COMPED
Computers in Education StudyWB01664_.gif (1442 Byte)
Informationstechnisches Grundwissen der Schüler/innen

Einen Computer benutzen zu können, gehört zu den allgemein als notwendig akzeptierten Basiskompetenzen moderner junger Menschen. Die Politik hat auf die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen mit der Einführung der Informationstechnischen Bildung (ITG) in die Schulen reagiert. So sollen alle Schüler/innen in Österreich Grundbegriffe der Informations- und Kommunikationstechnologien erlernen und praktische Fertigkeiten mit Computern erwerben.

Ein Großteil der Schüler und viele Schülerinnen eignen sich Computerwissen natürlich auch außerhalb des Unterrichts an. Praktisch jeder zweite österreichische Schüler besitzt bereits einen eigenen Computer, Buben allerdings rund doppelt so häufig als Mädchen. Das weibliche Geschlecht ist sehr stark auf den kompensatorischen Effekt der ITG in der Schule angewiesen, beziehen Mädchen doch rund zwei Drittel ihres einschlägigen Wissens aus dem Unterricht, während computerbesitzende Buben angaben, rund 70% ihres Wissens außerhalb der Schule erworben zu haben.

Die Computers-in-Education-Studie (COMPED) hat die verschiedenen Konzepte und Praktiken der Vermittlung dieses computerbezogenen Wissens in mehr als 20 Staaten erforscht, die Rahmenbedingungen des Computereinsatzes in diesen Ländern dargestellt und die bereits erreichte Kompetenz der Schüler/innen erhoben und verglichen. Organisiert wurde COMPED von der IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement), eingesetzt wurden



Fragebögen an Lehrer/innen und Schüler/innen über die Anwendung von Computern 
innerhalb und außerhalb der Schule,
ein standardisierter Test für Informationstechnische Grundbildung, der aus 30 
Multiple-Choice-Aufgaben bestand (14 Items behandelten generelle Konzepte, z.B. 
Unterschied Hardware-Software, 8 Items bezogen sich auf das Umgehen mit Computern, 
z.B. Backup oder Kopierschutz, und 8 Items auf den Bereich Anwendungen, z.B. 
Textverarbeitung und Tabellenkalkulation), sowie
je ein Praxistest für Textverarbeitung und für Programmieren. 

Das österreichische IEA-Forschungszentrum testete und befragte


6260 Schüler/innen der 8. Schulstufe (4. Klasse Hauptschule bzw. AHS-Unterstufe) aus 300 
zufällig ausgewählten Schulen im gesamten Bundesgebiet, und
3402 Schüler/innen aus der vorletzten Klasse von 183 allgemeinbildenden (AHS) und 
berufsbildenden (BHS) höheren Schulen.

Der Rücklauf betrug je nach Schultyp zwischen 65 und 91% der ausgesandten Bögen.

Die Grafik VIII.07/1 auf der gegenüberliegenden Seite zeigt die Ergebnisse des Tests für Informationstechnische Grundbildung in der Pflichtschule und in der Höheren Schule im internationalen Vergleich. Überraschend ist das sehr gute Abschneiden der drei westeuropäischen Staaten bei den Pflichtschülern im Vergleich zu den High-Tech-Ländern USA und Japan. Die hervorragenden Testwerte der österreichischen AHS/BHS-Schüler im Verhältnis zu ihren Alterskollegen aus den USA und Japan ist vor allem durch das gute Angebot unserer Höheren Schulen und die hohe Selektivität des österreichischen Schulsystems erklärbar (in Österreich erreichen nur 35% eines Jahrgangs Hochschulreife, in den USA und Japan fast doppelt soviel).

In Grafik VIII.07/2 sind die mittleren Testscores der österreichischen Pflichtschüler/innen (=Zahlen) nach Bundesländern dargestellt.

Grafik VIII.07/3 zeigt, wie der Anteil der Mädchen in Untergruppen sinkt, wenn der Testscore dieser Gruppe ansteigt (Dezentile bedeutet, daß die Schülerstichprobe in 10 gleich große Gruppen unterteilt wurde).


Grafik VIII.07/1: Test für Informationstechnische Grundbildung. Ergebnisse der COMPED-Studie bei Schülern der
8. Schulstufe und der vorletzten Klasse von Höheren Schulen. Mittelwerte der Schüler/innen in Prozent richtig gelöster Aufgaben (COMPED 1992)


Grafik VIII.07/2: Test für Informationstechnische Grundbildung - Testscores österreichischer
Pflichtschüler/innen nach Bundesländern (COMPED 1992)


Grafik VIII.07/3: ITG-Test: Anteil der Mädchen in jedem der Test-Dezentile (1=schlechteste Gruppe, 10=beste Gruppe), COMPED 1992

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   Literatur

Haider Günter (Hrsg.): Indikatoren zum Bildungssystem. Fakten zum österreichischen Bildungswesen und ihre Bewertung aus Expertensicht. Kommentierte Daten aus österreichischen Bildungsforschungsstudien bis 1995 und Bildungsstatistiken bis 1994/95.
In: Krumm, Volker und Haider, Günter (Hrsg.): Beiträge zur
                                    Vergleichenden Schulforschung. Band 2. Innsbruck, Wien 1997.
                                    ISBN 3-7065-1198-3 (Österreichischer StudienVerlag)

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