Männliche Sexualhormone (Androgene)

Es werden zwei Hormone in den Leydigschen Zellen zwischen den Samenkanälen im Hoden gebildet. Die beiden Hormone sind das Testosteron und das Androstendion, welche im Verhältnis 7:1 gebildet werden. Androgene sind ebenfalls wie die Corticosteroide Steroidhormone.

Die Steuerung erfolgt folgendermaßen: Der Hypothalamus produziert das Gonadoliberin, welches auf die Hypophyse wirkt. Die Hypophyse sezerniert das Follikelstimulierende Hormon (FSH = Hormon welches das Follikel = Ei stimuliert) und das luteinisierende Hormon (LH). Diese wirken auf die Leydigschen Zellen im Hoden und bilden die Androgene (Testosteron und Androstendion). Auch hier wird die Produktion der Hormone über einen Regelkreis reguliert, da die Androgene inhibitorisch auf den Hypothalamus einwirken.

Funktionen der Androgene

Ausbildung und Erhaltung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale (beim Menschen vollzieht sich die endgültige Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale während der Pubertät unter dem Einfluß der Geschlechtsdrüsen und Hypophysenhormone. Sie betreffen bes. die Behaarung, Stimme und Ausbildung der Milchdrüsen, Unterschiede in der Körpergröße, im Knochenbau, in der Herz- und Atemtätigkeit sowie in anderen physiolog., auch psych. Faktoren.) und anabolische Prozesse (aufbauende Wirkung). Die Sexualhormone beeinflussen in früheren Entwicklungsstadien, oftmals vor der Geburt, die neuronalen Verbindungen, die Verhalten nachhaltig beeinflussen. Werden solche Phasen blockiert kann es zu einem Weiterbestehen femininer Verhaltensweisen bei männlichen Nachkommen kommen. Androgenrezeptoren im Herzen könnten Ursache für geschlechtsspezifische Unterschiede bzgl. von Herzkrankheiten wie coronare Arteriosklerose = Verkalkung der Herzkranzgefäße sein. Des weiteren wird hier auch die Ursache für Aggressions- und Dominanzverhalten gesehen. Androgene induzieren bereits beim Fötus (Leibesfrucht) die Ausbildung der Systeme, die späteres Aggressionsverhalten steuern. Das Einsetzen der Pubertät wird wahrscheinlich neuronal gesteuert. Dabei sollen diencephale Mechanismen vor der Pubertät blockieren. Allerdings wird auch ein Einfluß von zahlreichen Umweltfaktoren deutlich.

Ein hoher sozioökonomischer Status, Stadtleben, niedrige Höhenlage des Lebensraumes, kleine Familiengröße führen zu einem frühen Einritt der Pubertät.

Mangelernährung, Landleben, niedriger sozioökonomischer Status, hohe Höhenlage des Lebensraumes sowie große Familie sollen eine späte Pubertät hervorbringen.


©opyright Werner Stangl, Linz 1997.
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