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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html (YY-MM-DD)
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Wer ist noch nicht an den ungeheuren Informationsmengen verzweifelt, die traditionellen Suchmaschinen wie Alta Vista oder Yahoo als Ergebnis liefern? Aus dem Web-Mutterland USA kommt nun eine neue Organisationsform, die die Orientierung im Internet erleichtert: Web-Ringe.
"Web-Ringe sind ein Mittelweg zwischen dem Informationsmüll aus Volltextsuchmaschinen und der Recherche in kommerziellen Datenbanken, die in der Regel aufwendig und teuer ist", erklärt Frank Simon vom Internet-Service-Unternehmen Ecce Terram aus Oldenburg, warum er die Web-Ring-Idee in Deutschland vorantreiben will. "Web-Ringe sind eine kostenlose Dienstleistung, die es ermöglicht, eine neue Art von Web-Community zu gründen", begeistert er sich. Die Idee, die dahinter steckt, ist denkbar einfach: Einzelne Homepages mit einem gemeinsamen Thema schließen sich zu einem Ring zusammen. Durch Anklicken eines Verweises auf jeder Seite kommt man zum vorigen oder nächsten Ringmitglied. So kann man durch einen Ring und damit ein Thema hindurchwandern und kommt schließlich dort wieder heraus, wo man angefangen hat. So wird verhindert, daß man sich beim endlosen Surfen von Link zu Link hangelt und am Schluß gar nicht mehr weiß, wo man gestartet ist. Anders als bei thematisch geordneten Link-Listen der Suchmaschinen wird so auch vermieden, daß man immer zurückspringen muß, um zur nächsten Seite zu gelangen.
Die
Web-Ring-Idee wurde im Sommer 1995 im amerikanischen Claremont vom
damals 17jährigen College-Studenten Sage Weil geboren. Im
August entwickelte er ein CGI-Programm, das eine zentralisierte
Verwaltung der Ringe erlaubt. Das Common Gateway Interface (CGI) ist
eine Technik, die es erlaubt, Daten zwischen WWW-Anwendungen und
herkömmlichen Programmen auszutauschen. Grundsätzlich
ließe sich ein Ring natürlich auch organisieren, in dem
jeder Web-Seiten-Besitzer einen Link zur nächsten Seite legt.
Wenn jedoch neue Ringteilnehmer hinzukommen oder Server ausfallen,
müssen jedesmal die Nachbar-Ring-Seiten neu editiert werden,
damit der Ring nicht zerbricht. Mit einer zentralen Verwaltung wird
dieses Problem umgangen, der HTML-Code auf der Web-Seite muß
nicht mehr geändert werden. Die "Nächster"-Links zeigen auf
ein spezielles CGI-Skript in einer zentralen Software. Dort wird das
aktuell nächste Ringmitglied ermittelt und die Adresse dem
suchenden Browser mitgeteilt. Dadurch können Seiten leicht
hinzugefügt oder gelöscht sowie der Ring auf
Geschlossenheit geprüft werden. Die CGI-Software kann dabei
beliebig viele Ringe verwalten.
Die Web-Ring-Gemeinschaft entwickelte sich rasant, seit Sage Weil
im April 1996 seine Webring.org-Domain
angemeldet und mit dem kostenlosen Web-Ring-Service begonnen hat.
Anfang 1997 waren über 1000 Ringe bei Webring.org registriert,
im Mai wurde die 10 000er Marke erreicht. Ende 1997 war man bereits
bei 27 000 angelangt und derzeit sind 37 000 Ringe angemeldet. Ein
Ende der Entwicklung ist noch nicht abzusehen.
Dafür, welche Seiten sich so zusammentun, gibt es keine
Beschränkungen. Die Möglichkeiten reichen von privaten
Homepage-Besitzern, die sich mit ihrem Hobby einen Ring bilden,
über Gemeinschaften von Nutzer bestimmter Geräte und
Technologien bis zu Experten, die an einem gemeinsamen Thema
arbeiten. Nicht zuletzt können so auch virtuelle
Marktplätze entstehen, in denen Hersteller und Händler ihre
Produkte anbieten. "Bei uns hat sich sogar schon ein
IT-Verantwortlicher eines großen Konzerns gemeldet, der
Web-Ringe mit unternehmensinternen Intranet-Seiten aufbauen
möchte", berichtet der deutsche Web-Ring-Initiator Simon.
Im amerikanischen Ringworld-Verzeichnis unter "http:www.webring.org/ringworld" hat Sage alle Ringe mit fünf oder mehr Mitgliedern aufgelistet. Im Durchschnitt umfassen sie 20 Seiten, es gibt aber auch Web-Ringe mit 100 oder mehr Homepages.
Im
Ring-Index kann man mittels Stichwort oder über eine
Themenstruktur nach dem passenden Ring suchen. Dieser ist in neun
Rubriken wie Computer, Internet, Kunst und Kultur, Gesundheit,
Business, Gesellschaft, Erholung und Sport, Unterhaltung und
Vermischtes unterteilt. Zwar gibt es dort knapp 1000 Einträge zu
technischen und wirtschaftlichen Themen, doch stellen gerade die
Freizeitthemen wie Unterhaltung, Erholung und Sport mit über
2000 das Gros der Ringe. Damit sind die Web-Ringe sicherlich ein
Spiegelbild des sonstigen Treibens im Web, das bis vor nicht allzu
langer Zeit noch mehr eine Spielwiese für Freaks und Insider als
ein professionelles und kommerziell orientiertes Forum war. Auch die
amerikanische Web-Ring-Gemeinschaft hat deshalb momentan eher einen
Graswurzel-Charakter mit einem starken Basisbezug.
Dies wird sich in nächster Zeit vermutlich ändern, denn bei dem enormen Wachstum der Web-Ring-Community war es nur eine Frage der Zeit, bis das Projekt einem einzelnen, wenn auch engagierten College-Studenten über den Kopf wuchs. Anfang des Jahres wurde die Web-Ring-Organisation von Starseed übernommen und Sage dort zum "Director of Web-ring Technology" ernannt. Starseed hat sich bisher der Entwicklung von Web-Technologie gewidmet und will nun die Vermarktung der Ringe weiter vorantreiben, ein Bereich, der bei den Web-Ring-Gründern weitgehend unter den Tisch gefallen war. "Um Werbetreibende anzuziehen, muß man den Verkehr erhöhen", gibt Starseed-Präsident Charley Lanusse die Taktik vor. Dazu will er das System professionalisieren, einen schnelleren Zugang, besseren Service und technische Unterstützung anbieten. Außerdem setzt er auf Zusammenarbeit mit Suchmaschinen und auf Werbung, um die Web-Ring-Idee in Zeitungen und Fernsehen noch bekannter zu machen.
Nicht zuletzt will er auch den Anteil kommerzieller Seiten, der
derzeit bei etwa 5 bis 10 Prozent liegt, erhöhen. "Zwar geben
viele zu bedenken, daß kommerzielle Seiten in Web-Ringe neben
ihren Konkurrenten positioniert sind, aber in den gelben Seiten
stehen sie doch auch nebeneinandner", räumt er mit dem Vorurteil
auf, daß Web-Ringe nur für themenspezifische private
Homepages interessant sind. Wegen des Erfolgs der Web-Ringe haben
sich in den USA unterdessen auch andere Firmen dem Thema angenommen.
Looplink beispielsweise startete im Frühjahr 1997 und verfolgt
im Gegensatz zu Sages "Komme-wer-will"-Grundhaltung eine
aus-schließendere Strategie. Looplink hat etwa 70 mehr
kommerzielle Ringe, die vorher genau kontrolliert und ständig
überprüft werden. "Wir suchen Qualität",
bestätigt David Pasternack, Präsident des
Internet-Marketing-Unternehmens Rockville Centre, dem Betreiber von
Looplink. Pasternack ergänzt: "Das macht es für Werbekunden
interessanter." Diese haben bei Looplink die Möglichkeit im
Navigationsbalken, der nach vorne und zurück weist, als Sponsor
aufzutreten. Außerdem gibt es bei Looplink eine Rubrik
"Online-Shopping", die unter verschiedenen Rubriken wie Bücher,
Autos und Computer Anbieter vereinigt, die über ihre Webseiten
eine Online Bestellung ermöglichen. Bisher hat die
Web-Ring-Welle Deutschland noch nicht richtig erfaßt. Zwar gibt
es derzeit etwa 200 deutsche Ringe, doch diese widmen sich meist
speziellen Interessen. Beispiele dafür sind die Spaßwelle,
die Knabenchöre oder der Zahnärztering. Einer der eher
technischen Zusammenschlüsse ist der Webmaster-Ring,
den Werner Mannsdörfer
Ende 1997 gegründet hat. "Zur Zeit habe ich 16 Mitglieder mit
Know-How zur Web-Seiten-Gestaltung", berichtet er. Einer davon ist
Jürgen Gerner, der sich
Anfang Februar angeschlossen hat. "Etwa die Hälfte der Zugriffe
auf meine Tips und Tricks zur Web-Seiten-Gestaltung kommt aus dem
Ring", zieht Gerner eine positive Bilanz. Frank Simon will die
Web-Ringe nun aus der Spielecke herausholen und sie einem breiten
Publikum bekannt machen. Seit Mitte 1997 arbeitet er an dem Projekt
"Webring.de"
für deutschsprachige Ringe. "Nachdem der Test unserer
Administrationssoftware mit ausgewählten Ringen erfolgreich
verlaufen ist, rufen wir nun zur Gründung von Ringen auf", geht
Simon in die Offensive. Jeder Ring bekommt von ihm eine eigene
Internet-Adresse unter der Webring.de-Domain zugewiesen. Geplant ist
ferner der Aufbau von Metasuchmaschinen
Auch die Computer Zeitung unterstützt das Projekt und fördert die Ringgründung in den Bereichen Modems, Unix-Administration und Web-Business. In Oldenburg ist man jedenfalls davon überzeugt, daß sich die Idee in Deutschland rasch verbreiten wird. "Obwohl wir noch gar nicht in die Öffentlichkeit gegangen waren, haben wir seit Anfang des Jahres 20 Anmeldungen bekommen, nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda", erzählt Simon und ergänzt: "Wir erwarten nun pro Woche an die 100 Gründungen. Und das ist nur eine konservative Schätzung."
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Fokussiert |
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Computer Zeitung richtet Metasuchmaschinen ein |
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Die Computer Zeitung fördert die Web-Ring-Idee als neuen Serviceleistung. In einem ersten Schritt unterstützt sie die Gründung zu folgenden drei Themengebieten:
Die Verwaltung der Ringe übernimmt die Ecce Terram
Internet Services in Oldenburg. Interessierte können
sich unter "http://www.webring.de/anmelden.html"
eintragen. |
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Ring-Master nehmen neue Mitglieder auf und beantworten Fragen |
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Web-Ringe schließen Internet-Seiten zu einem
bestimmten Thema in einer Ringstruktur zusammen. Links auf
den beteiligten Seiten zeigen nicht direkt auf die Nachbarn,
sondern auf eine zentrale Verwaltungssoftware, die den
Ringbesucher zu den benachbarten Seiten weiterleitet.
Dadurch können neue Teilnehmer leicht eingefügt
werden, ohne jedesmal die Nachbarseiten neu editieren zu
müssen. Ein Zufallsgenerator sorgt beim Einstieg in den
Ring dafür, daß eine beliebige Seite aufgerufen
und niemand bevorzugt wird. Außerdem ist so der Aufbau
einer Meta-Suchmaschine möglich. |