Hormone und endokrine Drüsen

griech.: endo=innen + krinein=absondern

Hormone sind heterogene Substanzen, denen gemeinsam ist, daß sie in bestimmten Organen - den endogenen Drüsen - gebildet und in die Blutbahn abgegeben werden. Es können die humoralen (hormonalen) und die neuronalen Steuerungssysteme unterschieden werden.


Allgemeine Wirkungsweise von Hormonen

Hormone wirken am Zielort an ganz bestimmten Zellen den sogenannten Targetzellen, die spezifische Rezeptorstrukturen besitzen. Diese Rezeptoren besitzen die Fähigkeit bestimmte Substanzen (hier die Hormone) zu erkennen. Dabei ist das Hormon der Schlüssel und die Targetzelle das Schloß. Die Wirkung erfolgt also über das "Schlüssel-Schloß-Prinzip". Demzufolge gibt es natürlich auch hormonähnliche Substanzen, die das Schloß blockieren können sogenannte Rezeptorblocker.

Wirkungsweise der Hormone im Detail


Die Einteilung der Hormone

Hormone können z.B. nach ihrem molekularen Aufbau eingeteilt werden. Es gibt folgende Unterscheidungen:

1. Aminosäurenketten, sogenannte Peptid - oder Proteohormone (Proteine)

[Proteine [griech.] (Eiweiße, Eiweißstoffe), als Polykondensationsprodukte von Aminosäuren aufzufassende, hochmolekulare Verbindungen (Polypeptide) mit einer Molekülmasse über 10000 (z.)T. bis über 100000) mit charakterist. Peptidbindung (Peptide), lebenswichtige Bestandteile der Zellen aller Organismen, u.)a. als Gerüst- und Stützsubstanzen, als Enzyme und zahlr. Hormone]

Polypeptide sind große Moleküle, sind nicht fettlöslich und setzen an der Außenseite der Membran an.

Die wichtigsten Preptidhormone sind die Aktivierungshormone (z.B. Schilddrüsen-, Nebennierenmark- (NNM), Hypothalamus- und Hypophysenhormone). Diese Aktivierungshormone setzen am Rezeptor der Membranaußenseite an, da sie nicht fettlöslich sind und somit nicht die Membran durchdringen können. Ihre Bindung an die Targetzellen bewirkt die Aktivierung des second messengers Camp = Adenosinmonophosphat durch die Freisetzung von Adenylzyklase. In Kürze bedeutet dies, daß das Hormon an der Targetzellen-Membran ansetzt Þ Freisetzung von Adenylzyklase Þ vermehrte Freisetzung von CAmp.

[Adenosinphosphate (Adenosinphosphorsäuren, Adenosinphosphorsäureester), Gruppe von Phosphorsäureestern des Adenosins, die im Kohlenhydratstoffwechsel eine zentrale Rolle spielen. Nach der Anzahl der Phosphorsäurereste unterscheidet man Adenosin(mono-, di- und tri-)phosphat. Adenosintriphosphat (ATP) und Adenosindiphosphat (ADP) wirken bei Stoffwechselreaktionen als Überträger von Energie und Phosphat (z.)B. bei der Glykolyse)]

2. Steroidmoleküle

Dabei handelt es sich um Hormone aus der Nebennierenrinde (NNR) und aus den männlichen und weiblichen Sexualorganen. Diese sind klein, fettlöslich und können die Membran durchdringen und wirken somit aus dem Zellinneren heraus.

Die Grenze zwischen den Wirkmechanismen von Neurotransmittern und Hormonen scheint zu verschwimmen, da beide über Rezeptoren wirken indem sie über spezifische chemische Eigenschaften auf diese einwirken. z.B. Noradrenalin kann als Hormon und Neurotransmitter wirken.

3. Die Internethormone

Hier sind Hormone gemeint, die keine Mittelstellung haben wie die bereits genannten, sondern selbst das letzte Glied einer hormonell-medialen Regelung darstellen. Es handelt sich um die Hormone Mudolin, Moobase, Webocrin, Mailin und Newsin. Ungeklärt ist noch die genaue Wirkung von Surfin.


Die einzelnen Hormone und die dazugehörenden Drüsen

Für eine detaillierte Darstellung klicken Sie bitte auf den Begriff oder die entsprechende Drüse!


Sonstige Hormone

Gewebshormone

Dabei handelt es sich um Hormone wie Renin (Globulin = Eiweißkörper, frei zirkulierendes Enzym im Blut, welches bei einer Minderdurchblutung der Niere über Angiotensin gefäßkonstriktierend wirkt), Plazentahormone (Mutterkuchenhormon) und Cholecystokinin (wird von der Dünndarmschleimhaut freigesetzt und wirkt auf die Sekretion der Gallenflüssigkeit durch Kontraktion der Gallenblase ein).

Es konnten bisher keine neuropsychologischen Effekte entdeckt werden.

Endorphine

Die Endorphine sind körpereigene Opiate.
Opiate sind schmerzlindernd und suchterzeugend (Bsp. Heroin und Morphin).
Im Gehirn sind bestimmte Opiatrezeptoren z.B. in Teilen des limbischen Systems gefunden worden. Da der Mensch nicht mit Opiaten im Körper erschaffen wurde, muß es endogene Opiate geben.
Solche wurden auch gefunden, sogenannte Enkephaline. Diese gibt es in 2 Formen dem Methionin und Leucin. Enkephaline können die Blut-Hirn-Schranke in 3-11 Minuten überwinden, obwohl diese ansonsten für Peptide und Proteine undurchlässig ist.

Blut-Hirn-Schranke, Bez. für das System zweier Mechanismen, die im Dienst des Stoffaustauschs zw. Blut und Hirngewebe bzw. zw. Blut und Zerebrospinalflüssigkeit (Blut-Liquor-Schranke) die Schutzfunktion einer Barriere ausüben, die verhindert, daß bestimmte chem. Stoffe, v.a. Gifte und Medikamente, auch bestimmte Mineralstoffe und Hormone, in die Nervenzellen von Gehirn und Rückenmark übertreten können). Die Blut-Hirn-Schranke kann von fettlöslichen Stoffen gut passiert werden. Man muß sich die Blut-Hirn-Schranke als Membran vorstellen, die nur bestimmte Substanzen passieren läßt. Grund kann z.B. die Porenbeschaffenheit in der Membran sein, daß fast nur lipidlösliche Substanzen diese überwinden können

Weiterhin wurden 3 Formen von Endorphinen a -,b - und Gamma-Endorphine gefunden, welches sich von dem Lipotropin (91 AS, Hypophysenhormon für Fettabbau) ableiten lassen. (Die ersten 50 AS sind gleich!)


Quellen


©opyright Werner Stangl, Linz 1997.
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