Werner Stangl: Universitäre Lehre und Internet

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e-mail (subject: internetlehre)


Hauptbereiche des internet

Begriffsklärung "internet"

Es herrscht bei der Diskussion über das internet in manchen Fällen eine katastrophale Begriffsverwirrung und -vertauschung.

Eine detaillierte technische Beschreibung und Erklärung der internet-Dienste findet sich bei Partl (1996), nach dem auch die kurze Übersicht über die wichtigsten internet services zusammengestellt wurde.

Eine andere kurze Beschreibung der Dienste im internet stammt von Schneider (1997).

Das internet ist ein Zusammenschluß von vielen lokalen, nationalen und internationalen Computer-Netzen, die alle dasselbe Protokoll (TCP/IP) verwenden und jeweils lokal über domains verwaltet werden. Durch das gemeinsame Übertragungsprotokoll sind die vermittelten Daten unabhängig von der jeweiligen Hard- und Software.

Die ersten verfügbaren Dienste waren recht einfach: "Telnet" für den Zugriff auf Programme auf anderen Computern, "FTP" (File Transfer Protocol) für die Übertragung von Dateien auf andere Computer, "Electronic Mail" und "Usenet News" für den Austausch von Informationen.

Erst Ende der 80er-Jahre wurden zwei Arten von Informations-Systemen entwickelt, die einen gegenüber diesen alten Services wesentlich bequemeren Zugriff auf weltweit verstreute Informationen ermöglichen: "Gopher" und das "World Wide Web" (WWW).

Im Zusammenhang mit universitärer Lehre sind heute vor allem von Bedeutung:

  • "FTP" (File Transfer Protocol)
  • "Gopher"
  • "WWW" (World Wide Web)
  • "Electronic Mail" (elektronische Briefpost),
  • "Mailing Listen" (automatische Briefpost)
  • "Usenet News" (Diskussionsforen) und das Neueste
  • "IRC" (Internet Relay Chat) für den Austausch von Informationen mit anderen Computer-Benutzern.

Während das WWW, FTP und Gopher im Hinblick auf universitäre Lehre den Informations- bzw. Wissensaspekt betreffen, beziehen sich die restlichen Services auf den kommunikativen.

WWW - World Wide Web
FTP - File Transfer Protocol

Gopher

ist ein Informationssystem, das einen wesentlich bequemeren Zugriff als etwa FTP und Gopher ermöglicht.

Text-Informationen werden auf den WWW-Servern in der Form von HTML-Files gespeichert. Außerdem können auch Bilder, Töne und beliebige sonstige Files über das WWW übertragen werden, und es können auch Benutzer-Eingaben von Programmen, die auf dem WWW-Servern laufen, verarbeitet werden (Formulare, Suchvorgänge u.a.).

Mit dem Internetdienst FTP können ebenfalls Dateien (Files) von einem Rechner zum anderen transferiert werden: Programme, Textdateien, Image-Files, Multimedia-Files. Größere Dateien sind dabei meist komprimiert .

Das WWW ist auch ein Versuch, die verschiedenen Internetdienste (Telnet, Ftp, Newsgroup) in eine einzige Benutzeroberfläche zu integrieren und gleichzeitig geordnete Zugänge zu den verschiedenartigsten Informationsdiensten zu ermöglichen.

Populär wurde das WWW erst durch die Web-Browser mit einer graphischen Benutzer-Oberfläche. Damit steht das World Wide Web plötzlich mit modischen bunten Bildern und einfachen Maus-Klicks für jeden PC-Benutzer offen, und WWW-Server mit mehr oder weniger interessanten Informationen sowie Web-Browser mit mehr oder weniger guten Eigenschaften sprießen wie die sprichwörtlichen Schwammerln überall aus dem nahrhaften Boden der Informations-Gesellschaft (Partl 1996).

e-mail - electronic mail

das elektronische Pendant zu Brief und Gespräch machte lange Zeit den größten Anteil der Netzanwendungen aus. Mittels der im Vergleich zu den heutigen Möglichkeiten sehr einfachen Technologie, wurde e-mail sehr schnell ein relativ billiges Kommunikationsmittel.

Durch e-mail ist das internet in erster Linie ein Medium für die Konversation zwischen einzelnen Individuen oder zwischen Gruppen von Individuen geworden.

Göbel (1996) beschreibt im Vergleich mit Brief, Telephon und Fax die prinzipielle Andersartigkeit und damit einige der Vorteile dieses Mediums: "Die Antwort auf eine elektronische Nachricht ist mit weniger Mühe verbunden als eine schriftliche, die Übertragung erfolgt in Sekunden; es entfallen Arbeiten wie das Suchen von Papier und Stift, das Eintüten in den Umschlag und nach dem Kauf einer Briefmarke das Einwerfen in den Briefkasten. Wenn man gerade am Lesen der empfangenen Botschaften ist, reicht ein einfacher Knopfdruck aus, um direkt dem Sender zu antworten; und hier zeigt sich ein weiterer Pluspunkt der E-Mail - die Geschwindigkeit. In der Regel erreicht die Nachricht den Adressaten in wenigen Sekunden, dieser hat allerdings die Möglichkeit, sie zu bearbeiten, wann immer er dafür die Zeit findet. ... Der Vorteil für vielbeschäftigte Menschen liegt auf der Hand: die Option der eigenen Zeiteinteilung verringert den Streßfaktor, der durch dauernde Erreichbarkeit über Telefon oder Handy gegeben ist."

Gerade diese Merkmale prädestinieren es für die Anwendung innerhalb der scientific community, auch wenn heute in manchen Bereichen noch Vorbehalte bestehen (vgl. Stangl 1997).

usenet newsgroups
mailing lists

basieren auf dem Konzept der e-mail, wobei sich hier Gruppen von Personen zusammengefunden haben, um über ein gemeinsames Thema zu diskutieren.

Es wird im Zusammenhang mit universitärer Lehre wohl eher selten vorkommen, daß für eine Lehrveranstaltung eine eigene newsgroup eingerichtet wird, allerdings sind newsgroups durch ihren öffentlichen Zugang in manchen Fällen aus fachlicher Hinsicht interessante Informationsquellen. Besonders die wissenschaftlichen newsgroups liefern oft interessante Einblicke in meist kontroversiell diskutierte aktuelle Themen.

Besonders erwähnt werden sollen auch die eher "geschlossenen" mailing lists, die als Sonderform gelten können, wobei von einem realen oder virtuellen postmaster e-mails einer Gruppe von Personen gleichmäßig verteilt werden. Jeder Teilnehmer erhält automatisch - oft gefiltert - alle Nachrichten, die an die Liste geschickt werden.

IRC - Internet Relay Chat

bietet ebenfalls den Informationsaustausch mit Gleichgesinnten, im Gegensatz zur e-mail allerdings in Echtzeit.

Auch dieses Service wird wohl eher selten in herkömmlicher universitärer Lehre eingesetzt werden, soll jedoch deshalb erwähnt werden, da es im Zusammenhang mit mit Tele-Teaching wohl so etwas wie eine Diskussion zwischen mehreren Teilnehmern ermöglicht.

Bedeutung für die Lehre

Anmerkung: Aufgrund angeblich negativer Erfahrungen der Verwaltung mit dem e-mail Zugang an öffentlich zugänglichen Terminals wurde diese Funktion gesperrt.

Bei der Diskussion über den Einsatz des internet in der universitären Lehre kann von zwei grundlegenden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden:

  • der Informationsvermittlung bzw. dem Informationsaustausch und
  • der Kommunikation zwischen den TeilnehmerInnen.

Anhand dieser beiden grundlegenden Merkmale sollen die zentralen Phasen einer universitären Lehrveranstaltung diskutiert werden, wobei ich mich exemplarisch auf das WWW und die e-mail beschränken möchte, da sie am bekanntesten sind und die beiden genannten Aspekte der Lehre am besten illustrieren können.

Auch im Hinblick auf den derzeitigen technischen Entwicklungsstand der meisten Universitären können WWW und e-mail als praktikabel gelten. Beide Dienste stellen auch an die user relativ geringe technische Anforderungen im Hinblick auf den Umgang mit dem Medium.

Im konkreten Fall unserer Universität (Johannes Kepler Universität Linz) bestehen zahlreiche öffentliche Zugangsmöglichkeiten (info points, EDV-Räume, Universitätsbibliothek, Mensa, Studentenheime mit Anschlüssen in allen Zimmern. Von allen diesen Terminals ist ein Zugang auf das WWW und das versenden von e-mail möglich.

Vorteile des internet für die Lehre

Einer der Gründe für die Eignung des internet in der universitären Lehre ist die plattformübergreifende Konstruktion, ermöglicht durch die Verwendung eines einheitlichen Protokolls.

Es werden von Zeit zu Zeit verbindliche Vereinbarungen über die Kommunikation zwischen Computern im internet getroffen. Diese dabei vereinbarten Standards bzw. "Protokolle" abstrahieren von der zugrundeliegenden Hard- und Software. Das bedeutet: PCs, Mac oder Unix-Rechner können miteinander kommunizieren. Die Protokollfamilie des TCP/IP ist quasi die lingua franca des Internet geworden (Diepold 1995).

Multimedia und Lernsoftware

Ein kleines Lexikon von Fachbegriffen für Multimedia und Lernsoftware hat das Seminar für Didaktik der Universität Koblenz im Rahmen des Projekts SULU zusammengestellt (Aspekte von Lernsoftware 1997).

Alphabetisches Glossar zu einigen Begriffen im Zusammenhang mit dem Internet

Für Anfänger sind oft die Abkürzungen verwirrend, die von den "Profis" des internet gebraucht werden. Ludger Humbert (1997) von der Fernuniversität Hagen hat eine Zusammenstellung der wichtigsten vorgenommen.

Ein ebenfalls recht brauchbares Glossar solcher Kürzel stammt von Thomas Neurauter.

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Inhalt

Einleitung

Hauptbereiche des internet

Möglichkeiten des internet

Zukünftige Entwicklungen

Kommentierte Literatur

Reaktionen, Anmerkungen,


©opyright p@psych Linz 1998.
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