Teil 5.1 von Leitfaden für computerunterstütztes wissenschaftliches Arbeiten


5.1Was ist das Internet?

Ausführliche Einführungen:

Internet ist das inzwischen größte weltweite Rechnernetz. Eigentlich ein Netz von Netzwerken, deren Rechner ein gemeinsames Übertragungsprotokoll verwenden: das TCP/IP (Transfer Control Protocol/Internet Protocol) - und zwar unabhängig von der jeweiligen Hard- und Software (der Plattform).

Das Internet (früher ARPANET) ist ursprünglich (1969) für militärische Zwecke in den USA errichtet worden; anfangs der 70er Jahre wurde es hauptsächlich von Universitäts- und Forschungsseinrichtungen weiterentwickelt.

Das Internet erlebt besonders seit Beginn der 90er Jahre ein immenses Wachstum: gab es Ende 1990 erst ca. 300.000 Rechner im Internet, so waren es Mitte 1994 bereits 3.000.000. Gegenwärtig (1995) hält die Kurve bei ca. 5.000.000 Rechnern.

(Statistische Angaben über das Internet finden sich übrigens an der http-Adresse http://www.nw.com, oder können mit File-Transfer von ftp://ftp.isoc.org/isoc/charts/hosts3.org oder ftp://nic.merit.edu/nsfnet/statistics bezogen werden.)

Seit der sprunghaften Entwicklung des World-Wide-Web (WWW) ist Internet zunehmend auch für kommerzielle Anbieter (Firmen usw.) attraktiv geworden.

Meist wird das WWW mit Internet überhaupt gleichgesetzt, da sich mit sog. WWW-Browsern (Netscape, Mosaic, Linux) alle anderen Internetprotokolle (FTP, Telnet, News) in einer Benutzeroberfläche integrieren lassen.

Zugang zum Internet:

Internet-Adresse

Eine Voraussetzung für die verschiedenen Internetdienste ist u.a. die Internetadresse (IP-Adresse), die jeden Rechner im Netz eindeutig adressiert.

Die Internetadresse kann als Folge von Zahlen bzw. von Abkürzungen geschrieben werden:

An der Internetadresse läßt sich meist der Standort des Rechners erkennen: die Endung .at weist auf einen Rechner in Österreich hin, .de auf einen in Deutschland usw. Die Silbe .ac. gilt für Rechner an Universitäten (academic). In den USA steht .com für eine kommerzielle Organisation, .edu für eine Universität oder sonstige Bildungseinrichtung (educational) und .gov für eine Regierungsstelle.

(Die IP-Adresse der ans INNET = Innsbrucker Univ.-Netz angeschlossenen PCs ist in der Datei C:\INNET\PCTCP.INI zu finden.)

Netz an der Universität Innsbruck

Im Bereich des INNET gibt es mehrere Workstations und UNIX-Rechner (s1, dm, info) sowie ca. ein Dutzend Novell-Server (u.a.: EDVZ, SUBZ, ...). Auf allen Servern stehen mehr oder weniger dieselben Softwarepakete zur Verfügung (DOS, Windows, Winword, Access, Pmail, Netscape,...)..

Alle Universitätsangehörigen (also auch die Studierenden) sind zur Benutzung dieser Infrastruktur berechtigt. Für die Internetdienste Telnet, FTP, WWW benötigt man keine eigene Benutzernummer, da es an den meisten Server ein sog. guest-login gibt (login: guest; password: passwd99). Nach dem Login gelangt man ins Menü des EDV-Zentrum und kann von dort die verschiedenen Anwendungen anwählen (neben den Internetdiensten auch Textverarbeitung und Datenbanksysteme).

Für E-Mail, Netnews, Modemzugang, Arbeiten an UNIX-Rechnern benötigt man einen validierten Zugang in Form einer persönlichen Benutzernummer (Benutzerantrag stellen). Mit einem validierten Zugang an einen der Server bzw. an einen UNIX-Rechner ist auch die E-Mail-Adresse verbunden.

Der Internetdienst Telnet

Der Internetdienst Telnet (remote login) dient dazu, sich an einem anderen Rechner einzuloggen und dort interaktiv zu arbeiten (der Benutzer arbeitet am remote host fast wie an seinem eigenen PC: Textverarbeitung, Datenbankabfragen etc.).

Voraussetzungen für Telnet

Telnet kann von verschiedenen Plattformen (Hardwaresystemen, bzw. Betriebssystemen) aus verwendet werden:

Mit dem Internetdienst Telnet kann in Bibliothekskatalogen, Informationssystemen, Online-Datenbanken, Enzyklopädien, Telefonverzeichnissen usw. recherchiert werden, bspw.:

Da der Telnet-Befehl in WWW-Browser Netscape integriert ist, kann er direkt von Netscape aus - wie hier - ausgeführt werden.

Der Internetdienst Ftp

Mit dem Internetdienst FTP können Dateien (Files) von einem Rechner zum anderen transferiert werden: so lassen sich schnell verschiedenartige Dateien (Programme, Textdateien, Image-Files, Multimedia-Files) auf den eigenen PC kopieren.

Größere Dateien sind dabei meist komprimiert (z.B. mithilfe von pkzip.exe, die Dekomprimierung geschieht mit pkunzip.exe).

Man erkennt meist an der Endung des Dateinamens (der letzten drei Zeichen nach dem Punkt, der sog. Extension), um welchen Datei-Typ es sich handelt: *.TXT sind Textdateien, *.EXE sind ausführbare (execute) Programmdateien, *.ZIP, *.ARC sind komprimierte Dateien jeden Typs, *.PS sind PostScript-Dateien (PostScript ist eine Druckersprache, die fast jeder Laserdrucker beherrscht: die Ausgabe als PostScript-Datei erlaubt eine größere Standardisierung bzgl. des Layouts), usw.

Die meisten FTP-Server erlauben das sog. anonymous-FTP, d.h. der Benutzer kann sich ohne Account (Benutzernummer) sozusagen anonym anmelden. Beim anonymous-FTP ist meist die E-Mail-Adresse als Passwort einzugeben.

Befehle beim FTP (ziemlich gleich bei allen Betriebssystemen):

Die Kenntnis dieser Befehle ist bei den heute üblichen sehr komfortbalen FTP-Clientsystemen unter Windows nicht mehr nötig. Zudem kann FTP auch von Netscape aus durchgeführt werden.

Mit dem Internetdienst archie können Dateien an den verschiedensten FTP-Servern lokalisiert werden. Bspw.:

Jeder PC im Internet (sofern er eine Internet-Adresse hat) kann als Server konfiguriert werden (Befehl ftpsrv). Andere PCs können sich als Clients dort anmelden und von dort Dateien kopieren bzw. ablegen.

Der Internetdienst E-Mail

Um am Electronic Mail teilnehmen zu können, benötigt man eine E-Mail-Adresse.

Die E-Mail-Adresse unterscheidet sich von der Internet-Adresse, insofern sie nur für einen Benutzer (User) eines Rechners gilt. Sie ist zusammengesetzt aus einem Benutzernamen und einer Rechner-Adresse, verbunden durch @ (Klammeraffe, Tastatur: gleichzeitig AltGr und q drücken).

Beispiel: c10803@s06ubi.uibk.ac.at ist die E-Mail-Adresse des Benutzers c10803 am Novell-Server S06UBI des EDVZ Innsbruck. Für E-Mail-Adressen gibt es meist noch eine andere (mnemotechnisch günstigere) Form: z.B. Klaus.Niedermair@uibk.ac.at.

Neben dem Austauschen von persönlichen Nachrichten wird die E-Mail auch dazu verwendet, um an sog. mailing lists (Diskussionsgruppen) teilzunehmen. Subskribiert sich ein Benutzer an einer solchen Liste, so erhält er automatisch alle Nachrichten, die jeder Teilnehmer an die Liste schickt. Bei einer moderierten Liste behält sich List-Owner sozusagen das Recht vor, alle Mails vorher zu prüfen.

E-Mail-Systeme wie PMail bieten sehr differenzierte Möglichkeiten, Mails zu verwalten:

Sog. News-Groups (die mit einem eigenen News-Reader gelesen werden) unterscheiden sich von Mailing Lists, insofern der Subscribient nicht automatisch jede an die News-Group geschickte Mail selbst zugeschickt bekommt; er muß einen News-Reader aktivieren und die gewünschte News-Group durchsuchen. Beispiel einer newsgroup: uibk.ub.

Der Internetdienst WWW

Mit dem World-Wide-Web (WWW) soll Information weltweit geordnet dargeboten werden. Während der Gopher einr hierarchische Baumstruktur verwendet (Hauptmenü, Untermenü usw.), verwendet das WWW das Prinzip des sog. Hypertext und eine dementsprechende Sprache: HTML, HyperText Markup Language. Über sog. Hyperlinks können, ausgehend von einem Dokument, andere, irgendwie zugehörige Dokumente, zu denen es eine definierte Verbindung gibt, angesprungen werden. Das Sprungziel kann sich in derselben Datei befinden, oder in einer Datei auf demselben Rechner, oder in einer Datei auf irgendeinem Rechner in der Welt (eben worldwide).

Dazu muß jedes Sprungziel eine eindeutige Adresse haben, die http-Adresse (HyperText Transfer Protocol), einen eindeutigen URL (Universal Resource Locator). Z.B. ist die Adresse http://info.uibk.ac.at die homepage des Campus-Infosystems der Univ. Innsbruck.

Das WWW ist auch ein Versuch, die verschiedenen Internetdienste (Telnet, Ftp, Newsgroup) in eine einzige Benutzeroberfläche zu integrieren und gleichzeitig geordnete Zugänge zu den verschiedenartigsten Informationsdiensten zu ermöglichen.

Da die verwendete Benutzeroberfläche bei den meisten WWW-Browsern eine graphische (keine zeilenorientierte) ist, ist für eine praktikable Verwendung eines WWW-Browsers eine relative leistungsstarke Hardware vonnöten.

WWW-Browser: Um HTML-Dokumente (Texte, Bilder, Ton- und Videosequenzen) richtig darstellen zu können, braucht es sog. Browser bzw. Viewer. Damit wird ein HTML-Text so dargestellt, daß anklickbare Adressen eine andere Farbe aufweisen (meist blau); damit können auch, sofern eine Soundkarte vorhanden ist, Musikstücke über Inernet bezogen und gespielt werden. Beispiele für WWW-Browser: Netscape (setzt sich immer mehr durch), Mosaic, Linux, Cello.