle. Weitere Hardwarebestandteile sind eine VGA-Grafik- und eine Soundblasterkarte (16 bit), Boxen mit minimal 10 Watt und ein CD-ROM-Laufwerk.

Softwaretechnisch setzt MPC auf der grafischen Benutzeroberfläche Windows 3.0 auf, die ab der Version 3.1 standardmäßig mit der Microsoft Windows Multimedia Extension ausgestattet ist.

Visuelles Moment wird wichtiger. Vernetzung aller Kommunikationsebenen.

Rund um die Compact Disk als Medium zur Speicherung großer Daten- und Informationsmengen haben sich verschiedene Standards herausgebildet, zum Beispiel CD-I, CD-ROM und DVI.

Inzwischen kristallisierten sich zwei Bereiche heraus, in denen Multimedia sinnvoll eingesetzt werden kann:

  • Infotainment
  • Edutainment

In die für den Unterricht wichtigen Bereiche Infotainment und Edutainment fallen unter anderem beispielsweise

  • interaktive Displays, deren Vorteil vor allem in ihrer Dialogfähigkeit mit dem Rezipienten liegt,
  • Movie CD Jukebox zum Abruf von CD Video Clips und
  • Photo CDs mit einer heute möglichen Speicherkapazität von bis zu 800 Standbildern je CD.

Auf der Softwareseite bieten sich Multimedia-Programme an, die ähnlich wie schon länger bekannte CBT-Programme (siehe dazu auch Kap. 5.1) mittels strukturierter Abfragetechnik den Unterricht additiv unterstützen. Eine Sonderform ist Tele-CBT, vernetzte Terminals mit einem Regierechner für die sofortige Kontrolle.

Der PC wird in Kombination mit einem optischen Speicher um qualitative und quantitative Möglichkeiten erweitert, sodaß das visuelle Moment etwa bei Unterrichtsprogrammen verstärkt zum Tragen kommt. Diese optischen Speichermedien (CD-ROM, CD-Video, CD-Interaktiv) können bei gleichem Platzbedarf um ein Vielfaches mehr Informationen aufnehmen als herkömmliche Medien, wie Film, Magnetbänder oder Floppydisks.

Somit stellt zum Beispiel CD-Video nicht nur ein weiteres audiovisuelles Hilfsmittel dar, sondern bietet in Kombination mit einem Personalcomputer alle Vorteile eines computerunterstützten Unterrichts in Verbindung mit Film, Bildern und Musik. Durch die Interaktion mit dem Computer wird das passive visuelle und akustische Erlebnis, wie etwa beim Ansehen eines Films oder Anhören eines Musikstückes erweitert und verstärkt, wodurch sich das Lernen abwechslungsreicher und aus lerntheoretischer Sicht effektiver gestaltet. Zudem ermöglichen Steuerungen mit der Maus, einem Touchscreen oder einer Zifferntastatur auch EDV-Neulingen ein schnelles Umgehen mit dem System.

Es bleibt zu hoffen, daß sich möglichst viele Lehrerinnen und Lehrer mit der vielfach faszinierenden Welt von Multimedia auseinandersetzen und daß sie aus der Vielzahl des Gebotenen das für sie Geeignete herausfinden und anwenden. Im Rahmen der Autonomie werden die Vorstellungen vieler Lehrerinnen und Lehrer sicher eher realisierbar sein, als dies bis jetzt der Fall gewesen ist.

Vom BMUK in den vergangenen Jahren unterstützte Multimedia-aktivitäten in Österreich:

  • "Neue Lerntechnologien", Sondernummer der Zeitschrift "OCG - kommunikativ" (5/1993).
  • "Multimedia in Österreich", Sondernummer anläßlich der didacta 93 der Zeitschrift "TELL&CALL - Zeitschrift für technologie-unterstützten Unterricht.
  • Projekt des BMUK: "CD-ROM und interaktives Video"
  • Projekt des BMUK: "Evaluation von Shareware und Public Domain Software auf CD-ROM" Projektleiter: Mag. Gerald Kurz, unter der Mitarbeit von Mag. Irene Glatzl), 1993
  • Projekt des BMUK mit dem Zentrum für das Schulpraktikum der Universität Wien zur Evaluation neuer Präsentationstechniken unter dem Titel "Computerunterstützte Datenprojektion in der Lehrerbildung" (Projektleiter: Dr. Ludwig Hansen), 1994
  • Projekt des BMUK mit dem Zentrum für das Schulpraktikum der Universität Wien: "Desktop Video am PC" zur Evaluation von digitaler Videobearbeitung am PC (Projektleiter: Mag. Martin Hämmerle), 1994
  • BMUK-Initiative zur Bildung einer Arbeitsgruppe zwecks Erstellung von Standards für CBT unter dem Gesichtspunkt neuer Schnittstellen sowie Benutzeroberflächen (Projektnehmer: Gesellschaft für Wirtschaftspsychologie und Organisationsdynamik), 1994
  • Projekt des BMUK: Multimedia-Computer: Einsatzmöglichkeiten im Unterricht (Projektleiter: Mag. Karl Heinz Schmid, unter Mitarbeit von Dr. Klaus Peters und Mag. Michael Dobes). Die Untersuchung beinhaltet Berichte über Testungen diverser CD-ROMs, vor allem hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit im Unterricht.
  • Projekt des BMUK: Arbeiten mit CD-ROM in der zentralen Schulbibliothek. (Projektleiter: Mag. Werner Schöggl, unter der Mitarbeit von Mag. Karl Gutscher und Mag. Johann Schrammel).
  • Projekt des BMUK: AMIGA an Volksschulen. (Projektnehmer: Dr. Edith Wolschann und Dr. Gerhard Hager )
  • Projekt des BMUK: Einsatz moderner Informationstechnologien im Unterricht der Bildnerischen Erziehung und Werkerziehung. (Projektleiter: Mag. Hubert Wiederhofer )
  • Projekt des BMUK: Evaluation von Systemdynamiksoftware (Projektleiter: Univ. Ass. Mag. Dr. Günther Ossimitz, unter Mitarbeit von Mag. Franz Schlöglhofer)
  • Österreichisches Schulprojekt im Auftrag des BMUK, IFIP Konferenz 1993, Gmunden: INFORMATICS & CHANGES IN LEARNING:
    Im April 1992 wurden alle Schulen eingeladen, ein Projekt für die IFIP Tagung in Gmunden einzureichen. Aus 84 Anträgen wurden 31 Projekte bewilligt und mit bis zu öS 30.000,- gefördert. Anläßlich der Präsentation der Ergebnisse wurden 14 Projekte ausgewählt und einem internationalen Publikum vorgestellt. Gemäß dem Motto der Tagung wurde eine multimediale Dokumentation der Projektergebnisse auf CD-ROM erstellt. (Projektkoordination: Mag. Michael Dobes )
  • Projekt des BMUK: "Multimedia-Elemente in computerunterstützten Sprachlernprogrammen" (Projektleiter: Dr. Bruno Prowaznik), 1996
  • Produktion einer CD-I: "Der Wiener Stefansdom" (BMUK, Abt. V/12), 1995
  • Produktion einer CD-ROM: "Mit anderen Augen. Neuer Rassismus in Europa" (BMUK, Abt. V/11b in Kooperation mit Abt. V/12), 1996
  • Produktion des Computerspiels "Courage" gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus (BMUK, Abt. 11b), 1996

5.3.2 Telekommunikation

Ein weitere Möglichkeit der Verknüpfung immer neuer Technologiebereiche mit dem Personalcomputer ist die der Kombination mit dem Telephon bzw. dem Telephonnetz, die Telekommunikation.

Mit Hilfe eines Modems, eines Digital-Analog-Wandlers, der an die serielle Schnittstelle des PCs angeschlossen wird, hat man die Möglichkeit, mit jedem Telephon&Computer&Modem-Besitzer weltweit zu kommunizieren.

Elektronischer Nachrichtenaustausch über das Telephonnetz.

In den letzten Jahren hat gerade diese Branche einen gewaltigen Boom erlebt, ermöglicht sie doch jedem Benutzer sowohl den einfachen Nachrichtenaustausch zwischen allen Mitgliedern eines Netzes (z. B. mittels riesiger Datenbanken für Wissenschaft, Recht und Wirtschaft, des Zugangs zu Bibliotheken in aller Welt, aktueller Börsenkurse etc.), als auch eine Reihe von Kommunikationsdiensten wie zum Beispiel Electronic-Shopping.

Prinzipiell wird zwischen wissenschaftlichen und kommerziellen Netzen unterschieden, wie im folgenden dargestellt.

Wissenschaftliche Netze

Internet

Das Internet wurde als Zusatznetzwerk im Rahmen des ARPANET-Projektes, das 1969 in den USA von Forschern an Universitäten angeregt wurde, aufgebaut. Die Advanced Research Project Agency (ARPA), eine zunächst zivile Behörde, die später (ab 1972) vor allem Projekte von militärischem Interesse förderte und deshalb in DARPA (Defense ARPA) umbenannt wurde, gründete das ARPANET, später DARPA Internet genannt. Das INTERNET-Projekt dieser Behörde wurde 1985 eingestellt, hatte aber bereits eine solche Eigendynamik entwickelt, daß es bis heute weiterbesteht.

Heute ist das ARPANET ein Teil des weltweiten auf dem TCP/IP-Protokollstandard basierenden Internets, das aus etwa 8.000 Teilnetzen in 26 Ländern besteht. Es ist wahrscheinlich, was die Zahl der Teilnehmer betrifft, das größte Computernetz der Welt und bedient ca. 750.000 Hosts (= Computer, die als Vermittlungsknoten dienen, ohne die darüber angeschlossenen PCs und Kleinrechner) mit mehreren Millionen Nutzern.

In Österreich war das Internet bisher vor allem auf akademische Nutzer beschränkt, die entsprechende Infrastruktur wurde vom Wissenschaftsministerium finanziert. Der Anteil an Schulen, die momentan schon das Internet benutzen, steigt kontinuierlich an. (siehe dazu Kap. 5.4.3)

Usenet

Internet-User-Anzahl steigt ständig. Immer mehr Internet-Provider. Das erste Netz: CompuServe.

USENET ( in Europa EUNET) wurde 1979 gegründet und war ursprünglich ein selbstorganisiertes Netz. Es verbindet ca. 36.000 Knoten, nämlich Rechner, die das Betriebssystem UNIX benützen.

Der österreichische Anbieter ist die UNIX-USER-GROUP-AUSTRIA (UUGA). In den letzten Jahren sind die backbones (Hauptrechner) des EUNETs dazu übergegangen, zur Kommunikation die TCP/IP Definitionen zu verwenden. Die UUGA hat auf den Leitungen des Netzes, das primär wissenschaftlichen Diensten zur Verfügung steht, Bandbreite angemietet und stellt diese den Mitgliedern zur Verfügung. Der Knotenrechner der Universität Wien übernimmt die Funktion eines backbones für die angeschlossenen EUNET Computer. Zudem bietet die 1991 zusammen mit privaten Geldgebern gegründete "EUNET EDV-Dienstleistungs GmbH" den Kunden elektronische Post, News-Dienst, Inter-EUNET Wähl- und Standleitungen an.

Kommerzielle Netze

CompuServe

CompuServe entstand 1979 aus dem MicroNet, war anfänglich nur in den Nachtzeiten erreichbar und auf die USA beschränkt. Es ist seit 1987 in Japan, seit 1988 in Europa verfügbar. Der Zugang in Wien erfolgt über InfoNet, der nächste CS-Host befindet sich in München. Hinsichtlich der Themen bietet CompuServe eine breite Mischung von kommerziellen und nichtkommerziellen Angeboten an. Das Spektrum reicht von CB-Funk über E-Shopping bis zu User-Foren der Computerhersteller. Das Netz weist derzeit weltweit über 1 Mio. Benutzer auf.

InfoNet

InfoNet stellt nach eigenen Angaben das hinsichtlich des übertragenen Datenvolumens größte Netz der Welt dar. Es entstand Anfang der 70er Jahre als Netz der Computer Sciences Corporation (CSC) in den USA. Seit 1988 haben sich zahlreiche Post- und Telekommunikations-verwaltungen vor allem in Europa als Partner beteiligt. Die österreichischePTV ist nicht Teilhaber von InfoNet, Radio Austria Communications ist Anbieter in Österreich.

Die eben genannten Netze werden, wie schon erwähnt, an Österreichs Schulen bislang nur in geringem Maße verwendet. Es gab aber in den achtziger Jahren eine Vielzahl einschlägiger Entwicklungen - eine davon war BTX (Bildschirmtext). Durch die relativ niedrigen Übertragungsraten und die geringe Information war BTX nicht sehr erfolgreich, obwohl alle AHS und BHS mit Mupid-BTX-Geräten ausgestattet worden sind.

In einigen Schulen Österreichs wurden Projektinitiativen zur Evaluation des kommunikativen Aspektes der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien gestartet. Bspw. sollte das von der Firma Apple gesponsorte und betreute weltweite Netzwerk einen inter-nationalen Gedankenaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Schülerinnen und Schüler verschiedener Länder fördern.

Das größte Netz: InfoNet. Netzprojekte in Schulen. Internationale Interaktion.

Als technische Ausrüstung bedarf es eines Personalcomputers (Apple-Standard, 20 MB Festplatte, 780 KB Diskettenlaufwerk, 1 MB RAM), eines Druckers sowie eines selbstwählenden Modems und einer entsprechenden "Link"-Software. Über die Telefonleitung des Informatikraumes sind die Schulen an das internationale Netzwerk (Apple-Global-Education-Network) der Computerfirma angeschlossen.

Der Verbindungsaufbau erfolgt durch automatisches Anwählen eines Knotenrechners in Wien, der über Standleitung mit Holland und von dort via Satellit mit einem Großcomputer in den USA verbunden ist. Ziel dieses Projektes soll eine Verbindung aller Schülerinnen und Schüler dieser Welt durch ein sehr einfach zu benützendes und doch mächtiges Kommunikationsmedium sein. Telekommunikation soll auf diese Weise themenzentriert und projektartig im Unterricht jedes Faches eingesetzt werden können.

Die COMPED-Studie Österreich enthält Daten zu den Rahmenbedingungen und zur tatsächlichen Nutzung der Telekommunikation in den Schulen. Dabei zeigte sich, daß dieser Bereich noch stark ausbaufähig ist. Beispielsweise besaßen 1992 nur 1% der Hauptschulen und 5-10% der AHS (die Zahl der inzwischen obsoleten BTX-Mupids nicht mitgerechnet) ein Modem. Im Zuge der finanziellen Autonomie der allgemeinbildenden Pflichtschulen und höheren Schulen ergeben sich jedoch neue Finanzierungsmöglichkeiten.

Ziel: eine Telekommunikations-infrastruktur über alle Institutionen.

Projekte

  •  
  • Evaluation von Telekommunikationssoftware. (Projektnehmer: Mag. Karl Heinz Schmid )
  • Forschungsprojekt des IST - Institut für Schule und Neue Technologie: Errichtung eines First Class Bulletin Board Systems und Untersuchung auf Eignung für den Unterricht (Projektleitung: Prof. Mag. Anton Knierzinger)
  • Informations- und Kommunikationstechniken an Steirischen Schulen - Einrichtung einer Telebox. (Projektnehmer: Mag. Peter Härtel, Ing. Franz-Werner Karner, Steirisches Informatik Service)

5.3.3 Schulvernetzung

5.3.3.1 Das Austrian School-Network (ASN)

Multimediale Technologien werden - Trendforschern zufolge - das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben in einer Radikalität beeinflussen, wie sie seit der Erfindung des Buchdruckes nicht in Erscheinung trat. Die Handhabung dieser Technologien wird zu einer Schlüsselfunktion für den Menschen werden, wie etwa das Lesen.

Bildungsinstitutionen sind daher primär dazu aufgerufen, diese Schlüsselqualifikationen ihren Schülern zu vermitteln. Ein zweiter Gesichtspunkt ist die Anwendung multimedialer Technologien im Unterricht selbst, ein dritter in der Lehrerfortbildung und ein vierter der Einsatz in der Bildungsverwaltung.

Multimediale Technologien können in 3 Bereiche eingeteilt werden:

  1. Hard- und Software
  2. Telekommunikation (Herstellung und Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen Rechnersystemen)
  3. Multimedia-Inhalte (Kombination von Text, Daten, Graphiken, Ton, stehenden und laufenden Bildern mit interaktiver Verarbeitung)

Das ASN befaßt sich primär mit dem 1. und 2., der Bereich 3. gewinnt an Bedeutung.

Das Ziel ist die Errichtung einer Telekommunikations-Infrastruktur zwischen Schulen, Schulbehörden, nationalen und internationalen Kommunikationspartnern und Informationsquellen. (Das Internet ist nur eine, allerdings derzeit sehr aktuelle Anwendung, möglich müssen auch im Verwaltungsbereich auf OSI-X-400 basierende Dienste bzw. EDI und EDIFACT-Anwendungen sein.)

Die Vernetzung der Bildungsinstitutionen soll neue Elemente im Bildungswesen fördern wie z.B.: Dezentralisation, Schulautonomie, Internationalisierung, Aufbau einer Informations- und Kommunikations-kultur, Vermittlung von Medienkompetenz. Der Unterricht selbst soll offener, exemplarischer, projektorientierter, handlungsorientierter und eigenverantwortlicher erfolgen können.

Vernetztes Denken und Handeln. Knoten. Sharing.

Eine entsprechende IT-Ausstattung der Schulen und die technische Vernetzung sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung, um diese Ziele zu erreichen. Dazukommen muß noch eine "Vernetzung" im kognitiven und sozialen Bereich und eine Abstimmung der Aktivitäten zwischen Schulen, Behörden, Lehrern, Eltern und Schülern.

Grundsätze für die Realisierung des ASN

Knotenkonzept

Datenleitungen (Einzel- oder Netzanschlüsse) führen von Schulen zu einer zentralen Stelle, von der eine gemeinsame festgeschaltete Verbindung zu einem übergeordneten Knoten oder zum ACOnet erfolgt.

Sharing

D a s Schlüsselwort für das ASN. Dadurch wird eine wirtschaftlichere und bessere Ressourcennutzung erreicht. (Line-sharing, Server gemeinsam nutzen, Betreuungsaufwand teilen, gemeinsame Domäne an zentralen Schulstandorten, Schulpartnerschaften)

Kooperation mit Wissenschaftsbereich

Die Universitäten werden in Zukunft davon ausgehen können, daß Maturanten eine Grundqualifikation im Umgang mit den neuen Medien, aber auch für die gewählte Studienrichtung, haben.

Zur Realisierung des ASN wurde im BMUK eine "Interministerielle Arbeitsgruppe" eingerichtet. Sie führt die strategische, grundsätzliche Projektplanung, die Evaluierung und Kontrolle des Projektfortschrittes durch.

Derzeit aktuelle Aufgaben beinhalten

  • die Regelung der Zusammenarbeit mit dem ACOnet
  • Finanzierungsfragen (Datenleitungskosten ab Knoten, Knoten-ausstattung, Kostenbeteiligung der Sektionen)
  • die Sicherung der Knotenbetreuung (Arbeitsplatzbeschreibung, Dienstposten)
  • die Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen

Eine technisch-organisatorische Arbeitsgruppe, Mitglieder sind die Knotenbetreuer und ein Vertreter des ACOnet, führt die praktische Projektimplementierung durch

  • die Koordination der Informationsangebote (auch solche des BMUK, fachspezifische Informationen)
  • einen einheitlichen Adressenaufbau für Schulen
  • Planung der technischen Knotenausstattung und -erweiterung (Schneeballeffekt)

Informationen im ASN

Im ASN steht bereits eine Fülle von Informationen zur Verfügung (allerdings noch nicht geordnet) wie Schulporträts, aktuelle Informatio-nen aus dem Schulleben, Projektberichte, Informationen über Unter-richtsfächer, spezifische Fachinformationen, allgemeine Informationen aus dem Kulturbereich.

Zahl der Schulen im ASN steigt. Das Black*Board-Netzwerk stößt auf Interesse.

Schulen im ASN

Mitte Juli 1996 waren ca. 160 Schulen im ASN. Am relativ häufigsten vertreten waren die Pädagogischen Akademien (29 % Vernetzungsgrad), gefolgt von den technisch-geweblichen Schulen (Vernetzungsgrad 26 %) und den AHS ( 19 % ). Von allen weiterführenden Schulen in Österreich verfügt jede 6. über einen Internetanschluß.

Bis Ende 1996 werden ca. 300 Schulen im ASN erwartet, da ab September 1996 die 8 neu errichteten bzw. besser ausgestatteten bestehenden Einwählknoten zum ACOnet in Betrieb gehen werden.

Auskünfte erteilt

das BMUK, Abt.Z/3 (ÖSRZ), Spengergasse 20, A-1050 Wien

Telefon: 0222/54614-0...

Telefax: 0222/54614/250

eMail: osrz@bmuvie.gv.at

Für Schulen wurde ferner ein "Leitfaden" aufgelegt, aus dem hervorgeht, wie eine Schule ins ASN kommen kann.

5.3.3.2. Black*Board - ein Netzwerk für Schule und Bildung

Die Mail Black*Board ist ein Projekt, das im Schuljahr 1994/95 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten von den Betreibern der österreichischen Computer-mailbox Black Box gestartet wurde. Die Verringerung der Einstiegs-hürden bei der Nutzung neuer Informations- und Kommunikations-technologien sowie die Erprobung von Anwendungen im spezifisch schulischen Kontext gehören zu den wesentlichen Zielsetzungen des Projektes. Letztlich soll erreicht werden, daß zwischen allen im schulischen Bereich Beteiligten einerseits die Informationsflüsse unter Nutzung der neuen Technologien verbessert und andererseits neue Kommunikationsformen ermöglicht werden.

Einstiegshürden für bislang mit diesen neuen Technologien weniger Vertraute werden gering gehalten. Beispielsweise wird eine einfach zu bedienende Benutzersoftware (mit bedienungsfreundlicher graphischer Oberfläche) verwendet, die allen Interessierten aus dem Bildungsbereich (Pädagoginnen und Pädagogen, Schulverwaltung, Eltern- und Schüler-vertreterinnen und -vertreter) kostenlos zugeschickt wird. Über Einwähl-knoten in sieben Bundesländern kann in der Folge die Registrierung für den Dienst (E-mail-Adresse) vorgenommen werden. Die Nutzung von Black*Board erfolgt dann entweder mittels PC und Modem von Zuhause aus - wobei allerdings Telephonspesen anfallen - oder direkt in der ent-sprechenden Bildungseinrichtung. Zusätzliche Unterstützung wird über eine Telephonhotline geboten.

Das Medienkonzept von Black*Board beinhaltet verschiedene Formen von Information und Kommunikation. Diskussionsforen und on-line-chats sind ebenso möglich wie der Zugang zu aktuellen Informationen des BMUK. Damit wird beispielsweise ermöglicht, modernen CSCW-Konzepten folgend die für Kooperationsprojekte erforderliche Kom-munikation ortsunabhängig zu organisieren sowie entsprechende Koordi-nationsleistungen zu vereinfachen. Der Informationsaustausch zwischen Kolleginnen und Kollegen etwa im Rahmen von Arbeitsgruppen wird für unterschiedliche schulrelevante Themen (z. B. zu einzelnen Unterrichts-gegenständen, Schulnetzadministration, Schulbibliotheken, etc.) ermög-licht. Spezifische Informaionsbereiche sind ausschließlich für Lehrer-innen und Lehrer eingerichtet, während Internet-, Fido- und Schulnetz-E-Mail-Adressen auch für andere Akteure des Bildungsbereichs zur Verfügung stehen. Darüber hinaus erlaubt Black*Board den elektro-nischen Abruf von aktuellen Informationen aus einzelnen Abteilungen des BMUK.

Einwählknoten in allen Bundesländern. Vereinfachte Kommunikation. Steigende User-Anzahl.

Bei bereits mehr als 3500 Benutzern verweisen bisherige Erfahrungen mit dem Projekt Black*Board nicht nur auf hohe Akzeptanz, sondern auch auf vielfätige Anwendungsmöglichkeiten der neuen elektronischen Medien im Schulbereich. Um Aktualität und Vielfalt des Informations-angebots permanent zu verbessern, hat ein Redaktionsteam die inhaltliche Betreuung übernommen.

Gleichzeitig werden in Kooperation mit der österreichischen Akademie der Wissenschaften www-basierte Kommunikationswerkzeuge entwickelt. Die größte Herausforderung für die Zukunft liegt - abseits der Sicherstellung der wesentlichen technischen und organisatorischen Voraussetzungen - auf der pädagogischen Ebene. Eine Weiterentwicklung unter Nutzung vorhandener Gestaltungsspielräume wird sinnvollerweise über die Erprobung von Einsatzmöglichkeiten im Unterricht bzw. in der Unterrichtsvorbereitung hinausreichen; die Verbesserung der Erkenntnisse über Wirkungs-mechanismen neuer Medien ist dazu ebenso erforderlich wie die kritische, praxisbezogene Auseinandersetzung mit Informations- und Kommunika-tionsechnologien.

Vorige Ebene
Voriges Kapitel
Nächstes Kapitel





?





Dokument Nr.:

2.3.2.11.5

Copyright:

©

Bearbeitet:

26.06.97

Update:

24.01.98 17:52:07

Rückmeldungen:

PCNEWS-Redaktion

Gestaltung:

PCNEWS-Webmaster