Warum zitieren?

Ein Merkmal des wissenschaftlichen Arbeitens ist die Bezugnahme von Texten aufeinander. Wissenschaftliche Texte werden stets im Kontext anderer Veröffentlichungen produziert und rezipiert. Ihre Wissenschaftlichkeit wird häufig daran gemessen, inwieweit der Verfasser die einschlägige Literatur kritisch verarbeitet und dargestellt hat. Das Zitat erlaubt es, die Urheberschaft von Ideen zu überprüfen. Damit ist es Ausweis von Wissenschaftlichkeit.

Eco (1993) unterscheidet zwei Formen des Zitierens,

Bei der Auseinandersetzung mit Quellen und ihrer Interpretation handelt es sich um Erkenntnisse, auf die man selbst nicht gekommen wäre oder auf denen eigene Gedanken aufbauen. Deshalb sind diese Quellen anzugeben. Bei der Unterstützung der eigenen Argumente muß der Autor nachweisen, daß sein Aussagen haltbar sind. Aus diesem Grund muß er dem Leser Zugang zu seinen Quellen eröffnen, die er zusammen mit dem Zitat angibt.

Durch das Zitat knüpft der wissenschaftlich Arbeitende an bisher erarbeitetes an. Damit beruft er sich zugleich auf einen "Zeugen" bzw. eine Autorität, nämlich den Wissenschaftler, den er zitiert. Neben der Autorität gibt es noch andere Gründe für die Bezugnahme (Schulenbildung, positive und negative Wertung, Selbstmanagement).

Die 10 Regeln für das Zitieren

Zitat, Paraphrase und Plagiat

Ein Zitat muß nicht immer wörtlich sein, es kann auch sinngemäß wiedergegeben und in eigenen Worten umschrieben werden. Dies bezeichnet man als Paraphrase. Die Paraphrase darf, da sie eine Wiedergabe ist, Zitate enthalten (Eco 1993, S. 208). Allerdings muß sie durch Angabe der Quelle als solche gekennzeichnet werden. Beim Paraphrasieren muß sorgfältig formuliert werden, um den Inhalt und Zusammenhang des Originals nicht zu entstellen. Ein Zitat muss also immer als solches gekennzeichnet sein. Ein "Zitat ohne Anführungszeichen" nennt man Plagiat (Eco 1993, S. 206). Darunter versteht man, daß ein Zitat verwendet wird, ohne es als ein solches zu kennzeichnen und es damit als eigenes Gedankengut auszugeben. Das Plagiat ist also Diebstahl geistigen Eigentums, da fremde Ideen unter der Behauptung der eigenen Urheberschaft verbreitet werden.

Siehe dazu auch Jochen Leffers Spiegel-Artikel Plagiate - Die Professoren schlagen zurück

Literatur:

Eco, Umberto (1993). Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Heidelberg: C. F. Müller.

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(Aktualisiert am Samstag, 6. Oktober 2001).