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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
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Informatik1

Informatik2

Informatik3

Informatik4

Informatik5

Informatik6

Informatik7

3. Entwicklungsstand der EDV/Informatik in den einzelnen Schularten

3.1 Allgemeinbildende Schulen

Vor 25 Jahren starteten die ersten EDV-Versuche. EDV-Unterricht zur Optimierung des Mathematikunterrichts. Vom Taschenrechner zum PC.

Im Schuljahr 1969/70 fanden die ersten Vorversuche zur Einführung der EDV statt. Im darauffolgenden Schuljahr 1970/71 wurde die unverbindliche Übung Mathematik von der 5. - 8. Klasse der AHS angeboten. Bereits 1972 wurde in allen Bundesländern mit der Lehreraus- und -fortbildung in EDV begonnen. In Wien organisierte man zentrale Multiplikatorenseminare für Teilnehmer aus allen Bundesländern einschließlich der Bundeshauptstadt. Auch in den anderen Bundesländern fanden entsprechende Ausbildungsprojekte statt; in dieser Zeit konstituierten sich auch die "Grazer Seminare", die später für die gesamtösterreichische Lehrerausbildung in EDV/Informatik relevant wurden.

Im Schuljahr 1972/73 begannen die ersten Schulversuche "EDV im Mathematikunterricht" für die AHS-Oberstufe. In jedem Bundesland war zunächst ein solcher Schulversuch angemeldet. Die Grundhypothese dieser Schulversuche ging davon aus, durch den EDV-Unterricht einen qualitativ besseren Mathematikunterricht zu bieten. Bald jedoch stellte sich ein divergierender Prozeß ein, der diese Arbeitshypothese widerlegte. Im Schuljahr 1976/77 wurde der Freigegenstand EDV für die Oberstufe der AHS (5.-8.Klasse) angeboten, der sich vom integrativen Konzept der 1972 angelaufenen Schulversuche "EDV im Mathematikunterricht" loslöste. Der Unterricht selbst wurde mitunter in Rechenzentren abgehalten, da die Bundesschulen selten über die nötigen Geräte verfügten. Ebenfalls ab dem Schuljahr 1976/77 wurde parallel dazu im Oberstufenschulversuch EDV als Wahlpflichtgegenstand angeboten, was eine Vertiefung und Spezifikation ermöglichte. Hardwaremäßig wurden in den Schulen vielfach programmierbare Taschenrechner verwendet, einzelne AHS verfügten auch damals schon über Kleinrechnerkonfigurationen (zum Beispiel PET 2000). Erst Anfang der 80er Jahre wurden zahlreiche Schulen im AHS-Bereich mit leistungsfähigeren Geräten (Commodore, Apple II, ...) ausgerüstet. Das betraf primär jene AHS, an denen der Freigegenstand EDV angeboten wurde.

Im Schuljahr 1984/85 konnte EDV erstmals als Fach für die mündliche Reifeprüfung gewählt werden. Das darauffolgende Schuljahr 1985/86 leitete mit der Einführung der verbindlichen Übung Informatik an der 5.Klasse der AHS eine großangelegte Ausstattungsphase mit Hard- und Software ein, die der Informatik im österreichischen Schulwesen zu einem beachtenswerten Stellenwert im internationalen Vergleich verhelfen sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 69 Bundes-AHS mit 4 Mikrocomputern (nicht IBM-kompatible PCs) ausgestattet. Mit Beginn des Schuljahres 1985/86 wurden nun die übrigen Bundesschulen (169) sowie die überwiegende Zahl der Privatschulen mit einer Standard-konfiguration bestehend aus 6 PC-Arbeitsplätzen (IBM-kompatibel) und einer zusätzlichen Bildschirmtext(BTX)-Grundkonfiguration (BTX-Anschluß + MUPID-Computer) ausgerüstet-(PC der Typen BULL Micral 30, P3100 von Philips, T300 von Toshiba). 2 Jahre später, im Schuljahr 1987/88, wurde als neuer Standard 7 PC-Arbeitsplätze (6 XT, 1 AT-Rechner) plus BTX nunmehr für die AHS erreicht.

Im Schuljahr 1986/87 wurde Informatik als Freigegenstand von der 6.-8. Klasse in der AHS in Anknüpfung an die verbindliche Übung in der 5.Klasse eingeführt, im gleichen Schuljahr wurde am Polytechnischen Lehrgang die unverbindliche Übung Informatik angeboten. Im Schuljahr 1989/90 wurde Informatik am Polytechnischen Lehrgang noch stärker berücksichtigt (siehe weiter unten). Im Zuge der Reform der AHS-Oberstufe wurde aus der verbindlichen Übung Informatik ein Pflichtgegenstand (1989/90).

Einführung der verbindlichen Übung Informatik. Ausweitung des Informatik-Unterrichts.

Die lehrplanmäßige Berücksichtigung informatischer Bildungsinhalte in einzelnen Unterrichtsfächern sowie computerunterstütztes Arbeiten erfolgt seit Beginn des Schuljahres 1990/91 in der gesamten 7. Schulstufe, worauf weiter unten ausführlich eingegangen wird.

Insgesamt läßt sich die Entwicklungsgeschichte der EDV/Informatik im österreichischen Schulwesen sehr deutlich anhand klassischer Ansätze der Informatik rekonstruieren. In den späten 60er Jahren wurde der sogenannte maschinenorientierte Ansatz vertreten, der sich hauptsächlich mit den EDV-technischen Grundlagen der Datenverarbeitung auf Basis der Boolschen Algebra beschäftigte. In den siebziger Jahren stand der algorithmenorientierte Ansatz im Mittelpunkt, der die Anwendung von Programmiersprachen für Problem-lösungszwecke forcierte. Seit Beginn der 80er Jahre wird in der Informatik vielfach der sogenannte benutzerorientierte Ansatz vertreten, der Individuum und Gesellschaft in Wechselbeziehung zu den neuen Technologien im allgemeinen behandelt sowie im besonderen den Werkzeugcharakter des Computers betont.

In den 90er Jahren stellen schließlich Multimedia und die Telekommunikation verbunden mit einem Paradigmenwechsel in der Informatik vom Einzelarbeitsplatz zum vernetzten Multimedia-Rechner neue Herausforderungen für das Bildungswesen dar.

3.1.1 Die Grundschule (1.- 4.Schulstufe)

Der PC als Werkzeug. Expertenrunde PC in der Grundschule. Die globale Integration von Bildungsanstalten der Informatik.

Obwohl der Einsatz des Computers auch in der Volksschule bereits vielfach selbstverständlich und die informations- und kommunikations-technische Grundbildung aus der Sicht des Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten auf breiter Basis zu verankern ist, wird in der Grundschule nicht an die Einführung eines eigenen Unterrichtsgegenstandes gedacht. Hingegen soll der PC im Sinne eines "Tools" z.B. in Phasen des offenen Unterrichts sowie bei individuellen und differenzierenden Übungen Anwendung finden. Neben den dabei gewonnenen elementaren Erfahrungen im Umgang mit dem Computer soll den Schülerinnen und Schülern daher besonders der Werkzeugcharakter vor Augen geführt werden.

Der integrative Ansatz des PC im Unterricht bedarf keiner Schulversuche und kommt ohne Ausweitung der Stundentafel aus. Seitens des Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten besteht daher Interesse an jenen Projekten, bei denen unterschiedliche methodisch-didaktische Wege erprobt bzw. Unterrichtssoftware auf ihre Eignung überprüft werden. Dafür ist jedoch eine entsprechende Begleitung und Betreuung erforderlich. Diese Aufgabe wird beispielsweise von der Expertenrunde "PC in der Grundschule" wahrgenommen, die sich darüber hinaus mit weiteren aktuellen Entwicklungsfragen und Möglichkeiten zur gezielten Nutzung des Computers in der Grundschule auseinandersetzt.

3.1.2 Informatik in der 7. und 8. Schulstufe (Hauptschule und AHS-Unterstufe)

A. Entwicklung der Informatik

Neben bildungspolitischen Überlegungen, die schon im Regierungsübereinkommen der Koalitionsparteien von 1987 festgeschrieben wurden, waren es vor allem pädagogische Gründe, zu der schon seit 1985/86 bestehenden verbindlichen Übung Informatik in der 5.Klasse der AHS, die im Schuljahr 1988/89 zu einem Pflichtfach wurde, in der 7. und 8.Schulstufe für alle Schüler/innen (Hauptschule und AHS-Unterstufe gleichermaßen) eine Art Vorstufe einzurichten. Zwei Thesen standen einander gegenüber:

Auf der einen Seite Informatik als eigenes zweistündiges Unterrichtsfach, auf der anderen Seite wurde ein integrativer Ansatz, nämlich Informatik in bestehende Unterrichtsfächer lehrplanmäßig einzubinden bzw. computerunterstützt zu arbeiten, vorgeschlagen. Aus diesen beiden gegensätzlichen Positionen wurde schließlich 1988 eine Art Kompromiß gefunden, der eine globale Integration von Bildungsinhalten der Informatik in vier Unterrichtsfächer für die gesamte 7. und 8. Schulstufe vorsah. Dies wurde mit der Lehrplannovelle vom 9. August 1989 (Bundesgesetzblatt 429/89) zunächst für die Hauptschule festgelegt und mit 21. Juni 1990 (BGB 36/90) auch für die AHS-Unterstufe verordnet.

Die Schwerpunkte der Integration einer informations- und kommunikationstechnischen Grundbildung liegen somit in der 3. und 4. Klasse der Hauptschule und der AHS-Unterstufe (Sekundarstufe I). Den Schülern/Schülerinnen soll nach Möglichkeit in allen Unterrichtsgegenständen die Möglichkeit geboten werden, Grunderfahrungen im Umgang mit den neuen Techniken im allgemeinen bzw. mit dem Computer im speziellen zu machen. Anknüpfungspunkte dafür sollten sich in jedem Unterrichtsgegenstand finden, da die Bildungsinhalte der Informatik neben dem fachtheoretischen Aspekt auch eine gesellschaftliche Komponente (sozioökonomischer Aspekt) beinhalten.

Wie schon festgestellt wurde, müssen sich heutzutage alle Fächer gemeinsam an der Vermittlung der informations- und kommunikationstechnischen Grundbildung beteiligen, da die neuen Techniken grundsätzlich eine universelle und globale gesellschaftliche Bedeutung haben. Zur begrifflichen Klärung sei festgestellt, daß "Integration der Informatik" einerseits Einsatz des Computers als sogenanntes Hilfsmittel (Lehr- und Lernwerkzeug) im Fachunterricht bedeutet, auf der anderen Seite auch der Auftrag an alle Unterrichtsfächer ergeht, die Problematik der neuen Technologien zu erkennen und adäquat zu behandeln.

Zwecks Vorbereitung auf diese Integration ist in der 3. Klasse (Hauptschule und AHS) längstens bis zum Ende der 7. Schulwoche eine Einstiegsphase durchzuführen. Dabei sind die für eine Woche vorgesehenen Unterrichtseinheiten (ausgenommen Religion) zu verwenden, wobei mindestens 12 Stunden praktisches Arbeiten am Computer vorgesehen ist. Hauptaufgabe dieser Einstiegsphase ist, eine Gesamtschau zur informations- und kommunikationstechnischen Grundbildung durch fächerübergreifende Vorhaben zu bieten. Daneben sollen den Schülern/Schülerinnen auch die wichtigsten Fertigkeiten und Kenntnisse im Umgang mit dem Computer vermittelt werden.

Schwerpunkte in der 3. und 4. Klasse. Der PC als Tool in der Einstiegsphase und Projektphase.

In der 4. Klasse (8.Schulstufe) ist eine verpflichtende Projektphase oder Projektwoche vorgesehen, ebenfalls im Ausmaß von zumindest 12 Stunden, für die die gleiche Unterrichtszeit wie für die Einstiegsphase beansprucht werden kann. Unterrichtsorganisatorisch sollen derartige Projekte möglichst fächerübergreifend ausgeführt werden, fallweise können auch Exkursionen vorgenommen werden. Die Einstiegsphase und Projektphase erfordern von den Lehrer(n)/innen eine umfassende organisatorische und inhaltliche Planung, entsprechende Unterrichts-modelle wurden in der Zwischenzeit im Rahmen der Lehreraus- und -weiterbildung an den Pädagogischen Instituten entwickelt, erprobt und dokumentiert.

Wie Erhebungen zeigen, werden die "Einstiegsphase" und vor allem die "Projektphase" regional sehr unterschiedlich umgesetzt.

1993 wurden für einige der Hauptschulen (HS) neue Lehrpläne erlassen. So wird beispielsweise in Deutsch, im Kapitel Medienerziehung, in der 2. Klasse das Gestalten einer Seite für eine Schülerzeitung angeführt. In Geographie und Wirtschaftskunde scheinen die neuen Technologien als Wirtschaftsfaktor auf und werden in den didaktischen Grundsätzen als Unterrichtsmittel eigens genannt. Auch in Hauswirtschaft und Werken wird der Computer wie in fast allen anderen Unterrichtsfächern eingesetzt.

Durch die Schulautonomie haben sich neue Möglichkeiten der standortspezifischen Schwerpunktsetzung eröffnet, die für den Bereich Informatik gerne genützt werden. So tritt unter den neu gebildeten Fächern Informatik mit 18 % am zweithäufigsten auf, wie eine neuere Studie des Zentrums für Schulentwicklung belegt.

B. Informatik in den Lehrplänen

Laut Lehrplan ist ein fachspezifischer Computereinsatz vorgesehen, gleichzeitig soll aber auch eine kritische Reflexion über Auswirkungen und Folgen der neuen Technologien (des Mediums Computer) stattfinden. Es sollen also auch fächerübergreifende allgemeine Bildungsinhalte der Informatik ohne Computereinsatz vermittelt werden. Im übrigen ist gemäß dem Auftrag des Unterrichtsprinzips "Vorbereitung auf die Anwendung neuer Techniken, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechniken" in möglichst allen Unterrichtsgegenständen die Verwendung des Computers als Arbeitsmittel angezeigt.

Neue Lehrpläne in den HS seit 1993. Theoretische Auseinandersetzung mit Informatik.

Abb. 2 (Reiter)

Für besonders interessierte Schüler/innen wird in der Hauptschule bereits seit dem Schuljahr 1989/90 und in der AHS-Unterstufe erstmals mit Beginn des Schuljahres 1990/91 die Unverbindliche Übung "Einführung in die Informatik" in der 7. und aufsteigend in der 8.Schulstufe mit zwei Wochenstunden angeboten. Die Grundlage für die für HS und AHS wortidente Lehrplanfassung stellt der Lehrplan für die AHS-Oberstufe dar. Der Lehrstoff hat Angebotscharakter und erlaubt eine Auswahl/Vertiefung in folgenden Bereichen:

  • Algorithmische Verfahren zur Problemlösung
  • Textverarbeitung
  • Dateiverwaltung
  • Tabellenkalkulation
  • Graphik und Konstruktion
  • Selbständiges Erstellen von Programmen
  • Meß-, Steuerungs- und Regeltechnik
  • Einsatz sowie Anwendungsmöglichkeiten des Computers
  • Wirkungen, Gefahren, Chancen und Grenzen von Informationstechniken
  • Probleme des Datenschutzes

C. Ausstattung

HARDWARE

"Einführung in die Informatik" als unverbindliche Übung. MS-DOS als allgemeines Betriebssystem. Trend zu Vernetzungen und Multimedia.

Österreichs Sekundarschulen wurden im Prinzip einheitlich mit MS-DOS-kompatiblen Personalcomputern ausgestattet. In Hinblick auf den Schulerhalter muß aber streng zwischen AHS und Hauptschulen unterschieden werden.

Allgemeinbildende Höhere Schulen

Mitte der achtziger Jahre fiel seitens des Bundes (Bundesministerium für Unterricht und Kunst) als Schulerhalter der öffentlichen AHS die Entscheidung, IBM-kompatible Computer mit dem Betriebssystem PC-DOS/MS-DOS zu wählen. In der Grundausstattungsphase 1985, die mit der Einführung der Übung "Informatik" in der Oberstufe ihren Ausgang nahm, wurden 6 XT- und ein AT-kompatibler Computer in einem Computerraum installiert.

Ab 1989/90 stehen je 14 Schülercomputer und ein Lehrergerät (286er Prozessor) an allen AHS mit Unterstufe zur Verfügung.

Im Jahre 1993 wurde die Ausstattung an den allgemeinbildenden Oberstufen um 7-14 (486er) Schülergeräte (Anzahl nach Wahl der Schulen) im 2. EDV-Saal erweitert, darin inkludiert ist jeweils ein Server. Bis auf vereinzelte Ausnahmen sind diese Geräte jeweils innerhalb einer Schule miteinander vernetzt (Novell-Netzwerke).

Seit 1993/94 steht auch pro AHS je ein Chemie- und Physikcomputer mit 486-Prozessor, CD-ROM-Laufwerk bereit, alle mit Anschluß-möglichkeit an die Monitore in den Sonderräumen zur Großbild-darstellung, inklusive Meßwerterfassung- und Auswertungssoftware.

Mit Beginn des Schuljahres 1996/97 erfolgte der Ersatz der Unter-stufengeräte. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es an einzelnen Schulen Pilotprojekte zur Erprobung der Einsatzmöglichkeiten für Computer im Unterricht für Bildnerische Erziehung und für Musikerziehung.

Hauptschulen

Der technische Standard der Hauptschulen ist im engen Zusammenhang mit der Finanzkraft der einzelnen Gemeinden als Schulerhalter zu sehen.

In den Hauptschulen wurden ein Großteil der Computer gegen Ende der achtziger Jahre erworben. Die Schulen paßten sich dem damals existierenden MS-DOS-Standard an und die Gemeinden konnten da-durch oftmals den vom Bund ausgehandelten günstigeren Preis bei der Gerätebeschaffung nützen. Laut COMPED-Studie (Angaben aus 1992, kommentiert 1994) kam etwa die Hälfte der Finanzmittel direkt, ein weiteres Drittel auf dem Umweg des Schulbudgets indirekt aus den Gemeindekassen. Eine HS-Hardwareausstattung repräsentierte 1992 durchschnittlich einen Wert von öS 177.000,- (Wert nach Einkaufs-preisen berechnet), wobei hier doch starke regionale Unterschiede innerhalb Österreichs zu bemerken sind.

SOFTWARE

In den ersten Jahren der Computereinführung an den Schulen wurde softwaremäßig für die allgemeinbildenden Schulen von seiten des BMUK ein Grundpaket zusammengestellt (die entsprechenden Lizenz-rechte wurden vom Bund erworben), das die Programme TextMaker, Enable, Eclipse, Supercalc, CAD-2D, PC-Design und SCHULCAD II umfaßte. Den Pflichtschulerhaltern wurde nicht nur eingeräumt, die im Zuge der Bundesausschreibung erzielten Preisvorteile zu beanspruchen, sondern ihnen darüber hinaus auch die vom Bund erworbenen Generallizenzen für die obige Software unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Zwischen 1990 und 1992 nahm die Anzahl der an den Schulen vor-handenen Programme deutlich zu. Die folgende Aufstellung enthält die in den fünf wichtigsten Bereichen an den Schulen momentan am häufigsten verwendeten Standardprogramme (nach G. Haider: Schule und Computer. Informationstechnische Grundbildung in Österreich- Stand von 1992, 1994 kommentiert):

Gemeinden sind Schulerhalter. Ausweitung des Software-Angebotes.

Textverarbeitung:

  • Textmaker 3.0, MS Works 2.0, MS WORD 4/5/5.5, WORD PERFECT 5.1, Context/Pro, PC Write.
  • Tabellenkalkulation:

  • Supercalc, MS Works, Planperfect, FrameWork, Enable, Excel.
  • Datenbank:

  • dBase, MS Works, Enable, Open Access, FrameWork, F&A
  • CAD-Programme:

  • CAD-2D, PC-Design, Schul-CAD, AutoSketch
  • Programmiersprachen:

  • LOGO, BASIC, PASCAL
  • Auffällig ist, daß 1992 der Anteil von windows-basierten Applikationen zum Unterschied von ihrer Repräsentation in der Wirtschaft relativ gering war. Auch in diesem Bereich hat mittlerweile eine starke Erweiterung stattgefunden.

    Hinsichtlich der Beschaffung spezieller Unterrichtssoftware räumt die finanzielle Autonomie den einzelnen Schulen große Eigenständigkeit ein. Die meisten Ankäufe erfolgen deshalb derzeit schulautonom aus den dafür gewidmeten Schulkrediten. Generallizenzen werden nur mehr in Einzelfällen auf Wunsch der Lehrer und nach Erprobung angekauft. Ausschreibungen von Software wurden in den letzten Jahren nicht durchgeführt, da sie wegen der Marktpräsenz von zu wenigen gleichwertigen Konkurrenzprodukten nicht zielführend erscheinen.

    Alle Geräte und Programme werden natürlich, soweit sie die AHS betreffen, nicht nur in der 7. und 8. Schulstufe, sondern auch in der AHS-Oberstufe benützt. Eine ähnliche Situation besteht in der Zusammenarbeit zwischen Hauptschulstandorten und den Poly-technischen Lehrgängen (Näheres dazu im folgenden Kapitel).

    3.1.3 Informatik am Polytechnischen Lehrgang

    A. Entwicklung der Informatik

    Im Schuljahr 1986/87 wurde an den Polytechnischen Lehrgängen (PL) die Unverbindliche Übung Informatik eingeführt. Der entsprechende Lehrplan weist einen starken inhaltlichen Bezug zu dem des Pflicht-faches Informatik in der 5. Klasse der AHS auf und bietet dem Lehrer/der Lehrerin größtmögliche Methodenfreiheit. Die Einbettung der Informatik in den Lehrfächerkanon des Polytechnischen Lehrganges öffnete schon damals für diesen Schultyp neue Chancen der Profilierung und eine Anhebung der Attraktivität.

    Softwareeinkäufe aus dem Schulbudget. Informatik seit 1986/87 als unverbindliche Übung. Vertiefter Unterricht in angewandter Informatik.

    B. Informatik in den Lehrplänen

    Mit der Novellierung des Lehrplans des PL (BGBl. 241/89) im Schuljahr 1989/90 wurde Informatik am PL besonders berücksichtigt:

    • Alle Schüler/innen erhielten im Rahmen der vier Seminare (sozial- und lebenskundliches Seminar, wirtschaftskundliches Seminar, natur-kundlich-technisches Seminar, landwirtschaftskundliches Seminar), aus denen eines zu wählen war, einen vertieften Unterricht in angewandter Informatik. Wegen dieses zusätzlichen Aufgabenbereiches wurde das Wochenstundenausmaß von zwei auf drei Wochenstunden erhöht.
    • Im Bereich der zusätzlichen alternativen Pflichtgegenstände (zum Beispiel Buchhaltung, Stenotypie, Maschinschreiben u.a.) wurde der Unterrichtsgegenstand Informatik im Ausmaß von ein bis zwei Wochenstunden zusätzlich eingeführt.

    Als Zusatz zu den unverbindlichen Übungen (Chorgesang, Spielmusik, Schachspiel u.a.) wurde Informatik auch als Freigegenstand im Ausmaß von ein bis zwei Wochenstunden angeboten.

    Zusätzlich war - je nach Fortbildung der Schüler/innen - eine Einführungs- oder Projektwoche (analog der in der 7. oder 8. Schulstufe) vorgesehen, um eine Zusammenschau der verschiedenen Fachaspekte neuer Techniken zu ermöglichen.

    Im Rahmen einer Lehrplanreform (1997/98) soll die Nutzung neuer Techniken in vielfältigen Anwendungen Bestandteil der Lehraufgaben vieler Fächer sein und so den berufsvorbereitenden Bildungsauftrag des PL ergänzen.

    C. Ausstattung der Polytechnischen Lehrgänge

    Zusätzlicher Freigegenstand. Ausstattung ähnlich wie an Hauptschulen.

    Nach einer Erprobungs- und Evaluierungsphase ab dem Schuljahr 1989/90 ging man dazu über, IBM-kompatible Mikrocomputer und Standardsoftware anzukaufen. Seitens der Pflichtschulerhalter (Gemeinden) entwickelte sich sehr bald ein Verständnis und die Investitionsbereitschaft für die Ausstattung mit modernen Anlagen, die dann auch durch Abendschulungen für Erwachsene mehrfach genutzt wurden. Nicht selten wurden die infolge von Bundesausschreibungen erzielten Preisvorteile auch von den Pflichtschulerhaltern beansprucht.

    Da ein Drittel aller PL an HS angegliedert sind, ergeben sich für die nicht selbständigen PL infolge der Ausstattung der Hauptschulen mit Computerräumen sowie Hard- und Software (in der Regel 6-8 Arbeitsplätze pro Schulstandort) gegenseitige Vorteile.

    3.1.4 Informatik in der AHS-Oberstufe

    3.1.4.1 5. Klasse AHS

    Überblick über Informatik und deren Anwendungsmöglichkeiten. Informatik als vernetzter fächerübergreifender Wissensbereich. Neue didaktische Hilfsmittel.

    A. Entwicklung der Informatik

    Nach der Durchführung einiger Schulversuche wurde mit Beginn des Schuljahres 1985/86 die auf drei Jahre befristete verbindliche Übung Informatik eingeführt. Seit dem Schuljahr 1989/90 wandelte sie sich zu einem Pflichtgegenstand mit zwei Jahreswochenstunden. Für die praktische Umsetzung bedeutete dies, daß seit der Oberstufenreform Informatik den Stellenwert eines benoteten Pflichtgegenstandes hat.

    B. Informatik im Lehrplan

    Die Bildungsziele des gegenwärtig verbindlichen Lehrplanes des Pflichtfaches Informatik lauten:

    "Der Schülerin bzw. dem Schüler sollen die Grundlagen der neuen Technologien vermittelt werden. Ausgehend von der geschichtlichen Entwicklung der Informatik als Auswirkung technisch-wissen-schaftlicher Entwicklungen einerseits und veränderter Anforderungen im Wirtschaftsleben andererseits soll die Schülerin bzw. der Schüler den gegenwärtigen Stand der Informatik, insbesondere ihre Denk- und Arbeitsweisen, die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Anwendung und die Perspektiven ihrer möglichen Weiterentwicklung kennenlernen.

    Sie und er sollen aber auch die sich aus dem Einsatz der Mikroelektronik ergebenden Folgen in wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Hinsicht beurteilen können. Dies sollen sie und ihn dazu befähigen, die neuen Technologien in unsere Kultur- ohne Verlust der diese tragenden Werte- einzuordnen."

    Laut Lehrplan stehen im zweistündigen Pflichtfach Informatik vor allem die Aspekte

    • Prinzipien von Hardware- und Softwaresystemen (Grundeinführung im Umgang mit dem Computer bzw. dem Betriebssystem),
    • Problemlösen mit algorithmischen Methoden unter Einsatz einer problemorientierten Programmiersprache,
    • Nutzung von Anwendungssystemen (Arbeiten mit Anwender-software) und
    • Anwendungen und Auswirkungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien im Vordergrund.

    Im Unterricht sollen nach Möglichkeit Querverbindungen hin zu anderen Fächern gemacht und bei der Erarbeitung des Lehrstoffes verschiedene Beziehungsebenen und Zugangsmöglichkeiten gefunden werden. Beispielsweise lassen sich besonders die sozioökonomischen Inhalte der Informatik über den praxisorientierten Einstieg der Schülerin bzw. des Schülers (persönliches Betroffensein aufgrund eigener Erfahrungen) didaktisch konsequent vermitteln. Schließlich kommen auch die von der Sozial- und Betriebspsychologie propagierten neuen Formen sozialen Lernens infolge des interaktiven Kleingruppen-betriebes im Rahmen des Informatikunterrichtes besonders zur Geltung.

    Zweifellos stellt der Lehrplan für Informatik hohe Anforderungen, die jedoch aufgrund der Methodenfreiheit der Lehrerin und des Lehrers ihre und seine Kreativität und Innovationsfreude jeglichen Spielraum ein-räumen. In der Zwischenzeit wurden zahlreiche didaktische Hilfsmittel (diverse Broschüren, Stundenbilder, Arbeitsblätter, Unterrichtssoftware, etc.) entwickelt, die auch im Rahmen der Lehreraus- und -fortbildung an den Pädagogischen Instituten vorgestellt wurden und oft unentgeltlich oder gegen eine Schutzgebühr zu beziehen sind. Auch von der Arbeiterkammer, dem ÖGB (österreichischer Gewerkschaftsbund), der VÖI (Vereinigung österreichischer Industrieller) und der BWK (Bundeswirtschaftskammer) und anderen Institutionen wurden und werden methodisch-didaktische Lehrbehelfe für den Informatik-unterricht ausgegeben.

    C. Ausstattung der AHS

    MS-DOS als standardisiertes Betriebssystem. Neue Software-Pakete und interaktive Lernprogramme im Einsatz.

    Der EDV-technische Standard an den AHS wurde bereits 1985/86 mit der Einrichtung eines EDV-Lehrsaales an den Bundesschulen und einer Grundausstattung mit Hard- und Software gelegt. Damals entschied man sich für den Industriestandard (Betriebssystem MS-DOS, IBM-kompatible Rechner) und hat daran bis heute festgehalten. Noch bis zum Schuljahr 1989/90 verfügten die Bundes-AHS in Österreich und größtenteils auch die Privatschulen zumindest über 6 XT-kompatible und einen AT-kompatiblen Mikrocomputer pro Schule samt Matrixdruckern, wobei zahlreiche Schulen aufgrund privater Initiativen (Unterstützung durch den Elternverein, Teststellungen, etc.) die Geräteanzahl vermehrt und oft auch den Gerätestandard verbessert haben (manche Schulen sind schon seit einigen Jahren im Besitze von Laserdruckern). Zur Grundkonfiguration an den AHS gehört auch noch ein BTX-Arbeitsplatz (Mupid-Computer), der im Zeitalter des Internet für Zwecke der Datenfernübertragung allerdings kaum mehr Verwendung findet bzw. obsolet geworden ist. Heute haben vielerorts 386er und 486er-Rechner Einzug in die Schulen gefunden. (siehe dazu auch Kapitel 3.1.2).

    An Software kommen neben höheren Programmiersprachen wie BASIC (GW-BASIC), PASCAL (TURBO-PASCAL) und LOGO auch Anwenderprogramme zum Einsatz. So verfügen die Bundes-AHS etwa über das integrierte Paket OPEN ACCESS (inzwischen allerdings veraltet und durch MS-ACCESS ersetzt), das aus einer Datenbank-verwaltung, einer Tabellenkalkulation, einem Graphikteil und einem Textverarbeitungsprogramm sowie anderen Optionen (z. B. Kommunikation) besteht. An einigen Schulstandorten kommen darüber hinaus auch spezifische Standardsoftwareprodukte zum Einsatz, die in beschränkter Lizenz vom Bund oder in jüngster Zeit immer öfters unter Ausnutzung der Schulautonomie erworben wurden. Für laufende Schulversuche in der gymnasialen Oberstufe werden darüber hinaus auch Lernsoftware-Produkte sowie Programmiertools angekauft.

    Auch die Programme aus dem Computer Aided Language Learning (CALL)-Paket (wie z.B. GAPMASTER, MATCHMASTER, STORYBOARD, BRAIN LEARN, etc.) sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Daneben kommt Unterrichtssoftware zum Einsatz, die von Lehrerinnen und Lehrern für den schulischen Einsatz entwickelt wurde. Beachtenswerte Ergebnisse werden auch im Rahmen des alljährlichen Jugend-Programmierwettbewerbes erzielt, der von der Österreichischen Computer Gesellschaft in Kooperation mit dem BMUK veranstaltet wird.

    Hoher Ausstattungsstandard in den AHS.Informatik als Wahlpflichtfach. Schwerpunktsetzungen an den Schulen.

    Im Zuge der Verankerung der Informatik in der 7. und 8.Schulstufe respektive der Integration des Computers in die Unterrichtsfächer ist das Softwarekontingent an den Bundesschulen - wie weiter oben angeführt wurde - beträchtlich erweitert worden. Mit den erworbenen Lizenz-rechten, deren Kosten der Bund trägt und die auch den Pflichtschulen unentgeltlich überlassen wurden, eröffneten sich für den Informatikunterricht neue Anwendungsfelder. Derzeit wird die Software von den Schulen vielfach autonom beschafft, wodurch die Vielfalt weitaus größer geworden ist. Es ist daher nicht verwunderlich, daß der quantitativ und qualitativ hohe Ausstattungsstandard an Hard- und Software im Bereich der allgemeinbildenden höheren Schulen Österreich in das Vorderfeld der OECD-Staaten rücken ließ.

    3.1.4.2 Informatik in der 6. bis 8. Klasse der AHS

    A. Entwicklung der Informatik

    Anknüpfend an die verbindliche Übung in der 5.Klasse der AHS (ab dem Schuljahr 1985/86) wurde im Schuljahr 1986/87 Informatik auch als Freigegenstand von der 6. bis zur 8.Klasse angeboten. Grundsätzlich sollte damit für alle interessierten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geschaffen werden, einen Wissenszuwachs in Informatik zu erhalten und bestehende Kenntnisse und Fertigkeiten auszubauen.

    Seit dem Anlaufen der Oberstufenreform im Schuljahr 1989/90 kann Informatik auch als Wahlpflichtgegenstand von der 6. bis zur 8.Klasse der AHS mit jeweils zwei Wochenstunden belegt und darin auch die Maturareife erlangt werden. Freigegenstand und Wahlpflichtgegenstand wurden/werden von den Schülern und Schülerinnen durchaus positiv angenommen, was sich in der Vielzahl der Anmeldungen niederschlägt.

    Abgesehen von der Möglichkeit, Informatik als Freigegenstand und als Wahlpflichtgegenstand belegen zu können, ist ferner auf die seit dem Schuljahr 1986/87 bestehenden Schulversuche an AHS unter besonderer Berücksichtigung der Informatik zu verweisen. Im Schuljahr 1989/90 waren es in Österreich immerhin 25 Schulstandorte, die unter geänderter und inzwischen vereinheitlichter Stundentafel von der 5. bis zur 8. Klasse der AHS eine umfassende Auseinandersetzung mit der Informatik ermöglichten. Besonders die Oberstufenrealgymnasien erfreuten sich eines starken Schülerzustroms und erlangten dadurch neue Attraktivität. Im Regelfall werden Schwerpunktsetzungen aus den Bereichen Elektronik, Programmierung, Meß-, Steuerungs- und Regeltechnik, aber auch Computergraphik und andere Anwendungen vorgenommen. Im Frühjahr 1989 wurden die bis dahin unterschiedlichen Schulversuchskonzepte vereinheitlicht und seitdem wird nach einer einheitlichen Stundentafel unterrichtet (in der 5. und 6.Klasse jeweils fünf Wochenstunden, in der 7. vier und in der 8. drei Wochenstunden).

    Neben den zahlreichen Schulversuchen an Oberstufenrealgymnasien gibt es auch an einigen gymnasialen Langformen Schulversuche mit dem Zweig "Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der Informatik".

    Themenkatalog für vertiefende Beschäftigung. Informatik als Kommunikationshilfe.

    B. Informatik in den Lehrplänen

    In der 6.Klasse erfolgt eine Vertiefung des Lehrstoffes des vorangegangenen Jahres, in der 7.Klasse ist die Einführung einer 2. Programmiersprache vorgesehen. In der 8. Klasse können aus einem Themenkatalog zwei Themenkreise zur vertieften Behandlung ausgewählt werden; als besonders attraktiv für die Schülerinnen und Schüler erweisen sich dabei die Bereiche Künstliche Intelligenz, Multimedia und Telekommunikation. Gemäß den didaktischen Grund-sätzen soll der Unterricht im Freigegenstand Informatik projekt-orientiert erfolgen und soziales Lernen motivationssteigernd und lern-unterstützend wirken. Eine besondere Berücksichtigung im Lehrplan erfährt auch die sozioökonomische Dimension der Informatik, d.h. die konkrete Auseinandersetzung mit den Folgen des Einsatzes neuer Techniken für den Menschen und die Gesellschaft.

    C. Ausstattung

    Die Ausstattung der AHS für den Informatikunterricht ist im wesentlichen ganzheitlich zu sehen. Im Hardwarebereich wird in der Regel überhaupt nicht, im Softwarebereich dem Lehrplan entsprechend zwischen der Ausstattung für die 5. Klasse und der für die 6. bis 8. Klasse unterschieden. Die Übergänge sind auf jeden Fall fließend.

    3.2 Computer in der Sonderpädagogik (CIS)

    Während der vergangenen Jahre wurde die Bedeutung und der behindertenspezifische Wert des Computereinsatzes und der neuen Technologien in der Sonderpädagogik als wichtig erkannt. Besonders in den spezialisierten Schulen für sinnes- oder körperbehinderte Kinder wurde die Funktion technischer Kommunikationshilfen beachtet und deren Einsatz für den Unterricht forciert. Inzwischen wurde für alle Sonderschulen die Möglichkeit eröffnet, didaktisch-methodische Nutzungen des Computereinsatzes im Unterricht einbauen zu können.

    Folgende Akzente wurden gesetzt, um die Verankerung des Computers im sonderpädagogischen Bereich sicherzustellen:

    Mit der Novelle zum Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule wurde der Startschuß für die sonderpädagogische Verankerung des Computers im Unterricht gegeben. Im Allgemeinen Bildungsziel, der Umschreibung des Bildungsauftrages dieser Schule, wurde eingefügt: "In allen Schulstufen ist im Rahmen der durch die Behinderung gegebenen Möglichkeiten zu einer grundsätzlichen und anwenderorientierten Auseinandersetzung mit den Informations- und Kommunikationstechniken sowie zu einer sinnvollen Nutzung dieser Techniken hinzuführen."

    Der PC ist im Unterricht verankert. Spezielle Softwareprogramme im Testeinsatz. Eigenes Lehrfach für Hauptschullehrer. Steigendes Interesse. AHS-Ausbildung an den PI

    Ebenso weist die Lehrplannovelle bei den Unterrichtsprinzipien und in den Allgemeinen didaktischen Grundsätzen auf die neuen Technologien hin und sieht eine unverbindliche Übung "Einführung in die Informatik" auf der Oberstufe vor.

    Um die Koordinierung aller Maßnahmen für die Einführung des Computereinsatzes sicherzustellen, wurde eine Bundesarbeits-gemeinschaft konstituiert.

    Die Pädagogischen Institute wurden in einer Empfehlung ersucht, spezielle Aus- und Fortbildungsprogramme anzubieten.

    Bestimmte Software-Programme werden zur Zeit von Experten getestet, um einen geplanten Ankauf von behinderungsspezifischer Software durch das Bundesministerium für Unterricht und Kunst vorzubereiten. Die Software wird später den Sonderschulen übergeben werden.

    Schließlich soll eine neue Publikationsreihe dazu beitragen, als Medium von Lehrern für Lehrer auf die Möglichkeiten des Computereinsatzes und der neuen Technologien hinzuweisen.

    3.3 Lehreraus- und -fortbildung

    Die Lehrerausbildung läuft bei Pflichtschullehrern und AHS-Lehrern grundsätzlich auf zwei getrennten Schienen. Für Hauptschullehrer gibt es die Möglichkeit, ein eigenes Lehramt für das Fach "Informatik" zu erwerben. Bereits im Lehrberuf stehende Interessenten besuchen dazu einen Lehramtskurs, der mit der Ablegung der Lehramtsprüfung endet. Studenten der Pädagogischen Akademien, die somit noch nicht im Berufsleben verankert sind, können das Informatiklehramt als Drittfach neben der üblichen Ausbildung absolvieren (Pre-Service-Training).

    Laut COMPED-Studie 1 und 2 machte vor allem die erfolgreiche Durchführung des Freigegenstandes "Informatik" an den Hauptschulen einen hohen Anteil einschlägig geprüfter Lehrer notwendig. So ist es auch zu erklären, daß sich zwischen 1990 und 1992 der Anteil der Informatiklehrer mit abgeschlossenem Lehramt von 58% auf 70% erhöhte. Aus den COMPED-Daten läßt sich schätzen, daß bis 1992 etwa 2100 Lehrer diese zusätzliche Prüfung abgelegt haben. 600 bis 700 befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in Ausbildung.

    AHS-Lehrer/innen der allgemeinbildenden höheren Schulen erhalten die Ausbildung für Informatik im Rahmen von Lehrgängen der Pädagogischen Institute (siehe Abschnitt 4.3). Diese enden mit einer Lehrberechtigung, ein formelles Lehramtsstudium ist bei ihnen nicht vorgesehen.

    Ein Drittel der Lehrer noch ohne PC-Kenntnisse. EDV seit 1977/78 im Lehrplan.

    Weiters gibt es an der Universität Wien den interfakultären Hochschullehrgang "Informatik für Lehramtskandidaten aller Fächer" (siehe Abschnitt 4.4). Den Startschuß für die Fortbildung der Lehrer im Computerbereich gab die Einführung der Trägerfächer und Projektwochen und somit die verpflichtende ITG im Lehrplan der Hauptschulen und AHS. Nur eine geringe Anzahl von Lehrern konnten entsprechende Kenntnisse vorweisen. In dieser Phase wählte die Schulbehörde, wie immer im Bereich der Lehrerfortbildung, das Prinzip der Freiwilligkeit. Aus diesem Umstand ergab sich, daß laut COMPED-Studie aus dem Jahre 1992 noch immer 30% der unterrichtenden Lehrer keinen Computerkurs besucht haben, den Lehrplan also gar nicht erfüllen können.

    Das Angebot bestreiten und bestritten im wesentlichen die in allen Bundesländern vorhandenen Pädagogischen Institute, dazu kommt das Angebot an den einzelnen Schulen, das im Regelfall von den Computerkoordinatoren oder einzelnen Informatiklehrern für die Kollegenschaft angeboten wird. Vom Inhalt her bieten diese Kurse meist erste Einführungen sowie Standardanwendungen wie Tabellen-kalkulation, Textverarbeitung oder Datenbanken.

    Private Organisationen oder Erwachsenenbildungseinrichtungen spielen bei der Fortbildung der Lehrer nur eine geringe Rolle.

    3.4 Berufsbildende Schulen

    3.4.1 Technische und gewerbliche Lehranstalten

    A. Entwicklung der EDV

    Bereits im Jahre 1970 wurde im mittleren und höheren technischen und gewerblichen Schulwesen der Freigegenstand EDV in den Haupt-richtungen als Unterrichtsversuch eingerichtet. Drei Jahre später etablierte man lehrplanmäßig ein 2-stündiges Unterrichtsfach ECV als Pflichtgegenstand, wobei die Schwerpunktsetzung in den Fachrich-tungen Maschinenbau, Betriebstechnik, Elektrotechnik, Elektronik und Bautechnik erfolgte.

    Ab dem Schuljahr 1977/78 wurde die Ausbildung im Pflichtgegenstand EDV für alle höheren technischen Lehranstalten als verbindlich festgesetzt. Seit diesem Zeitpunkt hat sich der EDV-Unterricht und dessen Anwendung in diesem Schulbereich konsolidiert bzw. wurde beständig ausgebaut.

    Vorarbeiten im Bereich CAE (Computer Aided Engineering) gehen auf das Jahr 1970 zurück. Im Rahmen der Werkstättenausbildung wurden numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen im Unterricht eingesetzt, die im Schuljahr 1980/81 durch CNC-Maschinen (Computer Numerical Control) abgelöst wurden.

    Die zunehmende Verwendung von Computer Aided Engineering in der österreichischen Wirtschaft und die im Bildungsauftrag der mittleren und höheren technisch-gewerblichen Lehranstalten festgelegten Verpflichtungen zur praxisgerechten Ausbildung der Schülerinnen und Schüler bedingen, daß Absolventen mit den Grundkenntnissen dieser zukunftsorientierten modernen Technologie vertraut sein müssen.

    CAE bzw. CNC als Schwerpunkte. Spezielle Organisationsformen. Angewandte EDV als Pflichtfach. CAD-Ausbildung wird forciert.

    Um diesen Erfordernissen zu entsprechen, wurde nach Durchführung einer Reihe von Versuchen mit Computer Aided Design (CAD) und Computer Aided Manufacturing (CAM) in den Jahren 1980 bis 1984 im Bundesministerium für Unterricht und Kunst eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel eingerichtet, entsprechende Grundlagen zu erarbeiten. Dabei wurden Aufgabenstellung und Umfang einer CAE-Ausbildung an den technisch-gewerblichen Lehranstalten festgelegt. Unter Bedachtnahme auf die schulischen Ausbildungsmöglichkeiten wurden die Erfordernisse für den Unterricht erarbeitet und eine Ausschreibungsunterlage für eine CAD-Ausstattung erstellt.

    Aus den Abiturientenlehrgängen zur Ausbildung von EDV- Fachkräften entstand eine Reihe von Organisationsformen, so zum Beispiel im Jahre 1983/84 das "Kolleg für EDV und Organisation", welches für Maturanten als Tageslehrgang wie auch als Abendveranstaltung für Berufstätige angeboten wird. Eine andere, neue Organisationsform stellt die erstmals 1981/82 an der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien 5 errichtete höhere Abteilung für EDV und Organisation dar.

    B. EDV in den Lehrplänen

    Im Rahmen der Neugestaltung der Lehrpläne des technisch-gewerblichen Schulwesens im Jahr 1986 wurde der Unterricht im Pflichtgegenstand "EDV und angewandte EDV" auf 4 Wochenstunden während der Ausbildungsdauer erhöht und auf alle Fachrichtungen ausgedehnt. Der Schüler soll dabei schwerpunktmäßig die Denk- und Arbeitsweisen sowie die Anwendungen und Entwicklungstendenzen der elektronischen Datenverarbeitung im Fachgebiet erkennen.

    In den Lehrplänen einschlägiger Fachrichtungen ( Maschinenbau - Betriebstechnik) wurde ein Ausbildungsbereich "EDV und Betriebsinformatik" (in Summe bis 10 Jahreswochenstunden) geschaffen.

    Der CAD-Unterricht erfolgt in allen technischen Fachrichtungen im Gegenstand "Konstruktionsübungen" (bzw. "Fertigungstechnik und Konstruktionslehre"), wobei die Schwerpunkte Bautechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Elektronik zum Teil mit spezifischen CAD- und Softwareprodukten (zum Beispiel Normteilbibliotheken, Finite-Elemente-Programme) ausbilden.

    Seit dem Sommersemester 1990 ist eine flächendeckende CAD-Ausbildung aller Schülerinnen und Schüler ab dem 3. Jahrgang gegeben, inzwischen wird zum Teil schon ab dem ersten, jedoch zumindest ab dem 2. Jahrgang die Reifeprüfung unter Einschluß von CAD durchgeführt. Sukzessive wird auch die Verbindung von Arbeitsvorbereitung und NC-Technik (NC-Dreh- oder Fräsmaschinen) im Bereich der Werkstätten angestrebt, wobei als Zielvorgabe die Einbindung von CAD in ein umfassendes CIM-Konzept anzusehen ist. Die CAM-Software ist mittlerweile in allen Ausbildungen im Bereich des Maschinenbau- und Wirtschaftingenieurwesen im Einsatz.

    Eigene Ausbildung für EDV. Ausbildungszweig Betriebsinformatik.

    Die 5-jährige Ausbildung in den höheren Lehranstalten für elektronische Datenverarbeitung und Organisation ist zur Zeit an 8 Standorten in Österreich möglich: Pinkafeld, Villach, Leonding, St.Pölten, Wiener Neustadt, Kaindorf an der Sulm, Wien 5 und Wien 22. Der spezifische Lehrplan dieser Fachrichtung beinhaltet neben der Vermittlung von Grundwissen über Hard- und Software, der Auseinandersetzung mit Programmiersprachen (Pascal, Assembler, Cobol, C, C++) und Datenstrukturen (Datensysteme, Datenbanksysteme, Datenmodelle), dem Kennenlernen der Grundlagen von Steuer- und Regelvorgängen, Datenübertragung und Datenverarbeitungsnetzen auch Fragen der betrieblichen Organisation, des Rechnungswesens und der Rechts-kunde. Der Durchführung von größeren EDV-Projekten (Kosten-Nutzenanalyse, Aufwandschätzungen, Entwurf und Spezifikation, Projektmanagement) kommt innerhalb der Ausbildung besondere Bedeutung zu.

    An der HTBLA Wien 3, Ungargasse, wird seit Herbst 1994 die neue 5-jährige Ausbildung "Wirtschaftsingenieurwesen", Ausbildungszweig "Betriebs-informatik" geführt. Diese Ausbildung stellt eine Verbindung maschinenbaulicher Gegenstände mit EDV-spezifischen Gegenständen her, befaßt sich daher auch mit Produktionsplanungssystemen. Seit Herbst 1996 wird diese Fachrichtung auch in Innsbruck-Anichstraße angeboten, eine ähnliche Fachrichtung mit textiltechnischen Komponenten auch in Dornbirn.

    C. Ausstattung der technischen und gewerblichen Schulen

    Aufgrund der jahrelangen Erfahrungen sowohl mit Einzel- wie mit Mehrplatzsystemen im Unterricht an technisch-gewerblichen Lehranstalten wurde eine Ausstattungskonfiguration von Fachleuten festgelegt. Mit dieser Hardware- und Softwareausstattung ist es möglich, alle für die Ausbildung an technisch-gewerblichen Lehranstalten erforderlichen Maßnahmen durchzuführen, um eine praxisgerechte Ausbildung der Absolventen sicherzustellen. Die Konfigurationen stehen neben dem Unterricht im Pflichtgegenstand "EDV und angewandte EDV" auch bei der Lösung von Aufgaben im fachlich-theoretischen Unterricht für Berechnung und Konstruktion sowie für das Laboratorium zur Verfügung.

    Im Jahre 1989 erfolgte erstmalig eine flächendeckende Ausstattung mit CAD-Arbeitsplätzen (26 x 10 Arbeitsplätze) bestehend aus PC-AT (386/486) mit 16/17/20 Zoll-Bildschirmen (bis 2,5 MB RAM; Coprozessor, 40/70 MB Festplatte, 2 Diskettenlaufwerke), Printer-Plotter, A3-Plotter, 1 Trommelplotter A1 sowie aus dem Softwareprodukt AutoCAD 10.0 (plus Normteilbibliotheken) und je nach Fachrichtung einem Elektrotechnikpaket oder einem Finite-Elemente-Programm für Bautechnik und Maschinenbau.

    Einheitliche Ausstattungskonfiguration. Schwerpunkt CAD-Ausstattung. Aufstockung der Arbeitsplätze.

    Im Jahr 1992 erfolgte eine wesentliche Erweiterung dieser CAD - Ausstattung an allen technisch-gewerblichen Schulen. Es wurden je Schule ein oder mehrere vernetzte CAD-Anlagen mit einem PC/AT 386 als Netzwerkserver (Novell-Netzwerk) und 6 PC/AT 486 als CAD-Arbeitsplätze installiert. Auch die Softwarepakete wurden auf aktuellen Stand gebracht (zum Beispiel AutoCAD 12.0, Leiterplattenentflechtungspaket PCAD 6.0, Elektrotechnikpaket Eplan 4.02, Architekturpaket ACADMAP-11 und weitere Branchenpakete).

    Weiters wurden die Arbeitsbereiche der Fertigungstechnik für Elektronik mit 10 Arbeitsplätzen ausgestattet: 6 CAD-Arbeitsplätze (16 Zoll-Bildschirme), 386-Rechner mit Peripherie. Als Elektroniksoftware steht das Softwarepaket PCAD 6.1 zur Verfügung.

    Im Schuljahr 1989/90 erfolgte eine Aufstockung der Arbeitsplätze pro EDV-Saal auf 17 sowie die Bereitstellung von zusätzlich 22 Gesamt-ausstattungen. Somit steht ab diesem Zeitpunkt eine flächendeckende EDV-Ausstattung mit Einzelarbeitsplätzen, wobei jede Schülerin bzw. jeder Schüler ein Gerät im Unterricht zur alleinigen Verfügung hat.

    Diese EDV-Normalausstattung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

    Hardware:

  • 17 Arbeitsplätze, vernetzt mit Peripherie bis 2MB, 100/1 MB Festplatte;
  • Software:

  • Turbo-Pascal-Pakete, Turbo C, C++, Turbo BASIC, Fortran 88, Textverarbeitungspakete Word, WinWord 2.0 oder 6.0 und weitere Standardsoftwarepakete wie EXCEL und ACCESS.
  • Für alle Laborbereiche stehen ebenfalls PCs als Datenerfassungs-und Auswertungsgeräte zur Verfügung. An manchen Standorten kann man bereits von einer 100%-igen PC-Ausstattung und -Durchdringung sprechen.

    Host-Rechnerkonfigurationen bestehen für die Fachabteilungen EDV und Organisation, auf denen Mainframebetrieb, UNIX-Betrieb und vernetzter PC-Betrieb mit einem breiten Spektrum von Anwendungen gefahren wird.

    Zahlreiche HTL arbeiten derzeit an einer hausinternen Totalvernetzung und an Datenfernübertragung(DFÜ)-Anschlußmöglichkeiten (Internet). Durch das vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten intensiv betriebene Projekt "Austrian School Network"(ASN) sollen in absehbarer Zeit alle Schulen diesen Internetzugang erhalten. Schon jetzt sind viele HTLs mit einer Homepage im World Wide Web vertreten (siehe Kap. 5.4.3).

    Seit Herbst 1996 wird auch ein "Kolleg für Multimedia" gemeinsam von Wien 14 (Graphik) und Wien 20 - TGM (Elektronik) angeboten.

    Weitgehende Vernetzung. Spezielle Konfigurationen für Graphikausbildung. Breites Fortbildungsangebot für Lehrer.

    Rechnerkonfigurationen für den Kunst- und Graphikbereich (MacIntosh, Atari plus Digitiser, Amiga) sowie spezielle Software-produkte für die jeweiligen Fachrichtungen (Textilmusterzeichnung, Graphikdesign) ergänzen die Ausstattung des technisch-gewerblichen Schulwesens. Ab Oktober 1990 stehen den HTLs auch 1 bzw. 2 LCD-Displays für die Datenprojektion zur Verfügung. Für den Einsatz im Mathematikunterricht wurden an den HTLs mit Beginn des Schuljahres 1992/93 Notebooks und LCD-Displays angeschafft.

    D. Lehreraus- und -fortbildung

    Neben bundesweiten Multiplikatorenseminaren für CAD-SW und fachspezifische Produkte werden permanent Seminare und Fortbildungsveranstaltungen in den Bundesländern durchgeführt. Für den Gegenstand "EDV und angewandte EDV" erfolgt die Lehreraus- und -weiterbildung vorwiegend an den Pädagogischen Instituten.

    Im Herbst 1994 startete ein umfassender, interdisziplinärer Lehrgang "Informatik 2000 an HTLs", der zunächst ca. 30 Lehrern während der zwei Jahre dauernden Veranstaltung im Sinne einer prozeßorientierten Lehrerfortbildung Innovationsschübe auf breiter Basis für EDAD-Lehrer an HTLs gebracht hat.

    3.4.2 Handelsakademien und Handelsschulen

    A. Entwicklung der EDV

    Bereits Ende der 60er Jahre wurden an den Handelsakademien und Handelsschulen im ganzen Bundesgebiet Datenverarbeitungsanlagen installiert. Schulorganisatorisch wurde damals differenziert zwischen der reinen Datenverarbeitung als Pflichtgegenstand und dem Fach "Bürotechnik". In "Bürotechnik" wurden infolge der technischen Ent-wicklung die elektrischen Rechen- und Buchungsmaschinen bereits Mitte der siebziger Jahre durch elektronische Geräte ersetzt. In der ersten Experimentierphase zeigte sich, daß im Fach "Bürotechnik" auch die in diesem Zeitraum auf dem Markt angebotenen Computer einsatz-fähig sind. Die schulorganisatorische Personalplanung verlief in Rich-tung einer Zusammenziehung der Fächer Datenverarbeitung und Büro-technik. Es war nämlich möglich, sowohl die reine Datenverarbeitung als auch die Buchführung und die Textverarbeitung mit Hilfe des Personal-computers ab dem Schuljahr 1977/78 erfolgreich zu gestalten.

    Mit dem Schuljahr 1978/79 erfolgte eine österreichweite Umstellung auf Personalcomputer; sämtliche Handelsakademien und Handelsschulen wurden in mehreren Etappen mit Personalcomputern ausgestattet.

    Seit dem Jahre 1971 wird der Gegenstand "Datenverarbeitung" für alle Schülerinnen und Schüler der Handelsakademie und Handelsschule verpflichtend geführt und entsprechend der zunehmenden Bedeutung des Computereinsatzes in allen Bereichen der Wirtschaft im Lehrplan 1978 und in dessen Novellierungen den Erfordernissen der Praxis inhaltlich und stundenmäßig ausgebaut.

    B. EDV in den Lehrplänen

    Handelsakademie

    Auch in den ab dem Schuljahr 1994/95 geltenden neuen Lehrplänen der Handelsakademie und Handelsschule kommt der Ausbildung im Bereich der Datenverarbeitung und angewandten Datenverarbeitung besondere Bedeutung zu.

    Datenverarbeitung seit 1971 verpflichtend. EDV ist Schwerpunkt. Hohe Autonomie der Schulen in der Stundengestaltung.

    Im Zuge der großen Lehrplanreform wurde die durch die 14. Schulorganisationsgesetz-Novelle eingeführte Schulautonomie voll verwirklicht. So wurde für die Handelsakademie und die Handelsschule sowie deren Sonderformen neben der Standardstundentafel, die von den Schulen angewendet werden muß, wenn seitens der Schule keine schulautonomen Lehrplanbestimmungen erlassen werden, eine weitgehend offene Stundentafel (Bandbreitenmodell) verordnet.

    In der schulautonomen Stundentafel sind für jeden Gegenstand eine Mindeststundenanzahl sowie eine Maximalstundenanzahl vorgesehen, die von der Schule bei Erlassung schulautonomer Lehrplanbe-stimmungen eingehalten werden müssen. Überdies ist die Gesamt-stundenanzahl für alle fünf Jahrgänge der Handelsakademie und die Gesamtstundenanzahl für die drei Klassen der Handelsschule fix vorgegeben.

    Als Folge der Autonomie kann die Schule (beschlußfassendes Organ ist der Schulgemeinschaftsausschuß) eine eigene Stundentafel kreieren, das Stundenausmaß in den einzelnen Gegenständen erhöhen oder vermindern, einen Ausbildungsschwerpunkt wählen bzw. neue Ausbildungsschwerpunkte schaffen und die dementsprechenden Lehrstoffinhalte, Lehrstoffumschreibungen, Bildungs- und Lehraufgabe und didaktische Grundsätze definieren.

    Überdies wurden die Gegenstandsbezeichnungen den modernen Gegebenheiten angepaßt. So wurde die Gegenstandsbezeichung "elektronische Datenverarbeitung" durch "Wirtschaftsinformatik" ersetzt.

    Der Gegenstand "Organisation und Datenverarbeitung" wurde im Erweiterungsbereich durch den Ausbildungsschwerpunkt "Wirtschafts-informatik und betriebliche Organisation" ersetzt.

    Weiters wurde der Freigegenstand "Wirtschaftsinformatik" neu in die Stundentafel aufgenommen. Der bisherige Gegenstand "Computer-unterstütztes Rechnungswesen" wurde in den Gegenstand "Rechnungs-wesen" integriert, da ein modernes Rechnungswesen in der Praxis ohne Computerunterstützung nicht mehr denkbar erscheint.

    Wirtschaftsinformatik als Freigegenstand. PC-gestützte Textverarbeitung. Projektarbeiten als Pflicht. Neue Software-Pakete.

    Im Rahmen der oben genannten Lehrplanreform wurden überdies zwei Speziallehrgänge, und zwar der zweisemestrige Speziallehrgang für computerunterstütztes Project-Engineering für Berufstätige und der zweisemestrige Speziallehrgang für computerunterstütztes Software-Engineering für Berufstätige, aus dem Schulversuchsstadium in das Regelschulwesen übernommen.

    Die Gegenstände Textverarbeitung und computerunterstützte Textverarbeitung wurden zu einem neuen Gegenstand Textverarbeitung mit Computerunterstützung vereinigt, um auch hier zu demonstrieren, daß eine moderne Textverarbeitung ohne Computer nicht mehr vorstellbar ist.

    Die Gegenstände Wirtschaftsinformatik und Textverarbeitung wurden in die niedrigeren Jahrgänge bzw. Klassen vorverlegt, damit eine solide Basis für die Anwendung der in diesen Gegenständen vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten in anderen Gegenständen und in der Übungsfirma ermöglicht wird.

    Die Schüler werden in Zukunft im Team oder einzeln Projektarbeiten erstellen müssen, wobei die in den EDV-nahen Gegenständen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten, wie Datenbankverwaltung, Kalkulations-, Rechnungswesen- und Grafikprogramme sowie Textverarbeitungssoftware bis zum Desktop-Publishing angewendet werden sollen.

    Neben den traditionellen Gegenständen ist auch in vielen anderen Gegenständen der Einsatz fachbezogener Software, wie z.B. in Mathematik, Physik und in den Fremdsprachen am Personalcomputer vorgesehen. So wurde im Schuljahr 1996/97 für den Ausbildungs-schwerpunkt "Jahresabschluß und Controlling" das Werknutzungsrecht für die hochwertige praxisnahe Controlling-Software Professional Planner TM System 1+ von der Firma Winterheller Consulting angekauft. Diese praxisnahe Software wird nun flächendeckend in allen Handelsakademien, die den oben angeführten Ausbildungsschwerpunkt anbieten, eingesetzt. Sie steht jedoch auch allen anderen berufsbildenden höheren Schulen auf deren Wunsch zur Verfügung.

    Speziell bei der Arbeit in der Übungsfirma soll ein fachübergreifendes Anwenden aller in den anderen Gegenständen erworbenen EDV-Kenntnisse trainiert werden.

    Selbständigkeit der Schüler wird gefördert.

    Die Schüler sollen, wie schon in den Bildungs- und Lehraufgaben des Pflichtgegenstandes Wirtschaftsinformatik formuliert, grundlegende Kenntnisse über Aufbau, Einsatz und Organisation von Datenverarbei-tungssystemen vermittelt bekommen, die Fähigkeit zur Lösung betriebs-wirtschaftlicher Problemstellungen unter Verwendung von Standard-Softwarepaketen erwerben, eigene Programmodule erstellen, testen und dokumentieren sowie die Einsicht in die vielfältige Vernetzung der Datenverarbeitung und der Kommunikationstechniken mit allen Bereichen eines modernen Betriebes erkennen und deren Auswirkungen auf Mitarbeiter, Betrieb und Gesellschaft verstehen.

    Die Stundenverteilung der EDV-relevanten Unterrichtsgegenstände zeigt in der Handelsakademie folgendes Bild:

     

    Pflichtgegenstände

    Bandbreite

    Standardstundentafel

    Wochenstunden/Jahrgang

    I.
    II.
    III.
    IV.
    V.

    Wirtschaftsinformatik

    5-8
    1
    2
    2
    -
    -

    Betriebswirtschaftliche Übungen und Projekt-management

    9-13
    2
    2
    2
    3
    -

    Rechnungswesen*

    14-19
    3
    3
    3
    3
    3

    Textverarbeitung*

    8-11
    4
    3
    2
    -
    -

    Ausbildungsschwerpunkt:

    Wirtschaftsinformatik und betriebliche Organisation

    6-9
    -
    -
    -
    3
    4

    Freigegenstand:

    Wirtschaftsinformatik

    -
    -
    -
    2
    2

    * mit Computerunterstützung

    Abb. 3 (Kempel)

    Handelsschule

    Die Stundenverteilung der EDV-relevanten Unterrichtsgegenstände zeigt in der Handelsschule folgendes Bild:

     

    Pflichtgegenstände

    Bandbreite

    Standardstundentafel

    Wochenstunden/Klasse

    I.
    II.
    III.

    Wirtschaftsinformatik

    4-6
    2
    2
    -

    Betriebswirtschaftliche Übungen einschließlich Projektarbeit

    10-12
    -
    1
    1

    Rechnungswesen*

    10-13

    Textverarbeitung*

    10-13

    Freigegenstand:

    Wirtschaftsinformatik

    -
    -
    2

    * mit Computerunterstützung

    Abb. 4 (Kempel)

    Hardware-Standards werden laufend verbessert.

    C. Ausstattung der Handelsakademien und Handelsschulen

    HARDWARE

    Die hardwaremäßige Ausstattung der Schulen wird laufend verbessert. Im Schuljahr 1995/96 wurde durch eine Expertengruppe unter Leitung von Abteilung 23, der für die Ausstattung der Handelsakademien und Handelsschulen zuständigen Fachabteilung, der Beschluß zur flächendeckenden Vernetzung der EDV-Säle gefaßt. Im Rahmen der 19. zentralen Ausschreibung, die von Abteilung 23 durchgeführt wurde, wurden die Handelsakademien und Handelsschulen der Bundesländer Burgenland und Kärnten mit 530 Personalcomputern CCW Eagle 4 inkl. 15" Bildschirmen ausgestattet, 12 Server angeschafft und insgesamt 36 Sonderunterrichtsräume vernetzt. Die Gesamtauftragssumme für den Bestbieter betrug über 11 Millionen Schilling. Die in den Schulen vorhandenen Personalcomputer wurden, soweit dies möglich und wirtschaftlich sinnvoll war, technisch aufgerüstet und in den Lehrsälen für Textverarbeitung weiterverwendet und an einigen Schulen auch in das Netzwerk der Sonderunterrichtsräume eingebunden.

    Spezifikationen der angeschafften Geräte:

    Server:

  • CCW Condor 4, Prozessor Intel Pentium P54C, Taktfrequenz 90 Mhz, RAM-Speicher 32 MB, SCSI-2-Festplatte 1,21 GB formatiert, 2 serielle, 2 parallele Schnittstellen, integrierte Diskettenstation 1,44 MB interner Datenstreamer, Notstromversorgung USV.
  • Workstations:

  • CCW Eagle 4, Intel-Prozessor 80486 DX2, Taktfrequenz 66 Mhz, Hauptspeicher 16 MB RAM, 1 parallele, 2 serielle Schnittstellen, Festplatte 850 MB, integriertes Diskettenlaufwerk 1,44 MB; pro Saal wurde zusätzlich ein PC mit Multimedia-Ausrüstung und CD-ROM-Laufwerk ausgestattet.
  • Bildschirme:

  • 15" Bildschirme der Firma Philips 15B; pro Saal wurde ein 17" Bildschirm für Demo-Zwecke angeschafft.
  • Software:

  • Die Personalcomputer wurden mit Windows95 ausgestattet. Als Software für die Vernetzung wurde Novell Netware 3.12 gewählt.
  • Drucker:

  • In der Regel werden 1 bis 2 Laserdrucker pro Saal in das Netzwerk eingebunden.
  • Bedingt durch die steigenden Schülerzahlen werden dort, wo die räumlichen Voraussetzungen dies ermöglichen, verstärkt auch Sonderunterrichtsräume mit 18 Personalcomputern ausgestattet, statt wie bisher mit 15 PCís, damit auch in den ersten Klassen bzw. Jahrgängen jeder Schüler seinen eigenen PC-Arbeitsplatz hat.

    Die Anzahl der für die einzelnen Handelsakademien und Handelsschulen notwendigen Personalcomputer wird entsprechend einer von Abteilung 23 erstellten Richtlinie, die den laut Lehrplan notwendigen PC-Einsatz in den einzelnen Unterrichtsgegenständen und die Klassenzahlen berücksichtigt, für alle Schulen transparent und nachvollziehbar festgelegt.

    Aufstockung der Arbeitsplätze. Dezentralisierung der Ausschreibungen.

    Die traditionellen Maschinschreibsäle werden systematisch mit Personalcomputern ausgerüstet; in Zukunft soll an allen Schulen nur noch ein Maschinschreibsaal verbleiben.

    Im Zuge der verstärkten Autonomiebestrebungen wurde 1996 auf Wunsch der Frau Bundesministerin von der Durchführung zentraler Ausschreibungen abgegangen. Aus diesem Grunde haben 1996 die Landesschulräte für Oberösterreich und die Steiermark die Aus-schreibung für die PC-Ausstattung selbst durchgeführt.

    Von einer Expertengruppe der beiden Landesschulräte wurden, nach Beratung durch die schulführende Abteilung im BMUK, die nach-stehend angeführten Spezifikationen für die anzuschaffenden Geräte festgelegt.

    Server:

  • CCW Condor 7S, Prozessor Intel Pentium P54C, Taktfrequenz 133 Mhz, 32 MB EDO RAM, 2 SCSI-2-Festplatte mit je 1,21 GB formatiert, 2 serielle, 1 parallele Schnittstelle, SCSI-2 Controller, PCI, integrierte Diskettenstation 1,44 MB.
  • Workstations:

  • CCW Condor 5, Intel-Prozessor Pentium P54C, Taktfrequenz 120 Mhz, Hauptspeicher 16 MB RAM, 1 parallele, 2 serielle Schnittstellen, Festplatte 850 MB, integriertes Diskettenlaufwerk 1,44 MB; pro Saal wurde zusätzlich ein PC mit CD-ROM-Laufwerk ausgestattet.
  • Bildschirme:

  • 15" Bildschirme der Firma Philips 15B.
  • Drucker:

  • Hewlett Packard Laserjet 5P, Auflösung 600*600 DPI, 2 MB Hauptspeicher, 6 Seiten pro Minute.
  • Software:

    Die Personalcomputer wurden mit Windows95 ausgestattet. Als Software für die Vernetzung wurde Windows NT 4.0 gewählt, die Workstations wurden mit MS-Office Professional mit Access ab Version 7.0 ausgestattet.

    Bei der Ausschreibung in Oberösterreich wurde die Firma CCW Computerhandels GesmbH als Bestbieter ermittelt. Insgesamt wurden 585 Workstations, 35 Laserdrucker und 16 Server angeschafft sowie Unterrichtsräume an 17 verschiedenen Schulstandorten vernetzt.

    Das Vergabeverfahren in der Steiermark ist noch nicht endgültig abgewickelt. Es ist die Anschaffung von 601 Workstations, 46 Laserdruckern und 17 Servern sowie die Vernetzung von 46 Unterrichtsräumen geplant und steht unmittelbar vor der Realisierung.

    In allen kaufmännischen Schulen wurden Betriebswirtschaftliche Zentren (BWZ) eingerichtet, die auch über einen Internet-Anschluß verfügen. Es handelt sich dabei um eine "Light-Version", die vor allem E-mail ermöglicht.

    Betriebswirtschaftliche Zentren in den kaufmännischen Schulen. Microsoft-Office als Standard.

    Das Betriebswirtschaftliche Zentrum ist ein, in der Art eines (Großraum)-Büros ausgestatteter und eingerichteter, Sonderunterrichts-raum mit ca. 15 bis 22 Arbeitsplätzen und einer Gesamtfläche von ca. 100 m2, in dem die Übungsfirmenarbeit stattfindet. Entsprechend den Richtlinien des BMUK wird ein BWZ mit 6-8 Workstations, Netzwerk, Modem, Fax, diversen Druckern, Kopiergerät etc. ausgestattet. In diesem BWZ werden alle in den wirtschaftlichen Unterrichts-gegenständen und in den EDV-nahen Unterrichtsgegenständen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten praxisgerecht angewendet. Die Übungsfirmen können über die Übungsfirmenzentrale (ACT) miteinander und auch international mit anderen europäischen Übungs-firmen kommunizieren.

    SOFTWARE

    Für die praxisgerechte Ausbildung der Schülerinnen und Schüler in allen Unterrichtsgegenständen, in denen mit Computer bzw. Computer-unterstützung gearbeitet wird, ist die Verwendung von Standard-softwareprodukten, die auch in den Betrieben in großem Umfang eingesetzt werden, von entscheidender Bedeutung.

    Für die Ausbildung in Wirtschaftsinformatik i.e.S. wurden die Schulen flächendeckend mit der Microsoft-Software Office Professional ausgestattet. Das Gesamtpaket, das an den Handelsakademien und Handelsschulen eingesetzt wird, enthält Word für Windows (Einsatz vor allem in der Textverarbeitung und in der Übungsfirma), Access und Excel (Einsatz vor allem in der Wirtschaftsinformatik aber auch in Rechnungswesen, Betriebswirtschaft etc.) und Powerpoint (Einsatz im Unterrichtsgegenstand "Betriebswirtschaftliche Übungen und Projekt-management", Ausbildungsschwerpunkt und bei der Erstellung der Projektarbeit). Die Software wird laufend auf die neuen Versionen entsprechend den finanziellen Gegebenheiten der einzelnen Schulen und der Akzeptanz der Versionen in der Wirtschaftspraxis aktualisiert.

    Für das Rechnungswesen stehen den Schulen die Produkte der Firma Mesonic sowohl als Einzelplatzlösung als auch in der netzwerkfähigen Version zur Verfügung. Damit werden Geschäftsfälle der Finanzbuchführung, Personalverrechnung und Kostenrechnung gelöst.

    D. Lehreraus- und weiterbildung

    Die dynamische Entwicklung der Datenverarbeitung erfordert neben einer soliden Ausbildung vor allem eine permanente Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Die dafür notwendigen Veranstaltungen werden auf Anregung der für die Handelsakademien und Handelsschulen zuständigen pädagogischen Abteilung von den Pädagogischen Instituten organisiert.

    Weiterbildung wird forciert in eigenen Seminarreihen.

    Für die Aus- und Weiterbildung der Wirtschaftspädagogen, die Wirtschaftsinformatik unterrichten, wurde aufbauend auf den im Rahmen des Studiums der Wirtschaftspädagogik erworbenen Kenntnissen eine eigene Seminarreihe entwickelt, die aus 10 Seminaren besteht, bei denen die Anwendung der EDV-Kenntnisse zur Lösung kaufmännischer Aufgabenstellungen im Vordergrund steht. Entsprechend der Vorbildung bzw. der Praxiserfahrung können die Lehrerinnen und Lehrer auch in Fortsetzungsseminare dieser Reihe einsteigen.

    Eine spezielle Seminarreihe wurde auch für die Lehrerinnen und Lehrer geschaffen, die im Ausbildungsschwerpunkt "Wirtschaftsinformatik und betriebliche Organisation" unterrichten. Für beide Seminarreihen ist eine Zertifizierung vorgesehen.

    3.4.3 Humanberufliche Schulen

    Das humanberufliche Schulwesen setzt sich aus den Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe (insgesamt ca. 90 Standorte: Höhere Lehranstalten, Fachschulen), den Lehranstalten für Tourismus (insgesamt ca. 22 Standorte: Höhere Lehranstalten für Tourismus, Hotelfachschulen, Tourismusfachschulen), den Lehranstalten für Mode und Bekleidungstechnik (insgesamt ca. 20 Standorte: Höhere Lehranstalten, Fachschulen) und den Schulen für Sozialberufe zusammen.

    A. Entwicklung der EDV und Verankerung in den Lehrplänen

    Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe

    Bereits 1982/83 startete an einer Höheren Lehranstalt in Linz ein Schulversuch zur Anwendung der EDV in bereits vorhandenen Gegenständen, 1984/85 erhielten 11 weitere Lehranstalten je 10 Computerarbeitsplätze, bis 1989 waren alle Bundesschulen mit PCs ausgestattet.

    Bis zum Schuljahr 1993/94 wurde die EDV anwendungsorientiert in verschiedenen Pflichtgegenständen (Rechnungswesen, Textverarbeitung, hauswirtschaftliche Betriebsorganisation, usw.) eingesetzt, außerdem wurde EDV häufig als aktuelles Fachgebiet angeboten.

    Mit der Einführung der neuen Lehrpläne 1993/94 wurde der Pflichtgegenstand "Wirtschaftsinformatik" eingeführt. An den Fachschulen ist je eine Wochenstunde in der 1. und 3. Klasse vorgesehen, an den Höheren Lehranstalten je eine Wochenstunde im I. und V. Jahrgang.

    Pflichtgegenstand Wirtschaftsinformatik seit 1993/94. Spezielle, anwendungsorientierte Ausbildung.

    Darüber hinaus ist in einer Reihe von Unterrichtsgegenständen (Rechnungwesen, Textverarbeitung, Angewandte Betriebsorganisation, Küchenführung und Servierkunde) und in fast allen Ausbildungsschwerpunkten der Computereinsatz lehrplanmäßig verankert.

    Lehranstalten für Tourismus

    Auch hier wurde bereits 1982/83 ein Unterrichtsversuch zur verstärkten Einbindung der DV in die Gegenstände Rechnungswesen, Stenotypie und Textverarbeitung sowie im fachpraktischen Unterricht "Betriebspraktikum" gestartet.

    Zwei Jahre später wurden alle Lehranstalten für Tourismus mit je 10 PCs ausgestattet. Die höheren Lehranstalten erhielten zusätzlich 5 vernetzte Geräte für die verschiedenen Betriebsstellen, wie Rezeption, Restaurant, Lager.

    Neben dem oben genannten anwendungsorientierten Einsatz der DV wurde an allen Lehranstalten der Freigegenstand "Datenverarbeitung" angeboten.

    Wie bei den Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe wurde 1993/94 der Pflichtgegenstand "Wirtschaftsinformatik" eingeführt, jedoch mit nur einer Wochenstunde im I. Jg./in der 1. Klasse. Der anwendungsorientierte Einsatz ist in den Gegenständen Rechnungs-wesen und Controlling, Textverarbeitung, Küchenführung und -organisation, Restaurant und in den meisten Ausbildungsschwerpunkten lehrplanmäßig vorgesehen.

    Lehranstalten für Mode und Bekleidungstechnik, Lehranstalten für Kunstgewerbe.

    Vor ungefähr zehn Jahren wurde ein Schulversuch mit EDV-unterstütztem Fachunterricht nach einem eigenen Schulversuchslehrplan gestartet, der nach einigen Jahren von allen Lehranstalten für Mode und Bekleidungstechnik übernommen wurde. Auch hier erfolgte die Ausstattung zunächst mit nur 10 PCs, neben der Standardsoftware (Textverarbeitung, Finanzbuchhaltung und Personalverrechnung, ...) wurde auch fachspezifische Software zur Auftragsbearbeitung in der Textilindustrie angekauft. Der Schulversuchslehrplan sah die Pflicht-gegenstände Datenverarbeitung und Organisation (2 Wochenstunden im II. Jg./in der 2. Klasse) und "ABDV (EDV-unterstützte Auftrags-bearbeitung) und wie in den anderen Schultypen den anwendungs-orientierten Einsatz in anderen Gegenständen vor.

    Wie in den anderen humanberuflichen Lehranstalten wurde durch eine Lehrplanreform (neue Lehrpläne ab dem Schuljahr 1995/96) der Pflichtgegenstand "Wirtschaftsinformatik" eingeführt (1 Wochenstunde im I. Jg./in der 1. Klasse). Außerdem ist der Computereinsatz in den Gegenständen Rechnungswesen, Textverarbeitung, Fertigungsplanung und Auftragsorganisation, Schnittkonstruktion, Gradieren und Modell-gestaltung mit CAD und in den Ausbildungsschwerpunkten vorgesehen.

    Pflichtgegenstand Wirtschaftsinformatik. Arbeitsplätze werden sukzessive aufgestockt.

    In allen Schultypen wird auch in anderen Gegenständen (Mathematik, Fremdsprachen, Physik, Geographie, usw.) der Computer zunehmend eingesetzt, sofern die räumlichen und zeitlichen Voraussetzungen vorhanden sind.

    B. Die Ausstattung der Schulen

    Da die letzte zentrale Ausschreibung im Schuljahr 1991/92 erfolgte, können keine genauen Angaben über die Ausstattung der einzelnen Schulen gemacht werden. Grundsätzlich lassen sich aber folgende Gemeinsamkeiten bzw. Trends feststellen:

    An jeder Schule besteht mindestens ein Sonderunterrichtsraum, wobei jeder Raum mit 10 - 15 Arbeitsplätzen ausgestattet ist. Meist PCs (486 oder Pentium, zum Teil auch 386) mit einer gleichen Anzahl an Druckern (Matrixdrucker, Tintenstrahldrucker, teilweise Laserdrucker) und zum Großteil mit 14"Bildschirmen (bei den Schulen für Mode und Bekleidungstechnik 15" bzw. 17"Bildschirme). Bei den Neuan-schaffungen ist der Trend zu Vernetzungen erkennbar.

    An den Schulen für Tourismus und jenen für wirtschaftliche Berufe ist auch der haus- und küchenwirtschaftliche Bereich mit PCs ausgestattet.

    Im Gegenstand Textverarbeitung erfolgt der Unterricht überwiegend computerunterstützt, daher reduziert sich die Ausstattung mit Schreib-maschinen auf ein Mindestmaß.

    Da auch die Software autonom von den Schulen beschafft werden kann, ist eine genaue Übersicht über die verwendeten Programme nicht möglich. Vielfach wird aber folgende Software eingesetzt:

    • An allgemeiner Software wird Windows 95; Word for Windows, Access, Excel und Powerpoint verwendet.
    • Im Rechnungswesen werden die Produkte der Firma Mesonic verwendet (Lohn 5.5 bzw. Winlohn96, Mesoline4.7, Winline 6.0), die die Bereiche Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Auftrags-bearbeitung, Anlagenbuchhaltung, Personalverrechnung abdecken.
    • Haus- und küchenwirtschaftlicher Bereich: Programme für die Betriebs- und Schulküchenverwaltung (ACON-Software).
    • Lehranstalten für Tourismus: Zusätzlich Software für die Bereiche Rezeption und Reisebüro.
    • Lehranstalten für Mode und Bekleidungstechnik: Software für den Bereich Schnittkonstruktion (GRAFIS) und für die Auftrags-bearbeitung.

    Darüberhinaus nutzen immer mehr Schulen die Möglichkeiten des Internets.

    Software wird autonom bestellt. Spezielle Fortbildung für Lehrer.

    C. Lehreraus- und - weiterbildung

    Die Lehrerweiterbildung erfolgt durch die einzelnen Pädagogischen Institute. Da der Einsatz von Computern zunimmt und die Anschaffung von Hard- und Software weitgehend in den Autonomiebereich der Schulen verlagert wurde, ergab und ergibt sich ein enormer Bedarf an Weiterbildung. Aus diesem Grund wurde 1992/93 als Pilotprojekt ein bundesweiter "Lehrgang für EDV an humanberuflichen Schulen" gestartet. Dieser umfaßt neun Teilveranstaltungen (je 3 Seminare pro Jahr) und dient der umfassenden Weiterbildung von LehrerInnen, die den Unterrichtsgegenstand "Wirtschaftsinformatik" bereits unterrichten bzw. unterrichten werden und keine "EDV-Neulinge" sind.

    Aufgrund des großen Interesses wurden und werden sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene solche Lehrgangsschienen durchgeführt. Mit Erlaß Zl. 10.160/38-210/96 wurde dieser Lehrgang als "Lehrgang für Wirtschaftsinformatik" gemäß ß125 Abs. 1 und 2 SCHOG an den Pädagogischen Instituten bundesweit eingerichtet. Er umfaßt einen einheitlichen Studienplan und eine spezielle Studien- und Prüfungsordnung. Letztere ergänzt die allgemeine Prüfungs- und Studienordnung für Lehrgänge an den Pädagogischen Instituten.

    Neben der Fortsetzung der bereits in großem Umfang bestehenden Weiterbildung im Bereich der Anwenderprogramme stellt die Kustodenschulung, v.a. auch auf dem Gebiet der Netzwerke, ein weiteres wichtiges Teilgebiet dar.

    3.4.4 Höhere land- und forstwirtschaftliche Schulen

    A. Entwicklung und Verankerung in den Lehrplänen

    Bis zur Einführung der neuen Lehrpläne im Schuljahr 1988/89 war in allen Fachrichtungen dieses Schulwesens die EDV ein Freigegenstand mit dem Ziel, die Anwendungsmöglichkeiten und die Notwendigkeiten der Datenverarbeitung sowie die damit verbundenen Probleme im Betrieb aufzuzeigen. Eine Vermittlung der Grundkenntnisse hatte dabei ebenso zu erfolgen wie die Erziehung zu logischem, analytischem und organisatorischem Denken.

    In den derzeit gültigen Lehrplänen ist generell für alle Fachrichtungen der höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen die Führung des Pflichtgegenstandes EDV vorgesehen.

    Im IV. Jahrgang soll die Schülerin bzw. der Schüler in 3 Wochenstunden mit Aufbau, Funktion und Organisation von Datenverarbeitungsanlagen vertraut gemacht werden und die Zweckmäßigkeit des Einsatzes solcher Anlagen für gegebene Probleme beurteilen können. Unter anderem wird gefordert, daß der Schüler/die Schülerin angeleitet werden soll, zu den Auswirkungen des Einsatzes der EDV auf die Organisation eines Betriebes, auf die Menschenführung im Betrieb und auf die Gesellschaft begründet Stellung nehmen zu können.

    Pflichtgegenstand EDV ist vorgesehen. Softwareanwendungen stehen im Vordergrund. Eingehen auf aktuelle Anforderungen.

    Neben der Vermittlung der Grundlagen über Hard- und Software sowie über die Rechnerbedienung werden die Schülerinnen und Schüler auch mit den Basisroutinen der Programmierung vertraut gemacht.

    Das größere Gewicht wird jedoch den Software-Anwendungen zugeschrieben; es sind dies vorwiegend die Bereiche Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Wirtschaftsgraphik sowie fachbezogene Anwendungen, insbesondere im Zusammenwirken mit den Lehrern der fachtheoretischen Pflichtgegenstände. So werden beispielsweise die Erstellung von Fütterungsplänen, Fruchtfolgeplänen, Düngemittel-bedarfsrechnungen, Maschinenkosteneinsatz und Betriebskalkulationen durchgeführt.

    Mit Wirksamwerden der Schulautonomie im curricularen Bereich im Schuljahr 1995/96 kam es zu Vorverlegungen des Pflichtgegenstandes EDV; so findet sich dieser Gegenstand in den Lehrplänen der verschiedenen Fachrichtungen bereits im II. oder III. Jahrgang der Ausbildung.

    Darüber hinaus wird im land- u. forstw. Schulwesen die angewandte EDV auch im Freigegenstandsbereich "Aktuelle Fachgebiete", zum Beispiel "Qualitätskontrolle in der Land- und Forstwirtschaft", "Computerunterstützte Textverarbeitung", oder in der Fachrichtung Landtechnik die "Computerunterstützte Fertigung" angeboten.

    B. Die Ausstattung

    Seit 1981 erfolgt die Ausstattung dieses Schultyps einheitlich, wobei zunächst pro Schule 6 Geräte angeschafft wurden; derzeit sind 10 Geräte der Standard. Für die Ausstattung ist das Landwirtschafts-ministerium zuständig, wobei jeder Schritt in Abstimmung mit dem Unterrichtsministerium erfolgt.

    Neben der einheitlichen Hardwareausrüstung steht den Schulen auch fachspezifische Software zur Verfügung, die gemeinsam mit der "land- und forstwirtschaftlichen Beratung" entwickelt wurde.

    C. Lehreraus- und -weiterbildung

    Im Rahmen der pädagogischen Ausbildung zur Landwirtschaftslehrerin bzw. -lehrer ist die Elektronische Datenverarbeitung lehrplanmäßig als Pflichtgegenstand vorgesehen. Im Freigegenstandsbereich "Aktuelle Fachgebiete" wird die "Mediendidaktische Software-Erstellung" geführt.

    Einheitliche Hardware-Ausstattung. Breites Fortbildungsangebot. Unterschiedliche Entwicklung in den Bundesländern.

    Für die Fortbildung der Lehrer/innen werden, den raschen Entwicklungen im Bereich der Datenverarbeitung rechnungtragend, die dafür notwendigen Veranstaltungen vom land- und forstwirtschaftlichen berufspädagogischen Institut organisiert und angeboten. Darüber hinaus besteht für Lehrkräfte aus dem einschlägigen Schulbereich auch die Möglichkeit, an adäquaten Veranstaltungen der Pädagogischen Institute teilzunehmen.

    3.4.5 Berufsschulen

    A. Entwicklung der EDV

    Mitte der siebziger Jahre wurden an einzelnen kaufmännischen Berufsschulen Datenverarbeitungsanlagen für Unterrichtszwecke installiert. In den Berufsschulen obliegt die Schulausstattung den Ländern; die Quantität und Konfiguration der Anlagen war länderweise sehr verschieden.

    Während zum Beispiel in Oberösterreich von Beginn an die kaufmännischen Berufsschulen mit Mikrocomputern ausgestattet waren, liefen in Wien die ersten Versuche mit mehrplatzfähigen Anlagen der mittleren Datentechnik. Einige Bundesländer behalfen sich in der Anfangszeit mit Leasingverträgen.

    Der Berufsrealität entsprechend setzte man die ersten Anlagen in den kaufmännischen Pflichtgegenständen ein. Konkret wurde im Bereich der Finanzbuchhaltung, Lager- und Anlagenbuchhaltung, Fakturierung, Tabellenkalkulation sowie Textverarbeitung computerunterstützt unterrichtet.

    Ähnliche Aktivitäten zur Einbeziehung der neuen Technologien entwickelten sich Ende der siebziger Jahre im Elektro- und Metallbereich. Speziell für den Bereich der Maschinentechnik kauften die Schulerhalter die erste Generation von NC-gesteuerten Maschinen. Auch hier waren die Investitionen länderweise unterschiedlich.

    Während zum Beispiel in Vorarlberg und Tirol Produktionsmaschinen der Vorzug gegeben wurde, kauften andere Länder spezielle Schulungsmaschinen und stellten im Unterricht vor allem die computer-unterstützte Produktplanung in den Vordergrund. Die Einbindung der NC-Technik erfolgte sowohl in den Unterrichtsgegenständen als auch in der praktischen Arbeit und im Fachzeichnen.

    Als Beispiel eines anderen von der neuen Technik betroffenen Berufsbereichs sei das graphische Gewerbe angeführt, in dem schon Anfang der siebziger Jahre vom Bleisatz auf den EDV-gestützten Schriftsatz umgestellt wurde. Die moderne Ausstattung der Werkstätten-einrichtungen in den graphischen Berufsschulen ist österreichweit abgeschlossen.

    NC-Technologien werden bereits früh eingesetzt. Rasche Entwicklungen erfordern schnelle Anpassung. CAD-Programme werden forciert.

    Die stärksten Veränderungen erleben derzeit die Bereiche Planung, Konstruktion und Fertigung. Waren sie bis vor einigen Jahren noch eigenständig organisiert, haben sie nun durch die Nutzung gemeinsamer Datenbanken direkten Einfluß auf die anderen Bereiche.

    Während früher an einer CNC-gesteuerten Fertigungsmaschine das Programm noch direkt eingegeben werden mußte, wird heute aus Kostengründen am PC das Produktionsverfahren graphisch auf dem Bildschirm simuliert.

    Bei der Konstruktion von Werkstücken werden schon seit langem CAD-Programme (Computer Aided Design) eingesetzt, vor allem im Bereich des technischen bzw. bautechnischen Zeichnens. Eine Weiter-entwicklung stellt die CAM (Computer Aided Manufacturing)-Technologie dar, eine Software, die die Daten einer CAD-Zeichnung in ein CNC-Programm umsetzt.

    In dieser Pionierzeit war für die Schulerhalter die schwierige Entscheidung zu fällen, mit welcher Generation der auf dem Markt angebotenen EDV-Geräte die Werkstätten und Laborräume der Berufs-schulen ausgestattet werden sollten. Durch die dynamische Entwicklung auf dem Anlagensektor hat man sich in den meisten Ländern geeinigt, in der Berufsschule Grundlagenwissen und Basistraining zu vermitteln, welches dem Lehrling jederzeit den Umstieg in neuere Generationen von Anlagen ermöglicht. An einigen gewerblichen Berufsschulen wurden mit großem Engagement von Lehrern, Direktoren und Schülern unter Mitwirkung der Wirtschaft Pilotprojekte aus dem Bereich der branchenspezifischen Informatik gestartet, zum Beispiel die Entwicklung eines Programms zur Rekonstruktion von Räderwerken bei antiken Uhren oder der Einsatz von EDV-Programmen bei Werkstoffprüfungen.

    Die gezielte, systematische Einführung der EDV wurde im Rahmen der 5. Schulorganisationsnovelle ermöglicht. Durch diese Novelle erhielt die Berufsschule die Möglichkeit, EDV sowohl in einem eigenen Unter-richtsgegenstand als auch in den Lehrstoff bestehender Pflichtgegen-stände integriert zu erproben.

    In dieser sieben Jahre dauernden Versuchsphase wurde auch - neben allen positiven Ergebnissen - die Zeitproblematik in der Berufsschule deutlich. Bei den Lehrberufen Bürokaufmann und Industriekaufmann war zu bemerken, daß eine gediegene Einführung in die EDV-An-wendung nur möglich ist, wenn die Berufsschulzeit verlängert wird. Eine vom Unterrichtsministerium eingesetzte Bundesarbeitsgemeinschaft hat die Konsequenzen für die kaufmännischen Berufsschulen aufgezeigt.

    B. EDV in den Lehrplänen

    Das Bildungsziel der Berufsschule ist stets in seinem Stellenwert für die duale Ausbildung zu sehen. Der Lehrling, der diesen Schultyp besucht, lernt in erster Linie bei einem Lehrberechtigten; dieser trägt den Hauptanteil der Ausbildung. Aufgabe der Berufsschule ist die fachliche Ergänzung und Förderung der betrieblichen Ausbildung und hat vor allem das Ziel, die fachtheoretischen Grundlagen zu vermitteln.

    Derzeit sind die Lehrpläne der Berufsschulen in dem Bereich Graphik, Metall, Elektro und Handel so weit adaptiert, daß - im Rahmen der zur Verfügung stehenden Schulzeit - EDV-Wissen und EDV-Handhabung unterrichtet wird. Für die Lehrberufe des Bereiches Metall ist vorgesehen, die NC-Technik in dem neu einzuführenden Pflichtgegenstand "Laboratoriumsübungen" umzusetzen.

    Die Berufsschule steht einer doppelten Herausforderung gegenüber. Keine Schule in Österreich ist mit der beruflichen Realität so nahe konfrontiert wie die Berufsschule. Der Lehrling ist täglich in der Praxis seines Betriebes mit den Gegebenheiten den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien konfrontiert. Dies trifft vor allem jene Lehrlinge, deren Lehrbetriebe stets auf dem neuesten Stand der Technik sind.

    EDV gewinnt an Bedeutung. Laufende Adaption der Lehrpläne. Praxisorientierung in der Informatik. Flexibilisierung der Lehrpläne.

    Diese Jugendlichen sind in der Schule nur dann zu motivieren, wenn auch die Berufsschule möglichst auf dem neuesten Stand der Technik unterrichtet. Für Lehrlinge aus Betrieben, die technisch noch nicht aufgerüstet haben, wird die Berufsschule zum Ort der Kompensation.

    Für die Zukunft bedeutet dies neben der Notwendigkeit von Investitionen im Ausstattungsbereich, die Entwicklung von möglichst flexiblen Lehrplänen und verstärkter Zusammenarbeit mit den Fort-bildungseinrichtungen der Wirtschaft.

    In einigen Lehrberufen wird die Berufsschule auch dann nur ergänzender Partner der betrieblichen Ausbildung bleiben können, wenn der Berufs-schule die Unterrichtszeit für eine Auseinandersetzung mit den neuen Informations- und Kommunikationstechniken zugestanden wird.

    C. Die Ausstattung der Berufsschulen

    Derzeit gibt es etwa 700 Mikrocomputer-Konfigurationen in den österreichischen Berufsschulen sowie eine Vielzahl von computer-gesteuerten Maschinen. An Software werden vor allem in der betrieblichen Realität eingesetzte Praxisprogramme sowie - wo es aus didaktisch-methodischen Gründen unbedingt notwendig ist - besonders für den Berufsschulunterricht adaptierte Praxisversionen verwendet.

    D. Lehreraus- und -weiterbildung

    siehe Punkt 4.1.2.

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