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Im Urlaub sinkt die Intelligenz
Kaugummikauen steigert geistige Leistungsfähigkeit

Erlangen (pte) (26. August 98/08:00) - Langes Faulenzen ist Gift für die Intelligenz. Das hat Medizinpsychologe Siegfried Lehrl von der Universität Erlangen herausgefunden. Wer zum Beispiel im Urlaub wochenlang nichts tut, muß mit einem drastischen Absinken seines Intelligenzquotienten rechnen. Denn auch das Gehirn braucht Training, um eine volle Leistung erbringen zu können. Da reicht es nach Untersuchungen schon aus, hin und wieder ein Kreuzworträtsel zu lösen.

Zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit gibtís aber auch noch andere gute Ratschläge: Beispielsweise Kaugummikauen. Denn dadurch wird das Gehirn kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt, was den Geist wacher macht. Bewegung ist nach den Erfahrungen von Siegfried Lehrl sowieso ein Katalysator für die Informationsaufnahme. Und damit die Konzentration nicht nachläßt, sei es wichtig, oft zu essen und zu trinken. Das Gehirn brauche Zucker zum Arbeiten. Am besten dabei sind Kohlenhydrate aus Reis, Nudeln und Kartoffeln.

Die größte Kreativität legt der Mensch nach Überzeugung von Lehrl in Phasen der Entspannung an den Tag. Unter Anspannung arbeite man zwar sehr konsequent und zielorientiert, gelichzeitig geht aber die Kreativität verloren. "Wer sich selbst chronisch unter Streß setzt, wird spätestens mit 40 Jahren geistig abbauen", sagt der Forscher.


Quelle: http://www.pressetext.at/cgi-bin/cgiwrap/prestext/.cgi/show.pl.cgi?pta=980826004



Brigitte Zarzer 

Mit dem IQ wächst auch das Lebensalter

Schottische Forscher stellen Zusammenhang von Intelligenz und Lebensdauer fest

Britische Wissenschaftler haben aufgrund einer Langzeitstudie festgestellt, dass Kinder mit einem höheren Intelligenzquotienten offenbar länger leben als weniger kluge Altersgenossen. Eine schlüssige Erklärung für das Phänomen konnten sie allerdings aufgrund der statistischen Daten nicht liefern.

Die Frage, weshalb manche Menschen eine höhere Lebenserwartung haben als andere, zieht Forscher und Medien geradezu magisch immer wieder an. Versuchsreihen mit mehr oder minder kuriosen Ergebnissen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Mal müssen von den Göttern mit hohem Alter gesegnete chinesische Dorfbewohner für Studien herhalten, mal machen sich Genetiker über die Oldies her.

Die neueste Entdeckung also lautet: Je höher der IQ, desto höher die Lebenserwartung. Die Wissenschaftler der University of Edinburgh und der  University of Aberdeen stellen ihr Ergebnis in dem Artikel "Longitudinal cohort study of childhood IQ and survival up to age 76", der in der aktuellen Ausgabe des  British Medical Journal (BMJ 2001; 322: 819). Als Forschungsgrundlage diente der sogenannte "Scottish mental survey", bei dem 1932 fast 90000 Schulkinder, die alle 1921 geboren waren, einem Intelligenztest unterzogen wurden. Ein schwieriger Teil der Arbeit bestand darin, aus den vorhandenen Daten und den Informationen von den Behörden die Menschen aufzuspüren. Die Wissenschaftler konnten den Lebensweg von 2230 (79 Prozent) der insgesamt 2.792 in Aberdeen 1932 getesteten Kinder nachvollziehen und so feststellen, wer von diesen Personen 1997 noch am Leben war.

Die Resultate: 646 Männer waren verstorben, 507 noch am Leben, 247 konnten nicht gefunden werden, 27 waren zwischen 1987 und 1997 aus Schottland abgewandert. Von den Frauen waren bis zum Stichtag 1. Jänner 1997 438 verstorben, 594 lebten noch, 315 konnten nicht gefunden werden und 18 waren abgewandert.

Die Überlebenden verfügten im Durchschnitt über einen IQ von 102 im Vergleich zu 97,7 der bereits Verstorbenen. Ein 15 Punkte niedrigerer Wert bedeutete, dass die Chance den 76. Geburtstag zu feiern, um ein Fünftel sank. Bei 30 Punkten verringerte sich diese Wahrscheinlichkeit um 37 Prozent. Weiter wurde festgestellt, dass bei Männern diese Verbindung weniger deutlich ausgeprägt als bei Frauen, was möglicherweise aber am Anstieg der Sterberate bei Männern während des Zweiten Weltkriegs liegt. Ein geringer Zusammenhang zwischen dem Ergebnis des Intelligenztests und überfüllten Klassen ergab sich für die Lebenserwartung nur für Männer, allgemein lebten Kinder mit höheren IQs in Bezirken mit weniger großen Familien, also in reicheren Wohngegenden.

Obwohl die Studie sicher sauber durchgeführt wurde, könnte manch einer die Frage aufwerfen, was damit überhaupt bezweckt werden sollte. Die Forscher konnten schon nicht einmal davon ausgehen, dass die Studienergebnisse repräsentativ sind. Auch konnten keine eindeutige Ursachen des Phänomens herausgefunden werden. Die Wissenschaftler betonen, dass es unterschiedliche, sich nicht ausschließende Ursachen für die Verbindung eines höheren IQ mit einer höheren Lebenserwartung geben kann. Neben genetischen Faktoren und Umweltbedingungen spielen auch sozioökonomische Faktoren wie Ernährung in der Kindheit, sozialer Status und Bildung eine Rolle, denn bekannt sei, dass Menschen, die unter ärmlichen Bedingungen leben, eher krank sind und früher sterben. Höhere Intelligenz hingegen könne man mit besserer Ausbildung und einer besseren beruflichen Laufbahn verbinden, durch die man wiederum geringeren gesundheitsschädlichen Bedingungen ausgesetzt ist. Vielleicht sei höhere Intelligenz auch Grund dafür, gesünder zu leben. Mit Sicherheit können die Wissenschaftler eigentlich nur sagen: "Bei unserer Stichprobe bot der IQ in der Kindheit eine signifikante Voraussagemöglichkeit des erreichten Lebensalters."


Quelle: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/7329/1.html (01-09-10)