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Peter Haupt, Nina Kärst, Nadin Engelhardt, Sandra Kanngießer, Claus Veting, Nina Ockenga, Jens Huchthausen, Birgit Neite (1996):

Weitere Methoden im Ökonomieunterricht


3. Szenario

Def.: "Szenarien sind Zukunftsentwürfe, die die Lebensbedingungen für Menschen zu einem bestimmten oder offen gelassenen Zeitpunkt beschreiben."(Tietz,1986)

Szenario-Methode:

Im Rahmen der Szenario-Methode werden verschiedene wahrscheinliche oder mögliche Zukunftsvorstellungen entworfen und die Wege zu diesen Zukunftsbildern aufgezeigt.

Zur Vereinfachung beschränkt man sich meist auf zwei Extremszenarien. Diese beinhalten jeweils die best- bzw. die schlechtestmögliche Entwicklung, um damit die Gesamtheit aller zukünftig möglichen Situationen zu erfassen.

Unter einem Trendszenario versteht man hingegen einen dem Entwicklungstrend der Vergan-genheit entsprechenden Zukunftsentwurf.

Kennzeichen:

- Szenarien sind Modelle und dienen als Hilfsmittel für Erkenntnisprozesse

- Lernen mit Szenarien beinhaltet Antizipation und Partizipation

  Entwicklung:

Erste Ansätze der Szenario-Methode stammen von Moltke (1810-1891) und Clausewitz (1780-1831). Sie formulierten das Prinzip einer strategischen Planung und unterschieden dabei Strategie und Taktik, jedoch bezogen auf den militärischen Bereich.

Erst in den 70er Jahren des 20.Jahrhunderts fing man an, strategische Planungsüberlegungen in der Wirtschaftspraxis zu berücksichtigen. Die strategische Planung wurde zum Instrument der Unternehmenspolitik. Man erhoffte sich dadurch eine verbesserte Entscheidungsgrund-lage mit der man Entwicklungen besser abschätzen können wollte.

Anwendung:


Ziele:


Voraussetzungen:


Verlaufsstruktur:

Prinzipiell erfolgt die methodische Vorgehensweise in drei Phasen (vgl. Lehnen, 1979, Brauers/Weber 1986):

  1.  
  2. Analyse-Phase

    d. h. Herausarbeiten der Einflußfaktoren eines Problems

     

  3. Prognose-Phase

    d. h. Einbeziehung zukünftiger Enwicklungen der Einflußfaktoren und überraschend auftretender Ereignisse

     

  4. Synthese-Phase

    d. h. Entwicklung alternativer Szenarien durch sinnvolle Kombination der Einflußfaktoren

Es existieren jedoch auch andere methodische Abfolgen bei der Arbeit mit Szenarien (vgl. Götze, 1991, Geschka/Hammer, 1990).


Realisierung im Unterricht:


Zusammenfassung:

"Mit Hilfe von Szenarien lassen sich Zukunftsentwürfe systematisch entwickeln. Vom gegenwärtigen Zustand ausgehend werden im Sinne eines Gedankenexperimentes bzw. von Modellbildungen mögliche Entwicklungen beleuchtet und zukünftige Zustände, die sich daraus ergeben können, in Worten beschrieben. Unausgesprochen oder ausgesprochen werden damit auch Annahmen über die als wahrscheinlich bzw. weniger wahrscheinlich angenommenen Entwicklungen getroffen. Neben Zukunftszuständen wird der Weg aufgezeigt, der aus der Gegenwart dorthin führt.

Der Einsatz von Szenarien eignet sich insbesondere für Vorhaben, in denen es um die Bewältigung von komplexen, vernetzten Zukunftsfragen geht. Diese Art der Vorausschau anhand alternativer Zukünfte unterstützt die Entscheidungsvorbereitung bei komplexen Aufgaben und ist ein Hilfsmittel zur Reduktion von Komplexität für Erkenntnisprozesse. Szenarien haben eine Orientierungsfunktion für Entscheidungen und zeigen antizipativ, was passieren könnte." (Kaiser/Kaminski)