Evaluation in Österreichischen Gesetzen

Evaluation kommt als Stichwort in mehreren Österreichischen Gesetzen oder Verordnungen vor, oft als Inhalt von Studienordnungen oder Lehrplänen (z.B. der berufspädagogischen Akademien oder der Akademie für Sozialarbeit). Im Sinne der hier interessierenden Programmevaluation ist sie in folgenden drei Bereichen Pflichtaufgabe bzw. eine zentrale Strategie der Zielverfolgung:

A Hochschulen

Programmevaluation i.S. von Studiengangs-Evaluation hat im Österreichischen Fachhochschulgesetz in seiner Fassung vom 5. Mai 1998 eine wichtige Stellung: Die Verlängerung der je auf maximal fünf Jahre befristeten Anerkennung eines Fachhochschul-Studiengangs setzt voraus, daß ein "Evaluationsbericht" vorzulegen ist. Dieser hat insbesondere Aufschluß zu geben über die didaktische Qualität der Lehre und die Adäquanz des Studienplans hinsichtlich der beruflichen Verwertbarkeit der Ausbildung und muß als Voraussetzung für die Verlängerung von der zuständigen Fachhochschul-Kommission abgenommen werden.

Im Österr. Bundesgesetz über die Organisation der Universitäten (UOG von 1993) bestimmt der § 18 "Arbeitsberichte und Leistungsbegutachtungen (Evaluierung in Forschung und Lehre)" u.a.: daß "die Lehrveranstaltungsleiter von Pflichtlehrveranstaltungen in regelmäßigen, vier Semester nicht übersteigenden Abständen eine Bewertung ihrer Lehrveranstaltungen durch die Studierenden vorlegen" müssen. Darüber hinausgehend hat der Studiendekan dafür zu sorgen "daß in regelmäßigen Abständen größere Teile von Studien unter Mitwirkung von Experten evaluiert werden." Auch der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung kann eine solche externe Begutachtung durchführen lassen. Nach Abs. (7) hat er die Grundsätze für die Durchführung von Evaluierungsmaßnahmen in Forschung und Lehre durch Verordnung über Grundsätze für die Durchführung von Evaluierungen in Forschung und Lehre der Universitäten zu regeln.

Diese "Evaluierungsverordnung" (EvalVO - BGBl.Nr. 224/1997)hat der Österr. Bundesminister für Wissenschaft und Forschung 1997 in detaillierter und umfangreicher Form erlassen (ca. 20 Druckseiten); u.a. werden folgende "Evaluierungsarten" aufgezählt: (1) Bewertung von Forschungstätigkeiten durch externe Fachleute; (2)Sachverständigenbefragungen und -gutachten; (3) Lehrveranstaltungsbewertung durch die Studierenden (4) sachbezogene Aufbereitung von Kennzahlen.

Es fällt auf, daß die Lehrveranstaltungsbeurteilung sowohl für die Fachhochschulen wie für die Universitäten in Österreich zu den Pflicht-Aufgaben gehört.

Auch der aktuelle Entwurf für ein Österr. Bundesgesetz über die Akkreditierung von (privaten und ausländischen) Bildungseinrichtungen als Universitäten (Universitäts-Akkreditierungsgesetz) enthält im § 4 Abs. 4 die jährliche Verpflichtung, dem Akkreditierungsrat einen Bericht mit Ergebnissen von Evaluationsverfahren vorzulegen.

B Berufliche Bildung

Das Österr. Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz vom 22.7.1998 schreibt im §3 (4) für die zehnmonatigen Lehrgänge zum Erwerb von Fertigkeiten und Kenntnissen eines Lehrberufes folgendes vor: "Nach drei Viertel der Dauer des Lehrganges ist der Landesprojektgruppe vom Träger ein Evaluationsbericht vorzulegen. Im Fall eines positiven Ergebnisses der Evaluation kann auf Grund eines einvernehmlichen Beschlusses der Landesprojektgruppe der Lehrgang für jene TeilnehmerInnen verlängert werden, für die trotz der eingesetzten Maßnahmen (§ 5 Abs. 4) der Übertritt in ein Lehrverhältnis aus Mangel an Lehrstellen nicht möglich ist."

C Gesundheitsförderung

Das Österr. Gesundheitsförderungsgesetz in seiner Fassung vom 28.3.1998 führt in seinem § 2 grundlegende Strategien zur Erreichung der Ziele dieses Gesetzes auf, darunter als eine von sechsen: "wissenschaftliche Programme zur Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention sowie der Epidemiologie, Evaluation und Qualitätssicherung in diesem Bereich."

Quellen:

Die Gesetzestexte sind im Wortlaut über das jedem frei und kostenlos zugängliche Rechtsinformationssystem zu erschliessen:

http://www.ris.bka.gv.at/