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Salzburger Nachrichten vom 13. August 97
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Evolutionstheorie Haeckels mit falschen Zeichnungen |
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"Skizzen stammen keinesfalls von echten Embryonen" |
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LONDON (SN, dpa). |
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Michael Richardson von der St. George's Hospital Medical School in London führt in der britischen Zeitung "Times" vom Montag Belege aus weltweiten Studien an, wonach Embryonen von Beuteltieren, Laubfröschen, Schlangen und Alligatoren sich sehr stark voneinander unterscheiden. Haeckels Zeichnungen könnten auf keinen Fall von echten Embryonen stammen, sagte der Wissenschafter, dessen Untersuchung in der August-Ausgabe des Fachjournals "Anatomy and Embryology" (August) veröffentlicht wurde.
Haeckel habe einfach einen menschlichen Embryo gezeichnet und die Entwicklung der Arten wie Fisch, Salamander, Schildkröte, Huhn, Schwein, Rind, Kaninchen und des Menschen von der menschlichen Embryokopie abgeleitet, lautet Richardsons Vorwurf. Noch immer werde nach der inzwischen leicht abgewandelten Haeckelschen Lehre unterrichtet. Wissenschafter seien erst jetzt auf die Ergebnisse gestoßen, weil Embryologen seit langer Zeit keine vergleichenden Studien zwischen verschiedenen Arten gemacht hätten, sagte Richardson. Genetiker hätten festgestellt, daß viele Arten über die gleichen Gene für die Entwicklung von Embryos verfügten. Von daher erscheine es überzeugend, daß gleiche Gene auch zu gleicher Embryo-Form führten. Die Forschungsergebnisse hätten jedoch gezeigt, daß sich Embryonen unterschieden und verschieden voneinander entwickelten. Diese neuen Erkenntnisse könnten großen Einfluß auf künftige Evolutions-Studien haben. |