COMPED
Computers in Education StudyWB01664_.gif (1442 Byte)
Computernutzung durch Schülerinnen und Schüler

Seit den Lehrplannovellen 1989/90 in der Sekundarstufe I, die die verpflichtende Integration von Informationstechnischer Grundbildung in die Bildungs- und Lehraufgabe der vier Pflichtfächer Mathematik, Deutsch, Englisch und Geometrisch Zeichnen brachte, hat sich die pädagogische Verwendung des Computers über die höheren Schulen hinaus auch in den Pflichtschulen erheblich ausgebreitet (siehe Indikator VI.10).

Im Rahmen der internationalen Studie "Computers in Education" (COMPED) wurde 1992 die Computeranwendung in mehr als 20 Staaten, unter anderem auch in Österreich, vergleichend untersucht. Ein wichtiges Ziel von COMPED war es, die Art der Computeranwendung durch Schülerinnen und Schüler innerhalb und außerhalb der Schule zu charakterisieren. Die Angaben über die Computeraktivitäten stammen aus den 6260 Schülerfragebögen der 4.Klasse Hauptschule/AHS-Unterstufe (Population 2, 13jährige) und den 3402 Schülerfragebögen der vorletzten Klasse der AHS-Oberstufe/BHS (Population 3, 18jährige).

Textverarbeitung und CAD-Programme sind die in beiden Sekundarstufen am häufigsten verwendeten Computer-Applikationen. Wie die Tabelle VI.11/1 zeigt, gaben 52% der etwa 13jährigen und 42% der etwa 18jährigen (AHS/BHS-)Schüler/innen an, daß sie öfter als zweimal im laufenden Schuljahr ein Textverarbeitungsprogramm angewendet hätten - im Durchschnitt waren es rund 5 Anwendungen dieses Softwaretyps im Schuljahr (bei großer Variation zwischen Schulen und Schultypen). Bei CAD- und Zeichenprogrammen waren es im Schnitt 5 bis 7 Anwendungen bei 52% (Pop 2) bzw. 53% (Pop 3) der Schüler/innen. Tabellenkalkulationen wurden von etwas weniger als einem Drittel der Schüler/innen in der Schule benutzt, Datenbanken von einer etwas geringeren Anzahl (16% und 25%).

Jeweils drei Staaten wurden hier zu Vergleichszwecken ausgewählt: Japan und die USA in beiden Populationen, Deutschland in Population 2 und Slowenien in Population 3 (weil D nicht teilnahm). Der Vergleich zeigt, daß die österreichischen Schüler/innen den meisten Kontakt insgesamt mit "Anwenderprogrammen" (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank und CAD-Grafik) in der Schule hatten - und zwar in beiden Sekundarstufen. Besonders auffallend ist der Abstand im Bereich der computerunterstützten Konstruktion (CAD), hier hat Österreich mit dem Fach Geometrisch Zeichnen in der Sekundarstufe I und den CAD verwendenden Fächern in den HTL einen speziellen Schwerpunkt.

Relativ häufig wird im Unterricht auch noch programmiert (meist in BASIC, seltener in PASCAL) und in beiden Stufen kommen Lern- und Übungsprogramme etwa fünf-, sechsmal im Jahr bei 40 bis 50% der Schüler/innen zum Einsatz. Die Verwendung von Spielen in der Schule nimmt von der 8. Schulstufe bis zu den Maturanten hin ab: Spielen in der Population 2 noch rund die Hälfte aller befragten Schüler im Unterricht, so sind es in der Pop 3 nur mehr ein Drittel.

Dasselbe ist außerhalb der Schule zu beobachten (siehe Tabelle VI.11/3): Die private Benutzung von Computerspielen ist unter den jüngeren Schülern deutlich höher als unter den älteren (allerdings ist die Population 3 eine auf AHS/BHS eingeschränkte Stichprobe, die Berufsschüler wurden nicht getestet). In den außerschulischen Computeraktivitäten nimmt Spielen mit etwa 40% der Anwendungs-zeit insgesamt den ersten Platz ein, gefolgt von Zeichnen/Grafik, Textverarbeitung und Programmieren.

Sehr stark beeinflußt wird die Häufigkeit und Intensität außerschulischer Computeranwendungen durch den Besitz eines eigenen Computers. Tabelle VI.11/2 zeigt, daß rund 40% der 13jährigen und 46% der 18jährigen 1992 bereits einen Computer besessen haben, zwischen 53% und 60% der Mädchen und etwas mehr als 80% der Buben haben in ihrer Freizeit Computer benutzt. Die Hitliste wird von Sport- und Geschicklichkeitsspielen angeführt, gefolgt von Adventures und Simulationen. Die Spielkategorie, die in der Öffentlichkeit bzw. in den Medien manchmal mit Sorge beobachtet wird, erfreut sich bei beiden Altersgruppen (nach eigenen Angaben) gottseidank nur einer sehr geringen Beliebtheit: Rassistische oder Nazi-Spiele werden nur von etwa 4% der 13jährigen bzw. 2% der 18jährigen öfter gespielt.


Tabelle VI.11/1: Anzahl und Art der Computeranwendung in der Schule (internationaler Vergleich); Computeraktivitäten der 13jährigen (in HS/AHS-U) und 18jährigen Schülerinnen und Schüler (in AHS/BHS)


Tabelle VI.11/2: Computerbesitz und Computeranwendung außerhalb der Schule bei 13jährigen (POP2-) und 18jährigen (POP3-) Schülerinnen und Schüler


Tabelle VI.11/3: Welche Computerspiele Schüler/innen schon oft gespielt haben und wie lange (nach eigenen Angaben) durchschnittlich gespielt wird.

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   Literatur

Haider Günter (Hrsg.): Indikatoren zum Bildungssystem. Fakten zum österreichischen Bildungswesen und ihre Bewertung aus Expertensicht. Kommentierte Daten aus österreichischen Bildungsforschungsstudien bis 1995 und Bildungsstatistiken bis 1994/95.
In: Krumm, Volker und Haider, Günter (Hrsg.): Beiträge zur
                                    Vergleichenden Schulforschung. Band 2. Innsbruck, Wien 1997.
                                    ISBN 3-7065-1198-3 (Österreichischer StudienVerlag)

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