Begriffsbestimmungen pädagogischer und psychologischer Fachbegriffe mit Hilfe des internet im Vergleich zu traditionellen Quellen

Originaltexte


Die Texte stammen aus Arbeitsprotokollen der Teilnehmer an der Lehrveranstaltung "Statistische Forschungsmethoden der Erziehungswissenschaft" (SS 1997, Leiter: Werner Stangl) - hier werden nur jene Passagen der Protokolle zitiert, die sich auf den Vergleich der Inforamtionsquellen beziehen.


Imbezillität

Ich habe mehrere Suchmaschinen benützt, habe aber leider nichts anderes gefunden. Im Unterschied zum Internet war mir zumindest bei diesem Wort die herkömmliche Bibliothek symphatischer . Ich mußte dort zwar eine zeitlang suchen, bis ich im richtigen Fachbereich angelangt war, als ich das Wort jedoch zum ersten Mal gefunden hatte, fand ich viele Quellen.
Vom Internet war ich hingegen sehr enttäuscht . Zum einen dauerte die Suche sehr lange und zum anderen war sie nicht sehr ertragreich .
Ich bin zwar im allgemeinen kein Gegner des Internets aber in diesem speziellen Fall greife ich lieber auf konventionelle Quellen zurück.

Konflikte

Jedoch wenn es um die Suche nach Definitionen von wissenschaftlichen Begriffen geht, so liefert das Netz nur sehr unbefriedigende Ergebnisse. Wenn es also darum geht, meine wissenschaftlichen Kenntnisse zu erweitern, so bevorzuge ich das gute alte Lexikon. Die Gründe dafür sind zahlreich:

Erstens steht der zeitliche Aufwand beim Suchen nach Definitionen im Netz in keinem Verhältnis zum Ergebnis .

Wenn man im gesamten Netz sucht, findet die Suchmaschine zwar viele Dokumente zum eingegebenen Begiff, jedoch diese Dokumente befassen sich meist nicht mit dem Fachbegriff . Zum Beispiel bei der Eingabe des Begriffs "Konflikte" tauchen hauptsächlich Dokumente auf, in denen über politische Krisenherde berichtet wird. Weiters findet man vermehrt Abhandlungen über den Begriff, die als Ratgeber dienen. Die Qualität dieser Ratgeber kommt oft dem Niveau der "Lebenshilfe-Seiten" in Zeitschriften nahe. Außerdem stieß ich sehr oft auf Dokumente, die sich mit betrieblichen Konflikten auseinandersetzen.

Um der Überflutung von unpassenden Informationen vorzubeugen, bieten die Suchmaschinen eine sogenannte "vertiefte Suche" an. Bei dieser Suche wird nur nach Dokumenten einer bestimmten wissenschaftlichen Disziplin gesucht. Diese Einrichtung ist eigentlich sehr löblich. Doch leider mußte ich feststellen, daß sich die Ergebnisse vielfach nicht von jenen der allgemeinen Suche unterschieden.

Angesichts der obigen Zeilen scheint es, als wäre meine Suche gänzlich erfolglos gewesen. Nun, ganz so enttäuschend war der Ausgang meiner Suche dann doch nicht. Immerhin habe ich einige Quellen gefunden, die den Begriff "Konflikt" aus psychologischer Sicht erläutern, wenn auch die Information im Hinblick auf die Qualität weit hinter jener des guten, altbewährten Lexika liegt.

Bei der Suche im Netz ist mir bewußt geworden, daß es im Internet schwerer ist die Spreu vom Weizen zu trennen, also relevante Information von der irrelevanten , zu trennen. Weiters ist mir klar geworden, daß das Internet zwar vielfache eine große Hilfe beim Suchen nach Informationen sein kann, daß es aber in der derzeitigen Form die traditionellen Lexika nicht zu ersetzen vermag.


Entwicklung

Diese Aufgabe war nicht gerade meine Lieblingsaufgabe, weil ich das endlose Warten vor dem Computer absolut nicht leiden kann, obwohl ich natürlich weiß, daß dies DAS Medium der Zukunft ist, und ich ihm ohnehin nicht auskomme, wobei ich annehme, daß die Suche einmal schneller vorsichgehen wird.

Als erstes habe nur "Entwicklung" eingegeben und habe schließlich gemerkt, daß ich so nicht zum Ziel kommen werde. Jede Suchmaschine hatte mir über 20.000 verschiedene Quellen gesucht. Also habe ich versucht den Begriff etwas einzugrenzen (so wie Sie mir geraten haben) und zwar "Entwicklung Pädagogik". Nun war ich erfolgreich. Nachdem mir nach meiner 1. Suche nur Begriffe über den PC-Markt ausgegeben wurden, erhielt ich nun Quellen, die mir von Nutzen waren.

Nun, diese Adressen habe ich mir heruntergeholt, und die Quellen mit den herkömmlichen Quellen verglichen. Dabei habe ich bemerkt, daß das was ich eigentlich erklärt haben wollte nicht in meinen Internet-Quellen zu finden war, denn ich hatte ja eine Begriffsbestimmung gesucht und nicht Berichte, die von Entwicklung in der Pädagogik handelten. Da muß ich sagen, daß ich mit der Suche in Bibliotheken erfolgreicher war und ich eine zufriedenstellende Erklärung von "Entwicklung" vorfand. Vielleicht wird es auch im Internet einmal möglich sein direkt in einer Enzyklopädie oder einschlägiger Fachliteratur bzw. Lexika einzulesen.

Imitation

Verschiedenste Suchmaschinen (z.B.: CRAWLER.DE, FLIPPER.DE, HOT BOT,..) fanden zwar zu dem Begriff "Imitation" eine Vielzahl von Informationen, jedoch eine spezifische, konkrete Definition - wie es in den Fachlexika zu finden ist - war nicht zu entdecken. Erst mit Verknüpfungen wie Pädagogik, Psychologie , etc. erhielt ich endlich Texte, die ziemlich genau das gesuchte Wort behandelten.

Zusammenfassend ist zu sagen, daß zwar im Internet unter den Suchmaschinen eine Fülle an Informationen angeboten wird, jedoch bezogen auf eine prägnante Definition meines Erachtens doch noch die Fachlexika von größerem Nutzen sind.

Empirie

Abgesehen vom Fachgebärdenlexikon , haben mir die Quellen kaum Aufschluß über eine genaue und umfassende Begriffsdefinition gegeben. Wenn man dieses Ziel verfolgt eignen sich meiner Meinung nach Quellen aus der Fachliteratur besser. Dort findet man gut strukturierte und umfangreiche Definitionen, Erklärungen und andere Informationen. Die Quellen aus dem Internet, die ich gefunden habe enthielten zwar alle den Begriff "Empirie" (schließlich hatten die Suchmaschinen danach gesucht), was aber lange noch nicht hieß, daß sie auch adäquate Informationen boten. Ich fand großteils Institute der verschiedensten Universitäten und immer wieder lieferte mir die Suchmaschine das Fachgebärdenlexikon. In Kombination mit Psychologie oder Pädagogik konnte ich die Suche etwas eingrenzen. Zu einem befriedigenden Ergebnis kam ich jedoch nicht.

Handeln

Die Suche im Internet nach dem Begriff hat mich sehr verärgert . Es war am Anfang sehr fasznierend für mich im Internet zu arbeiten. Ich bin aber der Meinung, daß das Ganze viel zu zeitaufwendig ist. Ich wohne in einem Heim, und habe einen Computer in meinem Zimmer. Da es ständig Problem mit der Netzwerkkarte und mit dem Netz allgemein gibt, ist es nicht immer leicht mit dem Internet zu arbeiten. Selbst wenn es einmal funktioniert, hat man oft irrsinnig lange Wartezeiten, oder die Seite, die man benötigt, ist gerade nicht verfügbar. Das macht die ganze Sache ziemlich uninteressant.

Selbst wenn ich Texte gefunden habe, ist es eine mühselige Arbeit alle Texte durchzusehen , um das Passende für mich zu finden. Oft ist gleich am Anfang das Richtige dabei, und oft muß man hundert Texte überfliegen um erfolgreich fündig zu werden.

Für Quellen aus dem Internet gibt es noch nicht einmal richtige, einheitliche Zitierregeln , was aber für wissenschaftliches Arbeiten unbedingt notwendig ist.

Delinquenz

Im Vergleich zu meiner ersten Begriffbestimmung von Delinquenz, die auf einschlägiger wirtschaftspädagogischer Fachliteratur basiert, möchte ich hier anmerken, daß man im Internet geeignete Literatur sehr schnell findet. Für mehrseitige und aktuelle Zusammenfassungen ist diese Suche von großem Vorteil, doch eine klare und kurz formulierte Definition ist meiner Meinung nach nur mit einem Lexikon möglich.

Jugendkriminalität

Das grundlegende Problem bei der Internetsuche war, daß fast ausschließlich nur Diskussionsbeiträge zu diesem Thema verfaßt worden sind. Lexika, oder andere Nachschlagwerke werden durch die Suchmaschinen im seltensten Fall aufgespürt. In diesem Bereich ist sicher noch ein großer Nachholbedarf gegeben. Die einzelnen Aufarbeitungen des Themas im Internet sind von unterschiedlicher Qualität und sind meist eher kurz gefaßt.

Korrelation

Teilweise sind sehr gute Zusammenfassungen zum Begriff Korrelation zu finden gewesen. Doch die Informationen, die ich in den Büchern gefunden habe, waren für mich brauchbarer. Außerdem mußte ich sehr lange suchen, bis ich die passenden Informationen gefunden hatte. Meist werden bei einem Suchvorgang alle Seiten angegeben , in denen das besagte Wort vorkommt. Es gibt schon Möglichkeiten, den Suchvorgang einzuschränken, aber damit komme ich persönlich noch nicht so gut zurecht. Ich habe von Crawler.de bis Deja News fast alle Suchmaschinenadressen ausprobiert und habe dabei festgestellt, daß man oftmals die selben Adressen bekommt. Hin und wieder war es auch so, daß die selbe Adresse unter einer anderen, aber ähnlichen Adresse zu finden war.
Einen Vorteil bringt es auf alle Fälle mit sich. Wenn man das Netz zu Hause oder am Arbeitsplatz hat, muß man für die anfallenden Sucharbeiten nicht den Arbeitsplatz wechseln. Man kann dies dann direkt vom Schreibtisch aus erledigen.

Interaktion

Die Ergebnisse der Suche waren meiner Meinung nach trotzdem sehr ernüchternd. Der Grund lag darin, daß ich so gut wie keine allgemeinen Ergebnisse zu diesem Begriff finden konnte. Im Gegensatz zur Suche mit der Fachliteratur, wo ich auch allgemeine Definitionen bzw. allgemein gehaltene Interpretationen zu diesem Begriff finden konnte, fand ich bei der WWW-Suche fast nur ganz spezifische Themen , die sich nur am Rande mit dem Begriff "Interaktion" auseinandersetzten.
Die mit Abstand meisten Suchergebnisse z. B. bezogen sich auf die "Mensch-Maschine-Interaktion", die Schnittstellen Interaktion im Internet mit dem WWW, die Interaktion von Programmiersystemen mit dem Nutzer etc.
Ich beschloß daher die Suche mit Begriffen aus der Psychologie bzw. Soziologie zu verbinden um Ergebnisse zu erzielen jener Suche in der Fachliteratur näher kommen würden. Doch auch hier bestanden die Suchergebnisse in erster Linie aus speziellen Fachartikeln , welche den Begriff Interaktion nur am Rande bzw. als Hilfswort für wechselseitige Beziehung (Aktion und Reaktion) verwendeten.

Gedächtnis

Das Finden von Einträgen zum Begriff "Gedächtnis'' war kein Problem. Insgesamt konnten durch die verwendeten Suchmaschinen cirka 2.500 Adressen - natürlich mit Überschneidungen - gefunden werden. Es trafen jedoch nur wenige Quellen auf das unterstellte Fachgebiet (Psychologie, Pädagogik) zu. Es gelang auch nicht, durch Optionen der einzelnen Suchmaschinen das Gebiet entsprechend einzuengen. Beispielhaft habe ich oben auch völlig unpassende Einträge ebenfalls zitiert. Die Suchdienste im Internet sind daher mit großer Vorsicht zu behandeln und bei der Suche nach Definitionen von Fachbegriffen ist eindeutig einem Lexikon in Buchform der Vorzug zu geben.

Erziehungsstil

Im großen und ganzen kann man sagen, daß man, wenn man konkret nach dem Begriff "Erziehungsstil" sucht, zwar schon einigermaßen viele Adressen erhält, aber eine genaue Begriffsdefinition konnte ich bei meiner knapp zweistündigen Suche nicht ausfindig machen.
Zu diesem Zweck würde ich doch eher die herkömmliche Literatursuche empfehlen.

Disziplin

Zusammenfassend kann ich sagen, daß Quellen aus dem Internet meist ganz andere Informationen liefern als Fachliteratur . Es ist aber auch zu sagen, daß die Suche im Internet nicht so ganz einfach und auch sehr zeitaufwendig ist, da das Netz meist überlastet ist und man oft sehr lange warten muß.

Selbsterfahrung

Die Qualität der Quellen aus dem Internet lassen bei dem Begriff "Selbsterfahrung" zu wünschen übrig. Definition habe ich leider keine einzige finden können, und das obwohl ich mit den verschiedensten Suchmaschinen gearbeitet habe. Auch der Zeitaufwand war hier größer als bei der Suche nach Definitionen aus Lexikas und Fachbüchern. Obwohl ich seit dem Beginn meines Studiums relativ oft und gerne mit dem Internet arbeite, würde ich bei einer solchen Aufgabe Bücher bevorzugen.

Evaluation

Bei meiner Suche im Internet nach dem Begriff "Evaluation" bin ich auf sehr viele Adressen gestoßen, die dieses Wort enthalten. Deutsche Suchmaschinen gaben nur 3 bis 7 Links an, international gaben jedoch bis zu 2000 an. Die Dokumente im Internet enthalten jedoch meistens Projekte oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit Evaluation und nicht wie die Literatur, die in der Bibliothek aufliegt, fachliche Erkenntnisse und Erklärungen zu dem Begriff. Interessant ist auch, daß bei manchen Suchmaschinen (zB "web.de") die Relevanz in Prozent angegeben wird, die der Suchbegriff im gefundenen Dokument hat.

Differenzierung

Abschließend möchte ich anmerken, daß die von mir gefundenen Adressen im Gegensatz zur Fachliteratur die Anwendung der Differenzierung beschrieben und keine genauen Begriffsdefinitionen enthielten. Schwierig finde ich beim Suchen im Internet die Herausfilterung der Qualität der Adressen . Dieses Medium beeinhaltet eine Vielfalt von Informationen zu einer Reihe von Themen. Inhaltsverzeichnisse, Stichwortverzeichnisse, Literaturhinweise in Büchern erleichtern die Suche außerordentlich, und sind sicherlich im Vergleich zum Internet als Vorteil anzuführen.

Führungsverhalten

Man kann die Basisliteratur mit den gefundenen Artikeln im Internet nicht vergleichen. Jene Artikel, die ich im Netz gefunden habe, sind sehr praxis-und gegenwartsbezogen , hingegen ist die Basisiliteratur zum Teil vollkommen veraltet . Bei der Suche nach diesem Begriff bin ich sehr oft gleich auf Anmeldungen für Seminare gestoßen, die das Führungsverhalten trainieren sollen. Man findet zu diesem Begriff auch nur eine sehr geringe Anzahl von Informationen pro Adresse im Netzwerk. Aufgrund dieser Argumente ist die Qualität der Internetquellen in keinem Vergleich zur Basisliteratur und zum Teil auch sehr viel mühsamer und vor allem langwieriger zu beschaffen.


Egozentrismus

Die Suche im internet lieferte mir zu meinem Begriff Fundstellen, die ich in einer Fachbereichsbibliothek meines Ermessens nicht gefunden hätte. Dies bedeutet einerseits, daß man zusätzliche, insbesondere aktuelle Informationen bekommt, die für eine wissenschaftliche Arbeit notwendig sind. Andererseits liefert die Suche im internet Informationen , die nicht benötigt werden . Es muß also eine weitere Entscheidung über die Auswahl der Literatur getroffen werden.


Ein richtiges Bewerten der Quellen ist auf diese Art nicht möglich, da ich selber nicht weiß, ob das von mir Gefundene wirklich alles ist und der Inhalt des Internets sich ja ständig ändert. Weiters kann ich nicht behaupten, daß ich bei meiner Internetsuche wirklich erschöpfend bzw. "richtig" vorgegangen bin, da dazu noch mehr Zeit (bisher: 6 Stunden) und Kenntnis von "guten Adressen" nötig gewesen wäre.

Meiner Meinung nach kann man beim derzeitigen Inhalt der Datenbanken und Seiten, die via Internet durch Suchmaschinen erfaßt sind, nur durch Zufall oder mit sehr viel Anstrengung und Erfahrung etwas wirklich "Brauchbares" finden. Um die Suche nach Definitionen und Erklärungen von Begriffen optimal zu gestalten, wäre es meiner Meinung nach nötig, eigene Assistenten für diese spezielle Ergebnissuche zu generieren oder die gesuchten Informationen besser aufzubereiten und zu gliedern bzw. strukturiert in Online-Woerterbüchern anzubieten. Oder wenn man wirklich viel Zeit hat, dann kann man natürlich seine Bedürfnisse in Newsgroups weitergeben und wird hier mit größerer Wahrscheinlichkeit auch fündig werden.

Im Vergleich zu den Fundstellen in der Fachliteratur kann ich aus meiner Sicht nur sagen, daß das Internet in diesem speziellen Fall nicht mithalten konnte. Das soll aber keine allgemeine Bewertung der Suche im Internet sein, da wie schon oben gesagt vieles vom Zufall und von der Suchstrategie abhängt. Andererseits habe ich aber schon die sehr positive Erfahrung gemacht, daß es wiederum sehr gut möglich ist ganze Seminararbeiten (z.B. Thema: "Softwarevisualisierung") und Referate nur mit Inhalten aus dem Internet zu verfassen. Und dabei hat man noch den Vorteil der Aktualität, der Kosten und des geringen Aufwandes. Natürlich muß man dabei die erhaltenen Informationen auf Plausabilität einschätzen können, aber auch das lernt man sehr schnell, wenn man sich mit der Informationsbeschaffung via Internet intensiv auseinandersetzt.

Lernen

Eine Bewertung der Fundstellen im Vergleich mit der Fachliteratur kann man hier nicht vornehmen, da die Internet-Adressen keine Definitionen des Begriffes liefern wie dies jedoch bei der Fachliteratur der Fall gewesen ist, sondern lediglich verschiedenste Informationen rund um das Lernen bieten. Sucht man im WWW Adressen nun Begriff "lernen" so stößt man meist auf Universitäten und deren Bibliotheken, wo man meist nur eine Liste der vorhandenen Bücher vorfindet.


Die Suche nach Begriffen im Internet scheint mir doch auch als geeignetes Mittel, um sich Informationen über einen Sachverhalt zu beschaffen. Natürlich muß man eine gewisse Übung darin haben, die Informationen zu deuten und somit qualitativ schlecht herauszufiltern. Da dies wie gesagt mein erster Kontakt mit diesem Medium war (außer die Anmeldung zur Lehrveranstaltung) fiel vielleicht auch das Ergebnis etwas "mager" aus. Nichts desto trotz fand ich es interessant mich mit diesem Medium auseinandersetzen zu müssen.


Retardierung

Ich glaube, daß die Qualität dieser Quellen im Vergleich zur Fachliteratur schlecht ist, da die Suchmaschinen im Internet oft nur nach dem Begriff suchen, ohne Zusammenhänge oder unterschiedliche Bedeutungen der Wörter zu beachten. So kann es vorkommen, daß eine Internet-Adresse angegeben wird, dort dieses Wort allerdings nur einmal vorkommt und das vielleicht in einem ganz anderen Kontext.

Hätte ich meine Begriffsbestimmung "Retardierung" nur anhand des Internets machen müssen, wäre einerseits unheimlich viel Zeit durch die mühevolle Recherche im Internet draufgegangen, und andererseits wäre ich vor dem Problem der Unübersichtlichkeit wegen zu viel an Information gestanden.

DISPOSITION

Es gibt im Internet viele Adressen, wo das Wort DISPOSITION zu finden ist, jedoch sind nicht alle davon wirklich brauchbar, da oft nur ein Wort im Text vorkommt ohne jegliche Erklärung . Bei reiner "Wortsuche" würde man bei Disposition ca. 78 - 90 Eintragungen finden. Bezüglich der Literaturrecherchen Iäßt sich sagen, daß Definitionen und Erklärungen in Bücher leichter zu finden sind als im Internet, da man den Sachbereich genauer festlegen und somit durchsuchen kann. Einige Quellen, insbesondere die oben genannten, geben sehr viel Informationen über Disposition im jeweiligen Sachbereich und Graphiken oder Tabellen geben zusätzliche Hinweise. Das positive Argument für die Intersuche des Begriffes liegt meiner Meinung nach in der praxisorientierten Anwendbarkeit des Begriffes . Die Quellen im Internet verbinden den Begriff mit Praxis und sprechen nicht über allgemeine Definitionen, z. B. Disposition im Betrieb, bei Fahrzeugen,..


Legasthenie

Es ist sehr schwierig, trotz der Suchmaschinen, in der Fülle an Information das Gewünschte herauszufiltern. Mehr als 3/4 der Adressen sind unbrauchbar, müssen aber auf relevante Information geprüft werden. Grundsätzlich muß ich bemerken, daß die Suche in Büchern und in Bibliotheken wesentlich weniger zeitintensiv ist; genauere und effizientere Erklärungen findet man ohne Zweifel in Büchern. Vor allem, wenn der Sucher noch keine oder eine vage Ahnung von dem zu suchenden Begriff hat . Für die Suche im Internet spricht allerdings eine aktuellere Information ; Neuerungen sind im Internet sicherlich schneller zu finden als in Büchern (Publikationszeit,...)

Zentralisation

In meinem Zusammenhang finde ich daher die Quellen nicht für besonders qualitativ. Sucht man jedoch allgemein nach diesem Begriff, können sie sicher sehr hilfreich sein, obwohl mir aufgefallen ist, daß man viele Quellen nicht ohne weiteres verwenden kann. So zum Beispiel habe ich einige Lehrveranstaltungsverzeichnisse gefunden. Ich finde allerdings, daß mir diese eher wenig bringen, außer ich setze mich dann mit dem jeweiligen Professor direkt in Verbindung und ersuche ihn um weitere Informationen zu seinen Lehrveranstaltungen.
Aus den oben angeführten Gründen fällt meine Zusammenfassung leider etwas kürzer aus, da es, glaube ich, für unser Seminar keinen Sinn hat, Zentralisation im Zusammenhang mit Kommunismus oder ähnlichem zu erklären.


Leistungsmotivation

Anhand des Begriffs Leistungsmotivation läßt sich sehr gut erkennen, daß das Internet doch auch brauchbare und mit der Fachliteratur vergleichbare Quellen liefert. Natürlich bedarf es einiger Übung , um richtige und brauchbare Erklärungen, Definitionen oder Beschreibungen zu finden, den das Internet bietet einem Zugang zu allen Inhalten, die in irgendeiner Weise mit diesem Begriff in Verbindung zu bringen sind . Interessant finde ich jedoch, daß man auch alle möglichen Hinweise zu Veranstaltungen, Versuchen, Filmen, etc. zu diesem Begriff findet.


Ontogenese

Probleme gab es dann jedoch beim Finden passender, d. h. für diesen Zweck relevanter Quellen. Das Internet, besser gesagt die verschiedenen Suchdienste, zählen zwar immer eine große Anzahl von verschiedenen Links auf, doch sind diese meist nicht sehr nützlich. Somit stellt sich die Schwierigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.


Redundanz

Im Allgemeinen ist mir aufgefallen, daß die Suche im Internet ein umfangreicheres und vielfältigeres Ergebnis erbracht hat als die Suche in der Fachliteratur. Da es sich bei der Suche in der Fachliteratur aber um Definitionen des Begriffes Redundanz gehandelt hat und im Internet um Dokumente, wo der Begriff vorhanden ist, fällt mir ein Vergleich sehr schwer.


Werthaltung

Der einzige Nachteil, der mir bei der Arbeit mit den Suchmaschinen des Internets aufgefallen ist, ist, daß die Suche sehr zeitaufwendig war, und es mir z. B. nicht gelang, außer der "Übersetzung" des Begriffes "Werthaltung" in die Gebärdensprache, eine fünfte Quelle zu finden (und das bei ca. 7 Stunden Suche). Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis, daß ich keine fünfte Quelle angeben konnte, aber für jemanden, der selbst keinen eigenen Internet-Zugang besitzt, ist es eher schwierig, per Internet zu suchen, besonders wenn man die englische Übersetzung des Begriffes nicht kennt.


Motivation

Noch befindet sich das Netz meiner - noch geringen - Erfahrung nach in einem unvollständigen Zustand: Meine umfangreiche und aufgrund der Netzauslastung mit langen Wartezeiten verbundene Suche endete bei einer Quelle, die mir lediglich den Hinweis gab, sich mit dem Begriff "Motivation" auseinanderzusetzen. Ein genauerer Einstieg, bzw. ein Auffinden einer Begriffsdefinition blieb mir bei allen Adressen verwehrt. Komplette Publikationen - außer z.B. Tageszeitungen - finden sich im Moment nur selten im Netz. Jedoch wurde mir mitgeteilt, daß eine gewaltige Zentralbibliothek namens GUTENBERG schon seit längerer Zeit in Arbeit ist: Zu günstigen Bedingungen wird man via Internet vollständige Bücher lesen können. Ein bedeutender Schritt zum internationalen wissenschaftlichen Kooperieren wäre, jede Arbeit (Diplom, Dissertation, Habilitation) jeder Universität vollständig dem Netz zur (an geringfügige Kosten gebundene) Verfügung zu stellen.

ZUM VERGLEICH MIT FACHLITERATUR:
Im Internet erlebte ich zwar eine aufregende Reise durch die ganze Welt, konnte aber nirgends das finden, was ich konkret gesucht habe: Eine Definition zum Begriff "Motivation". In der Hauptbibliothek der Uni Linz und der Fachbibliothek des Instituts für Pädagogik und Psychologie war mir das in weit kürzerer Zeit gelungen.

Metaphysik

Große Suchmaschinen im Internet zeigen zwar viele Adressen zum Thema Metaphysik an, doch sind die meisten davon für den Zweck der Begriffsbestimmung nicht zu gebrauchen. Meines Erachtens sind die Quellen im Internet nur zur Vertiefung sinnvoll , zur anfänglichen Begriffsbestimmung sind sicherlich Wörterbücher und Enzyklopädien besser geeignet als Publikationen im Internet.


Transfer

Im Vergleich mit der Suche von Definitionen des Begriffes in der Fachliteratur hat sich vor allem die Schwierigkeit ergeben, daß bei der Suche mit den Suchmaschinen des WWW vielzuviele Quellen gefunden werden. Es erweist sich dann als schwierig, die richtigen und qualitativ hochwertigen Quellen auszuwählen . Vor allem dann, wenn der Begriff mehrere Bedeutungen hat, ist es nicht leicht, ein passendes Suchwort zu finden. Ist das Suchwort zu allgemein muß man aus unzähligen Adressen die richtigen auswählen.


Lernpsychologie

Die Begriffsbestimmungen aus dem Internet waren für mich nicht so informativ, wie die Ergebnisse aus den Fachbüchern.

Mehrere Quellen aus dem Internet, zum Begriff Lernpsychologie, gingen nicht direkt auf den Begriff ein. Hingegen wurde in zahlreichen Fachbüchern der Begriff genau definiert und detailliert erklärt und ausgeführt.

Persönlichkeit

Ich halte das Internet als Suchmedium für wissenschaftliche Arbeiten zu einem bestimmten Begriff oder Thema für uneffizient, wenn die direkte Internetadresse zu einer Homepage unbekannt ist und man auf die Suche mit Suchprogrammen angewiesen ist. Sie dauert nicht nur äußerst lange, sondern ist auch mit unzähligen Pannen versehen, die einen manchmal fast zur Verzweiflung treiben; zB. Abstürze des Computers, plötzliche Übertragungsabbrüche, Zugriffsverweigerungen usw. Auch was die Qualität der Quellen anbelangt, ist die Ausbeute eher unzufriedenstellend. Im Suchprogramm "Crawler" gibt es für den Begriff "Persönlichkeit" mehr als 1 Million Quellen, die etwas mit dem Wort Persönlichkeit zu tun haben. Bei näherer Betrachtung der vermeintlichen Quellen stellt sich jedoch heraus, daß sich darunter fast ausschließliche Schulungen, Produktangebote, Jobangebote usw. befinden, die nur im entferntsten mit der Persönlichkeit in Verbindung stehen. Auch wenn es heute fast nicht mehr zeitgemäß erscheint, würde ich Lexika in Buchform vorziehen.


Verhaltenstraining

Die Qualität der Fundstellen in der Fachliteratur läßt zu wünschen übrig, da Begriffsbestimmungen/Definitionen leider nicht gefunden wurden. Außerdem ist der Begriff Verhaltenstraining nur geringfügig in den Sachregistern angeführt. Beim Internet hingegen, ist einerseits die Suche relativ einfach und schnell andererseits werden eine Reihe von Erläuterungen angeboten (zB Anwendungsbereiche von Verhaltenstraining). Jedoch wird die Suche nach einer Begriffsbestimmung/Definition sehr schwierig werden, da It. meiner Recherche nur Anwendungsgebiete angeführt werden (bei Eingabe des Begriffs Verhaltenstraining für den Suchvorgang). Die Qualität einer Fundstelle sollte durch eine relevante Definition/Begriffsbestimmung und durch ausführliche Erläuterungen gekennzeichnet sein.


©opyright Werner Stangl, Linz 1997.
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