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1) Es muß ein Telefonanschluß
(Steckdose) mit Zugang zum Ortsnetz oder ein
ISDN-Anschluß zur Verfügung stehen.
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2) Es muß ein geeignetes Modem oder eine
ISDN-Karte im PC vorhanden sein
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3) Es muß ein Rechner (PC, möglichst
ein 386er oder höher/Mac) mit einem
sogenannten Terminalprogramm bereitstehen.
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Diese drei miteinander verbundenen Geräte sind eine
hinreichende Grundausstattung für jeden e-mail
Betrieb.
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2.2
Zugang zu Mailboxen und
zum Internet
Sofern ein sogenannter Provider, meist eine lokale Firma
oder eine Mailbox, einen Internet-Zugang zur Verfügung
stellt, hat man mit dieser Grundausstattung und einer
entsprechenden Software sogar einen interaktiven
Internet-Zugang inklusive e-mail zum Ortstarif. Mit der
dafür eingesetzten Software kann man dann nicht nur
Post (e-mail), sondern auch Programme, Bilder und Video- und
Tonsequenzen verschicken und man arbeitet mit der
komfortablen graphischen Oberfläche dieser
Programme.
Die Initiative «SCHULEN ANS NETZ» hat
durch ihre jüngsten Aktivitäten den Schulen in der
Bundesrepublik den Weg ins Internet erleichtert. In Hamburg
gibt es daher zur Zeit (10/96) gleich drei sehr
günstige Möglichkeiten.
Mit dem Vorhaben Hamburger Schulen ans Netz" erhalten
alle Hamburger Schulen, die dieses wünschen, einen
Telefon- oder einen ISDN-Anschluß, die erforderliche
Hardware (Modem oder ISDN-Karte), einen kostenlosen
Internetzugang sowie einen Gebührenzuschuß und
einen Zuschuß zur Ergänzung der Hard- und
Software. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch ein
umfangreiches Fortbildungsangebot des IfL.
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3
Projektthemen und -partner
3.1
Geeignete Themen für
e-mail-Projekte
Prinzipiell ist jedes Thema geeignet, das im Lehrplan der
jeweiligen Schule vorkommt, das sich unmittelbar aus dem
Unterricht oder aus einem schulübergreifenden
Projektthema ergibt.
Die in den Richtlinien des Amtes für Schule zur ITG
auf der Sek.I genannten Vorschläge bieten sich
ebenfalls an (siehe S. 12ff). Besonders geeignet sind solche
Themen, die räumliche oder gesellschaftliche
Bezüge und Strukturen deutlich werden lassen, z.B.:
Autonutzung, Wohnen, Flyway (Zugvögel), Journey North
(Wanderung verschiedener Tierarten), Müll, Wetter,
Luft- und Wasseruntersuchungen,Verkehrsregeln und der Umgang
mit Verstößen dagegen, ein
Lebensstandard-Projekt.
E-mail Projekte lassen sich nach folgenden Strukturen
unterscheiden:
- Projekte mit zeitgleicher Datenerhebung die
zeitgleich verabredet und durchgeführt werden und
die auf selbst erhobenen Daten beruhen (Autonutzung,
Wohnen)
- Projekte im Schulverbund bei denen, eingebunden in
ein Netz von Partnerschulen, Schülerinnen und
Schüler Teilbeobachtungen erheben, die in eine
Gesamtdarstellung münden (Journey North, Flyway
Concepts)
- Projekte zwischen Partnerschulen Kommunikation
zwischen Austauschschulen, die alle bereits
persönliche Kontakte halten und organisatorische
Absprachen über e-mail treffen. Dies ist häufig
eine Vorform für inhaltliche Projekte. (Austausch
des Kaifu mit Salt Lake City, siehe HH macht Schule:
Sonderheft Gymnasiale Oberstufe gestalten, Herbst 1995
)
Schon die Einigung mit der Partnerschule auf eine dieser
Strukturen, auf ein geeignetes Projektthema und einen
entsprechenden Zeitrahmen ist ein wichtiger Anlaß
für e-mail-Kommunikation.
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3.2
Themen- und Partnersuche
Eine ergiebige Quelle für Projektpartner ist die
sogenannte St.Olafs-Liste (USA), mit deren Hilfe man
Angebote aus der ganzen Welt bekommt und auf der man auch
selber Anfragen veröffentlichen kann. Für Lehrer
in Hamburg, die sich auf die Suche nach e-mail-Partnern
begeben möchten, gibt es den Hamburger
Schul-Web-Server. Dies ist ein bisher nur für Lehrer
zugängliches Forum, in dem man sich mit anderen
Kolleginnen und Kollegen aus Hamburg über e-mail
austauschen kann.
Campus 2000 ist eine pädagogische Mailbox mit Sitz in
Großbritannien. Auch andere große
Online-Dienste, wie z.B. CompuServe, America Online (AOL),
T-Online, bieten Diskussionsforen an, die sich mit
verschiedensten Themen und Interessensgebieten befassen. Die
Foren der Rubrik EDUCATION sind hinsichtlich der
Diskussionsteilnehmerinnen und teilnehmer und der Themen
sehr ergiebig und hilfreich. Hier besteht häufig
Gelegenheit, mit Kolleginnen und Kollegen in den USA,
Großbritannien, Frankreich usw. ins Gespräch und
zu produktiver Zusammenarbeit zu kommen.
über das Internet sind viele sogenannte Schwarze
Bretter (bulletin boards) erreichbar, die speziell für
Schulen und Lehrerinnen und Lehrer eingerichtet wurden.
Siehe Anhang 2.
Man kann auf diesen Brettern Projektthemen
veröffentlichen, um Partnerschulen zu finden oder sich
einer Schule und ihren Projektvorschlägen
anschließen. Solche Bretter sind hervorragend
dafür geeignet, um in kurzer Zeit viele Adressaten
weltweit zu erreichen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Kolleginnen
und Kollegen der eigenen Schule um Hilfe zu bitten, die auf
Austauschreise gehen. Man kann sie beispielsweise
beauftragen, Kolleginnen und Kollegen an der Partnerschule
direkt anzusprechen oder darum zu bitten, bei der Suche nach
bereitwilligen und geeigneten e-mail Partnern zu helfen. Es
erscheint uns wichtig, die Absicht, solch ein e-mail Projekt
durchführen zu wollen, möglichst schnell und weit
zu verbreiten. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer
positiven Resonanz.
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4
Ressourcen an der eigenen Schule
nutzen
Einige typische Widerstände:
a) Projektarbeit kollidiert häufig mit dem
Rollenverständnis von Lehrerinnen und Lehrern und
Schülerinnen und Schülern. Fachlehrerinnen und
Fachlehrer lassen sich schwer für Projektarbeit
gewinnen, weil sie, häufig zu Recht, um das Erreichen
ihrer Fachlernziele fürchten, und sie sich
außerhalb ihres Faches für inkompetent halten.
Schülerinnen und Schüler fürchten für
sie undurchsichtige Bewertungen und Benotungen, sie
fühlen sich überfordert durch eine veränderte
Unterrichtsform und das Aufgeben eingeübter
Rollenschemata. Zu solchen Befürchtungen kommen
häufig die bekannten Standardeinwände von
Kolleginnen und Kollegen, denen der Einsatz oder die
Verwendung von Computern im Unterricht grundsätzlich
widerstrebt, z.B. Modeerscheinung, Computerfreaks, zu hoher
Arbeits- und Zeitaufwand, Technik lenkt ab usw. Wir haben
jedoch die folgenden Erfahrungen gesammelt:
- die Arbeit am Bildschirm erfordert Konzentration und
Aufmerksamkeit mit dem Ergebnis, daß schneller
gelernt und besser behalten wird;
- Texte, die uns per e-mail erreichen, sind authentisch
und haben Aufforderungscharakter und motivieren, das
begünstigt Lernfortschritte;
- große Datenmengen sind am Computer viel
einfacher zu bearbeiten und die Schülerinnen und
Schüler begrüßen die attraktiven
Gestaltungsmöglichkeiten (vgl. Kap.
Evaluation);
- Schülerinnen und Schüler arbeiten gern am
Computer.
schulinterne Organisation
b) Die übernahme der laufenden e-mail Kosten ist aus
mehreren Quellen möglich. Sowohl Fächeretats,
Mittel des Schulvereins und Sondermittel können
herangezogen werden. Hierzu ist in der Regel ein
Konferenzbeschluß nötig.
Die Nutzung der Computerräume muß genau
geplant und abgestimmt werden, da erfahrungsgemäß
nur wenige zusätzliche Stunden im Plan bereitgestellt
werden können.
Die für Projektunterricht sehr vorteilhafte
Möglichkeit von Stundenblockungen muß
frühzeitig in die Wege geleitet werden.
Die notwendigen Vorabstimmungen für
fächerübergreifenden Projektunterricht müssen
auch an dieser Stelle berücksichtigt werden.
Unterstützer gewinnen:
c) Auf der organisatorischen Ebene stehen der
Durchführung von e-mail Projekten die bekannten
Hemmnisse entgegen, wie z.B.
45-Minuten-Takt, Stundenpläne, Fachraumbelegungen,
Klausuren-Pläne etc. Deshalb empfehlen wir, schon in
der Planungsphase auf solche Schwierigkeiten einzugehen:
- Schülerinnen und Schüler müssen von
Anfang an informiert und in die Planung mit einbezogen
werden. Sie bilden Arbeitsgruppen, erstellen
Arbeitspläne, erarbeiten Bewertungskriterien und
sichern deren überprüfbarkeit.
- Schülerinnen und Schüler müssen
rechtzeitig eine Einführung in Textverarbeitung
erhalten. Bei Anfängern ist der Zeitfaktor für
den Umgang mit Tastatur und Maus nicht zu
unterschtützen.
- Die Unterstützung der Eltern und des
Schulvereins ist von großer Bedeutung und sollte
frühzeitig gewonnen werden.
- Die Schulleitung und die Schulkonferenz müssen
frühzeitig informiert und um Unterstützung
gebeten werden. Mit der Schulleitung ist auch die
übernahme der anfallenden Kosten zu klären, die
in der Regel geringer ausfallen, als häufig
befürchtet. (vgl. Anhang 3)
- Die Hilfe und dauerhafte Unterstützung der
Informatiklehrerinnen und -lehrer ist bei einem
e-mail-Projekt unverzichtbar.
Man sollte versuchen, mindestens eine Fachkollegin oder
einen Fachkollegen an der eigenen Schule zu begeistern und
zu motivieren. Ein solches Gerüst gibt allen
Beteiligten Sicherheit und Hilfe bei der Detailplanung und
der Durchführung der Einzelschritte, sichert
pädagogisch sinnvolles Arbeiten und schöpft den
Rahmen der Lehrpläne aus. Ziel eines solches
e-mail-Projektes sollte es sein, Kolleginnen und Kollegen
und Schülerinnen und Schülern den Zugriff auf das
Kommunikationsmittel e-mail zu ermöglichen, zu
erleichtern und auf Dauer zu gestatten. E-mail-Projekte
müssen integraler Bestandteil der Schulwirklichkeit
werden, denn diese Arbeitsweise erzwingt einen
ganzheitlichen Ansatz von Lernen.
Projektwochen, Projekttage oder gesamtschulische
Projektvorhaben eignen sich als Einstieg für e-mail
Projekte, weil sie es ermöglichen, mit einer
interessierten Lerngruppe für einige Zeit ohne
äußere Zwänge zu arbeiten. Allerdings wird
sich daraus ergeben, daß aus dem zeitlich befristeten
Projekt länger dauernde Kommunikation entsteht, die
langfristiges projektartiges Arbeiten erfordert. Wenn ein
solches von Einzelereignissen losgelöstes Projekt
Kontinuität gewinnt, dann besteht die Chance, daß
weitere Lerngruppen mit Anschlußvorhaben in die
Projektarbeit einsteht.
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5
Struktur eines e-mail-Projekts
Aus den eigenen Bedürfnissen und Erfordernissen
sollte, wie bei jedem anderen Projektunterricht auch, eine
passende Struktur des e-mail Projektunterrichts erwachsen.
Dabei haben sich folgende Strukturmerkmale nach unseren
Erfahrungen bewährt:
- Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten im
Rahmen ihres Fach-oder Projektunterrichts zu einer
Fragestellung, die nahelegt, Erkundigungen bei einer
Partnerschule einzuholen.
- Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer vereinbaren
das Projekt über e-mail: Dauer, Zeitrahmen,Themen
und Inhalte, Methoden, Abschlußcommunique.
Kommunikations-Timing.
- Die beteiligten Schülerinnen und Schüler
stellen sich über e-mail, Fax, Briefpost vor (Fotos,
evtl. vorhandenes Video, Schülerzeitung)
- Die Schülerinnen und Schüler tauschen sich
über folgendes aus:
- Untersuchungsinteresse
- gemeinsames methodisches Vorgehen
- Erstellung eines identischen Erfassungsbogens in
einem festzulegenden Zeitraum, Einigung auf identische
Parameter
- Erwartungen hinsichtlich der Ergebnisse:
begründete Hypothesen, zu erwartende Ergebnisse
formulieren und austauschen
- Vorschläge zu ihrer Auswertung und
Nutzung
- Zeitgleiche Durchführung der Untersuchung
- Austausch aller Rohdaten (Persönliches aus
Gründen des Datenschutzes verschlüsselt)
- voneinander unabhängige Interpretation der
fremden Rohdaten Fremdsicht - Eigensicht der Ergebnisse,
(fremde Daten werden interpretiert)
- Austausch der Interpretationen, Hypothesen und
Entwicklung von Fragen, um auffällige Unterschiede
erklären zu können
- Gemeinsame Interpretation und Aufbereitung der
Ergebnisse; d.h. Einigung auf ein gemeinsames
Abschlußcommunique
- Absprache über eine identische, zeitgleiche
Darstellung der Ergebnisse an den beteiligten Schulen. Zu
klären sind u.a.:
- darzustellende Inhalte
- Methoden der Darstellung (z.B. Video, Dia,
Overheadfolien, Bilder, Diagramme etc.)
- Einführungsveranstaltung
- Ausstellung
- Medienarbeit
(Schulöffentlichkeit/Presse)
- Dokumentation und Vergleich des Medienechos in
beiden Städten
- Präsentation in den beteiligten Schulen
- Rückblick, Schlußfolgerung, Ausblick:
- eventueller Handlungsbedarf, z.B. hinsichtlich
öffentlichkeitsarbeit, Vorschlägen im
politischen Raum, eventuelle Verhaltensänderungen
im privaten Bereich
- Verabredung neuer gemeinsamer Projekte
Schlußfolgerung:
Ein Einsatz elektronischer Medien ist nur dann sinnvoll
und begründet, wenn ihre spezifischen Leistungen auch
angemessen genutzt werden. Dies ist der Fall, wenn ein
Unterrichtsvorhaben so ausgelegt ist, daß
- viele Kommunikationspartner
- große Datenmengen
- in einem engen begrenzten Zeitraum miteinander
austauschen müssen, um
- ein gemeinsames Projekt verwirklichen zu
können.
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