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Bedürfnisse und Motivation

Die Aktivitäten eines Menschen werden wesentlich von seinen Bedürfnissen und Motivationen geprägt. Neben den Grundbedürfnissen, die durch Triebe realisiert werden, gibt es eine Reihe von sozialen Bedürfnissen. Der Antrieb bzw. die psychische Energie zur Befriedigung dieser Bedürfnisse wird durch Motivationen hergestellt.

Siehe auch im Detail: Psychologische Erklärungsmodelle zur Motivation

Arten und Stärke von Motivationen

Motivation im psychologischen Sinne ist nicht das, was dieses Wort oft im alltäglichen Zusammenhang - etwa mit schulischer Leistung, mit Berufstätigkeit - bedeutet. Üblicherweise wird nämlich darunter meist eine hohe Bereitschaft zur Leistungserbringung im Sinne eines außenliegenden, oft mit ökonomischen Interessen begründeten, Nutzenbegriffs verstanden.

Demgegenüber steht der psychologische Motivationsbegriff für einen Drang zu Aktivität, ob sie nun wirtschaftlich nützlich ist oder nicht. Der psychologische Motivationsbegriff hat also nicht an sich eine positive Konnotation, sondern ist im wesentlichen neutral: hohe Motivation kann gut sein, aber auch schlecht; je nachdem, wie sie sich konkret auswirkt.

Motivation aufwärts steigen heben(Grund)Motivationen lassen sich in mehrere Klassen einteilen:

Alle diese Motivationsarten sind grundsätzlich in jedem Menschen vorhanden. Die Stärke einzelner Arten ist aber von Person zu Person unterschiedlich und kann als Persönlichkeitsmerkmal betrachtet werden, kann also als weitgehend über die Zeit als stabil angesehen werden.

Die Stärke einer Motivation in einem konkreten Einzelfall setzt sich aber über diese Grundmotivation hinaus aus zwei weiteren Faktoren zusammen: Den Erfolgsaussichten und dem subjektiven Wert eines Ziels.

So mag beispielsweise, gegeben eine erhebliche Ehrgeiz-Grundmotivation, der subjektive Wert eines Nobelpreises für mich sehr hoch sein; dennoch ist meine Motivation, nach ihm zu streben, gering, wenn ich meine Erfolgsaussichten als verschwindend klein einstufe. Umgekehrt kann ich die Erfolgsaussichten des Unternehmens, die Seiten 45 bis 50 des Linzer Telefonbuchs komplett auswendig zu lernen, durchaus als hoch einstufen und bin dennoch kaum motiviert, das zu versuchen, weil der subjektive Wert einer solchen Tat zu nahe bei Null liegt. Schließlich könnten sowohl die Erfolgsaussichten als auch der subjektive Wert des Ziels, eine Firmenabteilung mit über hundert Mitarbeitern zu leiten, hoch sein und dennoch die Motivation gering, es anzustreben, weil die Grundmotivation zur Machtausübung klein ist. Übungsaufgabe: Warum spielen soviele Menschen Glücksspiele?

Motivation und Belohnung

Der am stärksten variable der drei Motivationsfaktoren ist meist der subjektive Wert. Dieser kann nämlich durch das Eintreten oder Ausbleiben einer Belohnung (externen Verstärkung) in früheren ähnlichen Situationen schneller und stärker geändert werden als die Erfolgsaussichten oder gar die Grundmotivation.

Es gibt eine Reihe von psychologischen Erkenntnissen über Effekte in diesem Zusammenhang:

Motivation abwärts sinken

Einen kurzen Überblick über wichtige psychologische Motivationstheorien findet sich in einem englischen Text von Amy Wojciechowski: "MOTIVATION".


Bildquelle: http://www-pluto.informatik.uni-oldenburg.de/~gymwhs/fach/pae/lernen/lern-01.htm

Textquellen: http://www.ipd.uka.de/~prechelt/swt2/node18.html (99-09-15)


©opyright Werner Stangl, Linz 1997.
These pages belong to "Werner Stangls Arbeitsblätter": http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/Arbeitsblaetter.html
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