Dokumentation medienunterstützten Lehrens und Lernens an Hochschulen

Die Bedeutung digitalisierter Informationen nimmt in den letzten Jahren stark zu. Die gegebenen Möglichkeiten erlauben inzwischen die komprimierte Speicherung, Vervielfältigung und den Transport von Texten, Tönen und Bildern. Vielfalt, hohe Attraktivität und zunehmende Verbreitung dieser Medien haben längst Einzug in die Unterhaltungsindustrie gehalten. Die kommerzielle Nutzung entwickelt sich mit zweistelligen Zuwachsraten (PC-Ausstattung der Haushalte, Vernetzung mit Online-Diensten wie Mailboxen oder Internet).

Einer der Ausgangspunkte dieser rasanten Entwicklung, die Forschung an Hochschulen, speziell in natur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, legt die Erwartung nahe, gerade hier kompetente Umsetzungen der oben skizzierten Möglichkeiten in den Lehrbetrieb vorzufinden, die ein effizienteres Studium ermöglichen und auch zu seiner qualitativen Verbesserung beitragen können. Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH, eine von Bund und Ländern finanzierte gemeinnützige Service-Einrichtung, die u.a. durch die Ermittlung, Aufbereitung, Analyse und Bereitstellung von Informationen über Entwicklungen in Studium, Lehre und Verwaltung die Hochschulen sowie die zuständigen Länder- und Bundesministerien unterstützt, hat eine bundesweite Befragung hierüber durchgeführt. Damit soll ein Überblick über die Art der eingesetzten neuen Medien, deren Verbreitung und Nutzung in Lehre und Studium sowie der Auswirkungen darauf gewonnen werden. Die Befragung richtete sich gleichermaßen an Lehrende wie an Studierende, die als Entwickler, Anwender oder Nutzer moderner Computertechnologie Informationen hierüber beitragen können.

In den letzten Jahren werden zunehmend Ansätze sichtbar, sich unter Berücksichtigung didaktischer Elemente und Theorien diese multimedialen Möglichkeiten für Lehre und Lernen zunutze zu machen. Damit werden grundlegende Veränderungen der Lernumgebung desto stärker ausgelöst, je weiter die Projekte sich vom rein rezeptiven Charakter des Lernens (z.B. Ersatz von Print- durch EDV-Medien) hin zum interaktiven Umgang mit Programmen und Anwendungen entwickeln (z.B.Tutoren-Programme).
Bedeutsame Verschiebungen des Rollenverhältnisses ' Studierende - Lehrende ' dadurch, daß Lehrende zunehmend Lernprozesse moderieren und nicht wie bisher überwiegend faktisches Wissen vermitteln, können Voraussetzung und Folge sein.

Oberflächlich betrachtet, scheint die Nutzung der neuen Möglichkeiten für die Lehre und das Lernen sich relativ unsystematisch ausgebreitet zu haben. Um Lehre und Lernen zu unterstützen und qualitativ zu verbessern, muß über das Vorhandensein von PC's und Netzwerken hinaus viel Arbeit in die Entwicklung von Anwendungsmöglichkeiten investiert werden. Viele wertvolle Entwicklungen erfolgen wahrscheinlich isoliert und werden deshalb nicht in dem Umfang bzw. in der Verbreitung genutzt, die wünschenswert erscheint. Erfahrungsaustausch unter und zwischen Entwicklern und Nutzern, Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden über Voraussetzungen, Anforderungen und Erfolg findet oft nur sporadisch und eher zufällig statt.

Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH verfolgt mit dieser Untersuchung das Ziel, den Ist-Zustand zu dokumentieren. Interessante Adressen im WWW mit Beispielen zum Einsatz elektronischer Medien an den Hochschulen werden fortlaufend von uns zusammengestellt und aktualisiert.
Anhand von repräsentativen Fallstudien sollen die Ergebnisse in Bezug auf technische Voraussetzungen, inhaltlicher Qualität und hochschuldidaktische Funktion vertieft werden.


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© 1996 HIS GmbH, Hannover
Letzte Änderung am 6. Mai 1996