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der Arbeit, sondern stellt einen mirror/download zu
Dokumentationszwecken im Rahmen der wissenschaftlichen
Untersuchung
Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine
Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht
an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html
(YY-MM-DD)
dar. Damit soll den userInnen die Nachprüfbareit der
Originalquellen ermöglicht werden, die im internet aufgrund der
Dynamik des Entstehens und Vergehens von pages selten möglich
ist. Das Original findet sich unter der jeweils angegebenen
WWW-Adresse; eventuell vorhandene lokale links wurden entfernt. (WS)
Betreuung des Rechnerbetriebes an (bayer.) Schulen
Entwicklung, Situation, Misere, dringende Konsequenzen
- Anfänge
- Positive Entwicklungen
- Negative Auswirkungen
Anhänge:
Die
Situation
Anfänge
Die Einführung von Rechnern in
Schulen war in den Anfängen dem Engagement von einzelnen Lehrern
zu verdanken. Die Rechner waren überwiegend Hilfsmittel für
den Mathematikunterricht und den allmählich aufkommenden
Informatikunterricht. Es waren Geräte, die einzelne Fachlehrer
ausschließlich für ihren eigenen Fachunterricht betrieben,
ein Engagement, das Anerkennung verdient, aber bewältigbar
war.
Seit etwa 5 Jahren dringen Rechner
und insbesondere der PC als Träger der Informations- und
Kommunikationstechniken (IT) in einem unaufhaltbarem Siegeszug nicht
nur in die Wirtschaftslandschaft der westlichen Industrieländer
ein, sondern auch in deren Privat- und vor allem in deren
Ausbildungsbereiche ein.
Positive Entwicklungen
Durch großzügige
Sachausstattungen, durch diverse Fördermaßnahmen (Schulen
ans Netz, Bayern-Online) kamen in den letzten paar Jahren sehr viele
Schulen zu umfangreichen Rechnerausstattungen (zusammen mit den
Verwaltungsnetzen i. Allg. 20-50 Arbeitsplätze verschiedenen
Alters, 2 Server, 5-10 Drucker, 1 Scanner etc.), die vernetzt sind
und zusehends auch über Internetanbindung
verfügen.
Die technischen Möglichkeiten,
unsere Schüler sinnvoll auf die zunehmend beherrschenden
Informations- und Kommunikationstechniken vorzubereiten, sind damit
vielerorts vorhanden. Es gibt auch sehr erfreuliche Bemühungen,
den derzeit nur als Wahl- und Additumunterricht ablaufenden
Informatikunterricht als mehrjähriges Pflichtfach am Gymnasium
einzuführen. Dafür ausgebildete Fachlehrer sollen diesen
Unterricht übernehmen. Ferner wird von kultusministerieller
Seite intensiv für die Erprobung und den Einsatz von IT in
vielen Schulfächern geworben und diverse Unterstützung
gewährt.
Kehrseiten
- Noch immer soll die Betreuung der
Rechnerausstattung wie in den Anfängen als Anhängsel der
Lehrtätigkeit autodidaktisch bewältigt werden mit
üblichen Entlastungen von 0 bis max. 3 Anrechnungsstunden.
Der anfängliche Rechnerbetreuer seiner eigenen
Unterrichtgeräte muss aber längst ein Netzadministrator
und Dienstleister für alle Nutzer der IT mit umfangreichem
Arbeitsfeld sein (siehe Anhang). Der Zeitaufwand ist von unter 10
Wochenstunden (a 60 Min.) vor 1995 auf derzeit
über 20 Wochenstunden angewachsen (Aufzeichnungen am
Gymnasium Erding).
In Betrieben der freien Wirtschaft
setzt man pro Jahr 30 Prozent der Gesamtkosten eines
Rechnersystems für die Anschaffung von Hard- und Software an
und 70 Prozent für die Wartung und Betreuung. Für die 30
Prozent ist auch an Schulen gesorgt, aber wo sind die 70
Prozent?
- Noch immer soll Unterricht in den
IT auf der Basis autodidaktischer Fortbildung der KollegInnen
erfolgen, ergänzt durch gelegentliche Tagesfortbildungen,
oder durch schulinterne Fortbildung, erteilt vom Rechnerbetreuer,
der selbst keine Ausbildung hat. Dies ist völlig
unverständlich, wenn man bedenkt, dass kein anderes
Schulfach einem derartigen Wandel und Fortbildungsbedarf
unterliegt wie die Informatik und ihre Peripheriebereiche
(IT). Man wende das derzeitige Modell einmal auf ander
Schulfächer an!
Zum Vergleich: Betriebe dieser
Branchen (z. B. Dec) verwenden, um konkurrenzfähig zu
bleiben, bis zu 20 Prozent der Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter
für deren Schulung und Fortbildung, das wäre bei Lehrern
bis zu 8 Wochen im Jahr!
Negative Auswirkungen
- Die bildungspolitischen Ziele
sind, unsere Schüler den sinnvollen Umgang mit den
Informationstechnologien zu lehren und sie mit den Prinzipien und
Strukturen dieser Systeme vertraut zu machen. Von der
Qualifikation unser Schulabgänger in dieser weiteren
"Kulturtechnik" unserer westlichen technischen Zivilisation
hängen ihre Berufschancen ab und die weltweite
Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft.
Die Ziele werden kaum praktische
Umsetzung erfahren, solange mangels qualifizierter Lehrer ein
sinnvoller, solider Unterricht in den Prinzipien der IT kaum
stattfinden kann. Statt weitgehend zeitlos gültiger
Prinzipien der IT werden derzeit meist Bedienung und Einsatz
spezieller, oft schon wieder veralteter Softwaresysteme
unterrichtet, ein in einigen Jahren weitgehend wertloses Wissen,
da nach dem Verlassen der Schule ganz andere Systeme auf dem Markt
sein werden. Die dazu angeschafften Geräte werden somit wenig
genutzt veralten (bereits in ein paar Jahren!), eine
Fehlinvestition also.
- Bei den tätigen
Rechnernetzbetreuern wird der Pioniergeist zusehends von
Frustration wegen Überforderung ohne Aussicht auf ein Ende
abgelöst. Bei den nachkommenden KollegInnen besteht
(verständlicherweise) wenig Bereitschaft, diesen
"Verschleiss- und Frustrationsjob" zu übernehmen.
Während man Sonderaufgaben wie Sammlungsleiter, Medienwart,
Bibliotheksbetreuer u. a. "zuteilen" kann, da sich jeder
Fachkollege, aufbauend auf seine Fachausbildung, innerhalb eines
Jahres ausreichend einarbeiten kann, ist das bei der
Rechnerbetreuung längst nicht mehr möglich.
- Mangels Ausbildung versuchen
Rechnerbetreuer viele der täglichen Rechnerprobleme mit "ad
hoc" Lösungen zu bewältigen, die dann immer mehr
Folgeprobleme auslösen. Eine konzeptionell durchdachte
Planung, die optimale Bedingungen für den Unterricht zur
Folge hat, ist aus genannten Gründen meist nicht
möglich.
- Noch bewältigen sehr viele
Rechnernetzbetreuer ihr Pensum von 10 bis über 20
Wochenstunden minus vernachlässigbarer Entlastung.
Insbesondere zu den immer wieder auftretenden Stoßzeiten
(Probleme und Termine, zu denen sie gelöst sein sollen) zeigt
sich jedoch, dass die Woche nicht mehr als 7 Tage hat. Um den
Anforderungen gerecht zu werden, kann der Rechnerbetreuer zwischen
drei - allesamt inakzepablen - Wegen wählen:
- Die pädagogische
Arbeit bleibt "auf der Strecke". Der Unterricht in den
anderen Fächern des Lehrers muss oft ohne oder mit
minimaler Vorbereitung "durchgezogen" werden, hohe
Qualität kann dabei nicht das Ergebnis sein.
- Da Rechnerbetreuer i.A. den
Informatikunterricht betreuen und halten, bleibt ihnen keine
Zeit zur Umsetzung eines zeitgemäßen
Informatikunterrichts, der fortbildungs- und
vorbereitungsintensiv ist. Dies ist der größte
Widersinn, dass die ganze Kraft für Betrieb und Erhalt
einer komplexen Maschinerie (Rechnernetze) aufgebraucht wird,
für den eigentlichen Zweck des Aufwandes bleibt kaum noch
etwas übrig!
- Rechnerbetreuer opfern viel
Freizeit, schaden ihrer Gesundheit und ihrer Familie, da
Lehrerarbeit zeitlich unbegrenzt zu Hause fortsetzbar ist (fast
jeder RB hat auch zu Hause Rechner).
Zusammengefasst:
Die derzeitige Ausbeutung der
Rechnernetzbetreuer geht stark zu Lasten der Schüler und
ihrer Ausbildung.
Allgemein
erforderliche Konsequenzen
- Soll von den hoffnungsvollen
Ansätzen zur Ausbildung in IT etwas übrig bleiben,
müssen Fachlehrer einschließlich Rechnerbetreuer
fundiert ausgebildet werden und von anderen Aufgaben, vor allem
von den nichtpädagogischen entlastet werden.
Leider ist derzeit gerade die
umgekehrte Tendenz zu beobachten. In allen Bundesländern wird
an den Personalkosten gespart, während ausschließlich
Geräteanschaffungen weiter gefördert werden. Dies ist
unsinnig, da ohne Fachpersonal auch die tollste moderne
Rechnertechnologie nicht sinnvoll genutzt wird und trotzdem in
5-10 Jahren wertloser Schrott sind.
- Es muss erkannt werden, dass
Informationstechnik für alle Fächer da
ist.
Die Rechnernetze (Verwaltung und
Ausbildung), gehören zu den Infrastrukturen wie die
Stromversorgung, die Heizung, das Telefon-, Antennen- und
Lautsprechernetz, die Kopierer usw. Der Hausmeister und diverse
Handwerker, Techniker und Firmen führen die Pflege und
anfallenden Reparaturen bei Bedarf durch, der
Sachaufwandsträger bezahlt.
Der entscheidende Unterschied
ist, dass es bisher in Schulen keine Infrastruktur gab, die von
der Komplexität annähernd mit der von heutigen
Rechnernetzen vergleichbar ist. Auch das Nebenstellen-Telefon-Netz
ist so einfach strukturiert und normiert, dass es gut von einer
Firma zur Zufriedenheit aller Benutzer gewartet werden kann.
Rechnerbetreuer greifen noch immer zur Selbsthilfe unter
Vernachlässigung ihrer eigentlichen Aufgaben, weil eine
Wartung von erforderlicher fachlicher Qualität derzeit
nirgends vorgesehen ist. Die Meinung der Laien ist, Rechnersysteme
seien wie z. B. Videorecorder. Wenn "etwas kaputt" ist,
läßt man es reparieren und das war's. Rechnernetze sind
aber eher verteilten "Produktionsstätten" vergleichbar, deren
komplexe Verbindungsstrukturen und verteilten Ressourcen mit
raffinierter Logistik koordiniert werden. Diese
"Produktionsstätten" werden auf die vielfältigste Art
von Lehrern, Schülern (Anfänger!) und sonstigem Personal
genutzt. Es geht an solchen Systemen bei der Qualität
heutiger Hardware nur selten etwas Materielles kaputt, aber es
sind permanent Koordinationsfehler, Hindernisse, Ablagerungen,
Störungen, usw. zu beseitigen, (siehe Anhang), um das
komplexe Zusammenspiel funktionsfähig zu erhalten und neuen
"Produktionsbedürfnissen" anzupassen.
Wer durchblickt und macht das alles?
Der Rechnerbetreuer!
Konkreter
Vorschlag: Aufteilung der Betreuung
Der bisherige Rechnerbetreuer ist
Lehrer mit pädagogischer und fachdidaktischer Ausbildung. Er ist
verpflichtet, guten Unterricht zu halten. Die erforderlichen Mittel
zu liefern und ihre Funktionsweise aufrecht zu erhalten, ist Aufgabe
des Sachaufwandsträgers. Fehlerhafte Hardware oder, was
hundertmal häufiger ist, fehlerhafte Software und fehlerhafte
Konfigurationen zu beheben, sollte nicht Problem und Arbeit eines
Lehrers sein.
Deshalb wäre es beim jetzt
erreichten Umfang des Arbeitsfeldes dringend an der Zeit, dieses
sinnvoll aufzuteilen. Der Lehrer sollte als Pädagoge und Kollege
in der Schule für den seiner Vorbildung und Erfahrung
angepassten Teil zuständig sein, z. B. als sog. "Fachberater
für Informationstechnologien". Um den überwiegend
technischen und administrativen Teil sollte sich ein eigener
Mitarbeiter, ein sog. "Systembetreuer" kümmern
müssen.
- Für alle technischen und
administrativen Aufgaben sollte eine geeignet ausgebildete
Fachkraft vom Sachaufwandsträger (evtl. unter Beteiligung des
Landes Bayern) eingestellt werden. Eine Beschreibung des
Arbeitsfeldes enthält Anlage 3. Vom Arbeitsumfang könnte
eine solche Fachkraft je nach Schul- und
Ausstattungsgröße etwa 2 Schulen betreuen. Bei der
Auswahl dieser Fachkraft sollte der jetzige Schul-Rechnerbetreuer
mitbestimmen dürfen. Entscheidend ist, dass die gewählte
Person über längere Zeit (wie der die Rechner betreuende
Lehrer auch) für eine Schule arbeitet, so dass er sich in die
spezielle Struktur seiner Schule(n) einarbeiten kann und wirklich
mit den Problemen vor Ort vertraut ist. Wartungsverträge mit
einer Firma sind viel zu teuer gemessen an der Hilfe, die sie
leisten. Kleinere Firmen vor Ort sind darauf eingerichtet,
Standardkonfigurationen aus ihrer Produktpalette für Anwender
einzurichten und haben von den wechselnden Anforderungen in der
Ausbildung wenig Ahnung.
Vom Kostenaufwand ist es in jedem
Fall günstiger, eine technische Hilfskraft anzustellen, als
einen Lehrer angemessen zu entlasten oder einen Lehrer wegen
gesundheitlichem Raubbau vorzeitig in Ruhestand schicken zu
muüssen.
- Der Lehrer-Rechnerbetreuer
sollte den bisher vernachlässigten Schwerpunkt Fachberater
für IT wahrnehmen können und für die didaktische
Umsetzung im Unterricht und für die schulinterne Fortbildung
zuständig sein. Er muss fachübergreifend tätig
sein, denn heute sind alle Fächer von den IT
betroffen.
- Als Fachberater IT wird er
zusätzlich ausgebildet, ferner erhält er
regelmäßig die Möglichkeit, sich
weiterzubilden.
- Seine Arbeit wird durch
Gleichstellung mit einer Fachbetreuerstelle
honoriert.
- Das Kultusministerium
müßte hier zusätzliche Entlastungsstunden
bereitstellen, da eine stärkere Entlastung derzeit nur
auf Kosten des Kollegiums möglich ist.
Natürlich kostet das wieder
Geld. Andrerseits soll überall eingespart werden. Die Frage aber
lautet: Wie wichtig ist für unsere Industrienation die
Beherrschung der Informationstechnologien und damit die Qualifikation
unserer Jugend? Wenn diesen Technologien die Zukunft gehören
soll, sind die Finanzierungsschwerpunkte zu ändern z. B. auf
Kosten von Technologien, die Umweltprobleme bringen (Auto, Flugzeug).
Dies ist aber Aufgabe der Politiker. Sie aufzuklären und
über dringend notwendige Maßnahmen zu beraten, ist
Hauptaufgabe dieses Papiers.
Anhänge:
Derzeitige
Aufgaben eines Schul-Rechnerbetreuers
Im Wesentlichen typisches
Arbeitsspektrum an bayerischen Gymnasien
- Hardware-Reparaturen
durchführen oder organisieren
- Gerätestörungen
(Papierstau, Ausdruck stoppt nicht, Toner-, Tintenaustausch,
Rechner startet nicht oder ist abgestürzt, usw.)
- Regelmäßig
Datensicherungen durchführen, überprüfen und
an die ständigen nderungen anpassen (rger mit
unzuverlässigen Datenträgern, Sicherungsänderung
wegen Überlaufproblemen durch wachsende Datenmengen und sich
ändernde Plattenverteilung, etc.)
- Konfigurations-Reparaturen
durchführen (verstellte Drucker, Bildschirme,
Initialisierungsdateien etc.) und Verbesserungen anbringen, wo die
Konfigurationen und Initialisierungen unvollkommen (meistens) und
fehleranfällig sind.
- Regelmäßige
Aktualisierung ("Update") von System- und Anwendersoftware
einschließlich damit verbundener Anpassung
schulbetriebspezifischer Veränderungen oder Ergänzungen
(z.B. Benutzerstruktur, Umlaute für best. Geräte,
Unterrichtsumgebungen, Initialisierungen für die eigene
Geräte- und Netzstruktur, Überprüfung und evtl.
Anpassung aller auf die Software aufbauender Zusatzdienste wie
autom. Datensicherung, autom. Löschungen, Postkonfigurationen
und und und). Jeder sog. Update bringt neue Möglichkeiten (ob
sinnvoll oder nicht), zwingt aber meist zu einer oft endlos
erscheinenden Kette von Folgehandlungen!
- Software-Reparaturen
versuchen: Tests durchführen, Unterlagen wälzen,
Kommentare in zugehörigen Dateien studieren, telefonieren,
wenn nicht behebbar, durch zurechtgebastelte Krücken Fehler
umgehen.
- "Zusammenkehren": Den
Datenmüll, den Benutzer, Verwalter und Programme aller Art
regelmäßig und besonders bei Störungen
hinterlassen, ausmisten oder ganz entfernen. Automatische
Bereinigungen an die jeweils aktuelle Konstellation
anpassen.
- Störungen aller Art
suchen und zu beseitigen versuchen: Die Vielfalt von
Störungen ist durch die Komplexität der Systeme und
Netze ungeheuer groß geworden. Häufig ist der
Rechnerbetreuer überfordert oder findet nie heraus, woher die
Störung kam (z.B. keine Ausdrucke, obwohl 50 Aufträge in
der Warteschlange stehen, Datensicherung bricht vorzeitig ab,
ISDN-Verbindung wird abgelehnt, Windows stürzt einfach ab,
Drucker nimmt das falsche Papierfach, Netzlaufwerk erscheint
nicht, die Login-Aufforderung auf der Workstation kommt nicht
wieder, und und und).
- Benutzerverwaltung: Zu
Schuljahresbeginn Benutzer neu anlegen, versetzen, löschen
und unterm Jahr aktualisieren. Starthilfe in Kursen geben
(Zugangskennung, Kennwortwahl, vergessenes Kennwort u. a.
Anfängerpannen)
- Erstellen von
Kurzanleitungen, Schildern, Online-Hilfen etc.: Da in
Schulaustattungen ständig Teile und Software ersetzt,
ergänzt und erneuert werden müssen, außerdem in
Netzen mit Servern und allgemeiner Peripherie vielfältige
Konfigurationen möglich sind, wird es nie "einen Satz
Handbücher" für "die Schulanlage" geben, wie man das
beim Einzel-PC zu Hause hat. Es bleibt immer Aufgabe des
Rechnerbetreuers, über seine spezielle Anlagensituation und
die praktische Arbeit damit zu informieren.
- Beschaffungen: Sich
informieren, Anträge und Begründungen formulieren, den
Kauf abwickeln, Geräte in Betrieb nehmen, Anleitungen
studieren, passend konfigurieren und in den Bestand integrieren,
testen, mit allen Modalitäten vertraut machen, falls
nötig, Kurzanleitung für Kollegen und Schüler
erstellen.
- "Papierkram"
(Inventarverzeichnis, Rechnungen, Anträge, Fragebögen;
unzählige Anleitungen, Datenblätter, Artikel, Kopien,
Prospekte etc.)
- Kontroll- und
"Hilfsgänge", während Schüler freien Zugang
haben. Einhaltung der Benutzungs- und Schlüsselregelungen
fordern. Funktions- und Raumkontrollen, an- und abstellen der
Anlagen.
- Einweisung und weitere
Betreuung von KollegInnen, damit sie mit der Anlage
unterrichten können. Regelmäßige Aktualisierung
vorhandener Materialien und Kurzanleitungen.
- Organisation von ITG in
verschiedenen Klassen
- Anfangshilfe bei
Mail-Projekten oder Internetnutzung
- KollegInnen und
Sekretärinnen beraten und zu Hilfe kommen bei
Fehlbedienungen, Systemfehlern, Arbeitsprobleme infolge
ungünstiger Dateiorganisation und sonstige
Ungeschicklichkeiten usw.
- Eigene Fortbildung
(Niemals soviel möglich, wie nötig wäre!) durch
Lektüre von Fach- und Handbüchern sowie
Fachzeitschriften und Online-Dokumentationen, durch praktische
Auseinandersetzung mit den Systemen, durch einzelne
Fortbildungsveranstaltungen, durch Fachgespräche und
email-Austausch mit entsprechenden Kollegen.
- Fortbildung in
Sicherheitsfragen, die mit den sich ständig
ändernden Anforderungen der Internetanbindung entstehen
(Proxy, Firewall, Verschlüsselung, Authentifizierung,
ständig neu entdeckte Sicherheitlücken und die
Notwendigkeit ihrer Behebung etc.).
- Regelmäßige
Modernisierung: Durch Nutzung von Gebrauchtteilen lassen sich
die Phasen zwischen Neubeschaffungen gut überbrücken.
Großer Nachteil: Viel Arbeitsaufwand, da keine
Standardsituation. Keine Firma richtet solche Geräte oder
Teile zu vertretbarem Preis ein.
- Anpassungszwänge oft
bereits wenige Jahre nach der Anschaffung, weil keine Ersatzteile
erhältlich sind und weil bei Ersatzgeräten neueren Typs
eine Software neuerer Version vieles anders macht (besser
natürlich!) mit all den damit entstehenden Folgeanpassungen
in der eigenen Struktur.
- Pflege und Ausgestaltung der
Rechnerräume, informative Aushänge,
Wettbewerbsbetreuung, Fachbibliothek etc.
Kleine
Psychologie des Schul-Rechnerbetreuers
Oder: Warum arbeitet er scheinbar
"freiwillig" viel zuviel?
Angesichts der geringen Honorierung
(keine Funktionsstelle, keine Beförderung, minimale Entlastung
von Unterrichtstätigkeit) scheint es erstaunlich, dass sich
Rechnerbetreuer an Schulen immer noch so stark ausbeuten lassen und
der Betrieb noch nicht zusammenbricht.
Folgende Gründe scheinen mir
dafür verantwortlich zu sein:
- Rechnerbetreuer haben diese
Arbeit meist freiwillig übernommen, finden Rechnersysteme
hochinteressant, sind Pioniere und gehen ihre Aufgaben engagiert
mit "mehr als beiden Händen" an. In der Regel gehen sie in
ihrer herausfordernden Arbeit auf (oder unter?), sind sehr
fortbildungswillig und identifizieren sich mit ihrem
"Werk".
- Rechnerbetreuer unterrichten
selbst an den Rechnersystemen, für die sie sich abmühen.
Ihre interessierten SchülerInnen sind die pädagogische
Motivation, sich unermüdlich für die Verbesserung der
Unterrichtsvoraussetzungen einzusetzen.
- Rechnerbetreuer sind aber wie in
keinem anderen Schulbereich einem unmenschlichen
Erneuerungsdruck ausgesetzt. In Physik-, Chemie- und
anderen Sammlungen sind die Geräte i. A. mehrere Jahrzehnte
im Einsatz, ehe sie von neuen abgelöst werden. Welcher
Schüler oder Kollege würde 7 Jahre alte
Versuchsgeräte als "alten Schrott" oder als "nicht
zeitgemäß" bezeichnen? Wie anders ist das dagegen bei
einer 7 Jahre alten Schulausstattung mit PC? In Chemie vergleicht
kein Schüler die Versuchsgeräte mit zu Hause, solche
Geräte besitzt keiner. Einen PC jedoch haben die
Interessierten, aber keinen 7 Jahre alten! (Z. B. wird es schon
als Zumutung empfunden, wenn man für das Internet einen 2
Jahre "alten" (nur 2!!!) Browser wie Netscape1.2
anbietet.)
- Rechnerbetreuer sind im
Allgemeinen auf Selbststudium in der Freizeit angewiesen,
um sich für diese Arbeit zu qualifizieren. Auf diesem Weg ist
es aber fast unmöglich, in der verfügbaren Zeit
ausreichend Fachkompetenz zu erwerben, um eine an Schulen heute
übliche Ausstattung mit Internetanbindung fachgerecht zu
betreuen und den wachsenden Anforderungen anzupassen. Die
gelegentlichen eintägigen Fortbildungen können dies nur
geringfügig mildern. Es bleiben nur die Alternativen
aufzugeben (wer gesteht schon gerne sein Versagen ein?) oder mit
permanenten Kraftanstrengungen gegen den Anforderungsberg
anzuarbeiten.
- Es besteht (vor allem in der
Schulverwaltung) ein großer Druck durch
Abhängigkeiten, da die Arbeit anderer, oft auch
Vorgesetzter, zunehmend von der Funktion der Rechnersysteme
abhängt. Wer möchte von seinem Chef fordern, die
Statistik nicht auf Diskette abzuliefern, weil man Programm und
System nicht ausreichend "im Griff" hat und weil man es als eine
ungeheure Zumutung empfindet, ohne richtige Ausbildung diese
Aufgaben bewältigen zu müssen? Keiner mag diese
Erniedrigung auf sich nehmen, lieber opfert man die Freizeit
notfalls mit Verstärkung von außen (machen auch
Sekretärinnen).
- Rechner erzeugen eine Art Zwang,
nicht aufzuhören, bis man alles so im Griff hat, wie man
möchte. Dazu kommt, dass Rechner und Netze zu Fehlern
tendieren, die sich nicht auf Anhieb beheben lassen.
- Zeitersparnis durch
Zusammenarbeit mit Rechnerbetreuern anderer Schulen ist nur
begrenzt möglich. Vielleicht sind auch Rechnerbetreuer
Einzelkämpfer, was man ja generell den Lehrern nachsagt. Aber
ein Hindernis besteht darin, dass zur nutzbringenden
Zusammenarbeit erst eine Einarbeitungszeit beim Kollegen
nötig ist, die sich keiner glaubt, "leisten zu können".
Das "Anschauen" bringt nämlich nichts, die Schwierigkeiten
sitzen in den Details. Hauptschuld hat die rasante
Technologieentwicklung, die es praktisch unmöglich macht,
einheitliche Schulausstattungen zu erreichen (siehe auch Anhang
"Aufgaben").
- Viele Rechnerbetreuer bringen
sich selbst in große Arbeitszwänge, weil sie sich zu
Zusagen verleiten lassen, die sie in allen Konsequenzen
überlasten. Was auf einem alleinstehenden PC mit seinem
"zugehörigen" Benutzer funktioniert, ist nicht immer und
schon gar nicht mit wenig Aufwand in einem Rechnernetz und seinem
in vielerlei Hinsicht wechselnden Benutzern betreibbar und auch
verwaltbar, eine Tatsache, die den meisten PC-Benutzern leider
völlig unbekannt ist.
- Die meisten Rechnerbetreuer leben
immer noch mit folgender Illusion:
"Wenn ich ein bestimmtes Ziel
erreicht habe, dann wird die Arbeit weniger" (z. B. wenn System X
auf Version n.m aktualisiert ist, wenn die e-mail auf den neuen
Rechnern funktioniert, wenn die neuen Netzwerkkarten eingerichtet
sind, wenn Produkt Y gekauft ist und die "Lücke"
schließt, usw.)
Die Praxis lehrt ständig das
Gegenteil:
Je mehr man erreicht und anbietet,
desto mehr neue Bedürfnisse werden geweckt und mit jedem
Fortschritt tun sich neue Mängel auf, deren Tücken aber
noch keiner kennt. Der derzeitige Einzug des Internet in die
Schulen fördert diese aufreibende Entwicklung noch
zusätzlich.
2. April 1998, Franz Mayrhofer,
ReBe-Gruppe Erding-Ebersberg-Rosenheim
E-mail-Adresse zur
Rechnerbetreuerthematik: ReBe@Euler.ed.by.Schule.de
Als
weiterer Anhang wird eine Kopie einer Stellenausschreibung für
einen Schul-Systembetreuer angefügt. Sie stammt von Dr. Roland
Berger an der deutschen Schule in Montevideo, wo man offenbar mit
Erfolg eingeführt hat, was an deutschen Schulen dringen
nötig wäre (Link
zum Original):
Stellenbeschreibung
Systemverwaltung
Informatik
1. Betreuung der
pädagogischen Netzwerke
Betreuung der
Netzwerke im Liceo und im BBZ. Dies umfaßt u.a.:
Bereich
Server:
- Betreuung der
Server-Hardware (z.B. Speichererweiterung,
Festplattenerweiterung, ...)
- Userverwaltung
(Einrichten neuer User, Rechteverwaltung, ...)
- Installation und
Wartung der Server-Software (Dienstprogramme,
Anwendungsprogramme für die User, ...
- Verwaltung des
Intranet- bzw. Internetservers (Mailserver, Web-Server,
FTP-Server, ...)
Bereich
Unterrichtsräume:
- Soweit notwendig
Neu- bzw. Wiedereinrichtung der Workstations
- Austausch defekter
Hardware
- Installation der
Software für die Workstations
- Laufende Betreuung
der Unterrichtsräume (Papier für Drucker, Tinte und
Farbbänder, ...)
2.
Schülerbetreuung
Betreuung und
Beratung von SchülerInnen in der Taller libre, z.B.
- Hilfe bei neuer oder
unbekannter Software
- Hilfe bei der
Erstellung von Arbeiten für den Unterricht (z.B. Referate,
Monografía, ...)
- Betreuung und
Überwachung von Aktivitäten im Internet
- ...
3. Lehrerbetreuung und
Fortbildung
Informationstechnische
Betreuung der Lehrkräfte:
- Beratung von
Betreuung der Lehrkräfte bei der Vorbereitung und
Durchführung von Unterrichtsprojekten. Dies schließt
z.B. ein:
- Beratung
hinsichtlich vorhandener Software
- Einweisung in
didaktische Software
- teilweise
Anwesenheit bei Unterrichtsprojekten
- ...
Lehrerfortbildung:
- Konzeptionelle und
technische Beratung bei der Vorbereitung von
Lehrerfortbildungsveranstaltungen
- eventuell selbst
Lehrerfortbildungskurse durchführen
4.
Schulverwaltung
- Betreuung des
Netzwerks der Schulverwaltung
- Userverwaltung
- Entwicklung,
Instandhaltung und Anpassung der Verwaltungssoftware
(Kassensystem, Gehaltsabrechnungssystem, Systeme des
Sekretariats)
- Beratung des
Verwaltungsleiters (z.B. hinsichtlich Anschaffung bzw.
Entwicklung von neuer Hard- und Software für die
Schulverwaltung)
- Evtl. Fortbildung
des Verwaltungspersonals im Bereich Anwendung der
Schulverwaltungssoftware (Kasse, Gehälter, Sekretariat, MS
Office usw.)
5.
Sonstiges
- Beratung des
Fachleiters Informatik (z.B. hinsichtlich Anschaffung von Hard-
und Software oder Literatur)
- Betreuung der
Discoteca (Software für SchülerInnen und
Lehrer)
Als letzer
Anhang:
Internet-Einstiegseite mit den
Vorbemerkungen:
Schul-Rechnerbetreuer-Seiten
von
Franz Mayrhofer
(http://www.weihenstephan.org/~mayrhoff/)
Ziel:
Bessere Ausbildung unserer Jugend in den
Informationstechnologien!
Die
weltweite Konkurrenzfähigkeit unserer technischen Zivilisation
hängt stark von der Qualifikation unserer Jugend in den
Informationstechnologien ab. Dies ist nur durch gut ausgebildete und
laufend fortgebildete Lehrer zu erreichen, die an
zeitgemäßen von Fachpersonal betriebenen Rechnersystemen
unterrichten können. Die derzeitig überwiegende Praxis ist
es, Technik und "Handreichungen" (als Hilfe zu Selbstausbildung) zu
finanzieren. Erst wenn auf höherer politischer Ebene die
finanziellen Schwerpunkte so gesetzt werden, dass - wie auch in der
Wirtschaft üblich - zusätzlich zu den Technikkosten etwa
das Doppelte davon für Betrieb und Ausbildung investiert werden
kann, ist eine gute Qualifikation unser Jugend in
Aussicht.
Die
beigefügten Diskussionspapiere sollen auf zweierlei Art zur
Verbesserung beitragen:
Warum
gerade die Schul-Rechnerbetreuer?
Eine
Schlüsselrolle fällt derzeit den Personen zu, die an den
Schulen die Rechnernetze und deren Unterrichtseinsatz betreuen, den
sog. Rechnerbetreuern. Sie sind die Pioniere an den Schulen, die
durch unermüdliches Engagement und permanente Fortbildung
versuchen, den Herausforderungen der Informationstechnologien
gewachsen zu sein und ihren SchülerInnen eine
zeitgemäße Ausbildung zu bieten.
Die
Anforderungen an ihre Arbeit nehmen immer rasanter zu, die Diskrepanz
zwischen Ausbildungswünschen und Machbarkeit steigt rapide und
die daraus entstehende Überforderung der Rechnerbetreuer
wächst. Der langjährige Pioniergeist schlägt
vielerorts bereits in Frustration um.
Deshalb muss
die Verbesserung bei ihrer Arbeit ansetzen.
Aufruf:
Diese
Problematik betrifft grundsätzlich alle Schularten in allen
Bundesländern, was viele Rückmeldungen und
vielfältiger Erfahrungsaustausch bezeugen. Eine nderung
der politischen Weichenstellungen zugunsten einer qualifizierten
Ausbildung unserer Jugend in den Informationstechnologien
läßt sich nur erreichen, wenn eine breite Solidarität
zustandekommt. Beteiligen Sie sich deshalb zahlreich (alle, die
Informatik lehren oder lehren wollen oder Rechner betreuen) an der
neuen Initiative:
Neu!
Gründung
einer Interessenvertretung "Informatiklehrende und
-betreuende"
(http://www-schulen.informatik.tu-muenchen.de/hubwiese/fachgruppe/Ausschreibung.html)
Diskussionspapier
(Neues Verfahren!):
Das
"Diskussionspapier" ist die Grundlage und wird nicht verändert
(Stand 2. April 98).
Es ist eine
einzelne html-Datei mit internen Referenzen. Sie wird beim
"Anklicken" also komplett geladen, kann gespeichert, ausgedruckt und
weiterverteilt werden. Diese Seite ist ihm als Anhang
beigefügt.
Gute
Diskussionsbeiträge, Hinweise und Argumente, die per e-mail
eintreffen, setze ich (nach Rückfrage beim Autor) in eigene
ergänzende html-Dateien, die zeitlich gekennzeichnet sind. Um
also alle Neuerungen mitzubekommen, ist es ausreichend, alle paar
Wochen nachzuschauen und diese Ergänzung(en)
abzurufen.
Diskussionspapier
Ergänzende
Beiträge Teil 1 (März bis 6. April)
Ergänzende
Beiträge Teil 2 (7. bis 19. April)
Ergänzende
Beiträge Teil 3 (19. April bis 10. Mai)
Ich hoffe
auf viele Rückmeldungen, Argumente, Vorschläge,
Bestätigungen, Kritik und sonstige
ußerungen.
Mailadresse
zur Rechnerbetreuerthematik ist: ReBe@Euler.ed.by.Schule.de
Hinweis
für Leser, die das Papier vor dem 2. April ausgedruckt
haben:
Gegenüber
der Anfangsversion sind noch einige wesentliche nderungen
geschehen. Bei einer Weiterverteilung würde ich Sie bitten, neu
auszudrucken, ansonsten hier die wichtigsten nderungen.
10. Mai 1998, Franz Mayrhofer, ReBe-Gruppe
Erding-Ebersberg-Rosenheim
Quelle: http://www.weihenstephan.org/~mayrhoff/rebe.htm