Nebennieren

adrenal glands, pair of small endocrine glands situated atop the kidneys. The outer yellowish layer (cortex) secretes about 30 steroid hormones, most importantly aldosterone, which regulates water and salt balance in the body, and cortisol, which controls carbohydrate, fat, and protein metabolism. The inner reddish portion (medulla) of the adrenals secretes the emergency-response hormones EPINEPHRINE (adrenaline) and norepinephrine.
The Concise Columbia Encyclopedia 1991.

The Ultimate Human Body for Macintosh Version 1.0

© 1995 Dorling Kindersley.


Die Hormone des Nebennierenmarks (NNM)

Das NNM hat einen neuronalen Ursprung (Ektoderm = [griech.] Keimblatt) und wird über den Sympathikus versorgt.
Zu jeder Markzelle zieht eine sympathische Nervenfaser, so daß eine rasche neurohumorale Informationsverarbeitung erfolgt.

Im NNM werden die Katecholamine Adrenalin (A) zu 80% und Noradrenalin (NA) zu 20% gebildet. Aus der Aminosäure (AS) Tyrosin wird über Zwischenstufen Dopa, Dopamin und dann NA gebildet, aus welchen dann A gebildet wird. Nachweisen lassen sich NA und A im Urin über das Abbauprodukt Vanillinmandelsäure. Ein Nachweis aus dem Blut gelingt schlecht, da die beiden Hormone schnell wieder aus der Blutbahn verschwinden nachdem sie ausgeschüttet wurden.

Allgemeine Wirkungsweise von NA und A

Psychische und organische Einstellung von Lebewesen auf akute Bedrohungssituationen (Alarmsituationen, Kampf-Flucht-Situationen). Es kommt zu einer Steigerung der Herzleistung, Verstärkung der Muskeldurchblutung, Anhebung des Blutzuckerspiegels, Vertiefung der Atmung und Blockierung des Darmtraktes. A und NA werden auch als emergency-Hormone bezeichnet.

NA spricht nur auf a -Rezeptoren an und Adrenalin spricht auf a - und b - Rezeptoren an, haben aber eine höhere Affinität zu b - Rezeptoren.

Differenzierte Funktionen von A und NA

Adrenalin wirkt im peripheren Kreislauf gefäßkonstriktierend (verengt die Gefäße). Annahme ist, daß es primär bei physischer Belastung ausgeschüttet wird..

Noradrenalin aktiviert den Herzmuskel und das ZNS (zentrale Nervensystem) und wird primär bei psychologischer Belastung ausgeschüttet.

Katecholamine werden als humorales Abbild der OR (Orientierungsreaktion) in belastenden unsicheren Situationen angesehen. In Studien von Frankenhäuser '72 zeigten sich bzgl. der Katecholaminausschüttung und der Dauer des Abbaus beträchtliche interindividuelle Unterschiede.

Eine erhöhte A-Auschüttung muß allerdings nicht Ausdruck negativ getönter Belastung wie Über- oder Unterbelastung am Arbeitsplatz sein, sondern kann auch Ausdruck der persönlichen Beteiligung sein.

Zusammenfassend: Katecholamine bestimmen das Ausmaß einer Aktivierungsänderung als Reaktion auf bestimmte Umweltsituationen und sind auch Ausdruck der situations- und persönlichkeitsspezifischen Aktivierbarkeit.

Nebennierenrindenhormone ( = Steroidhormone)

Die NNR hat mesodermalen (Biol., Med. mittleres Keimblatt in der menschl. u. tier. Embryonalentwicklung) Ursprung. In der NNR werden 2 Hormone das Cortisol und das Corticosteron im Verhältnis 7:1 gebildet. Die beiden Hormone haben die Aufgabe der Bremsung und Stabilisierung heftiger und überschießender Reaktionen.

Speziellere Funktionen

Cortison, welches dem Cortisol sehr nahe steht wirkt extrem entzündungshemmend.
Corticosteron hat eine katabolische Funktionsweise, das heißt es greift in den Abbau von Substanzen wie Eiweißabbau und in Reaktionen im Knochen und Bindegewebe ein.

Selyes Anpassungssyndrom

Selye 1936 beschrieb das allgemeine Anpassungssyndrom (AAS) oder auch synonym verwendet das generalisiertes Anpassungssyndrom (GAS). Bei Stressoren wie Verletzungen, schwere Ops, physische oder psychische Belastung etc. entsteht ein Zustand der als Streß bezeichnet werden kann. Dieser Zustand führt dazu, daß vermehrt NNR-Hormone ausgeschüttet werden.

Selye unterscheidet 3 Phasen des Syndroms 1. Alarmphase, 2. Widerstandsphase und 3. die Erschöpfungsphase.

Zusätzlich beschreibt er noch ein lokales Anpassungssyndrom (LAS), welches die Antwort des Körpers auf lokale stressauslösende Einwirkung wie z.B. ein Eiterabzeß bei Verletzung mit einem Holzsplitter darstellt. Selye geht davon aus daß das GAS und LAS unspezifische Reaktionen sind, die auf Verteidigung ausgerichtet sind und einen dreiphasigen (Alarmphase, Widerstandsphase und Erschöpfungsphase) Verlauf aufweisen.

Bildung der NNR-Hormone

Der Hypothalamus produziert das Corticotropin releasing Hormon (CRH), welches auf die Hypophyse wirkt. Als Reaktion bildet die Hypophyse das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH). Dieses stimuliert die NNR dazu die NNR-Hormone (Cortisol und Corticosteron) zu sezernieren. Die Regulation der Ausschüttung erfolgt auch hier über negative feed-back-Wirkung. Das Vorhandensein von Corticosteroiden wirkt sich inhibitorisch auf das CHR des Hypothalamus aus, so daß ein konstanter Spiegel selbsttätig geregelt werden kann.

Befunde: Es zeigte sich, daß infolge frühkindlicher Belastung die häufige Freisetzung von Corticosteroiden die neuronale Differenzierung des ZNS beeinflußte und damit auch die spätere emotionale Belastbarkeit in Richtung schwächere emotionale Reaktionen und höhere Streßresistenz. Daraus ergab sich ein Zusammenhang zwischen Cortikoidveränderungen bei schweren emotionalen Störungen, die aber nicht einfach kausal als dritte Ursache-Wirkungsbeziehung interpretierbar sind.

Solche streßinduzierten endokrinen (Drüsen) Mechanismen erfüllen auch regulative Funktionen. z.B. Bei Mäusen, die in einer großen Populationsdichte leben kommt es zu einer gesteigerten ACTH-Ausschüttung, welches zu Schwangerschaftsstörungen wie intrauterine Mortalität (= Tod in der Gebärmutter ist), ordnungswidriges Einnisten des Ei's führt und somit einen Geburtenrückgang verursacht.