Hormone der Zirbeldrüse (Epiphyse)

Die Epiphyse liegt im Mittelhirn. Aus Tryptophan (eine in den meisten Eiweißstoffen enthaltene AS) wird über einige Zwischenstufen Serotonin (ist ein Neurotransmitter des ZNS, kommt aber auch im Magen-Darm-Trakt und in den Blutplättchen = Thrombozyten, die an der Gerinnung beteiligt sind, d.h. bei Verletzungen sorgen sie dafür, daß eine Blutung zum Stillstand kommt vor) und aus diesem dann Melatonin (Hormon der Zirbeldrüse, welches eine Hautaufhellung bewirkt) gebildet. Die Epiphyse ist das zentrale Regulationsorgan für die Synchronisation des 24-Std.-Rhythmus (circadiane Periodik).

Befunde: Bei Spatzen führte die Entfernung der Epiphyse dazu, daß die Tiere einen Verlust des circadianen Rhythmus aufwiesen. Bei Verabreichung von Melatonin kam es auch zu einer Daueraktivität bei Dunkelheit.

Die mutmaßliche Wirkung besteht darin, daß aus dem Enzym N-Acetyltransferase der Umbau von Serotonin in Melatonin erfolgt. In der Dunkelphase beträgt das Maximum von N-Acetyltransferase das 30- bis 70-fache im Vergleich zu einer Hellphase. Dies bedeutet, daß in der Dunkelphase große Mengen von Melatonin gebildet und die Serotonindepots geleert werden. Licht ist im Stande die N-Acetyltransferase-Aktivität schlagartig zu blockieren.

Die Epiphyse scheint selber lichtempfindlich zu sein.