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Die Seite, die Sie soeben lesen, enthält nicht das Original
der Arbeit, sondern stellt einen mirror/download zu
Dokumentationszwecken im Rahmen der wissenschaftlichen
Untersuchung
Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine
Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht
an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html
(YY-MM-DD)
dar. Damit soll den userInnen die Nachprüfbareit der
Originalquellen ermöglicht werden, die im internet aufgrund der
Dynamik des Entstehens und Vergehens von pages selten möglich
ist. Das Original findet sich unter der jeweils angegebenen
WWW-Adresse; eventuell vorhandene lokale links wurden entfernt. (WS)
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Horst
Lautenschlger
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26. April 1998
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WELCHE
INTERNET-TECHNIK WHLE ICH FÐR MEINEN
UNTERRICHT ?
Profitieren aus fremden Erfahrungen im "LERNORT
INTERNET"
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Internet ist Lernort. Es bringt Sch¸ler aus mehreren Schulen
zusammen. Besonders im Falle lndlich isolierter Schulen ist es
ein kostbarer Ersatz f¸r teure Mobilitt. Ðber
beliebige Entfernungen hinweg ermglicht es den Sch¸lern
Kommunikation und Kooperation. Vorteile bringt es aber auch f¸r
Lehrer. Ist es doch eine Eigenart ihres Berufes, daþ Lehrer
meist von ihren Kollegen isoliert bleiben - seien sie auf dem Land
oder in der Stadt ttig. Zuk¸nftig wird das wohl
anders.
Das Internet als Lernort wird eine andere - wie wir hoffen, bessere -
Schule hervorbringen. Doch am Anfang steht der Schweiþ! Auch
das Internet steht nicht voraussetzungslos "zur Verf¸gung". Es
muþ durch jeden Nutzer erarbeitet werden, auch durch das
Lehrpersonal. Mit dem technischen Zugang zu E-Mail-Briefksten
und Surf-Umgebungen ist immer nur ein kleiner Anfang gemacht.
Verschiedenste Internet-Techniken m¸ssen erfahren und
einge¸bt werden.
Computerbasierte Arbeits- und Kommunikationsformen gibt es in einer
Vielzahl. Jede von ihnen verf¸gt ¸ber besondere
Eigenschaften - ja, verursacht sogar neue menschliche Umgangsformen.
Nicht f¸r jeden Lernzweck ist die gleiche Internet-Technik
geeignet. Vielmehr lassen sich einzelne Techniken zielgerichtet
f¸r bestimmte Zwecke des Lernens einsetzen. Es lohnt sich,
hier¸ber Bescheid zu wissen, bevor man sich der neuen Techniken
bedient.
Interessierte Pdagogen und Lernbegierige knnen
persnlich profitieren, wenn sie ¸ber Erfahrungen anderer
verf¸gen. Hierzu beizutragen, ist die Aufgabe der nachstehenden
Ðbersicht. Sie enthlt eine Sammlung von Techniken, die in
der Praxis grenz¸berschreitender Lernarbeit nutzbringend
angewandt wurden.
INTERNET-TECHNIK
UND UNTERRICHTSZWECK
Wer vor der Frage steht, welche Internet-Technik f¸r den
Unterricht geeignet ist, muþ sich zuerst ¸ber den
beabsichtigten Unterrichtszweck im klaren sein. Ist der Zweck
bekannt, so kann relativ leicht aus der Liste der bekannten Techniken
die jeweils passende ausgewhlt werden. Zwischen vier Gruppen
von Techniken knnen wir unterscheiden:
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- Ein-Allein-Techniken
Sind Online-Techniken zum Zwecke des eigenstndigen
Wissenserwerbs gefragt?
Ist es beispielsweise Ziel der Lehrperson, ihren Sch¸lern
Zugang zu externen Wissensquellen zu erffnen, zu empfehlen
oder zu vermitteln, so kann es ausreichen, diesen den Umgang mit
den "Ein-Allein-Techniken" nherzubringen. F¸r die
Lehrperson ist es einfach. Und f¸r die Sch¸ler ist der
Bildungsgewinn in der Regel betrchtlich, wenn diese in die
Lage kommen, zahllose Wissensquellen in Eigenarbeit zu
erschlieþen.
- Ein-zu-Ein-Techniken
Wollen wir in enger persnlicher Zusammenarbeit zwischen
Lehrer und Sch¸ler komplexe Zusammenhnge vermitteln
helfen?
Zielt der Lehrbedarf auf die Vermittlung komplexen Fachwissens,
welches den Rahmen einer laufenden persnlichen Betreuung des
einzelnen Sch¸lers bentigt, so kann auf Erfahrungen mit
bestimmten Ein-zu-Ein- Techniken verwiesen werden. Techniken wie
"Lernvertrag" oder "Korrespondenzstudium" sind hierzulande eher
unbekannt. Sie werden ihre Vorteile insbesondere in den
Fllen zur Geltung bringen, wo nicht das Klassenzimmer im
Mittelpunkt des pdagogischen Wirkens steht. Es ist zu
erwarten, daþ eine derartige Technik am ehesten durch
Nachfrage von Lernenden zur Anwendung gelangt, weniger dagegen
durch Angebot des herkmmlichen Schullehrers.
- Ein-zu-Mehr-Techniken
Soll den Sch¸lern die Teilnahme an Expertenvortrgen
ermglicht werden?
In den vorgestellten Ein-zu-Mehr-Techniken liegen
Kommunikationsformen vor, bei denen in der Regel die Lehrperson
¸ber alle wichtigen Gestaltungsmglichkeiten
verf¸gt, die Sch¸ler dagegen eher auf eine
Konsumentenhaltung festgelegt sind. Gleichwohl ist nicht zu
¸bersehen, daþ es gewolltes Unterrichtsziel sein kann,
Sch¸lern durch Einsatz von "Konsumenten"-Techniken zu
erweiterten Fertigkeiten zu verhelfen. Die Einseitigkeit der
Kommunikation mit dem "Schwarzen Brett" oder der "Vorlesung" kann
durch die Mglichkeit von R¸ckuþerungen per
E-Mail sehr wohl gebrochen werden.
- Mehr-zu-Mehr-Techniken
Wird die Interaktion in weitverzweigten Lernnetzen angestrebt?
Durch die Gelegenheit f¸r alle Teilnehmer zur Interaktion
¸ben die Mehr-zu-Mehr-Techniken eine besondere
Anziehungskraft auf die Nutzer aus. Wegen ihrer besonders
vielfltigen Nutzungsmglichkeiten sind manche von ihnen
entsprechend beliebt. Gleichzeitig verstellen sie jedoch manchmal
den Blick auf die Tatsache, daþ andere Techniken
mglicherweise f¸r die konkrete Zielsetzung besser
geeignet sind. Beispielsweise ist der "Chat" f¸r viele
interessant: Man lernt Leute oder Ansichten kennen, und er ist
einfach zu bedienen, entbehrt aber zumeist gerade eine
Zielorientierung. Ðberwiegend stellen Mehr-zu-Mehr- Techniken
hchste Anspr¸che an die Kommunikationsfhigkeit
ihrer Nutzer, und zwar sowohl der Lehrer als auch der
Sch¸ler.
SYSTEMATISCHE ÐBERSICHT
ÐBER INTERNET-TECHNIKEN
Dem Einfallsreichtum der Internet-Anwender sind kaum Grenzen gesetzt.
Sie chatten und mailen und surfen - und entwickeln hierbei
Variationen des elektronischen Lernens ohne Zahl. Dennoch
lþt sich aus der Vielzahl der mglichen Anwendungen
eine Gliederung entwerfen, die f¸r eine systematische Auswahl
f¸r geplante Unterrichtszwecke verwendbar wird. Dem Norweger
Morten Flate Paulsen haben wir die nachstehende, ausf¸hrliche
Systematik zu verdanken. Wir haben sie aus dem Englischen
¸bersetzt und in erheblichem Maþe gek¸rzt und
zusammengefaþt, um sie f¸r deutsche Besucher des "LERNORT
INTERNET" ¸berschaubar zu machen.
Zweierlei wird damit beabsichtigt: Einerseits gilt es, Paulsens gut
gegliederte Ðbersicht in unvernderter Form vollstndig
zu erhalten. Andererseits sollen die zahlreich aufgef¸hrten
Beispiele, meist aus Beschreibungen anderer Autoren zitiert, auf
jeweils eine knappe Definition reduziert werden. Dieses Vorgehen
erscheint uns minimal notwendig zur Erzielung eines angemessenen
Grundverstndnisses f¸r die verwendeten Begriffe, welche
ansonsten weitgehend inhaltsleer empfunden werden oder
irref¸hren knnten. Autorenangaben haben wir von Paulsen in
Kurzform ¸bernommen; das vollstndige Literaturverzeichnis
kann bei ihm selbst nachgeschlagen werden. Die Numerierungen stammen
von uns.
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- Ein-Allein-Techniken: Das
Online-Quellen-Paradigma
"Die Techniken knnen mehr oder weniger strukturiert sein;
aber sie alle bentigen nur ein Minimum interaktiver
Teilnahme durch die Lehrperson." (Paulsen)
- Online-Datensammlungen
Lokaler oder externer Datenzugriff
- Online-Journale
Abonnement von Periodika ¸ber CMC-Netzwerke
- Online-Anwendungen
Programmausf¸hrung auf einem Fremd-Computer
- Programm-Bibliotheken
z.B. FTP als Internet-Standard f¸r Datei-Transfer
- Online-Interessengruppen
Entfernungsunabhngige 'Versammlung' Einzelner unter einem
gemeinsamen Interesse, hufig durch schuleigene Listen
angeboten, manchmal unter zustzlicher,
lnder¸bergreifender Verbindung zu Forschern und
Lehrern
- Interviews
Online-Prsentation eines Interviewers vor einem Publikum,
gekennzeichnet durch Fragen, die ein Sachverstndiger
vorbereitet hat, der die Wissensbed¸rfnisse des Publikums
kennt (Seaman und Fellenz 1989, 70)
- Ein-zu-Ein-Techniken: Das
E-Mail-Paradigma
In diesen Techniken vollzieht sich "individualisiertes Lehren und
Lernen" in einem Kommunikationsprozeþ auf der Basis des
geschriebenen Wortes, unter weitgehender Abhngigkeit von
persnlichen Beziehungen. (Paulsen)
- Lernvertrge
Detailliert-schriftliche Ank¸ndigung eines Lernenden
¸ber Art und Umfang des Lernstoffes, der Lerndauer sowie
der Methode der Fortschrittskontrolle
(O' Donnell und Caffarella 1990, 134)
- Berufsausbildungen
Mehrjhriges, Computernetzwerk-basiertes Lernen mit
mentorieller Betreuung und Zusammenarbeit mit anderen
Fern-'Lehrlingen'
(Teles 1993, 271)
- Praktika
Ein- und Aus¸bung von Fertigkeiten in einem f¸r die
persnliche Zukunft ausgewhlten Beruf, unter
professioneller Anleitung eines 'Lehrmeisters'
(Paulsen)
- Korrespondenzstudien
Sch¸ler und Lehrer korrespondieren ¸berwiegend per
E-Mail durch Fragen, Antworten, Aufgabenstellung und
-lsung einschl. individueller Korrekturen
(Hoffman 1993, 393)
- Ein-zu-Mehr-Techniken: Das
Schwarze-Brett-Paradigma
Es handelt sich um Experten-Angebote: "Die Lernenden sind
gewhnlich nicht eingeladen, an der Interaktion
teilzunehmen"; typischerweise "haben sie nur Leserechte".
(Paulsen)
- Vorlesungen
Angebot fertiger Lehrtexte zum Abruf durch Studierende
- Symposien
"Serie von Prsentationen" mehrerer kompetenter Personen
"¸ber verschiedene Aspekte eines Themas" mit Gelegenheit
zu anschlieþenden Fragen
(Sisco 1990, 285)
- Parodien
Vorbereiteter Dialog zwischen angeblichen Partnern,
prsentiert vor einer studentischen Gruppe, z.B. als
"Eisbrecher" zum Studienbeginn
(Turoff 1982, 77)
- Mehr-zu-Mehr-Techniken:
Das Konferenz-Paradigma
"Alle Teilnehmer haben Gelegenheit zur Teilnahme an der
Interaktion." Laut Paulsen ist dies "die gebruchlichste
Anwendung erzieherischer CMC-Techniken".
- Debatten
"Strukturierte Diskussion" ¸ber "zwei Seiten eines Themas"
zwischen "zwei oder mehr Personen innerhalb einer gegebenen
Zeitdauer"
(Seaman und Fellenz 1989, 65)
- Simulationen oder Spiele
"Imitation interpersoneller oder anderer Bewegungen,
hufig unter Verwendung von Materialien und Rollen, um
Teilnehmern zu helfen, die Dynamik einer komplexen Situation
sowohl zu f¸hlen als auch zu verstehen"
(Knox 1987, 89)
- Rollenspiele
Es sind zwei Arten zu unterscheiden: "Strukturiertes
Rollenspiel basiert auf einer Fallstudie"; "spontane
Rollenspiele gr¸nden auf Moment-Erfahrungen."
(Rothwell und Kazanas, 1989, 415)
- Fallstudien
"Diskussion einer vorbereiteten Fallsituation, die Teilnehmern
hilft, Problemlsungs- und Entscheidungs-Prozeduren zu
verstehen und einzu¸ben"
(Knox 1987, 89)
- Diskussionsgruppen
Offener Gedankenaustausch zwischen Teilnehmern "zu einem Thema
von gemeinsamem Interesse in einer Gruppe von typischerweise
zwischen sechs und zwanzig Personen ¸ber ungefhr
eine Stunde"
(Knox 1987, 88)
- Bearbeitung protokollierter
Diskussionsbeitrge
Unterst¸tzung genauer studentischer Reflexion durch die
Aufgabe der Nachbearbeitung der eigenen schriftlichen
Beitrge und/oder derjenigen der anderen Teilnehmer
- Brainstorming
"Interaktionsstrategie zur Ideenerzeugung" mit
"schpferischem Denken" unter "Weiterentwicklung von Ideen
anderer Gruppenmitglieder"
(Seaman und Fellenz 1989, 134)
- Delphi-Techniken
"Erzielung der zuverlssigsten Ðbereinstimmung von
Meinungen einer Gruppe von Experten"
(Rothwell und Kazanas 1989, 438)
Zweck: entweder zur "gemeinsamen Voraussage" einer
bevorstehenden Entwicklung, oder zur "Ausarbeitung der
strksten Argumente" f¸r eine gemeinsame
Zielbestimmung
(Hiltz und Turoff 1978, 293)
- Nominalgruppen-Techniken
"Generierung von Ideen" je einzelner Mitglieder, die erst im
zweiten Schritt der Gruppe zur Verf¸gung gestellt werden,
um dann streng nacheinander nach Prioritten gelistet zu
werden
(Seaman und Fellenz 1989, 136)
Effekt: Wahrung von Anonymitt; diese "verhindert
Konformitt aufgrund Gruppendruck".
(Hiltz und Turoff 1978, 289)
- Foren
Moderierte Diskussionen mit ¸ber 25 Teilnehmern, mit dem
Ziel der gemeinschaftlichen Behandlung diffundierender
Kenntnisse, Informationen und Meinungen, ohne Vorherbestimmung
eines Ergebnisses
(Sisco 1990, 285)
- Projektgruppen (insbesondere
in der Art von 'Lernkreisen')
"Versorgen Lehrer mit der notwendigen Anleitung und
Unterst¸tzung zur Erkundung kreativer Wege zur Integration
von Kommunikationstechnologie mit Schulcurriculum und
[schul¸bergreifenden] Gemeinschaftsprogrammen"
(Riel 1993, 223)
ZUSAMMENFASSUNG
Paulsen berichtet ¸ber pdagogische Techniken zur
computervermittelten Kommunikation (CMC) und charakterisiert seine
Arbeit als "Systematik pdagogischer CMC-Techniken, gemeint als
umfangreiche Anordnung von Beispielen, welche den Praktikern ein
reichhaltiges Angebot zur Auswahl stellt". Dieser Meinung des Autors
schlieþen wir uns gerne an. Leider f¸hrt jede K¸rzung
naturgemþ zu Informationsverlusten. Darum mag vielleicht
die eine oder andere Kurzdefinition zur Vertiefung reizen. In jedem
Falle lohnt sich eine Weiterbeschftigung mit der
Originalquelle! Sie prsentiert eine reiche F¸lle
prziser Beschreibungen, in welcher Weise "Schule" bereichert
werden kann, wenn sie das Internet absichtsvoll - und, vor allem, den
jeweiligen Zielen angemessen - nutzt.
LITERATUR
Paulsen, Morten Flate;
The Online Report on Pedagogical Techniques for
Computer-Mediated Communication (CMC); Oslo, August 1995;
http://www.hs.nki.no/~morten/cmcped.htm