COMPED
Computers in Education StudyWB01664_.gif (1442 Byte)
Schülereinstellungen zu Computern

Informationstechnologie im allgemeinen und Computer im speziellen sind seit einiger Zeit fixer Bestandteil unserer Arbeits- und Freizeitwelt. Ob für Spiele oder für "seriöse" Anwendungen - Computer haben in knapp die Hälfte der Haushalte österreichischer Schüler/innen Einzug gehalten und seit einigen Jahren ist die Benutzung von Computern auch in allen Schulen ab der 7. Stufe verbindlich (siehe Indikator VI.10 und VI.11). Wegen der eminenten Bedeutung dieser Informationstechnologie im Alltags- und Wirtschaftsleben ist eine grundlegende Kompetenz in der Nutzung für alle Bürger notwendig. Die Häufigkeit der Benutzung dieser Technologie (z.B. der Besuch von Informatik als Wahlfach), der Umfang des Wissens über Computer und damit auch die Chancen in manchen Berufen hängen aber eng mit der Einstellung der jungen Menschen zu Computern zusammen.

Im Rahmen der internationalen Studie "Computers in Education" (COMPED) wurde 1989/90 und 1992 die Praxis der schulischen Computeranwendung in mehr als 20 Staaten, unter anderem in Österreich, vergleichend untersucht. In einer Befragung von rund 10.000 österreichischen Schülerinnen und Schülern wurde auch die Einstellung zu Computern erhoben. Die verwendete Einstellungsskala bestand aus 18 Fragen, die mehrheitlich den beiden Bereichen "Relevanz der Computer" (kognitive Komponente) und "Freude an Computern" (emotionale und verhaltensrichtende Komponenten) zugeordnet waren, zwei Fragen betrafen die "wahrgenommene Unterstützung durch die Eltern". Die Fragen konnten durch Ankreuzen einer Antwort zwischen "stimmt völlig" (1 Punkt) und "stimmt absolut nicht" (4 Punkte) beantwortet werden. Der theoretische Mittelwert der Skala ist 2.5 - jeder Wert kleiner als 2.5 bedeutet daher eine positivere Einstellung zu Computern, Werte größer als 2.5 eine negativere. In der Tabelle VII.04/1 wurden die Fragen nach dem Ausmaß der positiven Einstellung geordnet.

Betrachtet man die Ergebnisse einzelner Items, so fällt auf, daß die Schüler/innen fast ausnahmslos das schulische Angebot von Computerunterricht befürworten (Mittelwert 1,33 - 76% völlig, 19% eher zustimmend). Schüler/innen wollen möglichst viel über Computer erfahren, weil sie dieses Wissen für relevant halten - relevant vor allem für ihre beruflichen Chancen (eine sehr positive Beurteilung, besser als die der meisten traditionellen Schulfächer, siehe auch Indikator II.03). Die Skala "Relevanz" enthält daher die deutlich positivsten Einstellungswerte bei den Schülern in allen Schultypen (Tabelle VII.04/2). Im internationalen Vergleich lagen die österreichischen Schüler/innen damit etwa im Durchschnitt der Teilnehmerstaaten. Der Vergleich zwischen Mädchen und Buben und zwischen den beiden Altersgruppen zeigt, daß die Beurteilung der Relevanz von Alter und Geschlecht relativ unabhängig ist.

Neben dieser beruflichen Relevanz nehmen die Schüler/innen die Beschäftigung mit dem Computer mehrheitlich auch als spannend und interessant wahr: 74% der Befragten fanden Computer eher oder völlig spannend und 69% fanden sie überwiegend interessant. Dabei unterscheiden sich Mädchen und Buben erheblich: Während die Skala "Spaß/Freude am Computer" bei den Buben eine positive Ausrichtung hat (Buben benutzen den Computer in ihrer Freizeit deutlich häufiger auch für Spiele), finden Mädchen Computer bereits mit 14 Jahren mehrheitlich nicht besonders spannend oder interessant und diese Einstellung wird mit zunehmendem Alter noch negativer. So wie bei den Buben geht mit zunehmendem Alter der Spaß in seriöses Arbeiten mit dem Computer über - die Werkzeugfunktion des Computers gewinnt stärkere Bedeutung als die Unterhaltungsfunktion.

Die Unterstützung durch ihre Eltern wird von den österreichischen Schülerinnen und Schülern im Bereich der Computernutzung als nicht besonders positiv empfunden: 36% positiven Urteilen standen 64% negative Beurteilungen gegenüber. Buben scheinen dabei von den Eltern im Schnitt noch besser unterstützt zu werden als Mädchen.


Tabelle VII.04/1: Einstellung österreichischer Schülerinnen und Schüler zum Computer -
Subskalenzuordnung und Mittelwerte


Computereinstellung nach Alter und Geschlecht (Skalen Relevanz und Spaß)


Tabelle VII.04/2: Computereinstellung nach Schultyp für die Skalen Relevanz, Spaß und
Elternunterstützung (1-absolute Zustimmung, 4-totale Ablehnung)

WB01664_.gif (1442 Byte)

   Literatur

Haider Günter (Hrsg.): Indikatoren zum Bildungssystem. Fakten zum österreichischen Bildungswesen und ihre Bewertung aus Expertensicht. Kommentierte Daten aus österreichischen Bildungsforschungsstudien bis 1995 und Bildungsstatistiken bis 1994/95.
In: Krumm, Volker und Haider, Günter (Hrsg.): Beiträge zur
                                    Vergleichenden Schulforschung. Band 2. Innsbruck, Wien 1997.
                                    ISBN 3-7065-1198-3 (Österreichischer StudienVerlag)

WB01664_.gif (1442 Byte)