Ergebnisse zur Frage: "Schulart/Schulstufe/Gegenstände/Stunden pro Woche"


Das internet als Teilgebiet des "Lernens mit dem Computer" stellt einerseits einen Bildungsinhalt dar, andererseits handelt es sich auch um ein Unterrichtsmedium. Beim Einsatz des internet im Klassenzimmer ist dieses eines von vielen Unterrichtsmedien. "Die Frage, wann das Internet sinnvollerweise eingesetzt werden soll und wann ein anderes Medium, hat die Lehrkraft in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren wie den Lernzielen, der zur Verfügung stehenden Zeit und den materiellen Ressourcen zu entscheiden. Das Internet soll nicht traditionelle Formen des Klassenunterrichts simulieren oder gar ersetzen, sondern in deren Dienst stehen. Anders, wenn das Internet als Plattform für ein dezentrales Lernen eingesetzt wird: Dann werden durch die Netzwerktechnologie die Rahmenbedingungen von realen Klassenzimmern und Lernorten simuliert und erweitert, das Internet wird hier zum dominierenden Medium" (Abplanalp 1997).

Derzeit wird das internet in Österreich nur in wenigen Fällen direkt im Unterricht eingesetzt, vielmehr konzentriert sich der noch punktuelle Einsatz auf wenige einschlägige Gegenstände bzw. Unterrichtsinhalte, wobei derzeit das Erlernen des Umgangs mit diesem Medium im Mittelpunkt steht. Vermutlich ist dieses Ergebnis vergleichbar mit der Ausstattung bei anderen Medien, die bis heute ebenfalls kaum in den Unterrichtsalltag Eingang gefunden haben. So ist etwa die flächendeckende Ausstattung aller Schulklassen mit TV-Monitoren und Videogeräten ebenfalls noch weitgehend eine Utopie, aber auch der angemessene Gebrauch von Overhead und anderen Präsentationsmedien hat sich ebenfalls noch nicht überall durchgesetzt.

Aufgrund der nicht repräsentativen Erhebung bzw. auch aufgrund der sehr unterschiedlich detaillierten Antworten können nur einige sehr allgemeine Angaben gemacht werden. Gegliedert nach Schulart wird das net im Unterricht derzeit an folgenden Schulen eingesetzt:

Volksschulen

12

Hauptschulen

6

Polytechnika, Berufsschulen

5

Höhere Technische Schulen

10

Höhere Kaufmännische Schulen

5

Höhere Allgemeinbildende Schulen

19

Sonstige Schulen

11

Überraschend scheint hier der hohe Anteil an Volksschulen zu sein, aber es handelt sich in vielen Fällen um Initiativen einzelner Lehrer, die zumindest für einen Zugang zum net sorgen. Der steht in den meisten Fällen allerdings nicht in der Klasse sondern wird vorwiegend von Lehrern zur Unterrichtsvorbereitung genutzt.

Die Gegenstände, in denen das internet direkt im Unterricht genutzt wird, sind vor allem die traditionellen Fächer der Informatik und der Datenverarbeitung. Ein weiteres Indiz für die nach wie vor ausschließliche Anwendung des internet in technischen Fächern sind auch die Beantwortungen der Fragebögen durch EDV-KustodInnen oder InformatiklehrerInnen. Hier findet sich neben der tatsächlichen wohl auch eine innerhalb des Schulsystems zugeschriebene ausschließende Kompetenz und Verantwortung. Berichte von KustodInnen in mailinglisten über die Ignoranz des internet durch Fachlehrer finden sich zuhauf, wobei imho das in vielen Fällen auch auf Vorurteilen beruhen dürfte. Diese dürften auf Gegenseitigkeit beruhen.

Eine Analyse der Häufigkeit des Einsatzes im Unterricht erübrigt sich unter diesen Umständen, da Durchschnittswerte nur dann einen Sinn machen, wenn eine Grundmenge vorhanden ist. Die berichteten Frequenzen liegen zwischen einer und etwa 10 Stunden pro Woche, wobei hier manchmal auch die Stunden außerhalb der Unterrichtszeit einbezogen wurden.

Illustrativ ist vielleicht ein kurzer Ausschnitt aus einem aktuellen Beitrag im Rahmen einer mailinglist, wo über das Angebot im net bzw. die konkreten Einsatzmöglichkeiten im Geographieunterricht diskutiert wurde:

Auf der anderen Seite geht es mir auch weniger um das Angebot, denn da sind wir uns glaube ich alle einig, es gibt genug, aber was nuetzt das beste Angebot, wenn es nicht genuetzt wird. Ich habe mit einigen GeographInnen gesprochen, und der Grundtenor ist: Wir koennen ja nicht, wir haben das zu kurz, keiner kennt sich aus. Ich glaube das Hauptaugenmerk sollte derzeit bei Fortbildung, Aufklaerung und Moeglichkeiten innerhalb des bestehenden Systems liegen, d.h. wie kann ich die wenigen und schlechten Computer trotzdem sinnvoll einsetzen, was nicht heissen will, dass ich unbedingt den Lehrer durch den Computer ersetzen will, aber ich glaube er ist nicht mehr wegzudenken. So we might as well use it.

Fazit

Angesichts von knapp über 6200 Schulen im Regelschulwesen (nach der Statistik des Bundesministeriums) ist der Anteil von 1000 Schulen mit net-Anschluß (was immer das auch heißen mag, zumindest zum Zeitpunkt der Erhebung Ende 1997), vielleicht 300 Schulen mit homepages und geschätzten 100 mit tatsächlichem Einsatz des net im normalen Unterricht ist der Stichprobenumfang wohl zu gering und daher kaum einer sinnvollen quantitativen Analyse zugänglich. Die quantitative Bilanz an unseren Schulen ist angesichts des medialen Rummels um das internet eher ernüchternd. Allerdings sind seit der ersten Publikation dieser Untersuchung im Jänner 1998 zahlreiche Initiativen im Laufen, die insgesamt zu einer (zumindest auf dem Papier stehenden) Verbreiterung der Basis der Schulen im net sorgen dürften.


Hinweis

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Stangl, Werner (1998). internet in der Schule - Eine Bestandsaufnahme über den Einsatz des internet im Unterricht an Österreichs Schulen. p@psych 3.
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/PAEDPSYCH/NETSCHULE/NetSchule.html


©opyright p@psych Linz 1998.
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