Die Angst vor der Unvollkommenheit
Angst vor der Unvollkommenheit befällt häufig
Schüler, die sehr hohe Leistungsanforderungen und einen hohen
Grad an Perfektion verinnerlicht haben, ohne dass sie deshalb gute
Schüler sein müssen. Sie bewegt der Traum von der besten
Arbeit der Klasse, die sie sich eigentlich zutrauen, von der Arbeit
ohne Flüchtigkeitsfehler oder gar ohne jeglichen Fehler, von der
Arbeit, die selbst sehr hohen Anforderungen gerecht wird. Mit den
hohen Ansprüchen an sich selbst steigt jedoch zugleich die Angst
vor einem Fehlschlag, weshalb die Vorbereitungen verzögert und
aufgeschoben werden. Die Angst vor der Unvollkommenheit wirkt somit -
im Gegensatz zum Selbstschutz, der aus der Angst vor dem Versagen
resultiert - eher lähmend, führt zu einer Erstarrung, die
die Gefahr eines Scheiterns an den eigenen Ansprüchen
erhöht. Die Verzögerungstaktik hat in diesen Fällen
verstärkte Selbstkritik, Sorgen und Niedergeschlagenheit zur
Folge, wodurch das Selbstvertrauen weiter sinkt, die Angst vor einem
Fehlschlag weiter steigt, woraus wiederum vermehrt
Aufschiebestrategien resultieren. Ein Teufelskreislauf also!
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