Die Angst vor dem Versagen


Die Angst, in Leistungssituationen zu versagen, hat entscheidend mit unserem Selbstwertgefühl zu tun. Wir haben gelernt, unseren Wert als Person in einen Zusammenhang zu bringen mit der Leistung, die wir beispielsweise in der Schule oder in anderen bewerteten Wettbewerbssituationen erbringen. Dabei sind wir nicht nur von äußeren Kritikern abhängig, etwa unseren Eltern oder Lehrern, sondern insbesondere von uns selbst, unserem inneren Kritiker. Scheitern wir etwa in schulischen Leistungssituationen, glauben wir nicht nur im Wert der anderen zu verlieren, sondern wir enttäuschen uns selbst in gleichem Maße.

Ein Schüler, der Angst davor hat, in einer unliebsamen Schulaufgabe in Deutsch, Latein oder Mathematik zu versagen, kann möglicherweise beginnen, eine Verzögerungstaktik anzuwenden. Die Vorbereitungen werden immer weiter verschleppt, bis es für den Schüler nicht mehr möglich ist, sein Bestes zu geben. Damit erzögert er für sich selbst eine Entschuldigung des Versagens ("Ich habe mich ja nicht optimal vorbereitet!"), da in der Schulaufgabe nicht das wahre Können, die wirklichen Möglichkeiten bewertet werden, sondern lediglich eine unvollständige, begrenzte Vorbereitung in letzter Minute. Schlechte Vorbereitung wird somit zum Mittel des Selbstschutzes.
 

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