[ Vorige Seite ] [ Inhalt ] [ Nächste Seite ]

"Evaluation der Lehre"

Hörerbefragung an der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft

Die Senatskommission für Lehre der Universität Mannheim hat im Sommersemester 1995 die Ergebnisse der Evaluation der Lehre an der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft im WS 93/ 94 beraten und mit Vertretern der Fakultät sowie der Fächer diskutiert.

Mit der Befragung der StudentInnen ist der Diskussion über die Qualität der Lehre auch an der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft eine dringend benötigte empirische Grundlage gegeben.

Die Befragung erreichte je nach Studiengang zwischen 30 und 70% der immatrikulierten Studierenden.
Die Hörer in den Lehrveranstaltungen der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft bewerteten

- 82% der Einführungsveranstaltungen (mittlere Beurteilung, 2.9)
- 96% der Tutorien (2.0)
- 87% der Vorlesungen (2.3)
- 94% der wissenschaftlichen Seminare (2.4)
- 89% der sprachpraktischen Übungen (2.4)

Die Beurteilungen lagen vorwiegend im Skalenbereich zwischen gut und befriedigend.
Durchweg positiv beurteilt wurde die Studienberatung, die jedoch nur von einigen wenigen StudentInnen genutzt wird.

Im Hinblick auf die Lehrveranstaltungen lobten die Studierenden zwar die fachliche Qualifikation der Dozenten, gleichzeitig wies man aber auch darauf hin, daß von Fall zu Fall (natürlich!) die unzureichende didaktische Aufbereitung des Lernstoffes sich als störend erweise. Ebenso wurde eine nicht ausreichende Disziplinierung von unangenehm auffallenden StudentInnen moniert.

Neben der Forderung, mehr Auslandsstipendien zur Verfügung zu stellen, einer besseren fach- und fakultätsübergreifenden Abstimmung der Termine von Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen und grundsätzlicher Verfügbarkeit der von Dozenten empfohlenen Literatur in den Bibliotheken, wurden unter anderem auch höhere BaföG-Sätze und Stipendien als dringend notwendig erachtet.

Besonders wichtig aber sei es, mehr Orientierungsmöglichkeiten über berufliche Einsatzfelder für Geisteswissenschaftler zu schaffen.
Als studienverlängernd wirken sich den Ergebnissen zufolge offenbar folgende Strukturprobleme aus:
Jeder zweite Studierende, der das Latinum für sein Studium benötigt, muß es nachholen. Dies führt im Regelfall zu einer Verlängerung des Studiums um 1 1/2 Semester.

Ein weiterer Punkt ist die unzulängliche Situation, daß sprachpraktische Übungen oftmals wegen Überfüllung einigen StudentInnen verwehrt bleiben ("Anglisten-Roulette"). Im übrigen ermahnten die Studentinnen nochmals die zeitliche Überschneidung von Lehrveranstaltungen, was dazu führe, das eine oder andere Pflichtseminar erst ein Semester später belegen zu können.

Zu den studienzeitverlängernden Faktoren gehören auch

- Unzureichende Orientierung zu Studienbeginn
- Prüfungssystem: Block- oder Sukzessivprüfung?
- Ungenügende Beherrschung wissenschaftlicher Arbeitstechniken
- Wenig relevante Pflichtveranstaltungen (z. B. Vorlesung "Phonetik")
- Unzulängliche Sprachkenntnisse in Sprachen, die nicht an der Schule gelehrt werden.
- Karge Ausstattung der Bibliotheken.

Kirstin Klenke

Leserbriefe/Kritik an: alma@rummelplatz.uni-mannheim.de


Diese Seite wurde erstellt von André Beck (andre@rummelplatz.uni-mannheim.de) und Oliver Schuster (oliver@rummelplatz.uni-mannheim.de). Letzte Änderung am 04.02.96.

[ Vorige Seite ] [ Inhalt ] [ Nächste Seite ]